mini|Ehemaliges Logo des Neo Magazin Royale (2015–2018) mini|Fernsehstudio „Studio König“ des Neo Magazin Royale (vormals „Teppich König“)
Das Neo Magazin Royale war eine von Jan Böhmermann moderierte satirische Late-Night-Show, die in Köln-Ehrenfeld produziert und zwischen dem 31. Oktober 2013 und 12. Dezember 2019 wöchentlich auf ZDFneo ausgestrahlt sowie in der ZDFmediathek bereits vorab zum Abruf bereitgestellt wurde. Den Namenszusatz Royale trug die Sendung seit dem 5. Februar 2015. Außerdem wurde die Show seitdem in einem größeren Studio produziert und Böhmermann von einer Liveband unterstützt. Des Weiteren wiederholte das ZDF seit der Umbenennung die aktuelle Folge in der Freitagnacht.
Im September 2019 wurde bekannt, dass die Sendung nach sechs Jahren beendet wird und Böhmermann ab November 2020 mit der Nachfolgesendung ZDF Magazin Royale ins ZDF-Hauptprogramm wechselt.
Konzept Die Sendung begann zumeist mit dem Intro, manchmal (zumeist nach einer Produktionspause) wurde stattdessen ein Einspielfilm oder eine kurze Anmoderation gezeigt. Nach dem Intro kommentierte Böhmermann satirisch aktuelle Ereignisse (Stand-up). Es folgten zumeist scherzhafte Einspielfilme, Studio-Aktionen oder im Studio vorgeführte Lieder (siehe Rubriken und Inhalte). Zum Ende der Sendung gab es ein kurzes Interview mit dem Gast (seltener den Gästen). Gelegentlich trat Böhmermann nach dem Interview gegen den Gast in einem Spiel an oder es folgte noch ein Auftritt eines Musikers oder einer Band. Am Dienstag nach der Sendung erschien ein Internetspecial mit den Gästen. Darin wurde in der Regel das Spiel oder Interview der letzten Sendung fortgesetzt. Seit die Sendung mit Dendemann & Die Freie Radikale eine eigene Live-Band besaß, spielte diese die Titelmelodie, die zumeist bis zum Auftreten Böhmermanns verlängert wurde. Außerdem wurden oft die Themen des Stand-ups oder der Lieder aufgegriffen und gespielt, während Böhmermann seine Position im Studio wechselte. Seit 2016 war für die Titelmelodie das „Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld“ zuständig. Die Band wurde von Albrecht Schrader (bis 2019) und Lorenz Rhode geleitet. Seit Oktober 2015 war die Sendung 40 anstatt 30 Minuten lang. Seit der zweiten Staffel wurde die Sendung um weitere 5 Minuten auf 45 Minuten verlängert.
In früheren Staffeln wurde die Sendung zumeist mit einem oft kritischen Kommentar von Sprecher und Schauspieler William Cohn zu aktuellen Ereignissen des Fernsehens oder der vorhergehenden Sendung(en) im Stile von Sendungsansagern begonnen und oft auch beendet. Bis zur Sommerpause 2018 wurden die Gäste mit einem kurzen Einspieler vorgestellt.
Ursprung des Neo Magazins Der Sendungstitel als auch einzelne stilistische Merkmale lehnten sich an das bis 1988 von Gerhard Löwenthal moderierte ZDF-Magazin an. Laut Böhmermann lautete dessen Haltung: „Wir sind das Fernsehen. Was wir sagen, ist richtig!“ Eine solche Einstellung wird von ihm ebenfalls an den Tag gelegt.
So wurde die Titelmelodie des ZDF-Magazins, Witold Lutosławskis 1. Satz des Konzertes für Orchester, leicht verändert übernommen und bis zur Winterpause 2014 verwendet. Auch war das Erscheinungsbild teilweise an jenes Magazin angelehnt, wurde im Laufe der Zeit jedoch immer weiter modifiziert und erinnert seit dem Reboot als Neo Magazin Royale und dem Studiowechsel kaum noch an das ZDF-Magazin. Das Intro-Theme wurde grundlegend geändert und setzt sich aus Samples (u. a. Fatboy Slim, The Rockafeller Skank) zusammen, das Lutosławski-Motiv wird am Ende des Vorspanns nur noch kurz angespielt.
