mini|Zeitweiliger BOA VISTA-Redaktionssitz während der 70er Jahre, Eulenstraße 27, Hamburg Boa Vista [] (portugiesisch für schöne Aussicht) war eine 1974 von Daniel Dubbe und Bernd Cailloux gegründeteVgl. Vorworte in Boa Vista, Zeitschrift für Neue Literatur — Hamburg Oktober 1974, Verlag Udo Breger, Göttingen, S. 5 (ohne Paginierung). deutschsprachige literarische Alternativzeitschrift, die bis zum Jahre 1983, zeitweise in Göttingen, zeitweise in Hamburg herauskam.SZENE Nr. 12, Dez. 1977, S. 17.
Erscheinungsweise/Erscheinungsorte Die Zeitschrift kam in unregelmäßigen Abständen heraus und brachte es insgesamt auf zehn Ausgaben. 1973 erschien sie im Verlag Udo Breger, Göttingen, 1974–1980 in der Edition Boa Vista, Hamburg, 1981–1983 wiederum im Verlag Udo Breger, Göttingen.
Herausgeber Die Herausgabe der Boa Vista teilten sich abwechselnd Daniel Dubbe, Manfred Hennig, Natias Neutertnatiasneutert.com und Peter Waldheim. Ihr Vertrieb beschränkte sich zunächst auf die Universitätsbuchhandlungen beider Städte und auf solche überregional beachteten Ereignisse vor Ort wie z. B. dem Hamburger „Literatrubel“.Tages-Anzeiger in Zürich vom 22. Juli 1978. Unter der Herausgeberschaft von Natias Neutert öffnete sich die Zeitschrift zeitweilig über den Göttinger und Hamburger Einflussbereich hinaus auch auf Großstädte wie Berlin, Frankfurt und München und war zu dieser Zeit sogar über den Vertrieb und Versand von Zweitausendeins erhältlich.Vgl. Deutsche Bibliographie. In: DIE ZEIT. Nr. 41, 30. Sept. 1977, dito DIE ZEIT. Nr. 43, 14. Okt. 1977 sowie Konkret. Novemberheft 1977, S. 16.
Ziele und Autoren Im anverwandelnden Rückgriff auf Dada, Surrealismus und orientiert an Kurt Schwitters Merz (Kunstbegriff) und den Erzählformen der Beat- und Cut-up-Literatur war die Zeitschrift ganz auf experimentelle Poesie und Prosa ausgerichtet. Zu ihren regelmäßigen oder zeitweiligen Mitarbeitern gehörten folgende Schriftsteller und Künstler: Bernd Cailloux Daniel Dubbe Frederike Frei Helmut Heissenbüttel Natias Neutert Peter Rühmkorf Helmut Salzinger Jürgen Schnitzler Kiev Stingl Ralf Thenior Klaus Thiele-Dohrmann Walter Thielsch Peter Waldheim Charly WüllnerVgl. hierzu auch die Anzeige zur Boa Vista, 5 in konkret. Nr. 11/1977. Hilka Nordhausen
Wirkung Die ansonsten eher schwer messbare Wirkung der Boa Vista lässt sich zumindest an der damals einflussreichen Kulturzeitschrift Ulcus Molle Info ablesen, die ihre Leserschaft aus dem Milieu der Underground (Kultur) mit folgendem Appell zur Lektüre aufforderte: Boa Vista „sollte unbedingt gelesen werden!“Günter Guben in: ulcus molle info Nr. 7/8 1977, S. 101. Schon ein Jahr später lud Uwe M. Schneede die Gruppierung unter dem Titel „BOA VISTA im Kunstverein“ zu den vom 20. Juli bis 3. September ’78 Hamburger stattfindenden Kunstwochen in den Kunstverein in Hamburg ein, wo außer der Präsentation der Ausgaben 1 bis 6 auch eine Dichterlesung geboten wurde.Vgl. Veranstaltungsplakat des Kunstvereins in Hamburg, Juli 1978. An ihr nahmen Autoren des inneren Zirkels der locker organisierten Gruppierung teil: Peter Waldheim: Dein Grünes Haar/Gedichte Manfred Hennig: Erhebungen vor dem Aufstehen/Prosa Natias Neutert: Der Dichter taumelt ins Freie/Kurze Mitteilungen an Fußgänger Bernd Gail Cailloux: Zwei Prosa-Texte Kiev Stingl liest Songs und Gedichte Charly Wüllner: Das Radioprogramm. Die amerikanische Reise und der Vortrag über die Teutonenbombe./Eine Hör-Szene.Vgl. Programmzettel des Kunstvereins in Hamburg, Juli 1978.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturzeitschrift (Deutschland) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Antiquarische Zeitschrift (Hamburg) Kategorie:Ersterscheinen 1973 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1983 Kategorie:Deutschsprachige Zeitschrift