Hans-Georg Willert (* 24. September 1934 in Greiz, Thüringen; † 25. September 2006 in Göttingen) war ein deutscher Orthopäde und Hochschullehrer.

Leben Willert studierte Medizin an der Universität Leipzig, wo er 1957 promovierte.Dissertation: Mechanisches Trauma und Wachstumsbeschleunigung bösartiger Tumoren Nach der Übersiedlung aus der Deutschen Demokratischen Republik in die Bundesrepublik Deutschland, durchlief er seine Weiterbildungszeit ab 1960 in der Chirurgie, Orthopädie und Pathologie im Universitätsklinikum Heidelberg und im Universitätsspital Zürich. Seine Lehrer waren in Heidelberg Fritz Linder, Kurt Lindemann und Karl Lennert, in Zürich Erwin Uehlinger und Max René Francillon. 1969 ging er als Oberarzt zu Wolfgang Heipertz an der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main. Dort habilitierte er sich 1972.Habilitationsschrift: Klinik und Pathologie der Dysmelie Zum Professor ernannt, leitete er die Abteilung für Knochenpathologie. 1979 folgte er dem Ruf der Georg-August-Universität Göttingen auf den Lehrstuhl für Orthopädie. Über 20 Jahre leitete er als Direktor die Orthopädische Universitätsklinik, bis er im Jahr 2001 emeritiert wurde.

Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit waren Osteologie, systemische Knochenerkrankungen, Knochentumoren und vor allem Biomaterial. Weltweit bekannt machten ihn seine Publikationen über Gewebereaktionen auf Implantate und ihren Verschleiß und Abrieb. Er gilt als Erstbeschreiber der Lockerung künstlicher Gelenke durch Gewebereaktionen auf Teilchen von Polymethylmethacrylat und Polyethylen. Sie initiieren Osteolysen und damit das sog. Implantatversagen. Angeregt von Rüdiger Döhler, widmete er sich in seinen letzten Jahren der Metallose. Zudem befasste er sich gemeinsam mit seiner Frau Gisela Wetzel-Willert mit der Bedeutung der Psychosomatik in der OrthopädieDeutsches Ärzteblatt (1993). Mit Ingeborg Lang richtete er das erste Endoprothesenregister ein, das (wie alle späteren) an der Erhebung, am Datenschutz, an Gleichgültigkeit und mangelnder Kooperation scheitertemit Ingeborg Lang, in Zusammenarbeit mit der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen: Erfahrungen mit dem Endoprothesenregister. Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung 95 (2001), S. 203; (PDF; 537 kB)..

Willerts Nachlass befindet sich in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.Wissenschaftlicher Nachlass in der Göttinger Universitätsbibliothek (2007)

Mitgliedschaften International Society for Biomaterials International Skeletal Society International Hip Society

Ehrungen Arthur Steindler Award der Orthopaedic Research Society (Chicago, 2006)

Literatur René Baumgartner: Prof. Dr. med. Hans-Georg Willert zum 70. Geburtstag. Medizinisch-Orthopädische Technik 124 (2004), S. 89. Prof. em. Dr. med. Hans-Georg Willert. Osteologie 15 (2006), S. 163. Siegfried Götte: Nachruf Professor Dr. med. Hans-Georg Willert. Osteologie 15 (2006), S. 243–244.

Weblinks

Willert in der U.S. National Library of Medicine Willert im WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Orthopäde, Unfallchirurg Kategorie:Psychosomatiker Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Goethe-Universität Frankfurt am Main) Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2006 Kategorie:Mann Kategorie:Knochenpathologie Kategorie:Absolvent der Universität Leipzig