Die Oskar-von-Miller-Schule (kurz: OvM) ist eine Berufsschule in Trägerschaft der Stadt Kassel. Die Schule ist eine rechtlich selbstständige berufliche Schule (RSBS), rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts (AÖR). Sie ist nach dem Begründer des Deutschen Museums benannt.

mini|Eine Kanone aus alter Zeit überreichte Baudirektor Noll (2.v.l.) 1962 bei der Einweihung dem Berufsschuldirektor Michel (l.). Die Kugel wurde bei den Erdbauarbeiten auf dem Baugelände der Schule gefunden.

Geschichte Die Schule entstand im Jahr 1962 aus der Teilung der Max-Eyth-Schule und firmierte zunächst als Berufsschule für Elektrotechnik. Schulstandort war zunächst die Wimmelstraße in Kassel. Nach der Einweihung des ersten Bauabschnittes im Jahr 1964 wurde der heutige Schulstandort an der Weserstraße auf dem ehemaligen Gelände des Klosters Ahnaberg bezogen.

Den Namen Oskar-von-Miller-Schule erhielt sie im April 1969. Gewählt wurde der Name, weil er allen Berufsgruppen, die damals dort ausgebildet wurden, gerecht wurde. Die Familie des Namensgebers stimmte dem Antrag des damaligen Schulleiters Günter Ehrlich zu und schenkte der Schule ein Bild des Vaters mit dem Ausspruch „Das Wohl der Menschheit ist der Sinn der Technik“. Dieses Motto begleitet sie seither und findet in den Dokumenten der Schulentwicklung und den pädagogischen Konzepten seine Bedeutung und Ausprägung. Die Schule war die erste Berufsschule, die den Namen Oskar von Miller tragen durfte.

Die Schülerzahlen haben sich seit 1962 kaum verändert. Waren es damals 2068 Schülerinnen und Schüler, so waren es mit leichten Schwankungen immer um die 2100. Die Oskar-von-Miller-Schule spannt mit ihren Bildungsangeboten den Bogen von der Berufsvorbereitung mit Elementen der beruflichen Grundbildung, über die duale Berufsausbildung bis hin zur beruflichen Weiterbildung in der Technikerschule.Günter Fuchs: 50 Jahre OvM – Festschrift, Gestaltung und Realisierung: Ahoidesign.de, Jonas Seemann, Kassel, S. 7–8.

Im Februar 2011 wurden die jahrzehntelangen Sanierungsarbeiten an dem Schulgebäude aus den 1960er-Jahren vorerst abgeschlossen. Das neue pädagogische Modell mit einer völlig neuen Lehr- und Lernkultur hatte auch Auswirkungen auch auf die Architektur. Statt der alten Klassenräume gibt es jetzt auf jeder Etage des Hauptgebäudes je einen großen sogenannten Max-Raum, wo auf einer Ebene 60 bis 80 Schüler gleichzeitig lernen können.Christina Hein: Oskar-von-Miller-Schule: Umbauarbeiten abgeschlossen – Berufsschulzentrum 2 für 37 Mio. Euro saniert. Frontalunterricht ist hier passé, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 25. Februar 2011

Das Hessische Kultusministerium zertifizierte die Schule 2012 als „Selbstständige Berufliche Schule (SBS)“.

Am 19. Mai 2014 fasste die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel den Beschluss, die Schule mit Wirkung zum 1. Januar 2015 in eine rechtlich selbstständige berufliche Schule (RSBS) umzuwandeln. Das Hessische Schulrecht ermöglicht diese Umwandlung gemäß § 127 e des Hessischen Schulgesetzes (HSchG). Die Schule kann damit eigenverantwortlich über freie Personalmittel verfügen, Personal für erweiterte pädagogische Aufgaben einstellen oder auch Verträge für schulische Assistenzkräfte abschließen.Christina Hein: Berufsschule mit neuer Rechtsform: Oskar-von-Miller-Schule ist nun selbstständig, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 11. Februar 2015 Die Oskar-von-Miller-Schule ist eine der ersten Schulen in Hessen und die erste in Kassel, die in dieser Rechtsform geführt wird.

