mini|Ansicht von Kadenbach (2020) Kadenbach ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Montabaur an. Bis zum 17. Dezember 1938 war die amtliche Schreibweise des Gemeindenamens „Cadenbach“.

Geographie Die Gemeinde liegt in der Augst im Westerwald zwischen Montabaur und Koblenz und im Naturpark Nassau.

Geschichte Kadenbach wurde am 1. August 1110 als „Catenbach“ erstmals urkundlich erwähnt, als der Trierer Erzbischof Bruno dem Florinsstift zu Koblenz ein Haus zu Errichtung eines Hospitals schenkte und mit Gütern in Kadenbach ausstattete. Im Jahr 1216 übertrug Erzbischof Theoderich II. das Hospital und die zugehörenden Güter an den Deutschen Orden in Koblenz. Der Deutsche Orden hatte bis 1809 die Grundherrschaft in Kadenbach. (PDF; 480 kB)

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Alflen landesherrlich zu Kurtrier und war dem Amt Ehrenbreitstein zugeordnet. Innerhalb des Amtsbezirks gehörte Kadenbach zum „Gericht in der Augst“ zu dem auch Arzbach, Eitelborn und Neuhäusel gehörten. Im Trierer Feuerbuch aus dem Jahr 1563 sind 14 Feuerstellen (Haushalte) in Kadenbach (Cadenbach) verzeichnet, im Jahr 1684 waren es 21.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 134, 153.

Durch den Reichsdeputationshauptschluss gelangte Kadenbach mit dem Amt Ehrenbreitstein 1803 zum Fürstentum Nassau-Weilburg bzw. ab 1806 zum Herzogtum Nassau und wurde 1816 dem Amt Montabaur zugeteilt. 1866 folgte der Übergang zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die Gemeinde ab 1867 zum Unterwesterwaldkreis in der Provinz Hessen-Nassau. Kadenbach gehört seit 1946 zum Land Rheinland-Pfalz und seit 1974 zum neu gebildeten Westerwaldkreis.

Das erste Schulgebäude von Kadenbach wurde 1836 vollendet, bereits 1878 folgte die Fertigstellung des neuen Schulgebäudes. Das bisherige Schulgebäude wurde daraufhin zur Lehrerwohnung. 1936 wurde die Schreibung „Kadenbach“ der offizielle Ortsname. Zahlreiche Neubauten wurden im 20. Jahrhundert ausgeführt, darunter 1946 bis 1948 die Neuanlage des Sportplatzes, 1950 die Anlegung des Friedhofs und 1953 die Kirche. Der Ausbau der Besiedelung wurde ab 1959 mit der ersten Bebauung der Freiherr-vom-Stein-Straße vorangetrieben. Weitere Siedlungsgebiete kamen in der Römer- (1969 und 1972) und Brunnenstraße (1969), „Auf der Höh“ (1980) und „Auf der Höh II“ (2001) dazu.

1962 wurde ein Brunnen in der Nähe des Sportplatzes gebohrt. 1978 folgte der Abriss des „Backes“. Die Grundschule musste 1986 aufgelöst werden. Ein neuer Kindergarten konnte dagegen 1988 fertiggestellt und 1994 vergrößert werden. Die Friedhofshalle und das Gemeindehaus wurden 1989 vollendet, die Neugestaltung des Dorfplatzes ebenfalls 1994 vorgenommen. 1995 schaffte sich die Gemeinde ein eigenes Wappen an. 1999 wurde der Naturentdeckungspfad „Binnbachtal“ eröffnet, 2000 die Kapelle „Maria in der Augst“ fertiggestellt. In den Jahren 2011/2012 wurde die alte Grillhütte aus den 1970er-Jahren abgerissen und durch ein finnisches Holzblockhaus mit überdachter Terrasse ersetzt.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Kadenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 268 1835 416 1871 502 1905 556 1939 520 1950 550 Jahr Einwohner 1961 637 1970 864 1987 1.188 1997 1.284 2005 1.447

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Kadenbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WGK Gesamt 2024 2 2 6 6 16 Sitze 2019 2 3 11 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 3 3 10 – 16 Sitze 2009 3 3 10 – 16 Sitze 2004 4 3 9 – 16 Sitze

Bürgermeister von Kadenbach Fabian Kirmse wurde am 26. August 2024 Ortsbürgermeister von Kadenbach. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 53,7 % gegen die Amtsinhaberin durchgesetzt.

Bisherige Amtsträger:

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Kadenbach

Wirtschaft und Infrastruktur 2006 wurde eine neue Filiale der Raiffeisenbank Unterwesterwald gebaut.

Ferner existiert eine Gaststätte, die über einen Saal für Vereinsveranstaltungen und Familienfeiern verfügt.

Verkehr Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Montabaur an der A 3 Köln–Frankfurt am Main, etwa zwölf Kilometer entfernt.

Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde existieren drei Kinderspielplätze sowie ein Ballspielplatz für Jugendliche.

Es existiert ein für drei Gruppen gebauter Kindergarten, der von der kath. Kirchengemeinde St. Josef betrieben wird.

Die Grundschule wurde 1986 geschlossen. Das alte Schulgebäude befindet sich wie das ehemalige Lehrerwohnhaus im Besitz der Gemeinde. Beide sind derzeit an Firmen vermietet.

Persönlichkeiten

Agnes Katharina Maxsein (1904–1991), Politikerin (CDU)

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Kadenbach Ortsgemeinde Kadenbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Montabaur

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Westerwaldkreis Kategorie:Ersterwähnung 1110