Die Europawahl in Österreich 2014 fand im Rahmen der EU-weiten Europawahl 2014 am 25. Mai 2014 statt. In Österreich wurden 18 der 751 Sitze des Europäischen Parlaments vergeben.
Ausgangssituation Bei der Europawahl 2009 mussten die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP Verluste hinnehmen. Die ÖVP wurde stärkste Partei. Ursprünglich entfielen auf Österreich 17 Sitze, nach der Erweiterung des Parlaments nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon 2011 erhielt Österreich zwei weitere Sitze. Durch den Beitritt Kroatiens reduzierte sich die Zahl auf 18 Sitze ab der 8. Wahlperiode (2014–2019).
Bei der Nationalratswahl 2013 wurde die große Koalition trotz Stimmenverlusten bestätigt. Gleichzeitig kamen zwei neue Parteien ins Parlament, das Team Stronach und NEOS, während das Bündnis Zukunft Österreich den Wiedereinzug in den Nationalrat verpasste.
+ Ergebnisse der Europawahl 2009 und der Nationalratswahl 2013 Partei Europa- Partei Europawahl 2009 Nationalratswahl 2013 Anteil Mandate 2009 Mandate 2011 Anteil Mandate ÖVP EVP 30,0 % 6 6 24,0 % 47 SPÖ SPE 23,7 % 4 5 26,8 % 52 MARTIN − 17,7 % 3 3 FPÖ EAF 12,7 % 2 2 20,5 % 40 GRÜNE EGP 9,9 % 2 2 12,4 % 24 BZÖ − 4,6 % — 1 3,5 % — NEOS − (0,7 %) — — 5,0 % 9 FRANK − 5,7 % 11 KPÖ EL 0,7 % — — 1,0 % — Sonstige 1,0 % — Gesamt 17 19 183
+ Die österreichischen Abgeordneten im Europaparlament im Oktober 2013 Fraktion EVP S&D Grüne/EFA fraktionslos Partei ÖVP SPÖ Grüne FPÖ MARTIN parteilos Abgeordnete Othmar Karas (ab 14. Juli 2009) Elisabeth Köstinger (ab 14. Juli 2009) Paul Rübig (ab 14. Juli 2009) Richard Seeber (ab 14. Juli 2009) Hubert Pirker (ab 31. März 2011) Heinz Becker (ab 1. April 2011) Hannes Swoboda (ab 14. Juli 2009) Karin Kadenbach (ab 14. Juli 2009) Jörg Leichtfried (ab 14. Juli 2009) Evelyn Regner (ab 14. Juli 2009) Josef Weidenholzer (ab 1. Dezember 2011) Ulrike Lunacek (ab 14. Juli 2009) Eva Lichtenberger (ab 14. Juli 2009, trat zur Wahl 2014 nicht mehr an). Andreas Mölzer (ab 14. Juli 2009) Franz Obermayr (ab 14. Juli 2009) Hans-Peter Martin (ab 14. Juli 2009) Martin Ehrenhauser (ab 14. Juli 2009, gewählt über Liste Martin) Ewald Stadler (ab 7. Dezember 2011, gewählt über BZÖ) Angelika Werthmann (ab 14. Juli 2009, gewählt über Liste Martin)
Wahlrecht Bei der Europawahl in Österreich sind alle Personen wahlberechtigt, die über die österreichische Staatsbürgerschaft und einen Wohnsitz in Österreich verfügen, österreichische Staatsbürger ohne Wohnsitz in Österreich sowie nicht österreichische Unionsbürger mit Hauptwohnsitz in Österreich. Zudem müssen Wahlberechtigte spätestens am Wahltag das 16. Lebensjahr vollenden und am Stichtag in die Wählerevidenz/Europa-Wählerevidenz einer österreichischen Gemeinde eingetragen sein. Das passive Wahlrecht haben bei der Europawahl all jene Personen, die selbst wahlberechtigt sind und am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Es besteht eine explizite Sperrklausel von vier Prozent. Durch die verwendete Sitzzuteilung nach dem D’Hondt-Verfahren ist aber erst ab einem Stimmenanteil von 5,27 % ein Mandatsgewinn sicher.
