The Room ist ein US-amerikanischer Spielfilm von und mit Tommy Wiseau aus dem Jahr 2003. Die Handlung des Films dreht sich primär um eine tragische Dreiecksbeziehung zwischen einem Banker (Wiseau), dessen Verlobter (Juliette Danielle) und seinem besten Freund (Greg Sestero).

Der Film wurde von mehreren Magazinen und Filmkritikern als „schlechtester Film aller Zeiten“ bezeichnet. Ursprünglich wurde der Film nur in einigen wenigen Kinos in Kalifornien gezeigt, entwickelte sich jedoch im Laufe der Jahre zu einem Kultfilm. Fans des Films schätzen die unfreiwillige Komik des bizarren Handlungsverlaufs, der Darstellerleistungen, der als unlogisch empfundenen Dialoge sowie zahlreicher technischer und dramaturgischer Fehler.

Obwohl Wiseau versuchte, den Film rückwirkend als Schwarze Komödie darzustellen, wird der Film im Allgemeinen als eine misslungene Tragödie betrachtet. Diese Sichtweise wurde auch von einigen Mitwirkenden bestätigt. Über zehn Jahre nach seiner Premiere wurde der Film noch immer in US-amerikanischen Programmkinos gezeigt und war Grundlage für ein Computerspiel, ein Buch und ein Theaterstück. Darüber hinaus wurde die Entstehungsgeschichte von The Room unter dem Titel The Disaster Artist verfilmt. Seit 2024 existiert eine deutsche Synchronfassung.

Handlung Johnny ist ein erfolgreicher Banker, der mit seiner Verlobten Lisa in einem Haus in San Francisco lebt. Ihre Beziehung ist vor allem durch häufigen, hingebungsvollen Sex gekennzeichnet. Lisa ist jedoch mit ihrem Leben unzufrieden und gesteht ihrer besten Freundin Michelle sowie ihrer Mutter Claudette eines Nachmittags, dass sie Johnny langweilig finde. Obwohl Michelle ihr rät, dankbar zu sein für das, was sie hat, während ihre Mutter ihr nahelegt, dass finanzielle Sicherheit wichtiger sei als Glück, beschließt Lisa, Johnnys besten Freund Mark zu verführen. Dieser gibt Lisas Annäherungsversuchen trotz anfänglichen Zögerns nach und sie beginnen eine Affäre.

Lisa beschließt, das Dreiecksverhältnis aufrechtzuerhalten, um sich Johnnys finanzielle Unterstützung zu sichern. Nachdem Johnny ein Gespräch belauscht hat, in dem Lisa ihrer Mutter ihre Untreue gesteht, beginnt er, Lisas Telefongespräche aufzuzeichnen.

Vor dem Hintergrund dieser Affäre entwickeln sich unzählige, nur lose miteinander verknüpfte Handlungsstränge, an denen eine Reihe von Charakteren beteiligt sind: Johnnys Nachbar Denny, ein Student, der von Johnny finanziell unterstützt und „geliebt wird wie ein Sohn“, hat eine Auseinandersetzung mit einem Drogenhändler namens Chris-R, den Johnny und Mark überwältigen und der Polizei übergeben. Außerdem begehrt Denny Lisa, was er Johnny letztlich auch gesteht. Johnny erklärt Denny daraufhin, dass Lisa ihn nur freundschaftlich liebe, worauf Denny beschließt, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Johnny bekommt in seiner Bank einen mysteriösen Kunden zugeteilt, dessen Identität er zu schützen schwört. Claudette hat Probleme mit einer Immobilie, klagt über gescheiterte Beziehungen und teilt Lisa mit, dass sie Brustkrebs hat. Michelle und ihr Freund Mike schleichen sich in die Wohnung von Johnny und Lisa, um dort Sex zu haben. Peter, ein Psychologe und Freund von Johnny, konfrontiert Mark mit seiner Affäre, was zur Folge hat, dass Mark ihn beinahe von einem Dach wirft.

Auf einer Überraschungsparty an Johnnys Geburtstag, zu der all seine Freunde eingeladen sind, beobachtet Steven, ein Freund Johnnys, einen Kuss zwischen Lisa und Mark, die sich unbeobachtet fühlen, woraufhin er sie zur Rede stellt. Lisa zeigt keine Reue, und Mark fordert Steven wütend dazu auf, das Gesehene für sich zu behalten. Johnny gibt den Gästen bekannt, dass Lisa schwanger ist, woraufhin Lisa Steven und Michelle verrät, dass dies eine Lüge ist, die sie erfunden hat, um „es interessant zu machen“. Am Ende des Abends macht Mark gegenüber Johnny eine Anspielung auf seine Affäre, woraufhin dieser Mark angreift.

