Die Erzherzog-Johann-Quelle, auch Stainzer Johannesquelle,Die Stainzer Johannesquelle rinnt wieder. Unterbrechung wegen Baumfalls. In: Wochenzeitung Weststeirische Rundschau, 25. Oktober 2024. 97. Jahrgang Nr. 43, S. 1.Zetinigg: Mineral- und Thermalquellen. S. 19.Elster: Stainz, S. 175 (in diesem Werk nur als Johannesquelle bezeichnet, Ortsangabe nicht Namensbestandteil: S. 139, 358, 369). Johannisquelle, Stainz-Teufenbacher Säuerling,Reibenschuh: Analyse. S. 797. Erzherzogs-QuelleMacher: Uebersicht. S. 7. genannt, ist eine Heilquelle in Sauerbrunn in der Weststeiermark.

Der Name der Quelle leitet sich von ihrem früheren Besitzer Erzherzog Johann ab.Planinc: Bad Sauerbrunn. Projekt. S. 14. Die Anlage, in der sich der Auslaufbrunnen für das Quellwasser befindet, wird „Bad Sauerbrunn“ genannt. Das Siedlungsgebiet, in dem sich die Quelle befindet, trägt nur den Namen „Sauerbrunn“ ohne den Zusatz „Bad“.

Lage Die Erzherzog-Johann-Quelle ist die Hauptquelle einer Gruppe von Quellen, die als „Wegquelle, Waldquelle, Nebenquelle, Bachquelle“Reibenschuh: Analyse. S. 786. o. ä. bezeichnet wurden. Die Quelle liegt im Ortsteil Sauerbrunn im Westen der Gemeinde Stainz (Gemeindeteil Marhof) auf etwa 500 m Seehöhe. Ihre Fassung befindet sich am Trogbach ca. 200 m flussaufwärts nordwestlich von dessen Mündung in den Stainzbach. Der Trogbach wird auch „Falleggbach“Elster: Stainz, S. 175. oder „Sauerbrunnbach“Planinc: Bad Sauerbrunn: Projekt. Planunterlagen im Anhang dieser Arbeit. genannt, er scheint auch als „Mauseggbach“ auf. Die anderen Quellen sind klein, in der Natur nur schwer auffindbar, aber an der (durch den Eisengehalt bewirkten) ockerfarbigen Umgebung des Quellauslaufes erkennbar. Im Tal des Trogbaches (Mausegger Graben) liegen die Hauptquelle, die Nebenquelle und die Bachquelle, im Stainzbachtal (Sauerbrunngraben), etwa 300 Schritte vom Zusammenfluss der beiden Bäche entfernt, sind die erste und die mittlere Waldquelle sowie die Wegquelle beschrieben.

Das Gelände um die Quelle (und damit auch diese selbst) steht ab 2015 im Alleineigentum der Gemeinde Stainz. Davor war es bis zur Zusammenlegung dieser Gemeinden Eigentum der Gemeinden Stainz, Marhof und Greisdorf. Dieser Grundbesitz umfasst circa fünf Hektar Grundstücksflächen, welche um den Zusammenfluss von Trogbach und Stainzbach liegen.Grundbuch Bezirksgericht Deutschlandsberg, Katastralgemeinde 61244 Trog, Einlagezahl 64. Gesamtfläche 49.401 m². Grundstücke 215/3, 215/6 (heutiger Quellpark), 310/1 (geplanter Standort des neuen Kurgebäudes), 351/2 (Standort der Quelle), 355/3 und 356/3. (abgefragt 17. September 2013). Um die Quelle liegen zwei Schutzgebiete, die sich im Wesentlichen auf das Flusstal und die daran liegenden Berghänge zwei Kilometer flussaufwärts des Stainzbaches, 500 m flussaufwärts des Trogbaches und zwei Kilometer flussabwärts des Stainzbaches erstrecken.Wasserbuch-Auszug des Landes Steiermark, Auszug aus dem Steirischen Wasserinformationssystem (WIS). Wasserbuch-Postzahl 3/1567, Bescheid 14-188 Ma 2/13-34 vom 19. Jänner 1935. In: GIS-Steiermark, Digitaler Atlas Steiermark, Kartenservice: Gewässer & Wasserinformation. (abgefragt 17. September 2013).

