Medaillenspiegel(Stand nach 48 von 48 Entscheidungen) Platz Land 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze Gesamt 1 7 5 6 18 2 7 4 1 12 3 6 7 7 20 4 3 4 3 10 5 3 2 1 6 3 2 1 6 7 3 1 3 7 8 3 1 1 5 9 2 4 4 10 10 2 2 3 7 Vollständiger Medaillenspiegel
Die 24. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 6. bis 12. August 2018 im Olympiastadion Berlin statt. Der Europäische Leichtathletikverband (EAA) gab auf seinem 138. Kongress am 2. November 2013 in Zürich Berlin als Austragungsstätte bekannt.German city to host 2018 European Athletics Championships european-athletics.org vom 2. November 2013, abgerufen am 2. November 2013 Deutschland richtete diese Sportveranstaltung nach Stuttgart 1986 und München 2002 zum dritten Mal aus. Insgesamt wurden an sieben Wettkampftagen 48 Leichtathletikdisziplinen ausgetragen.
Diese Leichtathletik-Europameisterschaften waren Teil der Premiere der European Championships, die zeitgleich mit sechs weiteren Europameisterschaften, leichtathletik.dem 10. Juli 2016, abgerufen am 31. März 2023 (Schwimmen, Turnen, Rudern, Golf, Rad, Triathlon) vom 1. bis 12. August in der schottischen Stadt Glasgow ausgetragen wurden.
Bewerber Ursprünglich hatten sich elf europäische Städte um die Ausrichtung des Wettbewerbs beworben, außer Berlin zogen aber alle ihre Bewerbungen zurück, zuletzt Budapest, so dass Berlin als einziger Bewerber ohne Konkurrenz als Austragungsort festgelegt wurde.Berlin richtet Leichtathletik-EM 2018 aus. In: Der Spiegel 2. November 2013, spiegel.de, abgerufen am 31. März 2023
Wettbewerbe Im Wettkampfprogramm gab es eine einzige Änderung: Für die Frauen wurde mit dem 50-km-Gehen eine zweite Gehstrecke mit in das Angebot genommen. So stand zum ersten Mal für Frauen und Männer dieselbe Anzahl von Disziplinen auf dem Programm. Die Wettbewerbe unterschieden sich nur unwesentlich: Die Hürden für die Frauen waren etwas niedriger als bei den Männern, die kurze Hürdenstrecke führte bei den Frauen über 100, bei den Männern über 110 Meter. Ansonsten unterschieden sich nur noch die Gewichte der Stoß- und Wurfgeräte sowie die Anzahl und einzelnen Disziplinen im Mehrkampf: die Männer hatten einen Zehn-, die Frauen einen Siebenkampf im Programm. Von 2022 an wurde die Distanz der langen Gehstrecke für Männer und Frauen auf 35 Kilometer verkürzt.
Qualifikationsnormen Die Qualifikation für die Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 waren in der Zeit vom 1. Januar 2017 und 30. Juli 2018 zu erbringen. Staffeln mussten bis zum 22. Juli 2018 gemeldet werden. DisziplinMännerFrauen 100 Meter 10,35 s 11,50 s 200 Meter 20,90 s 23,50 s 400 Meter 46,70 s 53,40 s 800 Meter 1:47,60 min 2:02,50 min 1500 Meter 3:40,00 min 4:12,00 min 5000 Meter 13:42,00 min 15:40,00 min 10.000 Meter 28:55,00 min 33:20,00 min Marathon ohne Qualifikationsnorm 110 Meter Hürden/100 Meter Hürden 13,85 s 13,25 s 400 Meter Hürden 50,70 s 57,70 s 3000 Meter Hindernis 8:40,00 min 9:55,00 min 20 km Gehen 1:25:00 h 1:37:00 h 50 km Gehen 4:08:00 h 4:50:00 hoder über 20 km: 1:39:00 h Hochsprung 2,26 m 1,90 m Stabhochsprung 5,55 m 4,45 m Weitsprung 7,95 m 6,60 m Dreisprung 16,60 m 13,90 m Kugelstoßen 19,90 m 16,50 m Diskuswurf 63,50 m 56,00 m Hammerwurf 74,00 m 69,00 m Speerwurf 80,00 m 59,40 m Zehnkampf/Siebenkampf 7850 Punkte 5900 Punkte
Teilnehmer
Insgesamt waren 1572 Athleten (744 Frauen und 828 Männer) aus 49 Nationen und 2 Teams gemeldet. Aufgrund der Enthüllungen zu langjährigem russischem Staatsdoping im Zuge des McLaren-Reports im Jahr 2016 durften russische Athleten nicht unter russischer Flagge auflaufen. Von dem Bann ausgenommen blieben Athleten, die sich vorschriftsmäßig Dopingkontrollen unterzogen hatten. Ihnen wurde die Möglichkeit eingeräumt, eine persönliche Startgenehmigung zu beantragen.Leichtathletik-EM ohne Russen, zdf.de 27. Juli 2018, abgerufen am 31. März 2023
Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) nominierte mit 128 Athleten (62 Frauen und 66 Männer) seine bis dato größte Mannschaft bei kontinentalen Titelkämpfen, darunter 5 Titelverteidiger., leichtathletik.de 25. Juli 2018, abgerufen am 31. März 2023
Der Österreichische Leichtathletik-Verband (ÖLV) nominierte 16 Athleten (7 Frauen und 9 Männer).Georg Franschitz, Vorschau: EM Berlin - Teil 1 - Allgemeine Infos, ÖLV 18. August 2018, oelv.at, abgerufen am 31. März 2023
Der Leichtathletikverband der Schweiz nominierte 52 Athleten (26 Frauen und 26 Männer).Georg Franschitz, Schweizer EM-Team mit ausgezeichneten Perspektiven, Swiss Athletics 5. August 2018, swiss-athletics.ch, abgerufen am 31. März 2023
Der niederländische Leichtathletikverband Koninklijke Nederlandse Atletiek Unie (KNAU) meldete 46 Athleten, unter ihnen mit den beiden Sprintern Dafne Schippers und Churandy Martina und Siebenkämpferin Anouk Vetter auch 3 Titelverteidiger.