Besetzung Cast Folgen Beschreibung der Rolle/Bemerkungen Jan Böhmermann 1–28, 1–167 (Neo Magazin / Neo Magazin Royale) Anchorman William Cohn 1–28, 1–167 (Neo Magazin / Neo Magazin Royale) Sidekick (bis Folge 34), Darsteller und Sprecher der Einspieler und des Vorspanns, Ensemble-Mitglied Mola Adebisi 4–7 (Neo Magazin) Notar für das Neo Magazin Stupid Phone Florentin Will 6–28, 1–167 (Neo Magazin / Neo Magazin Royale) Ensemble-Mitglied, verschiedene Rollen u. a. Beefträger und „Florentin Ulfkotte“ Jasin Challah 14–28, 1–167 (Neo Magazin / Neo Magazin Royale) Ensemble-Mitglied, verschiedene Rollen u. a. Captain Obvious Manni Laudenbach 23–167 (Neo Magazin Royale) Scherzanwalt Dr. Christian Witz (Persiflage von Christian Schertz), Neo Magazin Stupid Phone Dendemann 1–65 (Neo Magazin Royale) Bandleader/Rapper Hans Meiser 5–77 (Neo Magazin Royale) Darsteller des „kleinen Mannes“ Lorenz FeilkeWird in Folge 2x14 und 3x20 im Abspann genannt. Screenshot (ab 43:50) 8–167 (Neo Magazin Royale) „Photoshop Phillip“ Larissa Rieß 17–167 (Neo Magazin Royale) Ensemble-Mitglied Ralf Kabelka 35–151, 167 (Neo Magazin Royale) Sidekick (bis Folge 136), Ensemble-Mitglied, Ralf Flauscheier (Persiflage von Jan Fleischhauer)Max Bierhals46–167 (Neo Magazin Royale)Autor, verschiedene Rollen u. a. Gedankenspringer Giulia Becker 50–167 (Neo Magazin Royale) Ensemble-Mitglied, verschiedene Rollen u. a. Dr. Margot Dokthor Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld 48, 65–167 (Neo Magazin Royale) Musik Albrecht Schrader 21 (Neo Magazin) 19, 24, 65–135 (Neo Magazin Royale)Leiter des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld Lorenz Rhode 65–167 (Neo Magazin Royale) Leiter des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld Sophie Passmann 94–167 (Neo Magazin Royale) Ensemble-Mitglied Charlie Schrein 104, 113, 118, 122, 126, 135, 148, 153, 167 (Neo Magazin Royale) Darsteller Young Böhmermann Alex Werth 136–167 (Neo Magazin Royale) Leiter des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld
Rubriken und Inhalte Das Neo Magazin Royale beinhaltete wiederkehrende Rubriken, die entweder im Studio durch Böhmermann (manchmal unter Einbezug des Ensembles) stattfanden, aus Einspielfilmen oder beidem bestanden. Bei den Rubriken im Studio wurde häufig auch das Publikum mit einbezogen. Oft wurden diese durch ein eigenes Intro eingeleitet und durch ein Outro beendet. Wiederkehrende Einspieler besaßen in der Regel ebenso ein Intro. Viele wurden mit der Umbenennung zum Neo Magazin Royale leicht überarbeitet und mit neuen Endbildern versehen, welche den Rubrikennamen zeigen. Daneben existierten verschiedene Formate ohne eigenes Intro, die unregelmäßig wiederkehrten.
Wiederkehrende Rubriken Diese Rubriken waren ein regelmäßiger Bestandteil der Sendung, oft schon seit der ersten Staffel des Neo Magazins.
Prism Is a Dancer Böhmermann machte Zuschauer im Publikum auf ihre Präsenz im Internet aufmerksam, die vorher recherchiert wurde. Zumeist erhielt der Teilnehmer nach der Darstellung seiner Präsenz ein passendes Geschenk oder wird in eine thematisch passende Studio-Aktion einbezogen. Der Titel der Rubrik war eine Verballhornung von Rhythm Is a Dancer von Snap!, verwendete den Refrain auch als Jingle und spielte auf das im Zuge der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 bekannt gewordene NSA-Programm PRISM an. In der Weihnachtsausgabe 2015 wurde die Rubrik „Chrism Is a Santa“ (etwa: „Christentum ist ein Weihnachtsmann (Santa Claus)“) genannt. Die Weihnachtsausgabe 2014 hieß „Chrism Is a dancer“. Seit 2017 beschäftigen sich einzelne Folgen unter dem Titel „Lass dich überwachen – Die Prism Is A Dancer Show“ komplett mit diesem Format. Ab 2018 wurde eine eigenständige Show unter gleichnamigem Titel ausgestrahlt. Zusätzlich existierte die Rubrik Quizzen mit Prism, bei der diverse Fragen über Personen im Publikum beantwortet werden mussten. Drehscheibe Internet Böhmermann stellte zuerst das ASCII-Zeichen der Woche vor, danach folgt zumeist ein Top-5-Ranking verschiedener Themen im Internet (z. B. die fünf besten animierten GIF-Bilder oder die fünf beliebtesten WLAN-Namen). Oft wurde nach dem ASCII-Zeichen der Woche ein weiteres Ding des Monats vorgestellt