mini|Logo der Stadt Kronberg im Taunus
Kronberg im Taunus (bis zum 17. Oktober 1933 Cronberg geschrieben) ist eine Stadt und ein staatlich anerkannter Luftkurort mit Einwohnern () im hessischen Hochtaunuskreis im Regierungsbezirk Darmstadt. Kronberg ist Teil der Stadtregion Frankfurt, der größten Agglomeration im Rhein-Main-Gebiet. Sie hat ihren Namen nach der Burg Kronberg, von 1220 bis 1704 Stammsitz der Ritter von Cronberg.
Der Vordertaunus, insbesondere Kronberg sowie die Nachbarstadt Königstein im Taunus, ist für seine teuren Wohnlagen mit einer Reihe von Villen bekannt. Kronberg gilt als drittreichste Kommune in Deutschland. Zudem wies die Stadt Kronberg im Taunus im Jahr 2023 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 172,8 des Bundesdurchschnitts auf und belegt damit einen bundesweiten Spitzenwert. Die Stadt Kronberg im Taunus wies 2020 mit 35 Einkommensmillionären auf 10.000 Einwohner die zweithöchste Millionärsdichte (nach Königstein) aller hessischen Städte und Gemeinden auf.
Geographie mini|Blick von der Dettweiler-Tempel auf Kronberg (im Vordergrund), darüber von links Steinbach und Eschborn sowie dahinter Frankfurt und die Untermainebene. Lage Kronberg liegt am Südosthang des dritthöchsten Taunusberges Altkönig, dessen Gipfel sich auf der Gemarkung der Gemeinde befindet, samt dessen Nebenkuppe Hünerberg. Durch den Ort fließen im Südwesten der Rentbach sowie im Nordosten der Westerbach.
Nachbarstädte Kronberg grenzt im Norden und Osten an Oberursel, im Südosten an Steinbach, im Westen und Südwesten an Königstein sowie im Süden an Eschborn und Schwalbach (beide im Main-Taunus-Kreis).
Gliederung Die Stadt Kronberg im Taunus besteht aus den drei Stadtteilen Kronberg (7.996 Einwohner), Oberhöchstadt (6.176 Einwohner) und Schönberg (3.762 Einwohner) (Stand: 31. Dezember 2018)., Stadt Kronberg im Taunus
Stadtbild mini|Kronberger Altstadt und Burg von Süden betrachtet mini|Luftaufnahme der Altstadt mit Burg
Kronberg liegt am Fuße des Taunus, im Norden, Westen und Osten von Wäldern umgeben. Neben einer sehr gut erhaltenen geschlossenen Altstadt mit der Burg Kronberg und dem Freiturm (Bergfried), dem ältesten Gebäude der Stadt aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, dem „Hellhof“ (ein von den Cronberger Rittern erbauter Adelshof, erstmals 1424 genannt, heute Wohnhaus und Eventlokation), dem „Recepturhof“ (Kurmainzer Verwaltungsgebäude), der evangelischen Kirche St. Johann von 1440, der „Streitkirche“ von 1758 sind noch Schloss Friedrichshof (1889–1893, seit 1954 „Schlosshotel Kronberg“), der Viktoriapark, der Edelkastanienwald, die Streuobstwiesen und die Kronthaler Mineralquellen im Quellenpark Kronthal erwähnenswert. Seit dem 28. Juni 1966 ist Kronberg staatlich anerkannter Luftkurort.
Geschichte Frühgeschichte Von der frühgeschichtlichen Besiedlung der Gegend um Kronberg zeugen verschiedene Funde. Auf dem Altkönig () finden sich Ringwälle aus der Frühlatènezeit etwa 400 v. Chr. Zu karolingischer Zeit bestand bereits eine Befestigungsanlage auf dem Hünerberg, wie der dortige Ringwall belegt.
Am 24. August 782 erste urkundliche Erwähnung der Heichsteter marca (Nieder- und Oberhöchstadt) im Lorscher Codex.
1220–1704 mini|links|Stadt im Mittelalter mini|Schlacht bei Eschborn 1389 Mit dem Bau der Burg Kronberg im Taunus um 1220, nach Gerd Strickhausen bereits Mitte des 12. Jahrhunderts, teilten sich die „Ritter von Askenburne“ (Eschborn), die dort eine Motte besaßen, in zwei Stämme. Nach Kronberg zog und benannte sich der „Kronenstamm“, während der „Flügelstamm“ (am 8. Oktober 1617 mit Johann Eberhard ausgestorben) erst etwa 1250 nach Kronberg kam. Der Name „von Eschborn“ erscheint nicht mehr in den Urkunden.
