Amalia Carolina Louisa Bendanicht zu verwechseln (da in Literatur und Presse oftmals der Vorname weggelassen wurde) mit: Maria Carolina Benda (1742–1820), Sängerin und Komponistin, Tochter von Franz Benda, verheiratet in Weimar mit Ernst Wilhelm Wolf, Hofkapellmeister und Hoforganist Sophia Carolina Benda (1787–1844), Schauspielerin/Sängerin überwiegend in Karlsruhe, Tochter von Carl Ernst Eberhard Benda (Sohn von Georg Anton Benda) Louisa Wilhelmina Justina Benda (Louise Benda, ab 1823 Louise Haas), jüngste Tochter von Carl E. E. Benda, geb. 11. Februar 1798 in Berlin, Ifflands Patenkind, aufgetreten überwiegend in Wien und Breslau – siehe Franz Lorenz S. 150 sowie z. B. biografiA: Lexikon österreichischer Frauen, S. 251: Louise Benda. (getauft 6. Oktober 1795 in Weimarlaut Franz Lorenz Taufeintrag Stadtkirche (Herderkirche (Weimar)); † 20. Dezember 1845 in Weimar Sterbejahr und -ort: Seite 35 in Allgemeine Theater-Chronik 1846 (Nr. 156), Text bei Google Books) war eine deutsche SchauspielerinIhr Gesuch an die Großherzogin Pawlowna vom 26. Februar 1845 (Großherzogliches Hausarchiv A XXV Nr. 1076 beim Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar) unterzeichnete sie mit „gewesene Schauspielerin“. und Mitglied der Musiker- und Schauspielerfamilie Benda. Zu ihrer eigenen Theaterkarriere sind keine Fakten bekannt, sie wurde jedoch mehrfach – womöglich als Verwechslung – als Schauspielerin beschrieben. mini|hochkant|Die Stadtkirche in Weimar (Stahlstich von L. Oeder um 1840)

Leben Amalia Carolina Louisa war das einzige lebensfähige Kind des Weimarer Hofsängers und -schauspielers Hermann Christian Benda. Sie war die Enkelin des Komponisten Georg Anton Benda. Die Patenschaften übernahmen Herzogin Anna Amalia, Erbprinz Carl Friedrich und Prinzessin Karoline Luise, vertreten durch die Kammersängerin Luise Rudorf. Der Biograph Franz Lorenz hat Anfang der 1970er Jahre Amalia Benda akribisch aber vergeblich unter diesem Namen (auch als Sterbeeintrag in Kirchenbüchern, z. B. in Weimar und Berlin) gesucht, jedoch außer Mutmaßungen in Theater-Almanachen nichts Eindeutiges gefunden. Jedoch trat Amalia Carolina Louisa Benda entsprechend den Goethe-Tagebüchern 1801-1808 im Januar 1801 aus Anlass von Goethes Genesung neben der Sängerin F. M. Matiegzeck, begleitet von der Hofkapelle unter Musikdirektor Johann Friedrich KrantzJoh. Friedr. Krantz in Goethe: der Dichter in seiner Zeit, S. 857 bei Google Books, auf.Goethe Tagebücher 1801-1808, S. 552, 1291 Auszüge bei Google BooksRobert Steiger: Goethes Leben von Tag zu Tag, Artemis Verlag, 1986, ISBN 3-7608-2734-9, S. 170, Ausschnitt bei Google-Books

Im „Königlich Städtischen Nationaltheater zu Brünn“ unter dem gebürtigen Weimarer Heinrich Schmidt spielt sie im Dezember 1823 und im Januar 1824 als „Gast vom Königlich-Sächsischen Hoftheater zu Dresden“ in den TheaterstückenTheater Brünn (1823, 1824), Text bei Google Books Das Turnier von Kronstein (Holbein), Der Wald bei Hermannstadt (Frau von Weißenthurn), Der Rehbock (Kotzebue), Die Bestürmung von Smolensk (Frau von Weißenthurn), Ubaldo (Kotzebue), Hedwig (Körner). Und im Oktober 1824 wird sie in Wiener-Moden-Zeitung und Zeitschrift für Kunst, schöne Literatur und Theater, Verlag Strauß, als Ensemblemitglied von Johann August Stöger in Graz beschriebenSeite 1259 Volltext bei Google Books.

