Knonau ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern (älter: Knonauer Amt, pop. Söiliamt) des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie war lange Zeit namengebend für den Bezirk Affoltern: Knonauer Amt (veraltet: Zürcher Freiamt, pop. «Söiliamt»). Der Name von Knonau im lokalen Mundart ist Chnoonau.
Geographie links|mini|Hinteruttenberg mini|Luftbild (1974) von Werner Friedli
Kantons Zürich und ist mit 6,48 km² vor Wettswil am Albis, Maschwanden und Ottenbach die flächenmässig viertkleinste Gemeinde im Bezirk Affoltern. Der grösste Anteil des Gemeindegebiets wird von Landwirtschaftsflächen eingenommen, die 64,8 Prozent umfassen. Weitere 17,3 Prozent sind Wald, 10,0 Prozent Siedlungsfläche, 7,4 Prozent Verkehrsfläche, 1,1 Prozent Gewässer und 1,7 Prozent unproduktive Fläche (Stand 2018).Gemeindeporträts. Knonau. Fläche. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018. Das Gemeindegebiet wird durch den Haselbach zur Lorze hin entwässert.
Das Dorf Knonau liegt auf und ist 23 Kilometer Luftdistanz von Zürich und 7 Kilometer Luftdistanz von Zug gelegen. Zur Gemeinde gehören auch die Weiler Vorderuttenberg, Hinteruttenberg und Baaregg.
Im Westen grenzt Knonau an Maschwanden, im Norden und Osten liegt die Gemeinde Mettmenstetten und ebenfalls im Osten die höher gelegene Gemeinde Kappel am Albis. Im Süden grenzt Knonau an die Gemeinden Steinhausen und Cham, die beide dem Kanton Zug angehören.
Geschichte mini|Schloss Knonau im Regimentsbuch des Junkers Gerold Escher
Erstmals schriftlich erwähnt wurde Knonau 1045 in einer Urkunde des Klosters Schänis, in der die Kirche Knonau und der dazugehörende Meierhof als Besitztum des Klosters genannt werden. Als Verwalter dieses Hofes amteten die Meyer von Knonau. Sie liessen sich in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Zürich nieder, wo sie sich einbürgern liessen. Schon bald waren sie im Rat der Stadt vertreten und stellten gar den Bürgermeister. Dank ihren Beziehungen konnten sie 1399 die Vogtei über das Dorf Knonau und weitere Dörfer erwerben.
1512 kaufte die Stadt Zürich die Vogtei Knonau samt einigen weiteren Rechten der Umgebung. Fortan residierte ein Landvogt auf dem Schloss Knonau, das die Stadt als Verwaltungssitz bauen liess.
Als 1830/31 im Kanton Zürich eine liberale Verfassung erlassen wurde, erhielten die Landgemeinden Gleichberechtigung mit der Stadt. Knonau wurde aus Tradition Hauptort des neu gegründeten Bezirks. Wegen der peripheren Lage wurde der Bezirkshauptort schon bald nach Affoltern am Albis verlegt.
Wappen
Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1450–1750: HLS, 1850–1950: Eidgenössische Volkszählungen (XLS; 927 kB), danach: Gemeindeporträts. Knonau. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022. Jahr Einwohner 1450 ca. 110 1634 226 1750 359 1850 594 1900 529 1950 649 2000 1439 2005 1509 2010 1802 2015 2094 2020 2368 2022 2411
Politik + Wähleranteile [%] Partei 2019 2023Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023. Diff. SVP 32,27 31,69 −0,58 SP 11,43 15,42 +3,99 glp 17,32 14,49 −2,84 Mitte – 11,26 + 3,25 FDP 9,20 8,63 −0,58 Grüne 11,35 7,05 −4,30 EVP 6,91 4,39 −2,51 CVP 5,34 – – BDP 2,67 – – AuF ZH – 2,58 EDU 2,19 1,96 −0,23 andere (8/11) 1,92 2,53 +0,61 % Die Gemeindeversammlung übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der sechsköpfige Gemeinderat. Gemeindepräsident ist Roland Buchmann (parteilos, Stand 2026).Gemeinderat. Website der Gemeinde Knonau.
Sehenswürdigkeiten
Verkehr Durch Knonau führt die 1864 Zürich-Zug-Luzern-Bahn eröffnete Bahnlinie Zürich–Affoltern am Albis–Zug. Sie wurde zunächst durch die Linie der S-Bahn Zürich bedient. Seit Dezember 2015 bedient neu die Knonau. Am Wochenende wird Knonau auch von der Nacht-S-Bahn bedient. Das Teilstück der Autobahn A4 mit dem Rastplatz Eitenberg wurde auf Gemeindegebiet bereits 1970 gebaut, jedoch erst im November 2009 eröffnet. Seit Dezember 2019 verkehrte die Buslinie Knonau, Bahnhof–Cham, Bahnhof der Zugerland Verkehrsbetriebe in einem dreijährigen Versuchsbetrieb.
Persönlichkeiten Heinrich Häberling (1764–1804), Freiamtsweibel bis 1789, Anführer der Zürcher Landschaft im Bockenkrieg Jakob Syz (1825–1891), Fabriksbesitzer und Abgeordneter zum Österreichischen Abgeordnetenhaus Ernst Frick (1888–1956), Anarchist und Maler Andreas Jordi (* 1961), Maler
Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Knonau (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1938, , S. 102–108 (Digitalisat). Bernhard Schneider: Geschichte der Gemeinde Knonau. Primusverlag, Affoltern am Albis 1982.
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Knonau Statistische Daten der Gemeinde Knonau
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde
Kategorie:Ersterwähnung 1045