mini|Das Barettabzeichen der Fallschirmjägertruppe und der anderen Truppengattungen der Luftlandetruppe

Die Liste der Luftlandeverbände der Bundeswehr enthält alle aufgelösten, aktiven und nicht aktiven (Geräteverbände, gekaderte Bataillone) Verbände, nicht aber Großverbände der Luftlandetruppe der Bundeswehr, sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung, die luftlandefähig, aber nicht durchgehend fallschirmsprung- und fallschirmabwurffähig sind, insbesondere was die Ausrüstung und Fahrzeuge betrifft. Da die Luftlandetruppe keine Truppengattung des Heeres ist und die Zugehörigkeit zu den Luftlandetruppen nicht abschließend definiert ist, erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Wesentlichen ist die Liste der Luftlandeverbände der Bundeswehr eine Zusammenfassung der Truppenteile der 1. Luftlandedivision und ihrer Nachfolgegroßverbände. Ausgeklammert sind die Truppenteile der Fallschirmjägertruppe, die den Kern der Luftlandetruppe stellen und in der Liste der Fallschirmjägerverbände der Bundeswehr zusammengefasst sind.

Die meisten der im Folgenden aufgezählten Truppenteile waren bzw. sind Teil der Luftlandedivision, deren Nachfolger oder der Luftlandebrigaden. Vertreten sind fast alle Truppengattungen des Heeres. Häufig handelt es sich um selbstständige Bataillone und Kompanien weiterer Truppengattungen, die dann häufig als Divisionstruppe oder Brigadeeinheit bezeichnet wurden.

Die Zugehörigkeit zur Luftlandetruppe, als Unterstützungstruppen der Fallschirmjägertruppe, manifestiert sich durch das befohlene Tragen des bordeauxroten Barett mit stürzendem Adler als Barettabzeichen, und nicht das Barett in der Farbe der jeweiligen Truppengattung und dessen Barettabzeichen. Zwar glich bzw. gleicht ihre Ausbildung, Ausrüstung und Fähigkeiten denen anderer Truppenteile ihrer Truppengattung, jedoch wiesen bzw. weisen luftlandefähige Verbände einige Besonderheiten auf. Sie sind bzw. waren meist im Gegensatz zu den anderen Verbände der Truppengattung mit luftverlastbarem Material ausgerüstet. In der Ausbildung wurde bzw. wird ein besonderer Schwerpunkt auf die besondere Verbringungsart sowie eine intensive infanteristische Ausbildung gelegt, die der eigentlichen Fallschirmjägertruppe nah stand bzw. steht, da sie mit dieser auch hinter den feindlichen Linien eingesetzt werden sollten.

Verwandte Truppenteile hinsichtlich ihrer Fähigkeiten sind das Kommando Spezialkräfte, die Fernspäher und sonstige Infanteriekräfte, insbesondere das Jägerregiment 1. Diese Truppenteile sind infanteristisch oder bedingt infanteristisch ausgebildet. Ausbildung und Ausrüstung befähigen sie (bedingt) zu Luftlandungen. Das Jägerregiment 1 war besonders für die Luftverlegung mittels Hubschraubern konzipiert und wies darauf abgestimmte Fahrzeuge und Ausrüstung auf. Sonstige Infanteriekräfte sind dazu nur bedingt geeignet – teilweise muss dabei auf Fahrzeuge und das Mitführen von Teilen der Ausrüstung verzichtet werden. So sind Gebirgsjäger bei Operationen im Hochgebirge häufig auf die Verlegung durch die Heeresflieger angewiesen. Meist müssen für die Luftverlegung infanteristischer Verbände aber gesicherte Landezonen zur Verfügung stehen. Soldaten des Kommandos Spezialkräfte und der Fernspäher können wie Fallschirmjäger per Fallschirm abgesetzt werden, werden jedoch nicht im infanteristischen Kampf eingesetzt und sind dazu nicht gegliedert. Diese Truppenteile werden daher hier nicht aufgeführt. Die Liste ist im Folgenden anhand der Truppengattung gegliedert.

mini|Der Fallschirm steht in taktischen Zeichen für mit dem Fallschirm absetzbare Truppenteile. Dieses Symbol wird mit dem normalen „taktischen Zeichen“ der Truppengattungen kombiniert mini|In der Bundeswehr sind Verbände der Luftlandetruppe meist nicht geschlossen im Fallschirmsprung absetzbar. Ihr taktisches Zeichen weist dann die stilisierten Schwingen in Kombination mit der Symbolik ihrer Truppengattung auf. mini|Dieses Symbol steht für luftbewegliche Truppenteile, d. h. Truppenteile wie das Jägerregiment 1 der Bundeswehr, das per Hubschrauber in das und aus dem Operationsgebiet verbracht werden können.

