mini|Blick auf Pleinfeld vom Berg Fürst aus mini|Luftaufnahme des Brombachsees vom Westen aus in Richtung Staudamm. Rechts der Pleinfelder Gemeindeteil Ramsberg und der Bergrücken Schwarzleite mini|Luftbildaufnahme Pleinfelds (2010)
Pleinfeld ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Großen Brombachsee und ist neben Gunzenhausen ein wichtiger touristischer Ort im Fränkischen Seenland sowie der größte Ort am Brombachsee. Pleinfeld gilt als das nördliche Tor zum Naturpark Altmühltal. Pleinfeld ist der viertgrößte Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und profitiert von seiner verkehrstechnisch günstigen Lage im Süden der Metropolregion Nürnberg an der Verbindungsachse zwischen Nürnberg und Augsburg.
Geografie Geografische Lage Pleinfeld liegt im Norden des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen im als Altmühlfranken bezeichneten Teil Westmittelfrankens, südlich von Nürnberg, nordwestlich von Ingolstadt, nördlich von Augsburg und südöstlich von Ansbach etwa auf halber Strecke zwischen Roth im Norden und Weißenburg in Bayern im Süden.Gemeinde Pleinfeld im BayernAtlas, Bayerische Vermessungsverwaltung.
Die Nachbargemeinden sind:
Landschaftsbild Pleinfeld liegt größtenteils im Fränkischen Keuper-Lias-Land, die Gemeindeteile im Osten befinden sich in Sichtweite zur Weißenburger Alb, einem Teilhöhenzug der Fränkischen Alb. Der Westen des Gemeindegebiets liegt im Vorland des Spalter Hügellandes. Das Gelände der Gemeinde ist größtenteils hügelig und von Nadelwäldern geprägt. Der Südfuß des Schloßbergs beim Heidecker Gemeindeteil Schloßberg im Nachbarlandkreis Roth liegt im äußersten Osten der Gemeinde. Bei Mackenmühle befindet sich mit der niedrigste Punkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen. Der höchste Punkt der Gemeinde ist eine Erhebung westlich von Dorsbrunn auf einer Höhe von .
In Nord-Süd-Richtung wird Pleinfeld von der Schwäbischen Rezat durchflossen, die eine kilometerlange Furche mit wenig Gefälle in die Landschaft gegraben hat und mittig die Gemeinde in zwei Hälften teilt. Im Gemeindegebiet wird die Rezat von Arbach, Brombach, Rotem Graben, Iglseebach und Banzerbach gespeist. Es gibt etliche Weiherketten, wie der Heiligenwaldsee, die Fürstenweiher, der Iglsee und die Mandlesweiher. Der Große Brombachsee erstreckt sich im Nordwesten und bedeckt weite Teile des Gemeindegebiets.
Weite Teile der Süd- und Osthälfte der Gemeinde werden von einer waldlosen Offenlandschaft eingenommen. Die Höhenzüge sind größtenteils bewaldet. Westlich von Pleinfeld gibt es große Föhren- und Fichtenbestände.
Die Nordgrenze des Naturparks Altmühltal führt mitten durch Pleinfeld. Die Grenze zum benachbarten Landkreis Roth verläuft nördlich.
Durch das Gemeindegebiet führt der 11. Längengrad.
Gemeindeteile
Es gibt 34 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Dort werden noch 35 Gemeindeteile genannt, da noch die Birkenmühle als Gemeindeteil aufgelistet ist.
Birkenmühle und Öfeleinsmühle sind zwei Wüstungen, die im Zuge der Flutung des Brombachsees aufgegeben und abgerissen wurden.
Die Gemeindeteile Wurmmühle, Langweidmühle und Ketschenmühle bilden zusammen mit dem Hauptort Pleinfeld ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet, das etwa fast zwei Drittel der Gemeindebevölkerung umfasst.
Auf dem Gemeindegebiet gibt es die Gemarkungen Allmannsdorf, Dorsbrunn, Mannholz, Mischelbach, Pleinfeld, Ramsberg, Sankt Veit, Stirn und Walting. Die Gemarkung Pleinfeld hat eine Fläche von 8,728 km². Sie ist in 2693 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 3241,03 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Böschleinsmühle, Ketschenmühle, Langweidmühle, Reichertsmühle, Seemannsmühle und Wurmmühle.