wie das Emoji des Monats oder die Funktionstaste des Monats. Trendvulkan Mitte Die „heißesten“ (jedoch fiktiven) Trends aus Berlin-Mitte wurden präsentiert. Außerdem wurde jeweils ein männlicher und weiblicher Publikumszuschauer gezeigt, der angeblich den neuesten „Look“ aus Mitte trägt, der von Böhmermann kommentiert wurde. Zudem wurden (ebenfalls fiktive) Jugendwörter vorgestellt, die sich auf geschichtliche Ereignisse bezogen. Entscheide Dich! Böhmermann und der Gast oder die Gäste mussten Entweder-oder-Fragen, die aus einem Hut gezogen werden, beantworten. Die Fragen bestanden häufig aus Wortspielen und hatten oft Bezug zu aktuellen Ereignissen oder Prominenten. Bastel Brothers Marcel Magic und Simon Spectacular präsentierten in kurzen Clips einfache Bastelideen. Diese bestanden zumeist aus Alltagsgegenständen und ähneln mit viel Fantasie dem, was sie darstellen sollen. Beispiele sind ein Bobby Car, mit Klebeband am Rücken befestigt, als Transformers-Kostüm oder ein Tampon, an einer Damenbinde festgetackert, als Schmetterling. In einer Sendung wurden mehrere Ideen gezeigt, unterbrochen von kurzen Moderationen seitens Böhmermann. Die Rubrik ist inspiriert durch "Bill Tull's Tips" aus der US-Late-Night-Show Conan. Jede Ausgabe trug einen speziellen Untertitel (z. B. „Alaaf-Edition“ oder „Zwischen-den-Jahren-Edition“). Marcel Magic und Simon Spectacular (eigentlich Marcel Lenz und Simon Rupieper) waren beide als Szenenbildner bei der Sendung tätig. Es existiert ein eigener Twitter-Account der Bastel-Brothers, in dem zumeist die Clips der Sendung als animiertes Bild getweetet werden.
Photoshop Philipp Photoshop Philipp, ein stereotyper Nerd, erstellte – untermalt von einem von Böhmermann gesungenen Lied – verschiedenste Druckwerke mithilfe der Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop. Der Inhalt parodierte reale Werke, zum Beispiel aus Zeitschriften. In Folge 990 (Neo Magazin Royale Folge 2x10) wurden als Eltern „MS-DOS Manfred“ und dessen 286er vorgestellt. In Folge 67 kam „Flash Player Fabian“ vor. Böhmermann und die Jadebuben, Neo Magazin Royale Nerdchor Jan Böhmermann sang ein Stück eines bekannten Rappers, welches a cappella zusammen mit einem Männerchor vorgetragen wurde. Der kleine Mann Hans Meiser als „kleiner Mann“ im Anspitzer auf Böhmermanns Schreibtisch diskutierte mit diesem über aktuelle Themen. Dabei übernahm Meiser unreflektiert und bis auf ein Stammtischniveau zugespitzt aktuelle Standpunkte der Medienlandschaft. Während Böhmermann dies mit Fakten zu widerlegen versuchte, wich Meiser nicht von seinen Ansichten ab und reagierte mit Unverständnis auf diese Erwiderungen. Oft ändert Meiser seine Aussagen und Positionen zwischen den Ausstrahlungen. Meiser beendet das Gespräch zumeist mit den Worten „armes Deutschland, armes Deutschland“. Die Produktionsfirma setzte die Zusammenarbeit mit Meiser im Mai 2017 aus, als bekannt wurde, dass dieser für ein Onlineportal, das rechtspopulistische Verschwörungstheorien verbreitet, Spots eingesprochen hat.„Neo Magazin Royale“ ZDF bestätigt Trennung von Hans Meiser, Der Spiegel 17. Mai 2017 Der Beef-Träger Florentin Will als Beef-Träger stellte Jan Böhmermann im Studio die aktuelle Post zu. Hierbei handelte es sich nicht um normale Briefe, sondern um Kommentare, die gegen Böhmermann gerichtet waren (sogenannter Beef). Nach Erklingen eines Samples des Liedes Please Mr. Postman von den Marvelettes folgte ein übertrieben gespielter Dialog zwischen Will und Böhmermann, welcher seine Überraschung ausdrückte. Böhmermanns Frage, ob denn auch Beef für ihn dabei sei, bejahte Will und präsentierte daraufhin den Beef, zumeist ein Brief oder ein anderes Medium, einschließlich dessen Absenders und einer kurzen Inhaltsangabe des Beefs. Böhmermann beantwortete diesen zumeist mit Tinte und Feder. Viral oder Egal Florentin Will als „Klickmillionär“ ließ die Aufrufzahlen von YouTube-Videos raten. Jan Böhmermann trat gegen den/die jeweiligen Gast/Gäste an. Alarmstufe Print Böhmermann stellte vermeintlich aktuelle Entwicklungen in der Zeitschriftenbranche vor. Hierbei diente ein aktuelles Heft einer Zeitschrift als Vorlage, von dem aus in der Regel fiktive Nachahmer gezeigt und diskutiert wurden.