Regelungen für die Jahresbesten bis zu Streckenlängen von 400 Metern Wie schon bei den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam wurde auch in Berlin die Regelung angewendet, dass die zwölf Jahresschnellsten in den Sprints und Hürdensprints bis einschließlich 400 Meter direkt ins Halbfinale einzogen, wo jeweils drei Läufe ausgetragen wurden. Alle anderen Athleten traten in den Vorläufen an, um sich für die Vorschlussrunde zu qualifizieren.
Wettkampfplan MmorgensAabendsQQualifikationVVorlauf½ HalbfinaleFFinale + Männer Datum → Mo6. Di7. Mi8. Do9. Fr10. Sa11. So12. Wettkampf ↓ A MA M A M A MA M A MA 100 m V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V F 5000 m F 10.000 m F Marathon F 110 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20 km Gehen F 50 km Gehen F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Zehnkampf F+ Frauen Datum → Mo6. Di7. Mi8. Do9. Fr10. Sa11. So12. Wettkampf ↓ A MA M A MA M A M A MA 100 m V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V F 5000 m F 10.000 m F Marathon F 100 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20 km Gehen F 50 km Gehen F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Siebenkampf F
Doping Offiziell traten bei dieser Veranstaltung drei Dopingfälle auf.
Die über 10.000 Meter zunächst drittplatzierte Schwedin Meraf Bahta wurde im Jahr 2019 wegen Verstößen gegen die Antidopingbestimmungen für ein Jahr gesperrt. Ihre Medaille wurde ihr später aberkannt.Alina Reh: „Ich sehe das als zusätzlichen Ansporn“, leichtathletik.de 14. Oktober 2020, abgerufen am 31. März 2023 Beim 50-km-Gehen wurden Alina Zwilij und Wassylyna Witowschtschyk (beide UKR) Doping nachträglich disqualifiziert, siehe World-Athletics-Profile.
Sportliche Leistungen Die Resultate der Europameisterschaften lagen wieder auf einem insgesamt hohen Niveau. Dabei gab es je nach Disziplin unterschiedlich einzuordnende Leistungen. Nicht so hoch lag das Level zum Beispiel bei den Mittelstrecken der Männer, im Weit- und Dreisprung der Männer, im Zehnkampf, über 400 Meter der Frauen, im Weitsprung der Frauen. Ein hohes Niveau fand sich dagegen unter anderem im Stabhochsprung der Männer, in den Sprints der Frauen, im 20-km-Gehen der Frauen und im Hammerwurf der Frauen.