Die ersten eingeschränkten Stadtrechte erhielten Hartmut und Walther von Cronberg für die kleine Siedlung am Burghang bereits am 25. April 1330 durch Kaiser Ludwig den Bayern. Am 31. März 1367 verlieh Kaiser Karl IV. Ulrich dem Roten von Cronberg die Marktrechte sowie die Blutgerichtsbarkeit: „dass sie in dem vom Reiche lehnrührigen Schlosse zu Kronenberg Gericht und sieben Schöffen, welche über Schuld, Renten, Gülte, Nutzen, Gefälle, um Scheltworte, Frevel, Unrecht und alles, was Leib und Gut betrifft, richten mögen, sodann daselbst Galgen, Stöcke und Halsgericht haben dürfen, verleiht auch allen, die Bürger zu Kronenberg sind oder werden, Christen und Juden, das Recht von Frankfurt, sowie dem Orte einen Wochenmarkt nach Frankfurter Recht auf jeden Mittwoch.“ mini|hochkant|Eingang Burg Kronberg Zusammen mit den Hattsteinern und Reifenbergern erklärten die Cronberger Ritter der Stadt Frankfurt im Jahr 1389 die sogenannte Kronberger Fehde. Als am 13. Mai die Frankfurter mit einem Großaufgebot zur Burg Kronberg zogen, eilten hanauische und kurpfälzische Truppen den Belagerten zu Hilfe, vertrieben am 14. Mai die Frankfurter in der „Schlacht bei Eschborn“ und nahmen über 600 Gefangene, darunter einige adlige Ratsmitglieder und zwangsrekrutierte Mitglieder der Zünfte (Metzger, Schlosser, Schuhmacher sowie sämtliche Bäcker). Die Limburger Chronik vermerkte dazu: „Also schlug der kleine Hauff den großen Hauff nieder. Das war nicht Wunder, denn der große Hauffe flohe und der kleine stritte. O Frankfurt! Frankfurt! Gedenke dieser Schlacht!“
Erst die für damalige Verhältnisse unglaublich hohe, am 22. August 1389 verhandelte Lösegeldzahlung von 73.000 Goldgulden, an deren Abtragung Frankfurt etwa 120 Jahre zu leiden hatte, beendete den Streit mit Frankfurt und begründete den Bau der „Frankfurter Landwehr“. 1390 entstand die zweite Stadtummauerung, die heutige Neustadt. Man schloss aber schnell Frieden mit Frankfurt (1391) und die Stadt suchte das Bündnis mit den Cronbergern. 1394 ernannte der Frankfurter Rat Hartmuth VIII. von Cronberg für zwei Jahre zum Amtmann von Bonames, und 1395 schloss Johann von Cronberg einen ausführlichen Bundesvertrag mit Frankfurt ab, der die Cronberger verpflichtete, die Frankfurter Bürger und ihre Messen zu schützen. Im Jahre 1398 luden die „Schießgesellen zu Cronenberg… die Schießgesellen zue Franckenfurd unsern guten frunden“ zu einem „Schießen umb eyn Cleynod“ ein. Dieser Brief gilt als der älteste überlieferte Schützenladebrief Deutschlands. Durch solche Manöver vorbereitet, gingen die Ritter von Cronberg mit ihren Bundesgenossen und den Frankfurtern dann auch gemeinsam zügig gegen den abtrünnigen Hartmut XI. von Cronberg vor, der von Burg Tannenberg aus Frankfurter Kaufleute überfiel.
Im 15. Jahrhundert betrieben die Herren von Cronberg vor allem eine Politik des Geldverleihens an andere Fürsten, insbesondere das Erzbistum Mainz. Besonders erfolgreich war dabei Frank XII., der so den Beinamen »der Reiche« erhielt. mini|Merian-Stich Cronberg 1655 Da Hartmut XII. zuvor Franz von Sickingen (seinem Onkel 2. Grades) bei dessen Angriffen auf Trier und Worms beigestanden hatte, belagerten 1522 der Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads, Ludwig von der Pfalz sowie der Landgraf Philipp von Hessen Stadt und Burg Kronberg und erzwangen die bedingungslose Kapitulation. Hartmut floh. Da Kronberg aber Reichslehen war, musste Philipp 1541 Burg und Stadt an Hartmut unter Erteilung der Schutzrechte für die lutherische Kirche zurückgeben. Diese Schutzrechte wurden durch die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt im 17. und 18. Jahrhundert bestätigt. Allerdings hatte es unter Erzbischof Johann Schweikhard von Cronberg und dessen Protegé Adam Philipp XI. von Cronberg einen während der Kriegswirren erfolgreichen Versuch der Gegenreformation gegeben: Die Kirchen in Kronberg wurden an Kapuziner übergeben und die protestantische Geistlichkeit zwischen 1626 und 1649 ausgewiesen. Durch die Normaljahresregelung im Westfälischen Frieden wurde der Konfessionszustand von 1624 wiederhergestellt. Die Familie der Cronberger blieb allerdings in eine reichsgräflich-katholische Linie und eine freiherrlich-evangelische Linie gespalten, und beide Linien residierten nicht mehr in Kronberg. Reichsgraf Kraft Adolf Otto von Cronberg hatte zudem keine legitimen Söhne, seine Besitzungen fielen darum mit seinem Tod 1692 an die Töchter oder zurück an die Krone.
