Der FC Schaffhausen aus der Stadt Schaffhausen wurde 1896 – an einem Unterhaltungsabend auf dem Munot – als «Football-Club Viktoria» gegründet und gehört zu den ältesten Schweizer Fussballclubs. Es gibt nur acht heute noch bestehende Vereine, die früher gegründet wurden.
Geschichte 1896–2000: Gründerjahre Erster Vereinspräsident war der Schaffhauser Kaufmann Robert Sturzenegger, Bruder des bekannten Kunstmalers Hans. Ab 1902 firmierte der Verein – der lange Jahre um sein Überleben kämpfte – unter «Fussball-Klub Schaffhausen», später unter «Vereinigte Fussball-Klubs von Schaffhausen» und zwischen 1915 und 1936 unter «Vereinigte FC Schaffhausen-Sparta», bevor er seinen heutigen Namen erhielt. Während der Verein noch bis in die 1920er Jahre keinen eigenen Platz besass, war er bereits im Frühling 1901 in die Schweizerische Fussball-Association aufgenommen worden.Matthias Wipf: Fussball – ein Sport ringt um seine Anerkennung. Schaffhausen in den Jahren 1890 bis zum Ersten Weltkrieg. Bern 1995.
2000 bis 2012: Super League Auf- und Abstieg Die Schaffhauser gehörten bisher 54 Saisons der zweithöchsten Spielklasse an und spielten von 1955 bis 1957, 1961/62 und 1963/64 in der Nationalliga A. Nach dem erneuten Aufstieg im Jahre 2004 musste der FC Schaffhausen im Sommer 2007 absteigen.
Am 21. März 2007 trennte sich der FC Schaffhausen von seinem langjährigen Trainer Jürgen Seeberger. Er war bereits in der 7. Saison beim FC Schaffhausen als Cheftrainer tätig und führte die Mannschaft von der 1. Liga bis in die Axpo Super League. Anschliessend übernahm Marco Schällibaum den Trainerposten und kämpfte mit der Mannschaft gegen den Abstieg in die Challenge League. Dieser konnte allerdings nicht verhindert werden, da man im letzten Spiel mit 0:2 gegen den FC Thun verlor. In der Saison 2010/11 folgte ein weiterer Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte des FC Schaffhausen; der FCS verlor in der vorletzten Runde im Spiel gegen Stade Nyonnais mit 2:3 und musste deswegen in die 1. Liga absteigen.
2013 bis 2017: Aufstieg Challenge League und neues Stadion Am 29. April 2013 wurde bekannt gegeben, dass der FC Schaffhausen alle benötigten sechs Kriterien (Recht, Infrastruktur, Sport, Administration, Finanzen und Sicherheit) erfülle, um sich die Spiellizenz für die Challenge League zu sichern. In der letzten Partie der Saison 12/13 gelang dem FCS der Wiederaufstieg in die Challenge League.
Von 1991 bis zu seinem Tod im Januar 2019 war Aniello Fontana Präsident und Förderer des FC Schaffhausen. Er war treibende Kraft hinter dem Bau des neuen Stadions Lipo-Park (heute: FCS Arena Schaffhausen), das Anfang Januar 2017 eröffnet wurde und das bisherige Stadion Breite ersetzte.Schaffhausens Präsident Aniello Fontana verstorben. In: St. Galler Tagblatt. 21. Januar 2019.. In: toponline.ch. 21. Januar 2019.
2018 bis 2023: Ära Roland Klein Nach dem Tod von Fontana übernahm im Juni 2019 der frühere GC-Vizepräsident Roland Klein die FC Schaffhausen AG und die Stadion Schaffhausen AG. Klein sagte, dass der Verein unter ihm zur Ruhe kommen und das Stadion auch für Anlässe abseits des Fussballs genutzt werden sollte. In der Saison 2021/22 kam der FC Schaffhausen bis in die Barrage gegen den FC Luzern, gegen den sich die Munotstädter aber nicht durchsetzen konnten. Nachdem es im Hinspiel noch zu einem 2:2 gekommen war, verloren die Schaffhauser das Rückspiel in Luzern mit 0:2.
