Der Hohenlohekreis ist ein Landkreis im Regionalverband Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart, der nach der historischen Region Hohenlohe benannt ist. Er ist, gemessen an seiner Einwohnerzahl, der kleinste Landkreis Baden-Württembergs und entstand im Zuge der Kreisreform 1973 im Wesentlichen aus den Altkreisen Öhringen und Künzelsau, deren Rechtsnachfolger er ist. Verwaltungssitz des Kreises ist Künzelsau, die größte Stadt ist Öhringen.

Geographie Lage Der Hohenlohekreis hat Anteil an der Hohenloher Ebene und am südlichen Bauland sowie im Süden an den Waldenburger Bergen, die zum Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald gehören. Durch das Kreisgebiet fließen zwei rechte Nebenflüsse des Neckars, die Jagst und der Kocher. Die höchste Erhebung des Kreisgebiets ist mit der Mühlberg auf der Gemarkung Waldenburg, der tiefste Punkt wird mit beim Austritt des Kochers aus dem Kreisgebiet gemessen.

Orte Die Liste der Orte im Hohenlohekreis enthält die ungefähr 320 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe und Wohnplätze) des Hohenlohekreises im geographischen Sinne.

Die beiden größten Orte sind die Kreisstadt Künzelsau (Sitz der Landkreisverwaltung) mit rd. 15.000 und die Große Kreisstadt Öhringen mit rd. 23.000 Einwohnern.

Nachbarkreise Der Hohenlohekreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Neckar-Odenwald-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Schwäbisch Hall und Heilbronn.

Natur Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.Flächenerhebung nach Art der tatsächlichen Nutzung 2015.

Naturschutzgebiete

Der Hohenlohekreis besitzt folgende 21 Naturschutzgebiete. Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)Schutzgebietsstatistik der LUBW, Stand: 19. Dezember 2024. stehen 489,04 Hektar der Kreisfläche unter Naturschutz, das sind 0,63 Prozent.

Brettachtal oberhalb Geddelsbach: 25,7 ha; Gemarkungen Geddelsbach und Maienfels Einberg: 7,8 ha; Gemarkung Untersteinbach Entlesboden: 7,2 ha; Gemarkung Obersteinbach Goldberg im Messbachtal: 16,3 ha; Gemarkungen Meßbach und Altkrautheim Hang im Rengerstal: 3,3 ha; Gemarkung Dörzbach Heide am Dünnersberg: 7,2 ha; Gemarkung Mulfingen Hohenberg-Setz: 15 ha; Gemarkung Bieringen Im See: 8,1 ha; Gemeinde Krautheim Lache-Felsen-Felsenwiesen: 6,2 ha; Gemarkung Winzenhofen Laibachsweinberg-Im Tal-Im Köchlein: 18,6 ha; Gemarkungen Klepsau und Laibach Obere Weide: 22,2 ha; Gemarkung Obersteinbach Pflanzenstandorte Brühl und Rautel: 2,9 ha; Gemarkung Unterginsbach Pflanzenstandorte Pfahl und Sündrich: 8,8 ha; Gemarkung Crispenhofen Riedhölzle und Jagstaue: 62,4 ha; Gemarkungen Jagstberg und Mulfingen Rößlesmahdsee mit Pfaffenklinge: 16,2 ha; Gemarkungen Waldenburg und Westernach Schild: 3,4 ha; Gemarkung Dörzbach Stein: 6,1 ha; Gemarkungen Marlach und Gommersdorf St. Wendel zum Stein: 12,1 ha; Gemarkungen Dörzbach und Hohebach Viehweide auf Markung Michelbach: 18,2 ha; Gemarkung Michelbach Vogelhalde Sindringen-Ohrnberg: 216,0 ha; Gemarkungen Sindringen und Ohrnberg Wagrain-Lange Wiese-Stegbrühl: 10,2 ha; Gemarkungen Gommersdorf und Marlach