„Der letztere des uralten Geschlechts von Cronberg“ ist im Jahre 1704 kinderlos „…in Gott selig entschlafen Herr Johann Niclas von und zu Cronberg, Herr zu Yben, Rodenberg, Hollenfels und Altenbamberg“ so seine Grabinschrift. Der im Freiherrenstand stehende Nachfahre des Kronenstamms verstarb auf Burg Hohlenfels, heute Gemeinde Hahnstätten, über dem Aartal. In den Jahrzehnten davor hatten sich besorgte Kronberger Bürger um eine Heirat des alleinstehenden Herrschers bemüht und sogar ein „frommes demütiges Fräulein von Löw zu Steinfurth“ direkt bei ihm vorgeschlagen, was Johann Nicolaus aber ablehnte. Kronberg sowie die Gemeinden Schönberg, Niederhöchstadt und Eschborn fielen als Reichslehen daraufhin an das Kurfürstentum Mainz.
1704–1866 mini|Klage der evangelischen Bürger gegen Mainz 1738 Kurmainz führte die Herrschaft Kronberg als Amt Kronberg weiter. In der Kurmainzer Zeit führten die mehrheitlich evangelischen Bürger Klage gegen Mainz wegen religiöser „Drangsalen“. So wurde zwischen 1737 und 1768 versucht, die Johanniskirche zu entkonfessionalisieren. Die Auseinandersetzungen, auch Kronberger Kirchenstreit genannt, eskalierten anlässlich des Baus des heute „Streitkirche“ genannten Gebäudes, das 1758 als katholische Kirche direkt neben der evangelischen Kirche St. Johann geplant war. Dies führte zu heftigen Protesten der evangelischen Bürger, die bis zum Immerwährenden Reichstag in Regensburg gelangten und denen dort nach einigen Jahren stattgegeben wurde. Der Bau wurde nie geweiht, das Glockengestühl wieder abgebrochen. Das Gebäude dient seit 1768 zivilen Zwecken (Apotheke, Gasthaus, bis 2018 auch als Museum der Kronberger Malerkolonie).
Im Frieden von Lunéville 1801 verlor das Kurfürstentum Mainz seine weltlichen Gebiete, darunter auch das Reichslehen Kronberg, das 1802 vom Fürsten von Nassau-Usingen in Beschlag genommen wurde. 1803 wurde es ihm formell zugesprochen. Auf Anordnung Nassaus wurden 1813 große Teile der Stadtmauer, Türme bis auf das Eichentor und Pforten abgebrochen. Im Deutschen Krieg 1866 schlug sich der Herzog von Nassau gegen den Willen der Bevölkerung auf die Seite Österreichs und verlor dadurch sein Land an Preußen.
1862 wurde der Vorläufer der Volksbank Kronberg, der Vorschussverein für Cronberg & Umgebung gegründet.
1866–1945 mini|Das dörfliche Cronberg etwa 1900 Die nassauischen Ämter Königstein und Usingen sowie Homburg werden 1867 von Preußen zum Obertaunuskreis zusammengelegt, der 1868 dem Regierungsbezirk Wiesbaden in der neuen Provinz Hessen-Nassau zugeteilt wurde.
Wohlhabende Industrielle, Kaufleute und Bankiers entdeckten in der Mitte des 19. Jahrhunderts die idyllische und klimatisch günstige Lage des Taunusstädtchens in unmittelbarer Nähe Frankfurts und errichteten Villen und Sommersitze in Kronberg und Schönberg.u. a. Villa Osterrieth, Villa Wetzlar, Villa Hochstrasser, Villa Andrae, Villa Baumeister, Villa Guaita, Villa Mumm, Villa vom Rath, Villa Spiess, Villa Schuster, Villa de Ridder, Villa Jay sowie Häuser der Familien De Neufville, Scharff, Künkele, Roedinger, Scholderer und Hoffmann Auch Künstler, darunter Anton Burger und Jakob Fürchtegott Dielmann, kamen ab etwa 1850 nach Kronberg und begründeten die Kronberger Malerkolonie, die bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bestand. Einige Werke der Kronberger Maler wurden bis 2018 im Museum in der Streitkirche ausgestellt, seitdem in der Villa Winter.