Kandidaturen Um zur Wahl anzutreten, mussten wahlwerbende Gruppen die Unterstützungsunterschrift eines Mitglieds des Europaparlaments, dreier Mitglieder des Nationalrates oder von 2600 Wahlberechtigten vorlegen. Kandidaturen waren bis 10. April einzureichen. Über die endgültige Zulassung und Reihung entschied die Bundeswahlbehörde am 23. April. Folgende Listen wurden zugelassen:
Liste Europäische Partei Spitzenkandidat ÖVP Österreichische Volkspartei – Liste Othmar Karas Europäische Volkspartei Othmar Karas SPÖ Sozialdemokratische Partei Österreichs Sozialdemokratische Partei Europas Eugen Freund FPÖ Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) – Die Freiheitlichen Europäische Allianz für Freiheit Harald VilimskyMölzer zieht sich komplett von FPÖ-Liste zurück. Die Presse, 8. April 2014. GRÜNE Die Grünen – Die Grüne Alternative Europäische Grüne Partei Ulrike Lunacek BZÖ BZÖ – Liste Mag. Werthmann – Angelika WerthmannNach Werthmann-Alde-Ausschluss: Ulrike Haider legt Kandidatur für EU-Wahl zurück. OTS, 8. April 2014 (APA-Meldung); abgerufen am 8. April 2014. NEOS NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa Angelika Mlinar REKOS Die Reformkonservativen – Liste Ewald Stadler Bewegung für ein Europa der Freiheit und der Demokratie Ewald StadlerEx-BZÖ-Abgeordneter will bei Europa-Wahl im Mai 2014 mit eigener Liste antreten. Der Standard ANDERS Europa Anders – KPÖ, Piratenpartei, Wandel und Unabhängige Europäische Linke/Europäische Piratenpartei Martin Ehrenhausereuropaanders.at EUSTOP EU-Austritt, Direkte Demokratie, Neutralität (EU-Stop) –neuwal.com Rudolf Pomaroli und Robert MarschallEU-Wahl: Die Kurzporträts der Spitzenkandidaten
Zunächst war von der FPÖ eine „Doppelspitze“ geplant, bestehend aus Andreas Mölzer auf dem ersten Listenplatz und Vilimsky auf dem zweiten. Mölzer musste seine Kandidatur in Folge mehrerer heftig kritisierter Aussagen am 8. April 2014 zurückziehen. Die ursprüngliche Spitzenkandidatin für das BZÖ, Ulrike Haider-Quercia, erklärte am 8. April 2014 die Kandidatur für die EU-Wahl zurückzulegen. EUSTOP will der Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie beitreten. Wahlbündnis aus Bündnis Neutrales Freies Österreich und EU-Austrittspartei Nach Fusion mit LIF
Hans-Peter Martin (Liste Dr. Martin) erklärte im März 2014, nicht noch einmal zur Wahl anzutreten. Falter, 25. März 2014 Das im Nationalrat vertretene Team Stronach (TS) gab am 8. April 2014 bekannt, nicht für die EU-Wahl zu kandidieren.Nachbaur: „Die Neos sind ein moderner Männerklub“. derStandard.at, 8. April 2014; abgerufen am 8. April 2014. Die Monarchisten – Schwarz-Gelbe Allianz (SGA) sammelte Unterstützungsunterschriften, konnte aber die geforderte Anzahl nicht beibringen.neuwal.com Die Partei Bündnis Zukunft Österreich und das Wahlbündnis Europa anders sammelten trotz der Möglichkeit, die Unterschrift eines ihrer Kandidaten zu nutzen, die notwendigen 2600 Unterschriften.
