Wartenberg ist eine Gemeinde im Osten des mittelhessischen Vogelsbergkreis.
Geografie mini|links|Das wartenbergische Gebiet
Die Gemeinde liegt an den östlichen Ausläufen des Vogelsberges, etwa 17 Kilometer westlich von Fulda und 3 Kilometer südöstlich der Stadt Lauterbach (Hessen) in einer waldreichen Mittelgebirgslandschaft. Das Gebiet befindet sich in einer Höhe zwischen 248 und 494 Meter über NN. Der Waldanteil der Gemarkungsfläche beträgt 22,05 km² (= 56 Prozent). Durch die Gemeinde fließt die Lauter, die sich in Bad Salzschlirf mit der Altefeld zur Schlitz verbindet. Die Hauptwindrichtungen in Wartenberg sind Nord-Ost sowie Süd-West. In Hochdruckperioden die windschwach sind, in erster Linie im Herbst und Winter, neigen die Täler zu Nebelbildung. Besonders durch die dicht bewaldeten Berghänge erfolgt ein abendlicher Zufluss reiner und frischer Waldluft, wodurch besonders nach heißen und schwülen Tagen, angenehme Abkühlung sichergestellt ist. In unmittelbarer Nähe beginnt der „Naturpark Vulkanregion Vogelsberg“.
Wartenberg grenzt im Norden an die Stadt Schlitz, im Osten an die Gemeinden Bad Salzschlirf und Großenlüder (beide Landkreis Fulda), im Süden an die Stadt Herbstein, sowie im Westen an die Stadt Lauterbach.
Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Angersbach und Landenhausen.
Mit 3.888 Einwohnern mit Hauptwohnsitz ist Wartenberg heute die drittgrößte Gemeinde im Vogelsbergkreis. Die Bevölkerung besteht aus 1.916 weiblichen und 1.972 männlichen Personen. Die Einwohnerzahlen verteilen sich auf die Ortsteile wie folgt (Stand 31. Dezember 2020): OrtsteilEinwohnerAngersbach 2.520Landenhausen 1.368Gesamt3.888
Geschichte mini|links|Burgruine Wartenberg: Gab Angersbach und Landenhausen nach ihrem Zusammenschluss 1972 den Namen und 1978 das Wappen Der 20. September 812, Datum der ersten urkundlichen Erwähnung im Codex Eberhardi von Angersbach und Landenhausen, gilt als der offizielle Beginn der Ortsgeschichte, wenngleich der Beginn der Besiedlung dieses Gebietes viel weiter bis in die vorchristliche Zeit zurückreicht. Wartenberg ist folglich, geht man von dem Jahr 812 aus, fast 1.200 Jahre alt. Aus einer Fuldaer Urkunde des Jahres 1114 gehen die Namen des Heinrich von Landenhausen und dessen Sohn Herold von Landenhausen hervor.
Im 12. Jahrhundert gab es folgerichtig noch das Geschlecht derer von Landenhausen. Auch die Nennung des Geschlechts von Angersbach in derselben Urkunde lässt darauf schließen, dass sich die Herren von Landenhausen und von Angersbach nahestanden. Im 12. und 13. Jahrhundert unterlagen die beiden Ortsteile dem Herrschaftsgebiet des Adelsgeschlechts derer von Wartenberg, deren Burg in den Jahren um 1220 von Friedrich von Angersbach (ab 1232 Friedrich von Wartenberg genannt) auf dem „Wartenbachhügel“ in Angersbach erbaut wurde. Die Befestigung wurde jedoch im Jahre 1265 durch Truppen von Bertho II. von Leibolz, Abt zu Fulda, der eine Stiftsfehde mit dem Stiftsvogt Graf von Ziegenhain austrug, zu dessen Untervögten die Wartenberger zählten, zerstört. Das Geschlecht derer von Wartenberg starb folglich gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus. Durch eheliche Verbindungen gelangte das Eigentum der Wartenberger mit allen Rechten an die Herren von Eisenbach. Ab diesem Zeitpunkt bestimmte und wirkte das Rittergeschlecht der Riedesel über Jahrhunderte in der Region.
Im 18. und 19. Jahrhundert wanderten viele Menschen aus der Region aus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, der auch in den beiden Dörfern viele Opfer forderte, bestand die Hauptaufgabe darin das dörfliche Leben wieder zu strukturieren. Vor allem wurden hunderte von Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in das dörfliche Leben integriert.
