mini|Kirche Zimmerwald (2001) mini|Kirche Zimmerwald, Innenraum (2021) mini|Wappentafel der Schultheissen Johann Anton Tillier und Albrecht Friedrich von Erlach (1770) mini|Die 1434 durch Guillaume Chaufornier vermutlich für Romont gegossene Glocke, ab 1475 in der Kirche Belp, von 1699 bis 1921 in der Kirche Zimmerwald (2025)

Die Kirche Zimmerwald ist die reformierte Kirche der Gemeinden Niedermuhlern und Wald BE im Kanton Bern, Schweiz.__NOTOC__

Die Dörfer Englisberg, Obermuhlern, Niedermuhlern und Zimmerwald gehörten bis 1699 zum Kirchspiel Belp. In den Jahren 1697 bis 1699 wurde die giebelständige Saalkirche mit polygonalem Abschluss durch Abraham Dünz (1664–1728) erbaut.Steiner 1987, S. 13. Der spätbarocke Taufstein ist datiert 1698. In der Vorhalle befinden sich sechs Wappentafeln der Orgelstifter von 1770, die sich ursprünglich am Orgellettner befunden haben. Die drei Chorfenster sind mit Glasmalereien nach EntwürfenDie Entwürfe gelangten am 13. Oktober 1999 bei Fischer Auktionen in Luzern zum Verkauf (Auktion Nr. 370, Lot Nr. 4425). von Aloys Balmer (1866–1933)Aloys Balmer auf vitrosearch.ch aus dem Jahr 1905 ausgestattet.Gestiftet von den örtlichen Burgergemeinden und Spendern aus den Gemeinden, den Brüdern Alfred und Emil Streit sowie Gustav Klingelhöfer-Poensgen (1857–1918), Gutsbesitzer auf Haus Horst bei Düsseldorf.

Der Kircheninnenraum wurde 1958 durch Dubach & Gloor Architekten in Münsingen renoviert, 1986 erhielt Zimmerwald die heutige Orgel. 1991 erfolgte eine Aussensanierung, im Sommer 2017 erfolgte eine Renovation im Kircheninnenraum.

Glocken Die Kirche Zimmerwald verfügte bereits nach ihrer Vollendung über drei Glocken. Die Kirche Belp musste im Ausscheidungsverfahren eine Glocke an Zimmerwald abtreten und so gelangte eine gusseiserne, 1434 durch Guillaume Chaufornier wahrscheinlich für Romont gegossene Glocke hierher.Gusseisen, 73 × 65 cm, 173 kg, 11 kg (Klöppel), Grundton c', Inschrift (Majuskeln Fraktur): XPS VINCINT XPS RENAT XPS INPERAT XPS AB ONI MALO NOS DEFEN†ET AMEN, Christus vincit, Christus regnat, Christus imperat, Christus ab omni malo nos defendat, Amen, vgl. Nüscheler-Usteri 1882, S. 373, Dupeux 2000, S. 165. Die älteste bekannte Eisenglocke der Schweiz dürfte 1475 als Beutestück aus den Burgunderkriegen nach Belp gekommen sein.Bernisches Historisches Museum, Inv. Nr. 13489 (Depositum der Kirchgemeinde Zimmerwald); Dupeux 2000, S. 165. Es ist denkbar, dass Petermann von Wabern, Schultheiss, Heerführer und Mitherr zu Belp, die Glocke nach Belp stiftete.Steiner 1987, S. 18–19. Eine zweite Glocke stiftete die bernische Obrigkeit. Der Rat wies den Zeugbuchhalter David Wyss an, eine Glocke von 15 Zentnern Erz aus dem Zeughaus giessen zu lassen. Eine dritte, um 1528 entstandene Glocke wurde angekauft und laut Rechnung aus Kiesen geholt. Die obrigkeitlich gestiftete Glocke zerbrach 1779 und wurde 1781 durch einen Neuguss der Gebrüder Joseph und Jost Keiser in Solothurn ersetzt.Nüscheler-Usteri 1882, S. 372–373.Umschrift: [...]WILL DIR ZRVFFEN ZV [...], Inschrift: IOSEPH VND IOST KEISER / GEBRVEDERE GIESSER ZVO / SOLOTHVRN ANNO 1781.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in der Gemeinde der Wunsch, die eiserne Dankesglocke des alten Geläuts aufgrund ihres unpassenden Tons mit einer neuen Glocke zu ersetzen. Eine Kollekte brachte einen Betrag ein, der den Guss eines kompletten Geläuts ermöglichte. Die Giesserei Rüetschi in Aarau goss für Zimmerwald 1921 drei Glocken. Am 26. Februar 1922 fand die Glockenweihe statt.

Glocke Nominal Gussjahr Giesser, Gussort Masse Durchmesser Bemerkung 1 c′ um 1434 Guillaume Chaufornier 173 kg 65 cm Depositum im Bernischen Historischen Museum 2 unbekannt um 1699 unbekannt 1779 zerbrochen und eingeschmolzen 3 unbekannt um 1528 unbekannt 1921 eingeschmolzenDurch den Regierungsrat des Kantons Bern 8. am November 1921 genehmigt, RRB Nr. 8239. 4 unbekannt 1781 Joseph und Jost Keiser, Solothurn nicht erhalten 5 es′ 1921 Rüetschi, Aarau 1560 kg heisst Segensglocke 6 as′ 1921 Rüetschi, Aarau 645 kg heisst Betglocke 7 c″ 1921 Rüetschi, Aarau 310 kg heisst Dankesglocke

Liste der Pfarrer und Pfarrerinnen (ab 1699) Johann Heinrich Ringier, 1699–1707 Daniel Neeser, 1707–1753 Samuel Küpfer, 1753–1786 Niklaus Gottlieb von Greyerz, 1786–1793 Johann Imhof, 1793–1799 Samuel Rengger, 1799–1802 Samuel Rudolf Küpfer, 1802–1811 Gottlieb Gruner, 1811–1830 Karl Kocher, 1830–1873 Friedrich Lutz, 1873–1882 Paul Eduard Kistler, 1882–1891 Friedrich Hans Wäber, 1891–1907 Emil Alfred Hopf, 1907–1937 Hans Max Trapp, 1937–1977 Jörg Rytz, 1977–2002 Katharina Gysin, 2003–2012 Susanne Berger, 2013–2019 Susann Müller-Graf, seit 2008 Andrea Figge, seit 2019

Siehe auch Liste der Kulturgüter in Wald BE

Quellen Archiv der Kirchgemeinde

Literatur Fritz Brönnimann: Wie die Kirche von Zimmerwald zu ihrer ersten Orgel kam, Zimmerwald 1990. Fritz Brönnimann: 700 Jahre Zimmerwald. Bilder aus der Geschichte einer alten Dorfgemeinde, Zimmerwald 1996. Cécile Dupeux e.a. (Hrsg.): Bildersturm. Wahnsinn oder Gottes Wille?, München 2000, S. 165.

Hans-Peter Ryser (Red.): Bauinventar der Gemeinde Zimmerwald, Zimmerwald/Bern 1995, S. 50. Werner Steiner: Die Kirche von Zimmerwald, Schwarzenburg 1987.

Weblinks

Website der Reformierten Kirche Zimmerwald

Einzelnachweise

Zimmerwald Zimmerwald Zimmerwald Kategorie:Erbaut in den 1690er Jahren Kategorie:Niedermuhlern Kategorie:Wald BE Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video Kategorie:Zimmerwald