miniatur|hochkant|Gion Daimyōjin bzw. Gozu-Tennō (aus: Butsuzō zu'i, 1783) miniatur|hochkant|Somin Shōrai-Talisman des Gion-Schreins in Kōbe Gozu-Tennō (), auch Gion-Tenjin (), ist eine japanische Gottheit mit eklektischem Hintergrund (siehe Shinbutsu-Shūgō), die im Yasaka-Schrein (vormals Gion-Schrein) in Kyōto und anderen Schreinen wie dem Tsushima-Schrein (Präfektur Aichi), zahlreichen Yakumo-, Susanoo- und Tennō-Schreinen verehrt wird.
Im indischen Buddhismus beschützte diese Gottheit unter dem Namen Gosirsa Devaraja einst das berühmte Kloster Jetavana (). In China mischte man Elemente des Daoismus, der Yin und Yang Konzepte sowie des esoterischen Buddhismus (Vajrayana) ein.
In Japan erfuhr dieses Bild weitere Einflüsse durch die esoterische Kosmologie (OnmyōdōMehr hierzu bei Saitō, 2007). Überdies kam es in den volkstümlichen Somin-Shōrai Legenden zur Gleichsetzung mit der Gottheit Mutō () und damit zur Einbindung in den Vorstellungkomplex der Entstehung und Abwehr epidemischer KrankheitenDen Legenden zufolge nahm Somin Shōrai, ein armer Mann, einen Reisenden auf, der zuvor von einem Reichen abgewiesen worden war. Zum Dank zeigte ihm der Reisende, es handelte sich um die Gottheit Mutō, wie man einen Talisman zur Abwehr von Epidemien herstellt.. Eine Reihe von „Ochsenkopf“-Bergen und -Inseln in Korea nähren die Vermutung, dass auch koreanische Vorstellungen Eingang fanden. Nicht weniger eklektisch war die Gleichsetzung mit der Shintō-Gottheit Susanoo bzw. dem „Medizin-Buddha“ (Bhaisajyaguru, jap. Yakushi nyorai).
Seit dem 9. Jahrhundert feierte man in Kyōto während des siebten Monats das Gion Goryō-e (), ein Fest, bei dem es zunächst um die Besänftigung der Seelen unzeitig und daher potentiell rachsüchtiger Verstorbener, später aber mehr und mehr um die Abwehr epidemischer Krankheiten ging. Hierbei wandelte sich Gozu-Tennō vom Bringer der Epidemien zur Schutzgottheit vor diesenIn dieser Form reiht sich Gozu-Tennō in die Gruppe der Epidemie-Gottheiten () ein, die immer wieder von außen kommend ins Land einfallen und Verderben bringen. Damit eng verbunden sind die Vorstellungen von Gozu-Tennō als Gottheit der Gerechtigkeit und Wahrheit. Mit der Ausbreitung der Gion-Feste nahm er gelegentlich lokale Züge als regionale Schutzgottheit () an.
Im Umfeld des Kults entstanden Amulette wie das „Schatzsiegel des Rindskönigs“ () und der Somin Shōrai-Talisman ().
Seine Frau ist Harisaijo (, auch Harisainyo genannt).
Literatur Kawamura, Minato: Gozu Tennō and Legends of Somin Shōrai. Sakuhinsha, 2007 () Saitō, Hideki: Onmyōdō no kamigami. Bukkyōdaigaku tsūshinkyōikubu, 2007 () Sano, Kenji: Gozu-Tennō. In: Sakurai Tokutarō: Minkan shinkō jiten. Tōkyōdō Shuppan, 19080 ()
Weblinks Gion Gozu-Tennō no engi (japan. Handschrift zur Entstehungsgeschichte des Gion Gozu-Tennō in der Sammlung der Kyōto Universität)
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Buddhismus in Japan Kategorie:Shintō