Legende Die Legende gilt für alle folgenden Listen Legende Aufgelöster Verband Teilaktiver oder nichtaktiver Verband Aktiver Verband

Siehe auch hier für das Abkürzungsverzeichnis.

Fernmeldetruppe Zur Führungsunterstützung waren der Luftlandetruppe immer auch Truppenteile der Fernmeldetruppe zugeordnet. Das Luftlandefernmeldelehrbataillon (LLFmLehrBtl) 9 war der 1. Luftlandedivision unterstellt, während auf Ebene der Luftlandebrigaden Fernmelder „lediglich“ als Züge in den Stabskompanien der Brigaden ausgeplant waren. Daneben unterstand der Division zur Erfüllung des deutschen Beitrages zu den AMF die Luftlandefernmeldekompanie 9 (LLFmKp 9). Dem „Nachfolgegroßverband“ Division Spezielle Operationen waren zunächst „lediglich“ die beiden Luftlandefernmeldekompanie 100 und 200 (gebildet aus der aufgelösten LLFmKp 9) unterstellt. Bis 2008 wurden diese beiden Kompanien aufgelöst und zur Aufstellung des Luftlandefernmeldebataillons Division Spezielle Operationen (LLFmBtl DSO) herangezogen, das fortan der Division als Divisionstruppe direkt unterstand.

Bezeichnung Aufstellung(aus) Stabssitz Verbleib Bemerkung40px|internes Verbandsabzeichen LLFmKp 9 Luftlandefernmeldekompanie 9 1. Jan. 1957 Eßlingen am Neckar 30. April 1958 aufgelöstzur Aufstellung LLFmBtl 9?unterstellt 1. Luftlandedivision40px|internes Verbandsabzeichen LLFmLehrBtl 9 Luftlandefernmeldelehrbataillon 9 30. Apr. 1958(aus LLFmKp 9?) General-Fellgiebel-Kaserne, Pöcking/Maxhof1964 bis 1979 Bruchsalbis 1964 Eßlingen am Neckar 1994 aufgelöst -unterstellt 1. Luftlandedivision-bis Sept. 1979 bezeichnet als Luftlandefernmeldebataillon 9, da noch kein Lehrauftrag-Lehrauftrag übernahm das Gebirgsfernmeldelehrbataillon 840px|führte kein internes Verbandsabzeichen Luftlandefernmeldekompanie 9 1. Sept. 1979 Dillingenbis 1993 Bruchsal 1. April 2003 umbenannt in LLFmKp 200 -zunächst unterstellt 1. Luftlandedivision-ab 1994 Kommando Luftbewegliche Kräfte/4. Division-ab 2003 Division Spezielle Operationen aber sofort umbenannt in LLFmKP 200-dt. Beitrag Allied Command Europe Mobile Forces, daher oft bezeichnet als Luftlandefernmeldekompanie AMF (L) 940px|internes Verbandsabzeichen LLFmKp 100 Luftlandefernmeldekompanie 1001. Jan 2003RegensburgJuni 2008 aufgelöst (Tle an LLFmBtl DSO)unterstellt Division Spezielle Operationen40px|internes Verbandsabzeichen LLFmKp 200 Luftlandefernmeldekompanie 2001. April 2003(aus LLFmKp 9) Dillingen9. Juli 2008 aufgelöst (Tle an LLFmBtl DSO)unterstellt Division Spezielle Operationen40px|internes Verbandsabzeichen LLFmBtl DSO Luftlandefernmeldebataillon Division Spezielle Operationen 2007(aus LLFmKp 100 und 200) Stadtallendorf 01.04.2014 aufgelöst unterstellt Division Spezielle Operationen

Heeresaufklärungstruppe Luftlandeaufklärer waren Teil der Heeresaufklärungstruppe bzw. des Vorgängers Panzeraufklärungstruppe. Mittlerweile verfügt jede Luftlandebrigade über eine direkt unterstellte Luftlandeaufklärungskompanie (LLAufklKp), die Vorgänger in den beiden Lufltandebrigadespähzügen (LLBrigSpZg) hatten, die allerdings erst beginnend 1993 als selbstständige Brigadeeinheiten aus der Taufe gehoben wurden. Davor waren Aufklärungskräfte meist lediglich Teil der Stabskompanien der Luftlandedivision und der Luftlandebrigaden. Nur zu Beginn der Geschichte der Luftlandedivision war mit der Luftlandepanzeraufklärungskompanie 9 (LLPzAufklKp 9) eine Kompanie als Divisionstruppe direkt der Luftlandedivision zur Seite gestellt.