Die Schauspielerin und Autorin Karoline Bauer behauptet in ihren Memoiren, ihre Lieblingskünstlerin in Karlsruhe sei Amalie Benda gewesen, die sie als Kind so sehr angebetet habe, dass sie später selbst die Bühnenlaufbahn gewählt habe. Es sieht jedoch eher nach einer Namens-Verknüpfung von Amalias Cousine Sophia Carolina Benda (1787–1844) und einer anderen Karlsruher Schauspielerin, Amalie Morstadt/Neumann/Hai(t)zinger (1800–1884) aus, posthum – gegen den Widerspruch des Witwers – noch zusätzlich von Verleger Arnold Wellmer ausgeschmücktunter teilweiser Verwertung zeitgenössischer Literatur, z. B. detaillierte Beschreibung von „Amalie Benda“s Äußerem (Stella, S. 10), vergleiche Joseph von Eichendorffs Tagebuchkommentar zu Carolina Benda von Oktober 1809: „Die ältere Mlle: Benda mit den schönen, wal(d)tierischen Augen...“ und 1878/80 auf den Markt gebracht: Demnach sei Amalie Benda 1816 in Stella von Goethe liebeskrank auf der Bühne zusammengebrochen und habe später mit einem Empfehlungsschreiben von Rahel Varnhagen von Ense Karlsruhe für immer verlassen. Rastlos habe sie sich verschiedenen Schauspielgruppen angeschlossen und sei schließlich im Spital St. Sebastian in SalzburgSalzburgwiki, dort: „Bruderhaus“ zu St. Sebastian, ein Krankenhaus für die arme Bevölkerung nach längerem Siechtum 1825 verstorben. Karoline Bauer will Amalies Grab dort im Jahre 1834 besucht haben – und tatsächlich hielt Karoline Bauer sich im Herbst 1834 zu Gastspielen in Graz und Brünn auf. Bleibt die Frage, das Schicksal, welcher jungen Schauspielerin Karoline Bauer bzw. Arnold Wellmer als Vorbild für „ihre“ Amalie gedient hat. mini|hochkant|Dresden, Reisewitzscher Garten um 1780, ab 1844 Sommertheater Dagegen fanden sich Amalia Benda und Carl (August) Schmidt („Schauspieler in Dresden“Carl Schmidt am Hoftheater Dresden 1842/1844 (Geschichte des Hoftheaters zu Dresden), Seite 654f.Dresdner Adress-Handbuch Band 1842, S. 238 („Italienisches Dörfchen“ am Zwinger) bei SLUB Dresden„Herr Schmidt“ und „Mad. Schmidt“, Sommertheater Dresden-Reisewitz, 1844, Almanach für Freunde der Schauspielkunst, Seite 327) als bereits verstorbene Eltern des 1825 geborenen Bräutigams Adolph Benda, „Großherzoglicher Opernsänger und Schauspieler, heimatberechtigttraditionell dem Geburtsort der Mutter geschuldet in Weimar“ (Kirchenbuch St. Johannes in Magdeburg vom 17. September 1856Landesarchiv Magdeburg, Außenstelle Wernigerode). Ihre Tochter war die 1817 in Strehla geborene Schauspielerin und Sängerin Emma Benda, verwitwete Kaiser, verheiratete Müller (Schauspieler Johann Heinrich Ludwig Müller).Emma Benda bei ancestry.de

Siehe auch Benda (Familien)

Literatur Karoline Bauer: Aus meinem Bühnenleben: Erinnerungen, 1871 herausgegeben von Arnold Wellmer, Verlag der Königlich Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei (R. v. Decker) Karoline Bauer: Verschollene Herzensgeschichten/Nachgelassene Memoiren, hier: Stella, bearbeitet von Arnold Wellmer, 1878/80, Louis Gerschel Verlagsbuchhandlung Berlin Eduard Devrient: Geschichte der Deutschen Schauspielkunst, Verlag Langen Müller, 1967 Franz Lorenz: Die Musikerfamilie Benda (Band 1: Franz Benda), 1967, de Gruyter Berlin Franz Lorenz: Die Musikerfamilie Benda (Band 2: Georg Anton Benda), 1971, de Gruyter Berlin, ISBN 3-11-003568-5

Einzelnachweise und Anmerkungen

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