Die Gemeinde Wartenberg entstand im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 1. August 1972 durch Landesgesetz aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Angersbach und Landenhausen. Erster offizieller Bürgermeister der neuen Gemeinde wurde Karl Hans Roth aus Angersbach. Die Burgruine Wartenberg gab Angersbach und Landenhausen nach ihrem Zusammenschluss den Namen und 1978 das Wappen. Im Juni 2007 feierte die Gemeinde ihr 35-jähriges Jubiläum.
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Wartenberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026- 23° Election Manager: Wartenberg 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 33,8728,0546,5943,1842,31037,69 16,5323,6539,2738,4736,8843,610 15,6317,7314,3318,5420,9518,64 11,9210,32——————–– WAL Wartenberger Liste22,2420,44——————–– WGL Wählergemeinschaft Landenhausen——————————0,20 Gesamt 100,0 19 100,0 19 100,0 19 100,0 19 100,0 23 100,0 23 Wahlbeteiligung in %60,758,857,949,045,454,4
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Wartenberg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 18. Januar 2015 Olaf Dahlmann (SPD). Er wurde als Nachfolger von Manfred Dickel, der nach vier Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 25. Mai 2014 im ersten Wahlgang bei 72,8 Prozent Wahlbeteiligung mit 57,2 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl im November 2020.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Wartenberg 2020 - hessenschau: Bürgermeisterwahl am 1. November 2020 in Wartenberg
Amtszeiten der Bürgermeister 2015–2027 Olaf Dahlmann (SPD)Osthessen-Zeitung, 26. Mai 2014: Dr. Olaf Dahlmann neuer Bürgermeister in Wartenberg – 57,2 Prozent. - lokalo24, 14. Oktober 2018: : „Seit dem 18. Januar 2015 ist Dr. Olaf Dahlmann Bürgermeister“ 1991–2015 Manfred DickelFuldaer Zeitung, Januar 2014: Rathauschef Manfred Dickel im letzten Amtsjahr 1972–1991 Karl-Hans Roth (zuvor Bürgermeister von Angersbach)50 Jahre Gemeinde Wartenberg 1972–2022 Festschrift mit namentlicher Erwähnung der Bürgermeister (PDF-Datei 19,1 MB)
Wappen und Flagge mini|100px
Wappen
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Blasonierung: „In grünem Schild ein silberner Schrägrechtsbach, darüber in der linken Ecke ein sechsstrahliger goldener Stern.“
Das Wappen wurde der Gemeinde Wartenberg am 16. Juni 1978 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Darmstädter Heraldiker Georg Massoth.
Das Wappen wurde, wie auch die Gemeindeflagge, von der früheren Gemeinde Angersbach übernommen, die es bereits seit 1951 führte. Es basiert auf dem Wappen der, von der Burg Wartenberg stammenden Herren von Angersbach.Karl Ernst Demandt, Otto Renkhoff: Hessisches Ortswappenbuch. C. A. Starke Verlag, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 68.
Flagge
Die Flagge wurde gemeinsam mit dem Wappen genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf breiter weißer Mittelbahn, beseitet von zwei schmäleren grünen Seitenbahnen, das Gemeindewappen.“
mini|Rathaus (Wartenberg) mini|Angersbach, erstmals am 20. September 812 urkundlich erwähnt mini|Landenhausen, erstmals am 20. September 812 urkundlich erwähnt
Religion
Evangelische Kirche
mini|hochkant|Evangelische Kirche zu Angersbach mini|Evangelische Kirche zu Landenhausen
Der größte Teil der Bevölkerung – etwa 3000 Menschen (= 72 Prozent der Bevölkerung) – in Wartenberg gehört der Evangelischen Kirche an. Dementsprechend befinden sich in Wartenberg zwei evangelische Kirchenbauten mit jeweiligen aktiven Kirchengemeinden, welche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau angehören. Die evangelische Kirche in Angersbach wurde im Jahr 1763 das letzte Mal umgebaut. Das Gebäude der evangelischen Kirche zu Landenhausen wurde am 14. Oktober 1748 vollendet.
Die Landeskirchliche Gemeinschaft Chrischona befindet sich im Ortsteil Landenhausen.
Katholische Kirche mini|hochkant|Ehemalige katholische Kirche zu Angersbach mini|Katholische Kirche zu Landenhausen
Darüber hinaus bekennen sich über 600 Menschen (= 16 Prozent der Bevölkerung) zur römisch-katholischen Kirche. Die Filialkirchen Angersbach und Landenhausen gehören der Pfarrei St. Peter und Paul Lauterbach-Schlitz an (bis 2008: St. Michael und St. Bonifatius), welche dem Bistum Mainz zugeordnet wird. Der katholischen Filialgemeinde Angersbach übergab man somit am 16. Dezember 1962 ein eigenes Kirchengebäude, das am 4. Dezember 2023 profaniert wurde. Weiterhin wurde im Jahr 1973 in Landenhausen eine katholische Filialkirche in Form einer modernen Kapelle errichtet.
