Korfantów (deutsch: Friedland O.S.) ist eine Stadt mit rund 1850 Einwohnern in der Stadt- und Landgemeinde Korfantów mit etwa 9000 Einwohnern im Powiat Nyski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie Korfantów liegt rund 22 Kilometer östlich von Nysa (Neisse) und etwa 40 Kilometer südwestlich von Opole (Oppeln) in der Nizina Śląska (Schlesischen Tiefebene) am rechten Ufer der Steinau (Ścinawa Niemodlińska).

Nachbarorte von Korfantów sind im Nordosten Włostowa (Floste), im Osten Stara Jamka (Jamke), im Süden Rączka (Ranisch) und im Westen Wielkie Łąki (Hillersdorf). Das nur wenig nördlich gelegene kleine Straßendorf Ulianówka (Julienthal), abgehend von der Straße nach Niemodlin (Falkenberg), wurde zum 1. Januar 1998 in die Stadt eingemeindet.

Geschichte mini|links|Schloss Friedland (2018) mini|Dreifaltigkeitskirche mini|Ring mini|hochkant|Stadtzentrum mit Schlosstor und Turm der Dreifaltigkeitskirche

Der Zeitpunkt der Stadtgründung ist ebenso unbekannt wie die des nordöstlich gelegenen Dorfes Friedland. 1323 ist ein Heinrich von Friedland urkundlich belegt. Im Jahre 1327 wurde Friedland ein Teil Böhmens. Die Ersterwähnung der Kirche zu Hurthlanth im Jahre 1335 ist zugleich auch der erste schriftliche Nachweis über die Stadt.

Friedland hatte in seiner Geschichte viele Grundherren. Darunter waren die Schaffgotsch als Besitzer in der Zeit von 1535 bis 1594, unter denen die Reformation durchgeführt wurde. Heinrich Wencel von Nowagk machte dies 1629 mit der Gegenreformation rückgängig. Den Nowagk folgten ab 1670 die Grafen von Burghauß. 1825 erfolgte ein Umbau und die Vergrößerung des aus dem Jahre 1616 stammenden Schlosses, um das ein Landschaftspark angelegt wurde.

1885 erbte Carl Graf von Pückler Friedland und nannte sich fortan von Pückler-Burghauß.

Seit 1742 gehörte die Stadt Friedland zu Preußen und ihr wurde das Stadtrecht wegen Unbedeutsamkeit entzogen. 1816 wurde Friedland Teil des Landkreises Falkenberg.

1867 erhielt der Markt Friedland die Stadtrechte zurück und das Dorf Friedland wurde eingemeindet. 1928 wurde auch der Gutsbezirk ein Teil der Stadt.

1909 erfolgte die Weihe des Neubaus der Dreifaltigkeitskirche. Der katholische Pfarrer Valentin Wojciech ist 1920 zum Breslauer Weihbischof ernannt worden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelte sich eine Maschinenfabrik an. Ansonsten war die Leichtindustrie vorherrschend, es gab Gardinen- und Spitzenwebereien, eine Schuhfabrik, außerdem ein Sägewerk, eine Ziegelei, eine Drahtzaunfabrik und eine Bierbrauerei. Friedland hatte eine evangelische Kirche, zwei katholische Kirchen, ein Knaben-Erziehungsheim und war Sitz des Amtsgerichts Friedland O.S.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Friedland bombardiert und erlitt Zerstörungen. Der Friedhof wurde stark zerstört, die Michaeliskapelle auf dem Friedhof brannte nieder, und auch das Schloss wurde stark beschädigt; die Stadtkirche erhielt einen Treffer an der Treppe. Im Frühjahr 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee besetzt.

In der Folge wurde der Ort Teil Polens. Das Stadtrecht wurde dem Ort erneut entzogen und er wurde nach dem Politiker Wojciech Korfanty, der die Stadt niemals betreten hatte, in Korfantów umbenannt. Die deutschen Einwohner wurden 1946 ins Lager Łambinowice (Lamsdorf) deportiert (vormaliges Stalag VIII B 344).Edmund Nowak, Schatten von Łambinowice, Opole 1994, ISBN 978-8390024127

Seit 1993 ist die Ortschaft wieder eine Stadt und hat eine Städtepartnerschaft mit dem mecklenburgischen Friedland.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen 1782 684 einschließlich des Dorfs gleichen NamensFriedrich Gottlob Leonhardi: Erdbeschreibung der preussischen Monarchie, Band 3, Teil 1, Halle 1792, S. 25. 1816 524 Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 1: A–F, Halle 1821 S. 390, Ziffer 1266. 1825 757 davon 48 Evangelische, 22 JudenJohann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien, mit Einschluß des jetzt ganz zur Provinz gehörenden Markgrafthums Ober-Lausitz und der Grafschaft Glatz; nebst beigefügter Nachweisung von der Eintheilung des Landes nach den verschiedenen Zweigen der Civil-Verwaltung. Melcher, Breslau 1830, S. 160. 1840 1023 davon 66 Evangelische, 23 JudenJohann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 137–138. 1855 1185 1861 1294 davon 140 Evangelische, 1105 Katholiken, 49 Juden;Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 1124, Ziffer 43; nach anderen Angaben 1333 Einwohner (die Stadt selbst), davon 149 Evangelische und 76 JudenFelix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1865, S. 1145. 1867 1918 am 3. Dezember 1871 1947 darunter 170 Evangelische;Gustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Band 2, G. F. O. Müller, Berlin 1874, S. 171–172, Ziffer 4. nach anderen Angaben 1959 Einwohner (am 1. Dezember), davon 191 Evangelische, 1730 Katholiken, 38 JudenKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Schlesien und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871. Berlin 1874, S. 390–391, Ziffer 2. 1900 2078 meist Katholiken 1910 1942 am 1. Dezember, ohne Schloss und Gutsbezirk (67 Einwohner) 1933 1861 1939 1872 1958 932 2002 1995 2011 1923 Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025 2024 1692 Główny Urząd Statystyczny, Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2025 r., 22. Juli 2025