Neue Lehr- und Lernkultur Von 2005 bis 2011 beteiligte sich die Oskar-von-Miller-Schule am Modellversuch „Selbstverantwortung Plus“ des Hessischen Kultusministeriums,Flyer Modellprojekt „Selbstverantwortung plus“, Hessisches Kultusministerium das der Schule größere Gestaltungsspielräume ermöglichte und 2012 zur Zertifizierung als „Selbstständige Berufliche Schule (SBS)“ führte.Selbstständige Berufliche Schule (SBS) Damit einher ging ein völliger Umbruch in der Konzeption und Gestaltung des Unterrichts, um das selbständige Lernen der Schüler zu fördern und sie dabei individuell zu unterstützen.Dietmar Johlen, Heinz-Dieter Hirth: Das Lernschrittkonzept, Projekt „Selbstständige Berufliche Schule“ (SBS), Hessisches Kultusministerium, Juni 2012 In einem zweiten Schritt kamen digitale Medien hinzu, die mittlerweile ganz selbstverständlich in den Lernalltag integriert sind.Tessa Moje: PB046: Digitale Medien in der Schule? Selbstverständlich!, Projekt #pb21 der Bundeszentrale für politische Bildung, 16. Juni 2014 Die neue Unterrichtsform findet mittlerweile internationales InteresseJöran Muuß-Merholz: Digitale Schule: Im Großlernbüro. In: Philipp Otto: Das Netz 2014/2015. Jahresrückblick Netzpolitik, iRights Media, Berlin 2014, ISBN 978-3-944362-25-0 und wurde von Schülern und Lehrern auf der re:publica 2014 vorgestellt.Lehrst du noch oder lernst du schon? - Moderne Schule ist (k)eine Frage der Technik. re:publica, 7. Mai 2014

Schulformen Zweijährige Fachschule für Technik Abschluss: Staatlich geprüfter Techniker, Schwerpunkte Computersysteme und Netzwerktechnik, Energietechnik und Prozessautomatisierung, Gebäudesystemtechnik, Technische Betriebswirtschaft (Aufbauqualifikation)

Berufsschule Elektrotechnik Fachkraft für Schutz und Sicherheit Fachkraft für Veranstaltungstechnik Informationstechnik Fahrzeugtechnik Anlagen- und Versorgungstechnik

Zweijährige Höhere Berufsfachschule Abschluss: Staatlich geprüfter Assistent Fachrichtung Informationsverarbeitung – Schwerpunkt Technik

Zweijährige Berufsfachschule Fachrichtung Technik Abschluss: Mittlerer Bildungsabschluss mit den Schwerpunkten Elektrotechnik, Mechatronik, Fahrzeugtechnik und Metalltechnik

Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung Förderprogramm PuSch – Praxis und SchuleEuropäischer Sozialfonds (ESF) Ein „PuSch“ für den erfolgreichen Start ins Berufsleben! Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen für Jugendliche und Erwachsene

Auszeichnungen 2013: „Beste Berufsschule“, Branchenaward der Ausbildungsmagazine Autofachmann und AutokaufmannKfz-Gewerbe: Beste Berufsschule ist in Kassel, Deutsche Handwerks Zeitung, 24. September 2013 2008: Innovationspreis für berufliche Schulen für das Lernmanagementsystem „OskarSiL“VhU-Innovationspreis für berufliche Schulen 2008, Pressemitteilung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände auf verbaende.com, 3. November 2008Praxisbeispiel OskarSiL, Hessischer Bildungsserver 2007: Förderprogramm „IdeenMacher“ der ThyssenKrupp AG und der WAZ für das Schülerprojekt „Ferngesteuertes Solarauto“Acht Schülerprojekte für Technik-Engagement ausgezeichnet, Pressemitteilung ThyssenKrupp AG, 22. März 2007Die Schüler der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel haben im Unterricht ein ferngesteuertes Solarauto konstruiert, Focus, 29. März 2007

Partnerschulen Die Oskar-von-Miller-Schule unterhält Partnerschaften zu folgenden Schulen: Otomotiv Endüstrisi İhracatçıları Birliği Teknik ve Endüstri Meslek Lisesi

Literatur Helmut Bernert (Red.): 100 Jahre gewerbliche Berufsschulen im Stadt- und Landkreis Kassel: Walter-Hecker-Schule, Max-Eyth-Schule, Oskar-von-Miller-Schule, Elisabeth-Knipping-Schule, Willy-Brandt-Schule, Herwig-Blankertz-Schule. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft der Direktoren der Gewerblichen Beruflichen Schulen der Stadt und des Landkreises Kassel, Kassel 2006, 2. veränd. Aufl. Roland Bödicker: 25 Jahre Oskar-von Miller-Schule Kassel, 1962–1987, Gewerblich-technische Berufs-, Berufsfach- und Fachschule der Stadt Kassel. Hrsg.: Oskar-von-Miller-Schule, Riehm, Kassel 1987

Weblinks Homepage

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Berufsbildende Schule in Hessen Kategorie:Schule in Kassel Kategorie:Anstalt des öffentlichen Rechts (Deutschland) Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1962