Klima mini|Klimadiagramm für Mandlesmühle unweit des Brombachseedamms mini|Überflutungen in Pleinfeld unweit der Nepomukbrücke Aufgrund seiner Lage in Mitteleuropa hat der Markt Pleinfeld ein humides kühlgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ist. Die Temperatur liegt im Jahresmittel bei 9,4 °C, es fallen 856 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Trockenster Monat ist der Februar mit 52 Millimetern Niederschlagsmenge, niederschlagsreichster Monat ist der Juli mit 93 Millimetern. Kältester Monat ist Januar mit durchschnittlich −0,1 °C, wärmster Monat ist der Juli mit durchschnittlich 18,9 °C.Klima: Pleinfeld, climate-data.org, abgerufen am 25. Juli 2021. Aufgrund seiner Lage besteht in Pleinfeld vor allem in den Wintermonaten Hochwassergefahr entlang der Schwäbischen Rezat und des Arbachs.
Flora und Fauna mini|links|Biberdamm am Buxbach bei Veitserlbach Unter vom Menschen nicht beeinflussten Bedingungen wäre Pleinfeld mit Wäldern, je nach Standort verschiedenen Typs, bedeckt („Potenzielle natürliche Vegetation“). Am weitesten verbreitet wären Buchen- und Buchenmischwälder sowie Eichen-Hainbuchen-Wälder und im Norden bodensaure Eichenmischwälder.Karte der potenziellen natürlichen Vegetation Deutschlands und Umgebung bei Floraweb. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 25. Juni 2015. In der Gegenwart ist die Flora im Gebiet Pleinfelds, wie für den süddeutschen Raum typisch, von Laub- und Nadelwäldern bestimmt. Weite Teile des südlichen und östlichen Gemeindegebiets haben Anteile einer weiten Offenlandschaft mit Wiesen, Äckern und nur wenigen Einzelbäumen.
In den Wäldern leben, wie in anderen Teilen Deutschlands, nur noch relativ wenige Großtierarten. Es gibt verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe sowie Wildschweine und Füchse. Entlang vieler Flüsse breiten sich mehr und mehr Biber aus, die Schäden in der Landwirtschaft verursachen, weshalb der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ehrenamtliche „Biberberater“ zur Verfügung stellt., www.landkreis-wug.de, abgerufen am 16. April 2015. In den Gewässern gedeiht eine Vielzahl von in Mitteleuropa vorkommenden Fischarten wie Aale, Hechte, Zander, Seeforellen, Regenbogenforellen, Welse und Friedfische wie Karpfen, Schleien, Rotaugen, Rotfedern und Brachsen. Über das Altmühlwasser gelangen diese Fischarten in die Stauseen des Fränkischen Seenlands.
Pleinfeld weist gebietsweise für Süddeutschland einzigartige Sandlebensräume auf, die als Sandachse Franken geschützt sind.Sandwege, Sandachse Franken, abgerufen am 16. April 2015.
Schutzgebiete Es gibt mehrere aufgrund des Naturschutzes geschützte Gebiete: Vier Fauna-Flora-Habitate, drei geschützte Landschaftsbestandteile, zwei Landschaftsschutzgebiete, zwei Wasserschutzgebiete und ein Vogelschutzgebiet. Es gibt ferner 3 Naturdenkmäler, aber keine Geotope oder Naturschutzgebiete. Der Süden Pleinfelds gehört zum 1969 gegründeten Naturpark Altmühltal. Die sogenannte Sandachse Franken war der Titel eines Projekts mehrerer Umweltverbände zum Schutz seltener Sandlebensräume entlang der Rednitz, der Pegnitz und der Regnitz. Pleinfeld bildete den südlichen Abschluss des Projektgebiets.Projektgebiete der SandAchse Franken, Sandachse Franken, abgerufen am 5. Juli 2015.
Ausdehnung und Flächennutzung Die Marktgemeinde weist eine maximale Nord-Süd-Ausdehnung von 9,98 Kilometern und eine maximale Ost-West-Ausdehnung von 15,85 Kilometern.
Die 71,37 km² Gemeindefläche bestehen zu rund 41 % aus Waldfläche, rund 37 % aus landwirtschaftlich genutzter Fläche sowie 9 % aus Wasserfläche. Erholungs-, Gebäude-, Verkehrs- und sonstige Flächen machen insgesamt rund 13 % aus.
Nach Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik, Stand 2013Flächenerhebungen zum 31. Dezember 1980, 2004 und 2013 für Pleinfeld.
Geschichte Pleinfeld liegt nördlich des Obergermanisch-Raetischen Limes und befand sich damit im römischen Ausland. Die Schwäbische Rezat bildete im Frühmittelalter die Grenze zwischen dem Sualafeldgau und dem Nordgau., www.pleinfeld.eu, abgerufen am 7. Februar 2015. Der Ort entstand rechts der Rezat und damit im bayerischen Nordgau, während sich in der Frühen Neuzeit der heutige Ortskern links der Rezat entwickelte.
