Pein (althochdeutsch pīna, mittellateinisch pena, = Sühne, Buße, Strafe, Qual; verwandt mit englisch pain = Schmerz) bezeichnet in der heutigen Sprache gehoben „heftiges körperliches, seelisches Unbehagen; etwas, was jemanden quält“.Pein. duden.de; abgerufen am 17. November 2013. Ableitungen davon sind Peinigung, peinigen, peinlich und Peinlichkeit, aber auch bildungssprachlich penibelpenibel. duden.de; abgerufen am 17. November 2013. und umgangssprachlich pingelig.pingelig. duden.de; abgerufen am 17. November 2013.

Wortgeschichte

Etymologie Pein für ‚Strafe, Qual, Schmerz‘ wurde im 8. Jahrhundert mit dem Christentum in das Germanische in Form des Althochdeutschen pīna, mhd. und mnd. pīne, pīn ‚Mühseligkeit‘ entlehnt (ursprünglich , ‚Sühne, Strafe, Rache‘, lat. auch ‚Qual‘). Das Verb peinigen für ‚Schmerzen zufügen, quälen‘, mhd. pīnegen, pīnigen, pīngen, älter auch peinen, davon abgeleitet auch Peinigung entstanden ebenso um 800. Das Adjektiv peinlich für ‚qualvoll, schmerzlich, unangenehm, beschämend‘, wurde zunächst in der Gerichtssprache verwendet und bedeutete ‚mit Folterschmerzen verbunden‘. Im 16. Jahrhundert bezeichnete man etwa mit peinliche Frage eine ‚Befragung unter Anwendung bzw. Androhung der Folter‘. Zugleich wurde peinlich auch mit ‚innerliche Unruhe, Verlegenheit bereitend, innerlich quälend, voller Eifer‘ verwendet, Mitte des 18. Jahrhunderts auch als ‚gewissenhaft, übertrieben sorgfältig‘. Von Köln aus verbreitete sich seit dem 19. Jahrhundert die westdeutsche Form pingelig ‚übertrieben gewissenhaft, übergenau, kleinlich, heikel‘, aus dem Rheinischen pingelich, pingelije für ‚sehr empfindlich, zimperlich, peinlich genau‘ insbesondere in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.Etymologisches Wörterbuch nach Pfeifer.

Lexikalische Definitionen Johann Christoph Adelung nannte Pein in seinem Grammatisch-kritischen Wörterbuch 1798 als „1) Mühe, Arbeit; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche noch im Nieders. angetroffen wird, und worin es mit dem Franz. Peine, dem Griech. , und dem Alban. Puna überein kommt. 2) Der höchste Grad der Unlust, es sey nun körperlicher Schmerzen oder auch der Unlust des Gemüthes; wie Marter und Qual. Pein empfinden, leiden. Jemandes Pein lindern. Jemanden allerley Pein anthun.“ Als Peinlichkeit bezeichnete er: „welches in allen Bedeutungen des vorigen Beywortes von dem Zustande einer Person oder Sache, da sie peinlich ist, gebraucht werden könnte. Ehedem bedeutete es auch die peinliche Gerichtsbarkeit, das Halsgericht; in welchem Verstande es doch wenig mehr gebraucht wird.“ Das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm nannte unter dem Stichwort Peinlichkeit:

Pierer’s Universal-Lexikon definierte Pein und die dazu abgeleiteten Begriffe 1861 wie folgt:

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Einzelnachweise

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