mini|Wolfram Koch (2018) Wolfram Koch (* 10. Februar 1962 in Paris) ist ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Hörbuchsprecher.

Er zählt zu den profiliertesten Charakterdarstellern des deutschsprachigen Theaters und erlangte vor allem durch seine Rolle als Kriminalhauptkommissar Paul Brix im Frankfurter Tatort (2015–2024) breite Fernsehbekanntheit. Nach seinem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main gehörte Koch festen Ensembles bedeutender Bühnen an, darunter dem Schillertheater Berlin, dem Schauspielhaus Bochum und dem Deutschen Theater Berlin. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde er unter anderem mit dem Theaterpreis Berlin (2011), dem Gertrud-Eysoldt-Ring (2015) und dem Grimme-Preis (2017) ausgezeichnet.

Leben Herkunft und Ausbildung Wolfram Koch, Sohn eines NATO-Offiziers und einer Hausfrau, wuchs in Bonn auf, wo er bereits beim Jungen Theater erste Schauspielerfahrungen sammelte.Einen Jux will er sich machen. In: Welt am Sonntag vom 6. Mai 2007 Nach dem Abitur absolvierte er von 1984 bis 1988 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sein Schauspielstudium.

Theater Nach seinem Studium erhielt Koch sein erstes Engagement von 1988 bis 1990 am Schillertheater in Berlin. Ein weiteres Festengagement folgte von 1995 bis 2000 am Schauspielhaus Bochum. Seitdem ist er freischaffend und gastierte er an Theatern wie dem Schauspiel Frankfurt, dem Burgtheater in Wien, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und dem Deutschen Theater in Berlin.Wolfram Koch als Sprecher bei der Penguin Random House Verlagsgruppe, abgerufen am 18. Oktober 2021.

Mehrfach spielte Koch unter der Regie von Dimiter Gotscheff. Viel gelobt wurde seine Zusammenarbeit mit Samuel Finzi als komisches Duo an der Volksbühne, das auch gemeinsam die „Faust“-Theaterpreisverleihung 2010 moderierte. Das Künstler-Quartett Koch, Finzi, Gotscheff und Almut Zilcher erhielt 2011 den Theaterpreis Berlin für seine „epochalen Aufführungen, in denen sich großes Schauspielertheater mit außergewöhnlichen, klugen Zugriffen auf den Stoff verbindet“. Abgerufen am 7. Oktober 2013.

Seit 2017 ist Koch Mitglied der Akademie der Künste Berlin.Wolfram Koch bei der Akademie der Künste Berlin, abgerufen am 25. April 2023

Film und Fernsehen Sein Filmdebüt gab Koch als Dreizehnjähriger, abgerufen am 24. Februar 2022. in Vojtěch Jasnýs Böll-Verfilmung Ansichten eines Clowns als der von Helmut Griem gespielten Hauptfigur Hans Schnier im Kindesalter. Es folgten weitere Filmrollen als junger Heranwachsender wie als Klaus in der Christine-Nöstlinger-Verfilmung Die Ilse ist weg (1976) oder neben Willy Millowitsch und Alexander Allerson in Karl Wesselers Das Geld liegt auf der Bank (1978).

Nach einer langjährigen Konzentration auf seine Theaterarbeit intensivierte er erst ab Mitte der 1990er-Jahre wieder seine Präsenz vor der Kamera. Es folgten Gastrollen in namhaften deutschen Kriminalserien, darunter Ein Fall für zwei (1996/2004), Die Kommissarin (1999/2006) und Der Staatsanwalt (2005). Positive Kritiken erhielt er 2007 für seine Rolle des Dr. Roman Herbst, der seinen Kollegen, den Neurochirurgen Dr. Martin York (dargestellt von Christoph Waltz) bewusst schaden will, indem er eine ihm bekannte Wechselwirkung seiner Patienten von Nicotin und Neuranidal verschweigt, um ihn berufsunfähig zu machen, in der Krimiserie Der letzte Zeuge mit Ulrich Mühe.