Umfragen Institut Datum Karmasin 25 % 22 % 21 % 12 % 8 % 3 % 2 % 1 % n.a. 4 % n.a. 2 % Karmasin 26 % 22 % 22 % 12 % 9 %, JuLis 1 % 2 % 1 % 1 % 1 % n.a. n.a. 4 % Hajek 26 % 20 % 21 % 13 % 10 % 5 % 2 % n.a. n.a. n.a. n.a. 3 % Gallup 24 % 22 % 22 % 13 % 10 % 3 % 2 % n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. Oekonsult 23,2 % 21,7 % 22,7 % 15,8 % 10,8 % 2,5 % 2,0 % 1,5 % n.a. n.a. n.a. n.a. Gallup 25 % 23 % 22 % 13 % 12 % 2 % n.a. n.a. 1 n.a. n.a. n.a. Gallup 24 % 24 % 23 % 13 % 12 % 2 % n.a. n.a. 1 % n.a. n.a. n.a. IFES 20 % 24 % 22 % 14 % 12 % 3 % n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. 5 % Gallup 23 % 23 % 22 % 14 % 13 % 1 % n.a. n.a. 1 % n.a. n.a. 3 % meinungsraum.at 20 % 24 % 23 % 13 % 13 % 1 % n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. 6 % Gallup 22 % 22 % 23 % 14 % 13 % 2 % n.a. n.a. 1 % n.a. n.a. 3 % Karmasin 22 % 23 % 22 % 14 % 12 % 2 % n.a. 1 % 1 % n.a. n.a. 3 % Gallup 22 % 23 % 22 % 14 % 12 % 2 % 1 % 2 % n.a. 1 % n.a. 1 % Hajek/ATV 24 % 25 % 22 % 10 % 12 % 3 % n.a. n.a. 1 % n.a. n.a. 3 % Market 23 % 21 % 22 % 15 % 12 % n.a. 2 % 2 % n.a. 2 % n.a. 1 % Unique research 26 % 23 % 20 % 11 % 13 % 3 % 0 % n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. Gallup 22 % 24 % 21 % 13 % 13 % n.a. 1 % 2 % 1 % 1 % n.a. 2 % Oekonsult 25 % 22 % 21 % 13 % 12 % n.a. 2 % 2 % 1 % 1 % n.a. n.a. Unique research 26 % 23 % 19 % 12 % 14 % n.a. n.a. 2 % 1 % 1 % n.a. 2 % Gallup 24 % 24 % 19 % 13 % 13 % – – 1 % 2 % 2 % n.a. 2 % Unique research 26 % 24 % 18 % 13 % 14 % – – n.a. n.a. n.a. n.a. 5 % Gallup 23 % 24 % 20 % 13 % 13 % – – 1 % 1 % 2 % n.a. 3 % Gallup 24 % 24 % 19 % 13 % 14 % – – 1 % 1 % 3 % n.a. 1 % meinungsraum.at 24 % 23 % 21 % 12 % 14 % – – 1,5 % 1,5 % 1,5 % 1,5 % – Unique research 25 % 24 % 20 % 12 % 13 % – – 1 % 2 % 3 % 0 % – Gallup 24 % 24 % 20 % 13 % 12 % – – 2 % 1 % 3 % n.a. 1 % OGM 25 % 26 % 20 % 13 % 11 % – – – – – – n.a. Market 22 % 23 % 21 % 16 % 14 % n.a. n.a. 1 % 1 % 1 % n.a. n.a. Hajek 26 % 25 % 20 % 12 % 11 % n.a. n.a. 1 % 1 % 3 % n.a. 1 % Gallup 22 %−24 % 23 %−25 % 20 %−22 % 12 %−13 % 12 %- %14 % n.a. n.a. 1 %−2 % 0,5 %-1,5 % 2 %−3 % n.a. n.a. Unique research 26 % 25 % 20 % 13 % 10 % n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. 6 %
gerahmt|links|Umfragewerte
Ergebnis
Fraktionen im Europäischen Parlament
Ergebnis nach Ländern Land Listen (%) Gültige Stimmen Burgenland 31,0 33,5 17,8 8,0 4,9 2,5 1,2 0,8 0,2 120.344 Kärnten 19,9 32,8 20,2 12,5 6,6 4,1 1,4 1,1 1,4 168.366 Niederösterreich 33,0 23,0 19,0 11,2 7,4 3,2 1,7 1,2 0,3 673.844 Oberösterreich 28,0 24,4 20,5 13,4 7,3 2,5 2,0 1,3 0,5 512.942 Salzburg 32,2 21,4 18,6 14,1 7,1 3,2 1,5 1,5 0,4 155.754 Steiermark 25,3 22,8 24,2 13,1 8,7 2,3 2,1 1,0 0,5 406.115 Tirol 32,4 16,7 17,4 17,5 9,7 2,7 1,7 1,4 0,4 187.539 Vorarlberg 28,2 10,6 17,1 23,3 14,9 1,6 1,7 2,2 0,4 104.759 Wien 16,6 27,6 18,2 20,9 9,1 2,4 4,0 0,9 0,3 493.898 Quelle: Bundesministerium für Inneres (PDF; 1,8 MB)
Abgeordnete Liste der österreichischen Abgeordneten zum EU-Parlament (2014–2019) Liste der Mitglieder des 8. Europäischen Parlamentes
Weblinks
BM.I Bundesministerium für Inneres – Europawahl 2014 BM.I Ergebnis Europawahl 2014 Analysen zur Europawahl 2014 auf der Website des SORA-Instituts
Einzelnachweise
Umfragen
2014 Osterreich