Etwa 500 Menschen gehören anderen Konfessionen oder Strömungen an beziehungsweise sind konfessionslos.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|hochkant|Fachwerkbauten, Turm der in der Gotik erbauten ev. Kirche zu Angersbach
Burgruine Wartenberg Eine Burganlage aus der Stauferzeit. In den Jahren um 1220 ließ Friedrich von Angersbach (ab 1232 Friedrich von Wartenberg genannt) auf dem „Wartenbachhügel“ diese Burg erbauen. Wartenberg OVAL Das Wartenberg Oval ist ein Veranstaltungsplatz und ein multifunktionaler Gebäudekomplex. Die 800 Quadratmeter große Halle mit Nebenräumen entstand in moderner Architektur in einjähriger Bauzeit und soll für Ausstellungen und Tagungen der heimischen Betriebe sowie Kultur- und Informationsveranstaltungen genutzt werden. Baubeginn war im April 2003, die Eröffnungsveranstaltung fand im September 2004 statt. Evangelische Kirche Angersbach Eine Kirche, die im Jahr 1763 das letzte Mal umgebaut wurde. Der Turm in seinen ältesten Teilen ist über 500 Jahre alt. Ein bedeutsames Kunstwerk ist das Fresko an der Turminnenseite aus dem 12. Jahrhundert. Es zeigt das Bild des Heiligen Georg. Evangelische Kirche Landenhausen Am 14. Oktober 1748 wurde der Kirchenbau vollendet. Über dem Westportal ist als schöne Steinmetzarbeit das Wappen der Freiherren Riedesel zu Eisenbach angebracht. Der Kirchhof ist ummauert und hat ein rundbogiges Renaissanceportal aus dem Jahre 1588. Der Taufstein vor dem Altar stammt aus dem Jahre 1661. Katholische Kirche Landenhausen Für den Bau einer katholischen Kirche in Landenhausen setzte sich Geistlicher Rat Friedrich Faßhauer, der das katholische Pfarramt von 1967 bis 1973 in Lauterbach innehatte, ein. Als moderne Kapelle mit Gemeindezentrum wurde sie am Steinweg 8 gebaut und am 11. Februar 1973 von dem damaligen Mainzer Weihbischof Wolfgang Rolly auf den Namen „Maria, Hilfe der Christen“ geweiht. Ehemalige katholische Kirche Angersbach Am 16. Dezember 1962 wurde durch Domkapitular Finck aus Mainz eine eigene Kirche geweiht mit dem Namen „Zum Heiligen Geist“. Zu einem Schmuckstück wurde die Kirche in Angersbach nach Abschluss der Innenrenovierung im Jahr 2006. Nach einem Entwurf von dem Maler und Grafiker Alois Plum aus Mainz wurde die künstlerische Gestaltung vorgenommen.
Orchester und Chöre Musikverein Landenhausen e. V.; gegründet 1909 Männergesangverein 1891 Landenhausen; gegründet 1891 Männergesangverein „Eintracht“ Angersbach Vocalensemble Contraste, gegründet 1997
Kreisjugendheim und Zeltlager mini|Kreisjugendheim und Zeltlager Landenhausen
Das bereits im Jahr 1958 erbaute Kreisjugendheim und Zeltlager im Wartenberger Ortsteil Landenhausen liegt zwischen Lauterbach und Fulda in einer ruhigen Lage am Waldrand oberhalb des Ortes. Von diesem Standort aus sind am Horizont die Höhen der Rhön (Wasserkuppe, Pferdskopf und Milseburg) und ein weiter Blick in das Fuldaer Land hinein gegeben. Das Jugendheim bietet Platz für 61 Personen. Ausgestattet ist das Jugendheim mit einem Speisesaal, drei Seminarräumen, einem Fotolabor, einem Werkraum und einer Medien- und Seminarausstattung. Um das Kreisjugendheim gelegen, befindet sich das Zeltlager mit insgesamt 24 Zelten und 220 Schlafplätzen. Ebenso befindet sich ein Fußballplatz mit Flutlicht auf dem Gelände. Eine Lagerfeuer- und Grillstätte ist ebenfalls vorhanden.