Entwicklung Die Erzherzog-Johann-Quelle war in der Antike bekannt. An ihr wurde eine „beträchtliche Anzahl von Bronzemünzen“ aus der Zeit der Kaiser Constantinus bis Arcadius, etwa von 292 bis 408 n. Chr. gefunden,Fritz Pichler: Ein neues Grabungsgebiet. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien. (MAG). Band XVII (Band VII. der Neuen Folge). Wien 1887. . Seite (die eckigen Klammern gehören zur Seitenzahl, der Band hat zwei Seitenummerierungen, einmal mit, einmal ohne diese Klammern). Die Stelle verweist weiters auf Josef Andreas Janisch: Topographisch-statistisches Lexikon von Steiermark mit historischen Notizen und Anmerkungen. Graz 1878–1885, S. 791. die sich danach im Besitz der Grafen von Meran befanden.Reibenschuh: Analyse. S. 788.

Eine Legende besagt, dass das Wasser dazu beigetragen habe, die Bewohner von Stainz vor der Pest zu schützen. Nach einer anderen Erzählung soll der leichte Schwefelgeruch im Umfeld der Quelle darauf zurückzuführen sein, dass der Teufel dort mit dem Sohn eines Bewohners der Gegend zur Hölle gefahren sei.

Im 14. Jahrhundert kam das umliegende Gebiet und mit ihm die Quelle in den Besitz des Chorherrnstiftes Stainz. Quellfassungen sind ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts dokumentiert. 1632 wird über einen „Brunn zu Staintz“ in einem „valle obscura“ berichtet, bei dem Schwefelwasser aus einem Holzrohr fließt.Bericht von J. F. Arquatus mit Übersetzung von J. C. Übelbacher. Zitiert nach: Zetinigg: Mineral- und Thermalquellen. S. 199. Die Quelle wird im 18. und 19. Jahrhundert von mehreren Publikationen erwähnt, so im Historisch-Topographischen Lexikon von Carl Schmutz, der zwei Sauerbrunnen bei Stainz erwähnt..Zetinigg: Mineral- und Thermalquellen. S. 199. Die Quelle scheint aber nicht immer auf, auch wenn der Sauerbrunngraben erwähnt ist. 1840 wurde sie mit dem Gut des 1785 aufgehobenen Stiftes Stainz von Erzherzog Johann erworben, ihr Name hat nichts mit Johannes dem Täufer oder anderen Heiligen zu tun.

1875 wurde die Quelle auf Betreiben des Sohnes von Erzherzog Johann, Franz Graf von Meran,Karl Dudek: Die Römerquelle Sauerbrunn. In: Wochenzeitung Weststeirische Rundschau, 12. Juni 2020. 93. Jahrgang Nr. 24, S. 7. neu gefasst, ein Brunnenrand aus Marmor umfasste sie, der Brunnen war mit einer Steinplatte abgedeckt. Sohle dieser Fassung war der anstehende Plattengneis.Maly: Analyse. S. 3. Die Anlage gehörte damals zum Stainzer Landgut der Nachkommen Erzherzog Johanns, der Grafen von Meran. Über diese Fassung wurde 1878 ein Pavillon aus Holz erbaut. Weiters entstand ein kleines Gebäude eines Kurbades 1883, es umfasste neben einer Wohngelegenheit Räume eines Gastgewerbes und einige Badekabinen. 1882 wurde die „gräflich Meransche Brunnenverwaltung“ gegründet und der Versand des Quellwassers in Flaschen aufgenommen. Ab 1883 war die Quelle Zentrum eines Kurbadebetriebes. Angeboten wurden Kuraufenthalte, Wannenbäder und Trinkkuren. Für Besucher bestand ein Kutschendienst des Gastwirtes Reinbacher aus Marhof mit 30 Pferden.

1908 ließ Hans Tauber sein Wohnhaus als Blockriegelbau oberhalb der Quellenanlage errichten, die „Villa Tauber“. Sie wurde später von seiner Tochter Margarete als Ergänzung zur (1978 eingestellten) Gastwirtschaft in Bad Sauerbrunn als „Pension Vogrin“ geführt. Das Haus bestand 2020 noch.Karl Dudek: Dr. Hans Tauber – ein Stainzer Heimatforscher der ersten Generation. In: Weststeirische Rundschau. Nr. 18, Jahrgang 2020 (1. Mai 2020), 93. Jahrgang. . Simadruck Aigner u. Weisi, Deutschlandsberg 2020, S. 9.

