miniatur|Palais Toggenburg (Eingang zum Park) miniatur|Palais Toggenburg (Südwestansicht) Das Palais Toggenburg (noch 1888 nach den Vorbesitzern Palais Sarnthein genannt,Report vom Begräbnis des Georg von Toggenburg in den „Innsbrucker Nachrichten“ d.d. 15. März 1888 Hausnummer Franziskanergasse 2) ist ein Haus in Bozen mit ausgedehntem Park. Es befindet sich am Beginn der Runkelsteiner Straße und steht seit 1951 unter Denkmalschutz. Als Tirol im Ersten Koalitionskrieg der französische Einmarsch von Süden her drohte, trafen sich 1796 hier die Tiroler Landstände zum Herz-Jesu-Schwur.Laurence Cole: Nationale Identität eines „auserwählten Volkes“: zur Bedeutung des Herz Jesu-Kultes unter der deutschsprachigen Bevölkerung Tirols 1859–1896. In: Heinz-Gerhard Haupt, Dieter Langewiesche (Hrsg.): Nation und Religion in der deutschen Geschichte. Campus, Frankfurt-New York 2001. ISBN 3-593-36845-5, S. 480–515, Bezug S. 484–485.

Das Haus war ursprünglich Gerichtssitz der Herren von Wangen. Später kam es zuerst in den Besitz der Herren von Völs und dann jener von Wolkenstein.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 2, 7. Auflage, Athesia/Tyrolia Bozen/Innsbruck 1991, S. 91. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es von der reichen Bozner Kaufmannsfamilie Menz erworben. Annette von Menz ließ das ganze Haus im Empirestil umgestalten und einen großen, zweigeschossigen Saal mit Galerie bauen. Hier wurde der wichtigste städtische Musiksalon des 19. Jahrhunderts eingerichtet. Der Saal wurde zum Treffpunkt für in- und ausländische Komponisten wie zum Beispiel Johann Gänsbacher. Die Menz’sche Bibliothek umfasst eine umfangreiche Sammlung von Operndrucken sowie Belege von Abrechnungen mit Orchestermusikern und Gesangssolisten, die im Palais Menz in der Mustergasse aufgetreten waren.Bozen. Wege durch Theater, Film und Schauspiel (PDF; 2,0 MB) Im Erbwege über die gräfliche Familie SarntheinT. O. Weigel: Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart. Band 2, Leipzig 1853, S. 346 f.Südtiroler Landesarchiv, Adels-, Familien- und Hausarchive: Archiv Toggenburg ging das Palais auf die ursprünglich aus Graubünden stammenden, nach Tirol gekommenen Grafen von Toggenburg über.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Bolzanos. Österreichische Verlagsgesellschaft, Wien/Augsburg 1926, S. 177. An der östlichen Außenmauer wurde am 1. Juni 1896 zur Erinnerung an die Weihe des Landes Tirol an das Herz Jesu eine von Andreas Kompatscher geschaffene Gedenktafel angebracht. Darauf steht:

Beachtlich ist der rückseitig des Gebäudes gelegene Park, dessen Bepflanzung vor allem aus Zedern und Zypressen besteht.Carl von Tubeuf, Wilhelm Graf zu Leiningen: Bozen: Schilderungen und Bilder aus dem Münchener Exkursionsgebiet. Stuttgart: Eugen Ulmer 1914, S. 8ff. (Digitalisat).

Das bedeutsame Archiv Toggenburg, das um 1950 von Graf Paul von Toggenburg zunächst dem Stadtmuseum Bozen als Depositum übergeben worden war, wird seit 1997 vom Südtiroler Landesarchiv verwahrt.Adels-, Familien- und Hausarchive: Archiv Toggenburg, abgerufen am 8. April 2023.

Im Palais Toggenburg finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt.

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