Sehenswürdigkeiten

Unter Denkmalschutz stehen:

Die Dreifaltigkeitskirche (Kościół par. pw. Świętej Trójcy) – 1909 im neogotischen Stil erbautDenkmäler in Korfantow Das Ensemble des Schloss Friedland – 1616 im Stil der Renaissance erbaut einschließlich Torgebäude, Nebengebäude sowie dem Park von 1800 und der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Park grenzt zusammen mit dem Wald von Norden an Korfantów an. Früher war er ein Bestandteil des Schlossensembles und in zwei Teile geteilt: den Hirschgarten und die Fasanerie. Innerhalb des Waldes und Parks gibt es drei Stieleichen, sie sind Naturdenkmäler und ihr Alter wird auf 300–450 Jahre geschätzt. Das Hauptgebäude wird heute als Krankenhaus genutzt.

Die neugotische Feuerwache an der Kreuzung der ul. Tadeusza Kościuszki, Prudnicka und 3 Maja (früher: Ścinawska, Garncarska und Burghaussów) ist eines der charakteristischsten Gebäude in Korfantów. Sie wurde im Jahr 1910 erbaut. Die Fassade des Gebäudes wird im oberen Teil schmaler und ist mit Zinnen, Gesimsen und originalem Außenstuck verziert. Das Ganze wird von einem quadratischen Turm dominiert, der ebenfalls mit Zinnen gekrönt ist.

Die Häuser am Ring, Rynek 7, 8, 9, 11, 14, 15, 16, 17, 61, 64, und 65 aus dem 19. Jahrhundert.

Das Haus in der ul. Powstańców Śląskich 160

Die Villa in der ul. Szkolna 4, von Anfang des 20. Jahrhunderts

Der Getreidespeicher, ul. Wyzwolenia 90, vom Ende des 19. Jahrhunderts.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Stadt Friedrich von Burghauß (1796–1885), Rittergutsbesitzer, Mitglied des Preußischen Herrenhauses Theodor von Kolde (1850–1913), evangelischer Kirchenhistoriker und Lutherforscher Hedy Searle (1860–1928), Theater- und Stummfilmschauspielerin Carl Friedrich von Pückler-Burghauss (1886–1945), NSDAP-Politiker und SS-Offizier Georg Mazur (1889–1960), Kommunalpolitiker (NSDAP) Curt Thomalla (1890–1939), Drehbuchautor, Neurologe und Sozialmediziner Paul Zierz (1913–1971), Mediziner Judy Winter (* 1944), Theater- und Filmschauspielerin sowie Synchronsprecherin

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben Theodor Jankowski (1852–1919), polnischer katholischer Geistlicher und Mitglied des Deutschen Reichstags, zeitweise Kaplan in Friedland Theodor Perniock (1852–1912), Jurist und Mitglied des Deutschen Reichstags, zwischen 1887 und 1891 am Amtsgericht Friedland tätig Alfons Nowack (1868–1940), deutscher Landeshistoriker und Priester, zwischen 1891 und 1894 Kaplan in Friedland Valentin Wojciech (1868–1940), Weihbischof in Breslau, 1902–1916 Pfarrer in Friedland

Gemeinde Die Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Korfantów umfasst ein Gebiet von 179,8 km². Es gliedert sich in die Stadt und eine Reihe von Dörfern.

Verkehr In Ost-West-Richtung verläuft die überörtliche Landesstraße 407. Nordwestlich des Ortskerns beginnt die Landesstraße 405 in Richtung Niemodlin (Falkenberg O.S.).

Partnerstädte und -gemeinden Friedland (Mecklenburg) Friedland (Niederlausitz) Friedland (Niedersachsen) Prawdinsk (Friedland in Ostpreußen), Russland Frýdlant v Čechách (Friedland (Isergebirge)), Tschechien Frýdlant nad Ostravicí (Friedland an der Ostrawitz), Tschechien Mieroszów (Friedland in Niederschlesien), Polen.

Literatur Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1865, S. 1144–1146. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preusz. Provinz Schlesien. 2. Auflage. Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 137–138.

Weblinks

Website der Stadt

Einzelnachweise

Kategorie:Gmina Korfantów Kategorie:Ort der Woiwodschaft Opole Kategorie:Ersterwähnung 1335 Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1742 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1867 Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1945 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1993