Mittelalter mini|hochkant|Wolfram von Eschenbach,Autorbild als Ritter im Codex Manesse Erstmals urkundlich erwähnt wurde Pleinfeld 770/780 in einer Schenkungsurkunde. Darin übereignete Kunigund von Blienfeld dem Kloster Fulda Besitztümer in Ettenstatt. Im 12. Jahrhundert wurde Wolfram von Eschenbach als „mein Freund von Bleienfelden“ bezeichnet, wodurch Pleinfeld als möglicher Geburtsort des Parzivaldichters in Frage kommt.Gottfried Mertens: Markt Pleinfeld. Ein Blick in die Vergangenheit. Eichstätt 1984. S. 37.
Pleinfeld kam 1302 zum Hochstift Eichstätt. Wilhelm von Reichenau erhielt 1483 von Friedrich III. das Marktrecht. Spätestens 1486 folgte das Wappen- und das Befestigungsrecht. Letzteres Recht wurde durch Einsprüche des Fürstentums Ansbach, der Burggrafschaft Nürnberg und der Reichsstadt Weißenburg behindert; erst 1540 begann der Bau der Stadtmauer. 1500 gehörte der Ort zum Hochstift Eichstätt im Fränkischen Reichskreis.
Neuzeit mini|links|Das Schloss Sandsee auf einer Erhebung oberhalb von Pleinfeld-Mischelbach war Sitz des Kastenamtes Pleinfeld-Sandsee Eine Pferdepoststelle wurde 1635 erstmals erwähnt, eine Hauptzollstätte um 1690. Pleinfeld war stark vom Dreißigjährigen Krieg betroffen und wurde 1632 von den Schweden niedergebrannt; 1634 gab es wegen fehlender Einwohner keinen Pfarrer mehr. Um 1700 blühte der Ort wieder auf: Die Nepomukbrücke entstand 1695, das Rathaus 1702. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens). (PDF; 179 kB). Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Eine neue Blüte erlangte Pleinfeld durch die Eröffnung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Von 1808 bis 1858 war Pleinfeld Sitz eines Landgerichts. Am 5. März und am 19. April 1945 wurde der Bereich an der Bachgasse und Pfarrgasse bombardiert und unter anderem das Schulhaus zerstört. Kriegsende war in Pleinfeld am 23. April mit dem Einmarsch der US Army, dabei wurde die Nepomukbrücke gesprengt. Pleinfelds Einwohnerzahl stieg in den nachfolgenden Jahrzehnten durch Heimatvertriebene sowie ausgebombte Städter stark an, später setzten Suburbanisierungseffekte ein. In den 1970er und 1980er Jahren folgten große Infrastrukturprojekte wie die Errichtung der Mittelschule, des Hallenbades, der Brombachhalle und der Ortsumgehung der Bundesstraße 2. Durch das Brombachspeicherprojekt in den 1990er Jahren veränderte sich das Landschaftsbild erheblich und Pleinfeld wurde 1989 zum staatlich anerkannten Erholungsort.
Eingemeindungen Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Allmannsdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Mannholz, Sankt Veit und Teile der aufgelösten Gemeinde Dorsbrunn (ohne Tiefenbach) hinzu. Mischelbach, Stirn und Walting folgten am 1. Juli 1972. Mit der Eingliederung von Ramsberg und Teilen der aufgelösten Gemeinde Thannhausen wurde am 1. Mai 1978 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen. Alle Gemeindeteile bis auf Veitserlbach und Regelsberg gehörten vor der Gemeindegebiets- und Kreisreform zum Landkreis Weißenburg in Bayern.
Bevölkerungsentwicklung Pleinfelds Bevölkerungszahl wächst kontinuierlich und hat am 31. Dezember 2021 einen Höchstwert von 7685 Einwohnern erreicht. Weitere 500 Menschen haben in Pleinfeld ihren Zweitwohnsitz. Laut Bevölkerungsvorausberechnung wird die Einwohnerzahl Pleinfelds weiter leicht ansteigen und sich bis in die 2030er Jahre bei etwa 7600 bis 7700 Einwohnern einpendeln.Demographie-Spiegel für Bayern. Berechnungen für den Markt Pleinfeld bis 2034. In: Beiträge zur Statistik Bayerns, Heft 547, Bayerisches Landesamt für Statistik. Abgerufen am 31. Mai 2019.