Diex (Aussprache: []; slow.: Djekše) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Völkermarkt in Österreich, im Bundesland Kärnten.
Geographie Die Gemeinde liegt im südöstlichen Kärnten am südlichen Abhang der Saualpe hoch über dem Jauntal und dem Lavanttal.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in die vier Katastralgemeinden Diexerberg, Grafenbach, Haimburgerberg und Obergreutschach. Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (Einwohnerzahlen Stand ): Bösenort (Hudi kraj) () Diex (Djekše) () Grafenbach (Kneža) () Großenegg (Tolsti Vrh) () Haimburgerberg (Vovbrske Gore) () Michaelerberg (Šmihelska Gora) () Obergreutschach (Zgornje Krčanje) ()
Nachbargemeinden
Geschichte Diex wurde in einer Schenkungsurkunde von König Arnulf 895 erstmals als mons Diehse erwähnt.
Aufgrund seiner klimatisch günstigen Bedingungen war das heutige Gemeindegebiet schon früh besiedelt und später auf mehrere Grundherrschaften aufgeteilt. Im 15. Jahrhundert wurden die Kirchen von Diex und Grafenbach wegen der Türkengefahr zu Wehrkirchen ausgebaut.
Die politische Gemeinde bildete sich 1865 aus den seit 1850 bestehenden Ortsgemeinden Diexerberg und Haimburgerberg. Das Gemeindegebiet veränderte sich 1973 im Zuge der Kärntner Gemeindestrukturreform, als die Gemeinde Haimburg aufgelöst und auf Diex, Griffen und Völkermarkt aufgeteilt wurde und gleichzeitig Teile von Diex an Griffen und Völkermarkt abgetrennt wurden.
Bevölkerung Zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001 hatte Diex 863 Einwohner, davon waren 99,2 % österreichische Staatsbürger. 6,8 % gehörten der slowenischsprachigen Volksgruppe an.
Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 97 % der Gemeindebevölkerung. Ohne religiöses Bekenntnis waren 2 %.
Bevölkerungsentwicklung
In den Jahren seit 1981 war die Geburtenbilanz ausgeglichen, die Wanderungsbilanz jedoch negativ.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Wehrkirche in Diex, Saualm
Bauwerke Wehranlage um Diexer Friedhof und Pfarrkirche Um Friedhof und Kirchenbau bestaunt der Besucher eine beachtliche frühneuzeitliche, zirka 5 m hohe Ringmauer über unregelmäßigem, sechseckigem Grundriss, sowie an den Knickstellen im Osten und Westen dreiviertel Rundtürme. In der Nordost-Ecke steht ein trapezförmiger Torbau mit Schießscharten. Über dem profilierten Portal prangt eine spätgotische Kreuzigungsgruppe (Entstehung um 1515), der Torbau selbst ist tonnengewölbt, über der Portalaußenseite eingemauert ist ein Stein mit Darstellung der „Schwurhand Odins“, auf der Friedhofseite bezeichnet mit 1535 (Bauabschluss) und die Türe weist Schießlöcher auf. An der Innenseite der Wehrmauer verläuft ein hölzerner gedeckter, gut erhaltener Wehrgang mit Schildwand und Wurfspalte, die durch bewegliche Balken abdeckbar ist. Pfarrkirche Diex Hl. Martin, Wehrkirche Pfarrkirche Maria Magdalena in Grafenbach, gotische Wehrkirche
Freizeit und Tourismus Diex ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen auf die Saualpe, der Ort liegt am Eisenwurzenweg sowie am Kärntner Mariazellerweg, zwei österreichischen Weitwanderwegen.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 11 Mitgliedern.
Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 1997: SPÖ 4, ÖVP 4, FPÖ 2, EL 1. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2003: ÖVP 5, SPÖ 3, FPÖ 2, EL 1. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2009: ÖVP 5, BZÖ 3, SPÖ 3. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2015: ÖVP 4, FPÖ 4, SPÖ 3. Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Kärnten 2021: LFD 6, ÖVP 3, SPÖ 2.
Bürgermeister
1997–2015: Anton Polessnig (ÖVP) seit 2015: Anton Napetschnig (FPÖ)(LFD)
Wappen Das Wappen von Diex zeigt „In Blauem Schild aus goldener Ringmauer eine doppeltürmige goldene Kirche mit Dachreiter auf dem Chorfirst wachsend; Steinplattendächer von Mauer und Kirche schwarz gezeichnet, Dachreiterhelm schwarz.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 72 Es stellt die Wehrkirche St. Martin dar, die schon vor der Wappenverleihung im Siegel der Gemeinde als Motiv diente.
Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 22. Oktober 1969 verliehen. Die Fahne ist Blau-Gelb-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen.
Literatur DEHIO Kärnten. Topographisches Denkmälerinventar, S. 78–81. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X Matthias Kapeller: Kirchen, Klöster und Kultur – Begegnungsräume in Kärnten, S. 44–45, 2001 Verlag Carinthia, Klagenfurt; ISBN 3-85378-539-5 Robert Wlattnig: Diex – Sonnendorf auf der Saualpe. Von der mittelalterlichen Kirchenburg zur modernen Tourismusgemeinde. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1996 (2. Aufl.), ISBN 3-85366-808-9 Herta Mauerer-Lausegger: Die Mundart von Diex/Dejkše. Eine zweisprachige Videodokumentation. In: Wechselbeziehungen zwischen slawischen Sprachen, Literaturen und Kulturen in Vergangenheit und Gegenwart. Innsbruck 1996.
Weblinks
Gemeinde Diex
Einzelnachweise
Kategorie:Saualpe Kategorie:Ersterwähnung 895