mini|Singhofen (2022) Singhofen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau an.
Geographie Lage mini|Singhofen im Taunus vom Aussichtspunkt Heisebäumchen bei Dachsenhausen. Blick nach Osten über das Mühlbachtal. Singhofen liegt im Nordwesten des Taunus (westlicher Hintertaunus), rund fünf Kilometer südlich der Lahn. Auf einer Hochfläche zwischen dem Mühlbachtal im Westen und Dörsbachtal im Osten, liegt der Ort auf einer Höhe von .
Gemeindeteile Zu Singhofen gehören auch die Wohnplätze Altbäckersmühle, Augustinermühle, Birkenhof, Hof Bubenborn, Tennermühle, Lindenhof, Neubäckersmühle, Neumühle, Schulmühle.
Klima Der Jahresniederschlag beträgt 735 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD
Geschichte Funde auf dem Hügelgräberfeld „Wildstruth“, angelegt zwischen 800 und 500 v. Chr., weisen auf eine lange Siedlungsgeschichte hin. Die Alteburg genannte Siedlungsstätte wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. als befestigter Ort angelegt, wie durch Funde von Feuerstellen und Scherben bei Ausgrabungen 1905 gezeigt wurde.
Singhofen wurde im Jahr 1139 erstmals in einer Schenkungsurkunde des Trierer Erzbischof Albero von Montreuil erwähnt, die er Ende Juni 1139 auf einer Trierer Diözesansynode zur Gründung von Kloster Arnstein ausstellen ließ. Sie enthält die Gründungsanerkennung des Klosters und eine Aufzählung dessen Besitzungen, Schenkungen des Grafen Ludwig III. von Arnstein und seiner Gemahlin Guda. Darunter werden drei Höfe in Singhofen genannt. Um das Jahr 1158 erwarben die Grafen Walram I. von Nassau und Heinrich II. von Katzenelnbogen gemeinsam dieses Territorium, das 29 Dörfer umfasste und zu dem auch Singoven gehörte. Die Grundherrlichkeit von Sinckofen wurde 1346 an die Abtei Arnstein verpfändet.
Um 1420 gab es 16 Haushalte im Dorf, das bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges auf mehr als 50 anwuchs. Drei Viertel der Bevölkerung kamen im Kriegsverlauf durch Plünderungen und Brände um, der frühere Dorfkern, der am Kircheborn oder Alten Born (Quelle) lag, wurde zerstört. Um 1681 waren wieder 37 Haushalte zu verzeichnen.
Singhofen gehörte zum später „Vierherrisches auf dem Einrich“ genannten Kondominium, das im gemeinschaftlichen Besitz von Hessen-Kassel und verschiedener Linien von Nassau war.Anton Joseph Weidenbach: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, Wiesbaden: Stein, 1870, S. 29 (dilibri.de) Es war zuletzt bis 1774 dem nassau-saarbrückischen Quartier zugeordnet.Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landes Geschichte: Mit Urkundenbuch, Band 1, 1783, S. LVI (Google Books) Nach dessen Teilung kam Singhofen zum dreiherrischen nassauischen Amt Nassau. Von 1806 an gehörte Singhofen zum Herzogtum Nassau, das 1866 vom Königreich Preußen annektiert wurde.
Der Grundstein der evangelischen Kirche wurde am 5. Mai 1839 gelegt. Die Einweihung, die mehr als 2000 Einwohner miterleben durften, erfolgte dann am 13. Dezember 1840. Im Volksmund wird sie auch „Einrichdom“ genannt.
Die Einwohnerschaft entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert wie folgt: 1843: 1033 Einwohner, 1927: 994 Einwohner, 1964: 1082 Einwohner.
Etymologie Auf dem derzeitigen Stand der Forschung ist man sich sicher, dass sich Singhofen aus zwei Wortteilen zusammensetzt:
a) -hofen: von Hube, evtl. immer als Mehrzahl: tres (drei) huben (aus der Schenkung von 1139)b) Seng-, Sing-: hier gibt es nach dem deutschen Wörterbuch von Grimm drei Möglichkeiten: b 1) Zingel (Singel) = Einzäunung, Umfriedung; Singhofen = eingefriedete Höfe b 2) Singel = kleine runde Kieselsteine (Kiesvorkommen); Singhofen = Höfe auf dem Kies b 3) Seng = Rodung durch Brand (beste Erklärung); Singhofen = Höfe der Brandrodung
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Singhofen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG Gesamt 2024 4 5 7 16 Sitze 2019 5 4 7 16 Sitze 2014 6 4 6 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 6 5 5 16 Sitze 2004 5 6 5 16 Sitze FWG = Freie Wähler Gruppe Singhofen e. V.
Bürgermeister Ortsbürgermeister von Singhofen ist Detlef Paul (SPD). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 68,23 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 65,2 % jeweils für fünf weitere Jahre wiedergewählt.
Wappen
Verkehr Etwa 1,5 km südöstlich der Ortsmitte befindet sich das Segelfluggelände Singhofen.
Persönlichkeiten Christian Minor (1813–1892), Posthalter und Wirt in Singhofen, nassauischer Landtagsabgeordneter Minna Alken-Minor (1860–1905), Opernsängerin Martin Stöhr (1932–2019), evangelischer Theologe, Hochschullehrer, Akademiedirektor und Friedensaktivist Axel Schmidt (* 1961), gebürtiger Singhofer, Fußballspieler und Unternehmer
Sonstiges In Singhofen befindet sich die 1975 in Betrieb genommene, zentrale Abfalldeponie des Rhein-Lahn-Kreises.
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Singhofen Liste der Naturdenkmale in Singhofen
Weblinks
Ortsgemeinde Singhofen auf den Seiten der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rhein-Lahn-Kreis Kategorie:Ersterwähnung 1139