Nach der Party sperrt sich Johnny im Badezimmer ein und Lisa telefoniert mit Mark. Als Johnny sich deren intimes Gespräch kurz darauf auf Kassette anhört und Lisa damit konfrontiert, verlässt ihn diese, um mit Mark zu leben. Schwer verzweifelt verwüstet Johnny daraufhin seine Wohnung und begeht schließlich mit einer Pistole Selbstmord.

Nachdem sie die Leiche entdeckt haben, geben Denny und Mark Lisa die Schuld an Johnnys Tod. Mark erklärt, dass er Lisa nicht liebt und sie nie wieder sehen möchte. Denny fordert Lisa und Mark auf zu gehen, doch sie bleiben und trösten sich gegenseitig, während das Geräusch von nahenden Sirenen zu hören ist.

Ungereimtheiten und erzählerische Schwächen Neben den zahlreichen Anschlussfehlern haben viele Kritiker auf zahlreiche allgemeine Ungereimtheiten in den diversen Handlungssträngen und der Charakterdarstellung hingewiesen. Im Speziellen wurde bemängelt, dass im Handlungsverlauf ständig neue Erzählstränge eingeführt werden, ohne diese aufzulösen.

Ein häufig angeführtes Beispiel hierfür ist eine Szene, in der Claudette ihrer Tochter Lisa ohne Vorwarnung und inmitten einer Unterhaltung über das Planen einer Geburtstagsparty folgendes mitteilt: „Ich habe meine Testergebnisse zurückbekommen. Es ist definitiv Brustkrebs.“ Die Angelegenheit wird beiläufig übergangen und weder in dem Gespräch noch an einer anderen Stelle des Films wieder aufgegriffen. Andere Szenen, wie eine gewalttätige Auseinandersetzung auf einem Dach, werden ebenfalls nie erklärt.

In einer Szene treffen sich die männlichen Hauptcharaktere des Films im Smoking in Johnnys Wohnung. Als Mark hinzustößt, stellt sich heraus, dass er sich seinen Bart abrasiert hat, was durch einen langsamen Zoom, unterlegt mit dramatischer Musik, unterstrichen wird. All dies hat weder Einfluss auf die Filmhandlung, noch ist dahinter irgendein anderer Zweck erkennbar. Die Szene endet dann abrupt damit, dass Peter beim Ballspiel stolpert, woraufhin die Männer beschließen, in Johnnys Wohnung zurückzukehren. Aufgrund häufiger Nachfragen über den Sinn dieser Szene beschloss Wiseau, sie in einem Interview zu erwähnen, das der DVD beiliegt; anstatt die Szene zu erklären, weist er jedoch nur darauf hin, dass es unterhaltsam sei, ohne Schutzausrüstung American Football zu spielen.The Room DVD Bonus Features: Q&A Greg Sestero wurde zur Bedeutung des Rasierens befragt, worauf er jedoch lediglich antwortete: „Wenn man das nur wüsste.“

Entstehung The Room begann ursprünglich als Theaterstück, das von Tommy Wiseau im Jahr 2001 fertiggestellt wurde. Wiseau adaptierte das Stück dann als ein 500-seitiges Buch, das er jedoch nicht veröffentlichen konnte. Frustriert entschloss sich Wiseau, das Werk als Film umzusetzen, den er auch selbst produzierte, um die volle Kontrolle über das Projekt zu behalten. Über die Finanzierung des Projekts hielt sich Wiseau bedeckt, in einem Interview erklärte er jedoch, dass er einen Teil des Geldes durch den Import von Lederjacken aus Korea verdient habe.

Es gelang ihm schließlich, 6 Millionen US-Dollar aufzubringen, die für die Produktion und das Marketing auch vollständig ausgegeben wurden. Als Grund für die relativ hohen Kosten des Films gab Wiseau an, dass viele Schauspieler und Mitglieder der Crew im Laufe der Dreharbeiten ausgetauscht werden mussten und dass jeder der Schauspieler eine Reihe von Einspringern hatte.

Laut Greg Ellery mietete sich Wiseau ein Studio bei der Produktionsfirma Birns and Sawyer, wo er ein „Regie-Anfängerpaket“ erwarb, das auch eine neue Filmkamera beinhaltete. Da Wiseau von den Unterschieden zwischen 35-Millimeter-Film und HD-Video verwirrt war, entschied er, den gesamten Film mit zwei Kameras gleichzeitig zu drehen.

