mini|300px|Ortsansicht von Altheim Altheim ist eine kleine Gemeinde nahe Ehingen im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg, zu der außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Orte gehören.

Geographie Altheim liegt am Südabhang der Schwäbischen Alb auf dem Hochsträß, südwestlich von Ulm und nahe der Stadt Ehingen (Donau).

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Schelklingen, im Osten an die Stadt Erbach, im Süden an die Stadt Ehingen und im Westen an Allmendingen.

Schutzgebiete

Der Nordwestliche Teil der Gemarkung wurde als Landschaftsschutzgebiet Altheim ausgewiesen.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte Mittelalter und frühe Neuzeit Ursprüngliche Inhaber des Dorfes waren die Herren von Steußlingen. Im 14. Jahrhundert erwarben Mitglieder der Familie Ruch einzelne Höfe. Zwischen 1425 und 1436 konnte Burkard von Wernau die meisten Höfe erwerben. Einige Höfe blieben im Besitz umliegender Klöster, wie etwa Kloster Blaubeuren. Da Burkards Sohn Conrad von Wernau kinderlos blieb, fiel das Erbe an den jüngeren Bruder Jörg von Wernau. Dieser hatte aber nur vier Töchter und keinen Sohn. Die dritte Tochter, Clara, heiratete Conrad von Stadion, womit 1497 die Güter an die Familie von Stadion fielen. Da auch Conrad von Stadion keinen männlichen Leibeserben hatte, ging der Besitz an den Schwiegersohn Caspar von Freyberg über, welcher 1518 die Erbtochter Appollonia geheiratet hatte. Spätestens seit dem Tod Conrads von Stadion, wohl 1527, blieb die Familie von Freyberg im Besitz der meisten Höfe in Altheim. Die Ortsherrschaft erschien 1528 als freies Eigen der Familie von Freyberg und 1548 kam für sie die volle Gerichtsbarkeit (also die hohe und niedere Gerichtsbarkeit) am Ort als Reichslehen hinzu. In den Jahren von 1701 bis 1705 errichteten die Freiherren von Freyberg das Spätrenaissanceschloss am Ort. Von 1731 bis 1759 hatten die Ortsherren Teile des Dorfes an die Klöster Urspring und Salem verpfändet. Die Herrschaft der Familie von Freyberg dauerte bis zur Ablösung der Lehensherrschaft im 19. Jahrhundert.

Seit württembergischer Zeit Durch die Mediatisierungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam das Dorf 1805 zum Kurfürstentum Württemberg, welches im Jahr darauf zum Königreich erhoben wurde. Seit 1810 war Altheim für mehr als ein Jahrhundert dem Oberamt Ehingen zugeordnet. Während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Altheim 1938 zum neu umrissenen Landkreis Ehingen. Im Jahre 1945 fiel der Ort an die Französische Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Seit der Gebietsreform von 1973 ist die Gemeinde Altheim Teil des Alb-Donau-Kreises.

Religion Altheim besitzt seit dem hohen Mittelalter eine eigene Pfarrei. Anfänglich war die Altheimer Pfarrei eine Tochterpfarrei der Erbacher Pfarrei. Die Hofbauern des Klosters Blaubeuren verblieben auch nach der Reformation des Klosters beim Katholizismus. 1826 waren alle 318 Einwohner katholisch.

Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Michael geweiht, was auf eine frühe Gründung in der alemannischen Epoche hinweist., abgerufen am 27. Juli 2010.

Die römisch-katholische Kirchengemeinde St. Michael in Altheim gehört zur Seelsorgeeinheit Allmendingen im Dekanat Ehingen-Ulm der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Durch Zuzug sind heute auch einige evangelische Einwohner in Altheim ansässig.

Einwohnerentwicklung Es handelt sich um Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Stand Einwohner 1826 318 1. Dezember 1871 ¹ 452 1. Dezember 1880 ¹ 459 1. Dezember 1900 ¹ 464 1. Dezember 1910 ¹ 503 16. Juni 1925 ¹ 441 16. Juni 1933 ¹ 385 17. Mai 1939 ¹ 386 13. September 1950 ¹ 456 6. Juni 1961 ¹ 400 27. Mai 1970 ¹ 452 31. Dezember 1980 510 27. Mai 1987 ¹ 524 Stand Einwohner 31. Dezember 1990 548 31. Dezember 1995 533 31. Dezember 2000 553 31. Dezember 2005 573 31. Dezember 2010 582 31. Dezember 2015 599 31. Dezember 2020 636

Politik Der Gemeinderat in Altheim hat acht Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl aus einer Einheitsliste gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Der Gemeinderat besteht aus den ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Schultheißen, Bürgermeister und Ortsvorsteher Schultheißen bis 1930, Bürgermeister seit 1930. 1971 vereinbarte die Gemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft mit der benachbarten Gemeinde Allmendingen. 1486 Hans Spalt 1716–1753 Josef Mauz 1753–1776 Sebastian Kolb 1777–1819 Matthäus Mauz 1819–1845 Xaver Heisler 1846–1870 Anton Geiger 1871–1906 Johann Georg Schmid 1906–1933 Georg Schaible 1933–1942 Franz Moll 1942–1946 Josef Traub 1946–1971 Georg Enderle 1971–1995 Karl Spitzmüller – gleichzeitiger Bürgermeister in Allmendingen 1995–2023 Robert Rewitz seit 2023 Andreas Schaupp

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Kirche St. Michael Schloss der Freiherren von Freyberg, erbaut 1701 bis vor 1706. Bereits 1412 befand sich in Altheim eine BurgAbbildungen des Schlosses bei Ansbacher (2001).. Pfarrkirche von 1785, mit dem spätgotischen Kirchturm von ca. 1485.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Tiberius Denkinger, * 2. Juli 1886 in Altheim (bei Ehingen), † ..., Oberstudiendirektor am Gymnasium Riedlingen

Söhne und Töchter der Stadt

Johann Christoph von Freyberg, * 28. September 1616 auf Schloss Altheim, † 1. April 1690 in Dillingen an der Donau, 1665–1690 Fürstbischof von Augsburg Tiberius Denkinger, * 2. Juli 1886 in Altheim, † ..., Oberstudiendirektor in Riedlingen, Lokalhistoriker, Ehrenbürger von Altheim

Literatur – (Reprint des Verlags Horst Bissinger, Magstadt, 1971, ISBN 3-7644-0003-X). Walter Ansbacher: Das Bistum Augsburg in barockem Aufbruch: Kirchliche Erneuerung unter Fürstbischof Johann Christoph von Freyberg (1665–1690). Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg 2001. Tiberius Denkinger: Herren, Höfe, Häuser und Fluren in Altheim Kr. Ehingen. Süddeutsche Verlagsgesellschaft, Ulm 1963. Königliches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Ehingen. 2. Bearbeitung. Kohlhammer, Stuttgart 1893, S. 64–66 (books.google.de). Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Alb-Donau-Kreis. 2 Bände, Thorbecke, Sigmaringen 1989, hier Band 1, ISBN 3-7995-1350-7, S. 401–417. Peter Steuer (Bearb.): Archiv der Freiherren von Freyberg Schloss Allmendingen: Urkundenregesten 1367–1910. W. Kohlhammer (Inventare der nichtstaatlichen Archive in Baden-Württemberg, Band 37), Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-021286-2.

Weblinks

Gemeinde Altheim bei LEO-BW

Einzelnachweise

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