1920 erwarb Edgar von Rücker die Anlage und erhielt 1934 die Vertriebsgenehmigung für das Mineralwasser, das als „Stainzer Johannesquelle“ (ursprünglich „Johannisquelle“laut Auflage zur behördlichen Vertriebsgenehmigung: Karl Dudek: Die „Stainzer Johannesquelle“ - ein Naturjuwel besonderer Art. In: Zeitfenster: Unsere Heimat neu entdeckt! Hrsg. vom Verein Viana Styria, Jahrgang 2026, Heft 1, , S. 8.) bezeichnet wurde. Nach einer vorläufigen Verwaltung als deutsches Eigentum (v. Rücker war Deutscher) kaufte 1959 Ferdinand Wultsch das Anwesen.Planinc: Bad Sauerbrunn. Projekt. S. 16. Der Gewerbebetrieb war in dieser Zeit meist verpachtet. 1950 bestand er aus einem Gasthaus, das nur mehr vier Kurgäste beherbergen konnte.Helfried Patz: Ein neues „Römerbad“. Stainz im Schilcherland wird Badekurort. In: Weststeirische Volkszeitung. Nr. 8 (25. Februar 1950). , S. 2.

1960 wurde das Gasthaus renoviert, im Keller Badekabinen eingerichtet, die Zufahrtsstraße asphaltiert und eine neue Stromleitung errichtet. Der Gastbetrieb war an Frau Lochmann verpachtet.Karl Dudek: Die „Stainzer Johannesquelle“ - ein Naturjuwel besonderer Art. In: Zeitfenster: Unsere Heimat neu entdeckt! Hrsg. vom Verein Viana Styria, Jahrgang 2026, Heft 1, , S. 11. Ein neuer Fremdenverkehrsverein entstand ebenfalls. 1965 pachtete die Quelle Johann Klosius aus Söding, der mit dem Wasser eine Limonade mit dem Namen „Fontella“ erzeugte. Als Produktionsmenge werden etwa 800 Kisten zu je 25 Flaschen genannt, was den Kurbetrieb einschränkte. Die Gaststätte führte in dieser Zeit die Stainzer Dichterin Marianne Holzinger. Für den Limonade- und den Badebetrieb war die Schüttung der Quelle letztlich zu gering, auch die Limonadenerzeugung und der Wasserverkauf mussten 1978 beendet werden.

Das Wasser war hundert Jahre, von 1878 bis 1978, abgefüllt und verkauft worden („Stainzer Sauerbrunn“, „Stainzer Säuerling“ oder „Stainzer Johannesquelle“Siegrid Hirsch, Wolf Ruzicka: Heilige Quellen: Steiermark & Kärnten. 175 heilige Quellen: Ortsbeschreibung, der Weg zur Quelle, Allgemeines, Quelle und Kult, das Wasser. freya Verlag, Gallneukirchen 2004, ISBN 3-902134-31-3, S. 86.).Süd-Ost-Tagespost. 5. Februar 1960, S. 4. Das Abfüllgebäude schloss westlich an das Brunnenhaus an.

Die Anlage wurde 1983 an die drei damaligen Gemeinden Marhof, Greisdorf und Stainz verkauft. Die Gebäude des Badebetriebes wurden ab 1984 abgebrochen, nachdem sie einige Jahre leergestanden hatten, von den Anlagen existieren nur mehr geringe Mauerreste. Das im steiermärkischen Landesgesetzblatt genannte Grundstück (die Baufläche .37, ehemaliges Kurhaus) wurde mit einem anderen Grundstück zusammengelegt und existiert ebenfalls nicht mehr. Die bestehende Fassung entstand 1933, es wurde dabei ein Schacht 2,5 m tief bis unter das Niveau der Bachsohle des daneben fließenden Trogbaches gegraben. Das aussprudelnde Wasser war in einer Glasglocke sichtbar, es wurde in einen in die Erde gegrabenen Tiefspeicher mit ca. 3000 Liter Fassungsvermögen geleitet.Zetinigg: Mineral- und Thermalquellen. S. 196. 1959 entstand das noch bestehende Quellhaus.

Die Gemeinden betreuten gemeinsam die Grundstücke um die Quelle und machten ihr Wasser ca. 300 m südöstlich in einer kleinen Parkanlage an der Landesstraße L 642 „Sauerbrunnstraße“ frei zugänglich.Planinc: Bad Sauerbrunn. Projekt. S. 2. Der Quellauslauf bestand bis etwa 1990 aus einem Baumstamm mit einem ausgehöhlten Ast als Auslaufrohr und einem Tisch.Zetinigg: Mineral- und Thermalquellen. S. 360. (Bild). Später wurde ein Auslaufbrunnen aus Stein gemauert und zwei kleine Becken für Fußbäder errichtet. Der Brunnen wird über eine Rohrleitung aus der Quellfassung gespeist (das Rohr wird über eine Hängebrücke über den Stainzbach geführt). Der früher öffentlich zugängliche Wasserauslauf im QuellhausZetinigg: Mineral- und Thermalquellen. S. 359. (Bild). wurde verschlossen, das Quellhaus versperrt, in dessen Nähe befinden sich keine Nutzungsmöglichkeiten mehr.