Besetzung In mehreren Interviews hat Wiseau behauptet, dass er die Darsteller des Films aus „tausenden“ Bewerbern ausgesucht habe. Tatsächlich hatte kaum einer der Darsteller Filmerfahrung. Für Carolyn Minott war ihre Rolle in The Room beispielsweise die erste Rolle überhaupt.The Room DVD bonus features: The Making of The Room Greg Sestero wurde zu Beginn als Teil der Filmcrew eingestellt, da er nur begrenzte Erfahrung als Schauspieler hatte. Am ersten Drehtag entließ Wiseau jedoch den ursprünglichen Mark-Darsteller, woraufhin Sestero zustimmte, die Rolle zu übernehmen. Da es ihm unangenehm war, sich im Rahmen der Sexszenen zu entkleiden, durfte er seine Hose anbehalten.

Greg Ellery berichtet, dass Juliette Danielle von Wiseau am ersten Drehtag und direkt nach ihrer Ankunft am Set zu einer gemeinsamen Liebesszene aufgefordert wurde, welche die übrigen Darsteller „schockiert beobachten mussten“. Wiseau sagte, dass Danielle ursprünglich eine von drei oder vier Einspringern für die Figur der Lisa war und ausgewählt wurde, nachdem die ursprüngliche Darstellerin die Produktion verlassen hatte. Danielle berichtet, dass sie ursprünglich als Michelle besetzt worden sei, dann aber doch die Rolle der Lisa angetragen bekommen habe, nachdem die ursprüngliche Darstellerin entlassen wurde, da ihre „Persönlichkeit nicht zur Rolle“ passte. Danielle behauptet zudem, dass mehrere Schauspieler entlassen wurden, so auch die ursprüngliche Darstellerin der Michelle.

Kyle Vogt, der Darsteller von Peter, teilte dem Produktionsteam zu Beginn der Dreharbeiten mit, dass er nur für eine begrenzte Zeit an dem Projekt beteiligt sein könne. Als sein Engagement endete, konnten nicht alle seine Szenen abgedreht werden, und er verließ die Produktion, obwohl seine Figur eine tragende Rolle in dem bis dahin noch nicht gedrehten Höhepunkt spielen sollte. Seine Dialogzeilen zum Ende des Films wurden daher kurzerhand Ellery übertragen, dessen Figur an keiner Stelle des Films vorgestellt und auch nie beim Namen genannt wird.

Drehbuch Das Original-Drehbuch war deutlich länger als das beim Dreh verwendete und beinhaltete eine Reihe ausschweifender Monologe. Es wurde während der Dreharbeiten von den Darstellern umgeschrieben, da sie große Teile des Dialogs für unverständlich befanden. Einer der Darsteller behauptete in einem Interview, dass das Drehbuch Dialoge beinhaltete, „die einfach unaussprechlich waren. Ich weiß, es ist schwer, sich vorzustellen, dass es da noch schlimmeres Zeug gab. Aber das gab es.“ Greg Sestero berichtet, dass Wiseau viel Wert darauf legte, dass die Dialoge wortwörtlich auswendig gelernt werden sollten, es gelang jedoch den Darstellern, einige wenige Improvisationen einzubringen. Wiseau synchronisierte seine eigenen Dialoge aus unbekannten Gründen zum Teil nach, weswegen seine Lippenbewegungen häufig nicht zum Text passen.

Das Drehbuch des Films zeichnet sich an zahlreichen Stellen durch unerklärliche und abrupte Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen der Charaktere aus, besonders bei Johnny, Mark und Lisa. In einer Szene betritt Johnny eine Dachterrasse, während er sich gerade mitten in einer Wuttirade über eine Falschbeschuldigung befindet, wird aber augenblicklich fröhlich, als er Mark sieht. Kurz darauf lacht er aus nicht nachvollziehbaren Gründen, als er erfährt, dass eine Bekannte von Mark schwer verprügelt wurde. In einer Szene in einem Café unterbricht Johnny – der noch nichts über Marks Affäre mit Lisa weiß – unvermittelt ein Gespräch mit Mark, indem er ihn über sein Sexleben befragt, um dann wütend und misstrauisch zu werden, als Mark eine Antwort verweigert. Direkt darauf wird Johnny jedoch wieder fröhlich, und das Gespräch wird unverändert fortgesetzt.