mini|St.-Elisabeth-Kirche

St. Elisabeth ist die katholische Kirche in Zweidorf, einer Ortschaft der Gemeinde Wendeburg im Landkreis Peine (Niedersachsen). Sie gehört zur Pfarrgemeinde Heilig Geist mit Sitz in Braunschweig, im Dekanat Braunschweig des Bistums Hildesheim. Die Kirche ist nach der heiligen Elisabeth von Thüringen benannt und befindet sich im Pastor-Derks-Weg 2.

Geschichte 1568 wurde in Wendeburg die Reformation eingeführt, wodurch die Bevölkerung und die Kirche von Wendeburg lutherisch wurden. Die wenigen Katholiken in Wendeburg konnten die 1712 geweihte Nicolaikirche in Braunschweig besuchen. Nachdem die Nicolaikirche beim Bombenangriff auf Braunschweig am 15. Oktober 1944 zerstört worden war, wurde in Völkenrode eine Notkapelle für die im Raum Völkenrode wohnenden Katholiken eingerichtet, die auch den Katholiken aus Wendeburg zur Verfügung stand.

Nachdem sich durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa in Folge des Zweiten Weltkriegs katholische Heimatvertriebene auch im Raum Wendeburg niedergelassen hatten, wurde am 1. Juni 1946 eine Pfarrvikarie eingerichtet, sie umfasste die Ortschaften Bortfeld, Fürstenau, Harvesse, Neubrück, Sophiental, Völkenrode, Watenbüttel, Wedtlenstedt, Wendeburg, Wendezelle und Zweidorf. Zunächst fanden die Gottesdienste in der evangelischen Kirche und in der zur Notkapelle umgestalteten ehemaligen Volksküche statt. Später wurde ein Raum in der Wohnung des Pfarrers zur Notkapelle umgestaltet. Bereits 1951 wurde die heilige Elisabeth zur Schutzpatronin der Pfarrvikarie bestimmt.

1961 wurde das Kirchbaugrundstück an der Mühlenstraße erworben, und am 25. November 1962 erfolgte die Grundsteinlegung. Am 17. August 1963 wurde die Kirche durch Bischof Heinrich Maria Janssen eingeweiht, zu dieser Zeit gehörten etwa 1.100 Katholiken zum Einzugsgebiet der St.-Elisabeth-Kirche. 1963 wurde auch das Pfarrhaus erbaut.

Am 1. Januar 1964 wurde die Pfarrvikarie zur Kirchengemeinde Wendeburg-Zweidorf erhoben, zu ihr gehörten zunächst die Ortschaften Bortfeld, Ersehof, Fürstenau, Harvesse, Neubrück, Rüper, Sophiental, Wendeburg, Wendezelle, Wense und Zweidorf. Ab 1. Februar 1974 wurde vom Pfarrer auch die Kirchengemeinde St. Gereon in Vechelde betreut. 1976 wurde ein Jugend- und Pfarrheim erbaut. Am 4. Juli 1980 fand in Wendezelle der erste ökumenische Gottesdienst in der Gemeinde Wendeburg statt, gestaltet von Pastor Pfingsten (ev) und Pastor Derks (rk). Am Pfingstmontag 1997 wurde der zur Kirche führende Weg zu Ehren des ehemaligen, von 1963 bis 1993 amtierenden Pfarrers Theodor Derks als „Pastor Derks-Weg“ benannt. Im August 2006 wurde der Förderverein St. Elisabeth Wendeburg e.V. gegründet, er unterstützt den Unterhalt der Kirche. Aus der am 1. März 1997 mit Heilig Geist in Lehndorf gebildeten Seelsorgeeinheit ging am 1. November 2006 die Pfarrgemeinde Heilig Geist mit ihren drei Kirchen hervor. Die damals etwa 1.700 Mitglieder umfassende Kirchengemeinde St. Elisabeth war damit aufgelöst. Am 3. Dezember 2006 fand der erste gemeinsame Gottesdienst statt.

Architektur und Ausstattung Die in rund 69 Meter Höhe über dem Meeresspiegel gelegene Kirche wurde nach den Plänen des Architekten Johannes Reuter sen. aus Kassel erbaut, sie wird durch den kreuzbekrönten Eingangsturm betreten. Das von Wilhelm Polders aus Kevelaer geschaffene Kruzifix wurde zuvor beim Abschlussgottesdienst des 79. Deutschen Katholikentags im August 1962 im Hannoverschen Niedersachsenstadion verwendet und zur Kirchweihe vom Bischof der St.-Elisabeth-Kirche geschenkt. Eine einzelne Glocke ruft die Gläubigen zum Gottesdienst und erinnert an das Gebet. Damals fehlten die Finanzmittel für eine neue Glocke, so kam – zunächst leihweise, später günstig erworben – die 1908 für die Herz-Jesu-Kirche (Neckarsteinach) gegossene Bronzeglocke hier her, sie versieht ihren Dienst auch heute. Die Kreuzwegstationen schuf Heinrich Gerhard Bücker, die Marienstatue ist ein Werk von Josef Hauke. Die Orgel wurde 1966 von den Gebr. Krell aus Duderstadt erbaut. Das Instrument hat 13 Register auf zwei Manualwerken und Pedal.

Einzugsgebiet Das Einzugsgebiet der St.-Elisabeth-Kirche umfasst Bortfeld, Didderse, Ersehof, Fürstenau, Harvesse, Neubrück, Rüper, Sophiental, Völkenrode, Watenbüttel, Wedtlenstedt, Wendeburg, Wendezelle, Wense und Zweidorf.

Siehe auch Liste der Kirchen im Bistum Hildesheim Elisabethkirche

Literatur Rolf Ahlers: Kirchenführer St. Elisabeth zu Wendeburg. - Wendeburg, 1993, ISBN 3-9802525-6-6 Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Hildesheim. Teil 3, Region Braunschweig. Hildesheim 2001, ISBN 3-89366-522-6, S. 121–124. KirchenZeitung Nr. 35/2013 vom 1. September 2013, S. 16 (Artikel zum 50-jährigen Kirchweihjubiläum) Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 56/57. Pfarrchronik, 1983 von Pfarrer Theo Derks begonnen.

Weblinks

Internetpräsenz der Pfarrgemeinde Broschüre zum 30-jährigen Bestehen der St.-Elisabeth-Kirche

Einzelnachweise

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