Folgende Rekorde wurden aufgestellt. zwölf neue sowie zwei egalisierte Europameisterschaftsrekorde in elf Disziplinen 9,97 s – Jimmy Vicaut (Frankreich), 100 Meter, Halbfinale (Rückenwind: 0,4 m/s) 9,95 s – Zharnel Hughes (Großbritannien), 100 Meter, Finale (Windstille) 19,76 s – Ramil Guliyev (Türkei), 200 Meter, Finale 2:09:51 h – Koen Naert (Belgien), Marathon 6,05 m – Armand Duplantis (Schweden), Stabhochsprung, Finale 14:46,12 min – Sifan Hassan (Niederlande), 5000 Meter 7:21:54 h – Belarus (Wolha Masuronak, Maryna Damanzewitsch, Nastassja Iwanowa), Marathon Mannschaftswertung 1:26:36 h – María Pérez García (Spanien), 20 km Gehen 4:09:21 h – Inês Henriques (Portugal), 50 km Gehen 4,80 m (Egalisierung) – Ekaterini Stefanidi (Griechenland), Stabhochsprung, Finale 4,80 m (Egalisierung) – Nikoleta Kyriakopoulou (Griechenland), Stabhochsprung, Finale 4,85 m – Ekaterini Stefanidi (Griechenland), Stabhochsprung, Finale 78,94 m – Anita Włodarczyk (Polen), Hammerwurf, Finale 67,90 m – Christin Hussong (Deutschland), Speerwurf, Finale vier egalisierte oder verbesserte Weltjahresbestleistungen in vier Disziplinen: 10,85 s – Dina Asher-Smith (Großbritannien), 100 Meter, Finale 21,89 s – Dina Asher-Smith (Großbritannien), 200 Meter, Finale 41,88 s – Großbritannien (Asha Philip, Imani Lansiquot, Bianca Williams, Dina Asher-Smith), 4-mal 100 Meter, Finale 6816 P – Nafissatou Thiam (Belgien), Siebenkampf drei neue Europajahresbestleistungen in drei Disziplinen: 2:59,47 min – Belgien (Dylan Borlée, Jonathan Borlée, Jonathan Sacoor, Kevin Borlée), 4-mal 400 Meter, Finale 50,41 s – Justyna Święty-Ersetic (Polen), 400 Meter, Finale 54,33 s – Léa Sprunger (Schweiz), 400 Meter Hürden, Finale 39 neue oder egalisierte Landesrekorde in 22 Disziplinen In der Medaillenwertung lagen Großbritannien und Polen mit je sieben EM-Titeln vorn, die Briten hatten dabei mehr Silber- und Bronzemedaillen auf ihrem Konto und führten diese Wertung damit an. Dahinter folgte mit sechs Europameistern Deutschland. Fünf Länder hatten am Ende jeweils drei Titelträger in ihren Reihen: Frankreich (insgesamt zehn Medaillen), Belgien (insgesamt sechs Medaillen), Griechenland (insgesamt sechs Medaillen), Belarus (insgesamt sieben Medaillen) und Norwegen (insgesamt fünf Medaillen). Spanien (insgesamt zehn Medaillen) und die Ukraine (insgesamt sieben Medaillen) hatten jeweils zwei Europameister in ihren Teams. Das bei früheren Europameisterschaften erfolgsgewohnte Russland tauchte in dieser Wertung nicht auf. Russland wurde durch den Weltleichtathletikverband IAAF (heute World Athletics) aufgrund des dortigen verheerenden Umgangs mit der Dopingproblematik von der Teilnahme ausgeschlossen – siehe oben Abschnitt Teilnehmer.
Bei den einzelnen Sportlern sind besonders folgende Leistungen zu nennen. Eine Athletin errang drei Goldmedaillen bei diesen Meisterschaften: Dina Asher-Smith (Großbritannien) – 100 Meter, 200 Meter und 4-mal 100 Meter Drei weitere Sportler errangen jeweils zwei Goldmedaillen in Berlin: Jakob Ingebrigtsen (Norwegen) – 1500 Meter, 5000 Meter Zharnel Hughes (Großbritannien) – 100 Meter und 4-mal 100 Meter Justyna Święty-Ersetic (Polen) – 400 Meter und 4-mal 400 m Folgende Europameister von 2018 hatten bereits vorher EM-Titel gewonnen: Sandra Perković (Kroatien) – Diskuswurf, fünfter Titel in Folge Dina Asher-Smith (Großbritannien) – 200 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 2016, darüber hinaus hier Europameisterin über 100 Meter und 4-mal 100 Meter, damit jetzt fünffache Europameisterin Anita Włodarczyk (Polen) – Hammerwurf, vierter Titel in Folge Adam Kszczot (Polen) – 800 Meter, dritter Titel in Folge Natalija Pryschtschepa (Ukraine) – 800 Meter, Wiederholung ihres Erfolgs von 2016 Sifan Hassan (Niederlande) – 1500 Meter (2014), 5000 Meter (2018), damit jetzt zweifache Europameisterin Gesa Felicitas Krause (Deutschland) – 3000 Meter Hindernis, Wiederholung ihres Erfolgs von 2016 Ekaterini Stefanidi (Griechenland) – Stabhochsprung, Wiederholung ihres Erfolgs von 2016
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: CR Championshiprekord NR nationaler Rekord WL Weltjahresbestleistung (World Lead) EL Europajahresbestleistung (European Lead) EU23R europäischer U23-Rekord WU20R Welt-U20-Rekord EU20R europäischer U20-Rekord e egalisiert DNF Wettkampf nicht beendet (did not finish) DSQ disqualifiziert DNS nicht am Start (did not start) IWR internationale Wettkampfregeln TR technische Regeln w Windunterstützung über dem zulässigen Wert von 2,0 m/s
Vorbemerkung zu den Resultaten