2023 bis 2025: Ära Jimmy Berisha Im Dezember 2023 wurde eine Neuausrichtung bekannt gegeben. Neuer Präsident und Geschäftsführer wurde Jimmy Berisha, der im Jahr zuvor den vielbeachteten Einstieg von chinesischen Investoren bei den Zürcher Grasshoppers initiiert hatte. Roland Klein trat aufgrund seiner «gesundheitlichen Situation» von seinem Präsidialamt zurück, blieb aber weiterhin Besitzer des Clubs. Bereits einen Monat zuvor kam es zu einer skurrilen Pressekonferenz, als der neue Trikot- und Stadionsponsor Berformance vorgestellt wurde. Roland Klein beantwortete keine Fragen, und auch der Sponsor blieb sehr vage, was das eigene Geschäft angeht. Das Geschäftsmodell von Berformance wurde bereits nach dem Einstieg als Hauptsponsor kritisiert. Schon im Dezember 2023 konnte Berformance versprochene Renditen nicht mehr an Kunden auszahlen, und die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht warnte vor Anlagen bei der Firma. Ab Januar 2024 plante der FC Schaffhausen seinen Ausstieg aus dem Vertrag mit seinem Hauptsponsor. Im Juni wurden schliesslich führende Mitarbeiter des früheren Sponsors festgenommen. Jimmy Berisha erklärte, dass er und seine Geschäftsleitung den Sponsor genau durchleuchtet und «offensichtlich unsere Hausaufgaben erledigt» hätten. Berisha fiel im Mai 2024 mit einem Foto auf, das er mit einem saudischen Prinzen und einem FC-Schaffhausen-Trikot aufgenommen hatte. Aus dem Lager der Fans kam massive Kritik über das Vorhaben. Berisha sagte gegenüber dem Blick: «Wir nehmen die Vorbehalte der Fans ernst.» Mitte Mai erhielt der FCS seine Lizenz für die Saison 2024/25 in zweiter Instanz. Dieser Entscheid wurde nach Beginn der neuen Saison kritisiert, da gegen die AG massive Betreibungen bestanden. So war im Januar 2025 noch eine Betreibung des Juniorenpartners FC Winterthur von 387'270.80 Franken hängig. Gemäss Spekulationen des Blicks war das Stadion als Vermögenswert der Hauptgrund dafür, dass die Lizenz erteilt wurde, allerdings waren die Kosten für den Verein kaum tragbar.
Ära Fitim Hasani (2025) Im Januar 2025 wurde verkündet, dass der FC Schaffhausen an zwei Bauunternehmer aus Zürich verkauft worden sei. Jimmy Berisha distanzierte sich schliesslich vom Verkauf, als CEO und Verwaltungsratspräsident habe er den Verkauf nicht abgewickelt. Der offizielle Verkauf verzögerte sich. In der Lokalpresse wurden die beiden Bauunternehmer kritisiert, da gegen sie selbst (Stand: Januar 2025) Betreibungen von rund 1,4 Millionen Franken bestanden. Eine Betreibung stammte pikanterweise von einer umstrittenen Firma für Corona-Testzentren, dessen Vizepräsident zeitweise einer der neuen Besitzer des FCS war. Ausserdem wurde von diversen Kunden die Geschäftsführung kritisiert. Immer wieder wurde die Verbindung von Nationaltrainer Murat Yakin zum FC Schaffhausen diskutiert. So wurde Yakin vorgeworfen, er sei am FC Schaffhausen beteiligt sei, was als Nationaltrainer nicht zulässig sei. Yakin bestritt eine Beteiligung am Verein, gab aber in einem Interview mit dem Medienverbund CH Media an, dass er für die Rettung des Stadions ein Darlehen in siebenstelliger Höhe vergeben habe. Sein Bruder Hakan Yakin kehrte im März 2025 als Trainer zurück. Er löste den bisherigen Trainer Ciriaco Sforza ab.. FC Schaffhausen, 4. März 2025.
Ära Martin Frick (seit 2025) Im Mai 2025 wurde dem FC Schaffhausen die Lizenz für die Saison 2025/26 in der ersten Instanz verweigert. Der VR-Präsident Fitim Hasani liess sich zitieren, dass man zuversichtlich auf den Entscheid der Rekursinstanz blicke. Zwei Tage später wurde bekannt gegeben, dass der Club an die Lotus One Swiss AG verkauft worden sei, die von einem Finanzunternehmen aus Singapur gegründet worden war. Neuer Präsident wurde Martin Frick aus Wil SG. Anfang Mai 2025 stieg der FC Schaffhausen nach 12 Jahren aus der zweithöchsten Liga ab. Trotzdem zeigte sich die Clubführung zuversichtlich. Die Schulden des Vereins seien getilgt. Der neue Clubpräsident liess sich folgendermassen zu seinen langfristigen Plänen zitieren: «Wir haben einen 5-Jahres-Plan, bis dahin würden wir gerne in der Super League spielen.» Am 1. Juli 2026 übernahm Marcus Bingenheimer-Zimmermann die Funktion des Chief Executive Officer (CEO) des FC Schaffhausen. Er folgte auf den interimistisch amtierenden COO Jan Wappler. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören die operative Führung der Fussball AG sowie die Bereiche Finanzen, kommerzielle Entwicklung, Markenentwicklung und Organisationsentwicklung.