Geschichte Der Hohenlohekreis wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 gebildet. Damals wurden die Altkreise Öhringen und Künzelsau zum neuen Hohenlohekreis vereinigt. Zum Kreisgebiet kamen aus dem Landkreis Buchen die Stadt Krautheim sowie die bis dahin selbständige Gemeinde Winzenhofen, die zugleich nach Schöntal eingemeindet wurde, und die Gemeinde Simprechtshausen des Landkreises Crailsheim, die zwei Jahre später nach Mulfingen eingemeindet wurde. Kreisstadt wurde Künzelsau. Die beiden Altkreise Öhringen und Künzelsau gehen zurück auf die alten gleichnamigen württembergischen Oberämter, die nach dem Übergang der ehemals hohenlohischen Herrschaftsgebiete an Württemberg nach 1803 errichtet wurden. Dem Oberamt Öhringen wurde 1926 der östliche Teil des aufgelösten Oberamts Weinsberg angeschlossen. 1938 wurden beide Oberämter in Landkreise überführt und einige Grenzänderungen vollzogen. Das Gebiet um Krautheim war bis 1945 badisch und bildete anfangs ein eigenes Amt, das 1864 mit dem Amt Boxberg vereinigt wurde und schließlich bei dessen Auflösung zum Kreis Buchen (Odenwald) kam. Bei der Kreisreform kam der überwiegende Teil des Landkreises Buchen zum Neckar-Odenwald-Kreis, das Gebiet um Krautheim jedoch zum Hohenlohekreis.

Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Hohenlohekreis noch 16 Gemeinden, darunter acht Städte. Größte Stadt und inzwischen Große Kreisstadt ist Öhringen, kleinste Gemeinde ist Zweiflingen.

Am 1. Januar 1977 kam Brettach durch dessen Umgemeindung von Wüstenrot nach Bretzfeld vom Landkreis Heilbronn zum Hohenlohekreis.

Einwohnerstatistik 400x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Hohenlohekreis (Datenquelle: Zensus 2011)Datenbank Zensus 2011, Hohenlohekreis, Alter und Geschlecht.

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Datum Einwohner 31. Dezember 1973 84.933 31. Dezember 1975 83.514 31. Dezember 1980 83.872 31. Dezember 1985 85.510 25. Mai 1987 86.675 31. Dezember 1990 92.907 Datum Einwohner 31. Dezember 1995 104.347 31. Dezember 2000 107.754 31. Dezember 2005 109.718 31. Dezember 2010 108.913 31. Dezember 2015 110.181 31. Dezember 2020 112.765

Konfessionsstatistik Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung sinkt jährlich um 1 Prozentpunkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren (Mai 2022) 39,1 % der Einwohner evangelisch, 25,0 % katholisch und 35,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Kreis war im Jahr 2022 einer von zwei Kreisen in Baden-Württemberg, die eine (knappe) evangelische Mehrheit hatten.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion)

Laut kirchliche Statistik der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich die Anzahl der Katholiken im Kreis im Jahr 2023 mit 733 Personen (oder 0,6 % der Gesamtbevölkerung) verringert, im Jahr 2024 mit 738 Personen (0,6 % der Gesamtbevölkerung) und im Jahr 2025 mit 538 Personen.Kirchliche Statistik 2022.Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2023 Bistum Rottenburg-Stuttgart, abgerufen am 11. Januar 2025.Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2024 Bistum Rottenburg-Stuttgart, abgerufen am 19. Juni 2025Kirchliche Statistik der Bistümer in Deutschland Jahreserhebung 2025 Bistum Rottenburg-Stuttgart

Politik Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet.

Kreistag

Parteien und Wählergemeinschaften %2024Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 %2009 Sitze2009 %2004 Sitze2004 %1999 Sitze1999 %1994 Sitze1994 %1989 Sitze1989CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands32,41432,51339,01536,01539,81743,01838,11637,914FWVFreie Wählervereinigung Hohenlohekreis23,010 22,2 9 26,5 10 27,6 11 — — — — — — — —AfDAlternative für Deutschland15,17 6,8 3 — — — — — — — — — — — —GRÜNEBündnis 90/Die Grünen11,0415,079,147,937,736,529,437,42SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands9,2411,4613,9614,8613,7517,2720,4821,57FDPFreie Demokratische Partei7,639,348,1313,7510,649,338,23 — —LINKEDie Linke1,81 2,8 1 3,3 1 — — — — — — — — — —PIRATENPiratenpartei Deutschland—— — — 0,2 — — — — — — — — — — —WV*Wählervereinigungen—— — — — — — — 28,2 11 24,1 10 24,0 10 32,5 11Sonst.Sonstige—— — — — — — — — — — — — — 0,6 —Gesamt10043 100 43 100 39 100 40 100 40 100 40 100 40 100 34Wahlbeteiligung62,5 % 57,8 % 49,4 % 52,2 % 54,0 % 55,3 % 66,8 % 63,1 % * WV: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.