Im Fernsehen war Koch zudem in mehreren Filmen zu sehen. Seine Darstellung des unter Druck stehenden Banken-Vorstands Jochen Bader im Wirtschaftsthriller Dead Man Working (2016) brachte ihm 2017 den Grimme-Preis ein. Unter der Regie von Elke Hauck übernahm er im Drama Gefangen (2021) die Hauptrolle des Polizisten Harry Österreich, der von einem erlebten tödlichen Autounfall einer Familie mit Kindern nicht mehr losgelassen wird. Darüber hinaus wirkte er in europäischen Koproduktionen wie der Drama-Serie Eden (2019) mit und übernahm Rollen in modernen Streaming- und Serienformaten, darunter dem dystopischen Sky-Original Helgoland 513 (2024) sowie der Thrillerserie Totenfrau (2022).

Nachdem Koch bereits ab 2005 in mehreren Folgen der ARD-Kriminalfilmreihe Tatort gastierte, präsentierte ihn der Hessische Rundfunk im Oktober 2013 als neuen Tatort-Ermittler für seinen Wohnort Frankfurt am Main.Oliver Teutsch: Reine Krimikost. In: fr-online.de vom 7. Oktober 2013 2015 trat er als Kriminalhauptkommissar Paul Brix gemeinsam mit Margarita Broich die Nachfolge von Joachim Król und Nina Kunzendorf an. Sein 19. und letzter Fall wurde am 29. September 2024 ausgestrahlt.

Sein filmisches Schaffen zeichnet sich durch eine große Bandbreite von Charakterrollen in Arthouse-Kinoproduktionen und zeitgeschichtlichen Fernsehdramen aus. Im Kino war er unter anderem in Literaturverfilmungen und Beziehungsdramen wie Hannah (2006), Die Entdeckung der Currywurst (2008) sowie Draussen ist Sommer (2012) zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit im Historienkino erlangte er durch seine Rolle als Feldjustiziar im Kriegsdrama Der Hauptmann (2017) von Robert Schwentke sowie an der Seite von John Malkovich in der Historien-Satire Seneca – Oder: Über die Geburt von Erdbeben (2023). Regisseurin Anna Roller besetzte ihn als Konstantin Arnheim neben Martina Gedeck in der Leif-Randt-Romanverfilmung Allegro Pastell, die in der Panorama-Sektion der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2026 uraufgeführt wurde.

Sprechertätigkeit Neben seiner Arbeit vor der Kamera ist Koch kontinuierlich als Hörbuchinterpret und Hörspielsprecher tätig. Seine markante, wandlungsfähige Stimme setzt er dabei sowohl für klassische literarische Stoffe als auch für zeitgenössische Kriminalliteratur ein. Einem breiten Publikum wurde er insbesondere als Stammsprecher der Hörbuchfassungen des dänischen Autors Jussi Adler-Olsen bekannt, dessen Kriminalromane rund um das Sonderdezernat Q (darunter Erbarmen, Schändung und Erwartung) er für den Audio Verlag einlas. Zudem interpretierte er Werke von Autoren wie Arthur Conan Doyle, John le Carré und Franz Kafka. Für seine Interpretationen wurde er mehrfach für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert.

Im Bereich des Hörspiels wirkte Koch in zahlreichen Produktionen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten mit. Zu seinen nennenswerten Arbeiten gehört die Mitwirkung in der aufwendigen, mehrteiligen Hörspieladaption von Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz (RBB/BR 2007) sowie in verschiedenen Produktionen des Hessischen Rundfunks (hr) und des Westdeutschen Rundfunks (WDR).

Seit 2026 sind er als Sprecher und Stefan Weinzierl als Musiker in einer Konzertlesung von Erskine Childers Das Rätsel der Sandbank zu hören.

Privates Wolfram Koch ist seit 1986 verheiratet und hat vier gemeinsame Kinder, darunter den ebenfalls als Schauspieler tätigen Max Philip Koch (* 1988). Er lebt in Frankfurt am Main.

Filmografie Filme

Fernsehserien und -reihen

Theater (Auswahl)

Hörspiele und Hörbücher (Auswahl)

Auszeichnungen 2015: Gertrud-Eysoldt-Ring gemeinsam mit Samuel Finzi für ihre Darstellung als Estragon und Wladimir im Drama Warten auf Godot am Deutschen Theater Berlin 2017: Grimme-Preis (als Darsteller gemeinsam mit Benjamin Lillie) für Dead Man Working53. Grimme-Preis 2017. Abgerufen am 14. September 2021

Weblinks

(mit Fotogalerie) Wolfram Koch bei der Agentur Schlag

Einzelnachweise

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