Saisonbilanzen Saison Rang Liga Anmerkungen 1950/51 1. 1. Liga Aufstieg NLB 1951/52 n. b. n. b. 1952/53 n. b. n. b. 1953/54 n. b. n. b. 1954/55 2. NLB Aufstieg NLA 1955/56 10. NLA 1956/57 14. NLA Abstieg NLB 1957/58 n. b. n. b. 1958/59 n. b. n. b. 1960/61 2. NLB Aufstieg NLA 1961/62 13. NLA Abstieg NLB 1962/63 1. NLB Aufstieg NLA 1963/64 13. NLA Abstieg NLB 19xx/xx n. b. n. b. 1983/84 1. 1. Liga Aufstieg NLB 19xx/xx n. b. n. b. 1999/2000 n. b. n. b. 2000/01 n. b. n. b. 2001/02 1. 1. Liga Aufstieg Challenge League (ex NLB) 2002/03 7. Challenge League 2003/04 1. Challenge League Aufstieg Axpo Super League 2004/05 9. Axpo Super League Barragespiel FC Vaduz 1:1 / 1:0, Ligaerhalt 2005/06 8. Axpo Super League 2006/07 10. Axpo Super League Abstieg Challenge League 2007/08 6. Challenge League 2008/09 11. Challenge League 2009/10 11. Challenge League 2010/11 15. Challenge League Abstieg 1. Liga 2011/12 2. 1. Liga Gruppe 3 Aufstieg 1. Liga Promotion 2012/13 1. 1. Liga Promotion Aufstieg Challenge League 2013/14 4. Challenge League 2014/15 4. Challenge League 2015/16 5. Challenge League 2016/17 4. Challenge League 2017/18 2. Challenge League 2018/19 7. Challenge League 2019/20 9. Challenge League 2020/21 4. Challenge League 2021/22 2. Challenge League Barragespiel FC Luzern 2:2 / 0:2, Ligaerhalt 2022/23 7. Challenge League 2023/24 9. Challenge League 2024/25 10. Challenge League Abstieg Promotion League 2025/26 7. Promotion League
Erfolge im Cup Cuphalbfinal 2002/03: FC Basel – FC Schaffhausen am 15. April 2003 – 3:0 (1:0) Cupfinal 1993/94: Grasshopper Club Zürich – FC Schaffhausen am 15. Mai 1994 – 4:0 (2:0) Cupfinal 1987/88: Grasshopper Club Zürich – FC Schaffhausen am 23. Mai 1988 – 2:0 (1:0) Cuphalbfinal 1960/61: FC Schaffhausen – La Chaux-de-Fonds am 3. April 1961 – 0:2 (0:2)
Stadions FCS Arena Schaffhausen Anfang Januar 2017 wurde das neue Fussballstadion LIPO Park Schaffhausen eröffnet. Es bietet rund 8'000 überdachte Sitzplätze und ist mit einem beheizbaren Kunstrasen ausgestattet. Das erste Spiel fand am 25. Februar 2017 gegen den FC Winterthur statt. Der FC Schaffhausen gewann 2:1. Das erste Tor im neuen Stadion schoss Shkelqim Demhasaj. Zu Beginn der Saison 2021/22 sicherte sich die Versicherungsfirma wefox die Namensrechte. Zu Beginn der Saison 2023/24 sicherte sich die Firma Berfomance die Sponsoringrechte für drei Jahre. Somit hiess das Stadion nun Berformance Arena Schaffhausen. Das Stadion umfasst weiterhin einen LIPO Einrichtungsmarkt sowie ein Fitnessstudio der Kette Clever fit. 2024 konnte noch kein Sponsor für den Stadionnamen gefunden werden, es heisst deshalb aktuell FCS Arena Schaffhausen.
Stadion Breite Bis Ende 2016 spielte der FC Schaffhausen im Stadion Breite. Es hat 6'010 ungedeckte Stehplätze und 1'028 gedeckte sowie 262 ungedeckte Sitzplätze. Insgesamt fasst das Stadion 7'300 Personen. Die Spielfeldgrösse beträgt ca. 104 × 69 Meter. Es hat vier Eingänge und elf Kassen sowie eine Kasse für Vorbestellungen. Es gibt diverse Essens- und Getränkestände sowie ein Clubhaus mit Sitzplätzen für 120 Personen.
Die 1. Mannschaft Stand: 25. August 2026Kaderliste auf der Website des FC Schaffhausen. Profispieler des FC Schaffhausen, die an einen anderen Club ausgeliehen sind, werden nicht aufgeführt.