Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg (offizieller Name: Hohenwarth-Mühlbach a.M.) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich mit Einwohnern (Stand ).

Geographie Die Großgemeinde befindet sich am Übergang vom Waldviertel ins westliche Weinviertel an den Abhängen des Manhartsberges. Mühlbach wird von Gscheinzbach durchflossen und bei Hohenwarth entspringt der Gießgraben.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 43,59 Quadratkilometer, davon sind 55 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 8 Prozent Weingärten und 30 Prozent bewaldet.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): mini|Zemling Bösendürnbach () Ebersbrunn () Hohenwarth () Mühlbach am Manhartsberg () Olbersdorf () Ronthal () Zemling ()

Die Gemeinde besteht aus acht Katastralgemeinden Bösendürnbach, Burgfrieden, Ebersbrunn, Hohenwarth, Mühlbach am Manhartsberg, Olbersdorf, Ronthal und Zemling.

Auf dem Gemeindegebiet bestehen drei Pfarren – Hohenwarth, Mühlbach, Zemling – nebeneinander, die ursprünglich auch Schulorte waren.Gedächtnis des Landes: Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach a. M. - Ortsgeschichte; abgerufen am 7. Jän. 2019

Nachbargemeinden

Geschichte Ab 1968 begann ein Prozess der Gemeindezusammenlegungen, der mit 1. Jänner 1972 abgeschlossen wurde. Dabei wurden die ehemaligen eigenständigen Gemeinden Bösendürnbach, Burgfrieden, Ebersbrunn, Hohenwarth, Mühlbach, Olbersdorf, Ronthal und Zemling zur Großgemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg vereint.

In Gedenken an Joseph Misson wurde 1975 zur 100. Wiederkehr des Todestages des Mundartdichters und Priesters in dessen Geburtshaus eine Gedenkstätte eingerichtet. Im Jahr 2002 erfolge eine Neugestaltung der Gedenkstätte zu einem Museums. 2003 wurde der ehemals barocke Schlossgarten und der Englische Landschaftspark des Schlosses Mühlbach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mit Verordnung vom 1. Jänner 2019 wurden zur besseren Orientierung Straßenbezeichnungen eingeführt und dementsprechend eine neue Hausnummerierung.Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach a. M.: Amtliche Adressänderung; abgerufen am 7. Jän. 2019 Dabei wurden etwa 160 Straßennamen gemeinsam mit den Einwohnern erarbeitet. Zuvor wurden die Häuser, die neu gebaut wurden, unabhängig davon, wo sie standen, fortlaufend nummeriert und es entstand eine Situation, die sogar Einheimische überforderte.ORF-Online: 1.300 Menschen bekommen eine neue Adresse; abgerufen am 7. Jän. 2019

Einwohnerentwicklung

Seit 1991 ist die Wanderungsbilanz positiv oder ausgeglichen, sodass trotz negativer Geburtenbilanz die Bevölkerungszahl konstant bleibt. (Stand 2019)

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Mühlbach mini|Pfarrkirche Hohenwarth mini|Pfarrkirche Mühlbach am Manhartsberg mini|Pfarrkirche Zemling mini|Kellergasse in der Kremser Straße in Hohenwarth

Schloss Mühlbach: Erstmals 1083 genannt wurde das Schloss 1481 zerstört und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Renaissanceschloss neu erbaut. Im 19. Jahrhundert außen und innen Umgestaltung im Stil des Historismus und Anbau des Nordtraktes. Das Schloss befindet sich im Zentrum des Ortes Mühlbach. Die Besichtigung des Schlosses ist nur von außen möglich. Ein Teil der Räume wird Gruppen nach telefonischer Voranmeldung gezeigt. Außerdem wird das Schloss bei Veranstaltungen geöffnet.Informationstafel gegenüber dem Schloss Mühlbach, gesehen am 24. April 2015 Um das Schloss Mühlbach befinden sich ein französischer Garten, ein englischer Landschaftspark mit seltenen Bäumen, ein Teich aus dem 18. Jahrhundert und die ehemalige Orangerie. Der Schlosspark ist ganzjährig frei zugänglich.Barockgarten und Englischer Landschaftspark Mühlbach am Manhartsberg Katholische Pfarrkirche Hohenwarth Erzengel Michael Katholische Pfarrkirche Mühlbach am Manhartsberg hl. Martin Katholische Pfarrkirche Zemling Mariä Heimsuchung Misson-Museum: Das Misson-Museum ist der Kulturmittelpunkt der Region und befindet sich im Geburtshaus von Joseph Misson. Neben dem Misson-Museum befindet sich hier auch ein bedeutendes Dokumentationsarchiv der niederösterreichischen Mundartdichtung, welches durch den Mundart- und Missonforscher Walther Sohm in lebenslanger Arbeit geschaffen wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2010 gab es 94 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 44 Haupterwerbsbetriebe, die 72 Prozent der Fläche bewirtschafteten. Im Jahr 1999 waren es 134 Betriebe mit 57 im Haupterwerb. Im Produktionssektor gab es dreizehn Betriebe, die 34 Arbeitnehmer beschäftigten, überwiegend im Baugewerbe. Der Dienstleistungssektor gab in 54 Betrieben 124 Menschen Arbeit. Etwa ein Drittel war im Handel und ein Drittel in sozialen und öffentlichen Diensten beschäftigt (Stand 2011).

Regionale Zusammenarbeit: Die Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

Verkehr Durch den Ort führt die Retzer Straße B35 von Krems nach Retz und weiter zur Tschechischen Grenze.

Bildung In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.

Gesundheit In Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg ordiniert ein praktischer Arzt.

Politik Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 4 SPÖ und 1 Sonstige. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP, 5 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP und 4 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 SPÖ.

Bürgermeister

1895–1909 Leopold Diwald, Bürgermeister von Hohenwarth bis 2005 Josef Hagenbüchl (ÖVP) 2005–2015 Alfred Zeilinger (ÖVP) 2015–2025 Martin Gudenus (ÖVP) seit 2025 Daniela Hagenbüchl-Schabl (ÖVP)

Wappen Der Gemeinde wurde 1967 folgendes Wappen verliehen: Ein gevierter Schild, in eins und vier in Gold zwei einwärtsgekehrte ausgebreitete schwarze Adlerflügel, in zwei und drei in Rot über blauem dreispitzigem Felsen ein silberner Wachturm mit drei Zinnen und einer Fensteröffnung.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde

Franz Anton Engl von Wagrain (1702–1777), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von Belgrad (1734–1750) und Csanád (1750–1777) Joseph Misson (1803–1875), katholischer Ordensgeistlicher (Piarist) und österreichischer Mundartdichter (ui-Mundart, Epos „Da Naz“). Joseph Freiherr von Gudenus (seit 1907: Graf; seit 1919: Joseph Gudenus; 1841–1919), 1896–1902 Landmarschall des Niederösterreichischen Landtags Leopold Diwald (1862–1927), Landwirt und Politiker Ludwig Zack (1934–2015), Priester und Bundespräses von Kolping Österreich.

Personen mit Bezug zur Gemeinde Walther Sohm (1909–2001), Volksschuldirektor, niederösterreichischer Heimat- und Mundartforscher, in Bösendürnbach bei Mühlbach am Manhartsberg verstorben Jürgen E. Schmidt (1937–2010), Aufnahmeleiter und Musikproduzent, in Zemling verstorben

Literatur Roman Freudenschuss: Geschichtlicher Grundriss (Heimatkunde) über Siedlung, Burg und Kirche Zemling. Gemeinde Zemling, Zemling 1965

Weblinks

Webpräsenz der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1969