Landrat Der Kreistag wählt den Landrat für eine Amtszeit von 8 Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.

Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er – außer bei Vorberatungen in den beschließenden Ausschüssen – kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter ist der Erste Landesbeamte.

Die Landräte des Landkreises Künzelsau 1939–1972: 1939–1944: Wilhelm Wöhrle 1945–1946: Heinz Hohner 1946–1960: Otto Ehrler 1960–1972: Bernhard Vesenmayer

Die Landräte des Landkreises Öhringen 1938–1972: 1938–1944: Artur Fiederer 1944–1945: Richard Funck (Amtsverweser) 1945–1946: Fritz Eppinger 1946–1948: Max Freiherr von Lütgendorff-Leinburg 1948–1951: Georg Lenkner 1952–1971: Friedrich Bauer 1971–1972: Franz Susset (Amtsverweser)

Die Landräte des Hohenlohekreises seit 1973: 1973–1989: Franz Susset 1989–2013: Helmut M. Jahn 2013–2024: Matthias Neth seit 2024: Ian Schölzel

Wappen Blasonierung: „In Silber über erhöhtem rotem Schildfuß, darin ein sechsspeichiges silbernes Rad, zwei schreitende, rot bezungte schwarze Leoparden mit untergeschlagenen Schwänzen (Wappen-Verleihung 3. April 1974)“

Bedeutung: Die beiden Wappenbilder symbolisieren die früheren Herrschaftsstrukturen im Kreisgebiet bis Anfang des 19. Jahrhunderts: die Leoparden der Fürsten von Hohenlohe und das Mainzer Rad des ehemaligen Erzstifts Mainz.

Kreispartnerschaften Der Hohenlohekreis unterhält Partnerschaften mit dem County Limerick in Irland (seit 1990), dem Powiat Kędzierzyńsko-Kozielski in Polen (seit 2009) und dem Guanling County in China (seit 3. Juni 2013).

Wirtschaft und Infrastruktur Die wirtschaftlichen Schwerpunkte liegen hauptsächlich in der elektrotechnischen Industrie, im metallverarbeitenden Gewerbe einschließlich des Maschinen- und Fahrzeugbaus, in der Regelungs- und Steuertechnik sowie in der Textilbranche und im Verlagswesen.

Gerade hier machen sich der Erfindungsreichtum und das sprichwörtliche Tüftlertum der angesiedelten Unternehmen positiv bemerkbar. Führende Unternehmen der Branche, deren Produkte und Know-how von internationaler Bedeutung sind, haben im Hohenlohekreis ihren Standort.

Neben dem produzierenden Gewerbe und einer ausgeprägten Handwerksstruktur sind bekannte und bedeutende Handelsunternehmen, insbesondere in der Befestigungstechnik, wie Würth, Berner und BTI, sowie zahlreiche Dienstleistungsbetriebe im Hohenlohekreis beheimatet. Die 16 Städte und Gemeinden des Landkreises unterstützen Neuansiedlungen und Betriebserweiterungen durch die Bereitstellung von preisgünstigem Bauland. In den letzten Jahren vollzog sich ein Strukturwandel in diesem in früheren Jahren sehr stark landwirtschaftlich geprägten, strukturschwächsten Kreis Baden-Württembergs. Bezogen auf die Einwohnerzahl weist der Hohenlohekreis die deutschlandweit höchste Dichte an weltmarktführenden Unternehmen auf.Immer nach oben. In: WirtschaftsWoche, Nr. 20 vom 14. Mai 2007, S. 78–83 .

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Platz 86 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 55 von 401.

Verkehr Straßenverkehr Durch das südliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 6 (Heilbronn–Nürnberg), im äußersten Nordwesten streift die Bundesautobahn 81 (Heilbronn-Würzburg) das Kreisgebiet. Ferner erschließen die Bundesstraße 19 (Schwäbisch Hall–Würzburg) sowie mehrere Landes- und Kreisstraßen den Landkreis.

Eisenbahnverkehr mini|Bahnstreckennetz Die Stadt Öhringen wurde schon 1862 durch die Württembergische Staatsbahn an die Strecke Heilbronn–Schwäbisch Hall (Kocherbahn) angeschlossen. Von ihr zweigte seit 1892 in Waldenburg die Kochertalbahn als Stichbahn nach Künzelsau ab, die erst 1924 durch die Deutsche Reichsbahn kocherabwärts bis Forchtenberg verlängert wurde.