Verwandt sind hinsichtlich ihrer Fähigkeit zum infanteristischen Kampf und zur Luftlandung die Truppenteile der Fernspäher. Sie waren jedoch nie organischer Teil der Luftlandetruppen der Bundeswehr. Insbesondere waren sie nicht für das Wirken in gemeinsamen Luftlandeoperationen mit der Luftlandedivision konzipiert, sondern stets spezialisierte Kräfte des Heeres, die nur für die Stäbe der Korps als Großverbände autark Schlüsselaufklärungsergebnisse liefern sollten.

Bezeichnung Aufstellung(aus) Stabssitz Verbleib Bemerkung 40px|führt kein internes Verbandsabzeichen Luftlandepanzeraufklärungskompanie 9 1. Feb. 1957 Böblingen 31. Mär. 1959 -unterstellt 1. Luftlandedivision-Panzeraufklärer 40px|internes Verbandsabzeichen Luftlandebrigadespähzug 26 1993 Freyung 31. Mär.? 2000 Aufwuchs zu LLAufklKp 260 -Zug unterstellt Luftlandebrigade 26 als Brigadeeinheit-Panzeraufklärer-möglicherweise Bezeichnung auch Luftlandespähzug 26 40px|internes Verbandsabzeichen Luftlandebrigadespähzug 31 1993 Lüneburg 31. Mär. 2000 Aufwuchs zu LLAufklKp 310-unterstellt Luftlandebrigade 31 als Brigadeeinheit-Panzeraufklärer-möglicherweise Bezeichnung auch Luftlandespähzug 31 40px|internes Verbandsabzeichen Luftlandeaufklärungskompanie 260 4. Apr. 2004(aus PzAufklKp 120 Ebern) Zweibrückenbis 2006 Ebern aktiv -unterstellt Luftlandebrigade 1 ab 1. April 2015-unterstellt Luftlandebrigade 26 als Brigadeeinheit, bis 2006 dem Gebirgspanzeraufklärungsbataillon 8 Freyung Luftlandeaufklärer (Bundeswehr)-Heeresaufklärungstruppe 40px|führt kein internes Verbandsabzeichen Luftlandeaufklärungskompanie 310 1. Apr. 2000(aus LLBrigSpZg 31) Seedorfbis 2007 Lüneburg aktiv -unterstellt Luftlandebrigade 1 ab 1. April 2015-Zug unterstellt Luftlandebrigade 31 als Brigadeeinheit, bis 2007? dem Panzeraufklärungsbataillon 3-Heeresaufklärungstruppe

Feldjägertruppe Die Luftlandefeldjägerkompanie (LLFJgKp) 9 war der 1. Luftlandedivision als Divisionstruppe der Ordnungstruppe der Führungstruppen unterstellt. Die Kompanie zählte zur Feldjägertruppe. Bezeichnung Aufstellung(aus) Stabssitz Verbleib Bemerkung40px|internes Verbandsabzeichen Luftlandefeldjägerkompanie 9 Luftlandefeldjägerkompanie 9 Sep. 1958 Bruchsal1959 bis 1964 Eßlingen am Neckar1958 bis 1959 Sigmaringen Jan. 1980 aufgelöst -unterstellt 1. Luftlandedivision-bis 1972 mit je einem Zug in Böblingen, Zweibrücken und Bruchsal, danach LLFjgKp vollständig in Bruchsal

Pioniertruppe Das Luftlandepionierbataillon (LLPiBtl) 9 zählte zur Pioniertruppe. Das Bataillon war der 1. Luftlandedivision unterstellt. Den beiden Luftlandebrigaden waren die ebenfalls zur Pioniertruppe zählenden Luftlandepionierkompanien (LLPiKp) 250 und 260 als Brigadeeinheit unterstellt. Später wurde das Luftlandepionierbataillon 9 aufgelöst und für die Luftlandebrigaden die Luftlandepionierkompanien 250, 260 und 270 als Brigadeeinheit neu ausgeplant, die die bisherigen Brigadeeinheiten ablösten. Diese weiterhin zur Pioniertruppe zählenden Truppenteile waren zeitweilig aber auch übergeordneten Pionierbataillonen unterstellt und wurden von diesen nur für Übungen und Einsätze an die Luftlandebrigaden abgestellt.