6. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft zentriert|170px Resultate Superliga (Endstand nach 40 Entscheidungen) – 20./21. Juni 2015Zentralstadion Platz Land Punkte 1 349,5 2 323,5 3 319,0 4 306,5 5 296,0 6 295,0 7 284,5 8 246,5 9 222,0 10 194,0 11 155,5 12 128,0 ← Braunschweig 2014 Villeneuve-d’Ascq 2017 → abgestiegen in die 1. Liga der nächsten Team-EM mini| Die 6. Leichtathletik-Team-Europameisterschaft (englischer Sponsorenname: 6th SPAR European Team Championships), kurz auch Team-EM, wurde am 20. und 21. Juni 2015 im Zentralstadion der russischen Stadt Tscheboksary ausgetragen und umfasste vierzig Disziplinen (20 Männer, 20 Frauen).
Parallel wurden die Wettbewerbe der drei darunter gestuften Ligen ausgetragen: 1. Liga in Iraklio (Griechenland) 2. Liga in Stara Sagora (Bulgarien) 3. Liga in Baku (Aserbaidschan)
Die insgesamt vier Ligen setzten sich aus folgenden Nationen zusammen: Superliga (12 Teams): Belarus, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen, Polen, Russland, Schweden, Spanien, Ukraine Erste Liga (12 Teams): Belgien, Estland, Griechenland, Irland, Lettland, Litauen, Niederlande, Portugal, Rumänien, Schweiz, Tschechien, Türkei Zweite Liga (8 Teams): Bulgarien, Dänemark, Island, Kroatien, Serbien, Slowenien, Ungarn, Zypern Dritte Liga (14 Teams): AASSE (kombiniertes Team „kleiner Länder“ mit Gibraltar, Liechtenstein, Monaco und San Marino), Albanien, Andorra, Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Israel, Luxemburg, Malta, Moldawien, Montenegro, Nordmazedonien, Österreich, Slowakei
Modus Jede Nation war in jeder Disziplin durch jeweils einen Athleten bzw. eine Staffel vertreten. Auch die Wertungssystematik wurde angewendet wie zuvor: Die Nation des Siegers einer Disziplin erhält in der Team-EM jeweils eine mit der Zahl der Teilnehmer identische Punktzahl, abnehmend bis zur Nation des Letztplatzierten mit einem Punkt.
Die gemeinsame Wertung für Männer und Frauen fand auch hier in Tscheboksary Anwendung.
Auch das System des Auf- bzw. Abstiegs zur Festlegung der Teilnehmer in den einzelnen Ligen wurde fortgesetzt. Für die Superliga wurden drei Absteiger festgelegt, in Liga 1 gab es entsprechend drei Aufsteiger, absteigen mussten dort zwei Teams. So stiegen aus Liga 2 ebenfalls zwei Nationen auf.
In Liga 2, die bislang nur aus acht Teams bestand, wurde für die kommende Austragung eine Änderung eingeführt: Diese Gruppe sollte aufgestockt werden auf zwölf Teilnehmer. So gab es keine Absteiger in die 3. Liga und gleichzeitig vier statt wie bisher zwei Aufsteiger aus der untersten Klasse in die 2. Liga.
Die zur Straffung der Veranstaltung im Europacup 1997 eingeführte Praxis mit Regeländerungen wurde nun unverändert aus dem Jahr 2011 angewendet: Vertikale Sprünge: Wie üblich erfolgt das Ausscheiden nach drei Fehlversuchen bei einer Höhe. Darüber hinaus ist der Wettkampf für jeden Springer nach insgesamt vier individuellen Fehlversuchen beendet. Steht ein Springer als Sieger fest, darf er so lange weiterspringen, bis er drei Fehlsprünge hintereinander aufweist. Horizontale Sprünge/Kugelstoßen/Wurfdisziplinen: Jeder Athlet hat nur maximal vier Versuche. Alle Sportler erreichen die dritte Runde. Die vier danach Bestplatzierten erhalten einen weiteren Versuch. Alle Teilnehmer mit mindestens einem gültigen Versuch erhalten Punkte.
Bei den Läufen, die auf der gesamten Distanz in Bahnen zu absolvieren waren (100, 200, 400 Meter, 100 Meter Hürden, 110 Meter Hürden, 400 Meter Hürden, Staffeln) und die deshalb in zwei Teilrennen ausgetragen werden mussten, wurde die Reihenfolge von den letzten beiden Jahren beibehalten, das heißt zuerst fand der jeweils stärker besetzte Lauf statt.
Die Team-Europameisterschaft 2015 Der Wettbewerbskatalog blieb weiter unverändert.
Im Laufe der Jahre wich der Austragungsrhythmus der Team-EM ab von dem des früheren Europacups, der zuletzt jährlich stattgefunden hatte. Die Team-EM dagegen sollte in Jahren mit Olympischen Sommerspielen nicht ausgetragen werden. In Jahren mit Leichtathletik-Europameisterschaften fand die Team-EM nur statt, wenn es in derselben Saison keine Olympischen Spiele gab. Nach 2014 wurde dann in allen Jahren mit Leichtathletik-Europameisterschaften keine Team-EM mehr ausgetragen.
Die Rahmenbedingungen waren bei dieser Team-EM witterungsbedingt deutlich besser als bei den drei letzten Austragungen. Die Temperaturen lagen mit um die 30° Celsius für die meisten Disziplinen in einem leistungsfördernden Bereich. Die russische Mannschaft wurde intensiv unterstützt vom heimischen Publikum und lag am Ende in der Gesamtrechnung zunächst vorn. Doch die später nach und nach erfolgten dopingbedingten Disqualifikationen von ausschließlich russischen Sportlern (siehe Abschnitt „Doping“ unten) trübten dieses Bild und warfen zum wiederholten Mal kein gutes Licht auf den Sport in diesem Land.Silke Bernhart, Nach Dopingfällen: DLV erhält nachträglich Gold der Team-Europameisterschaft 2015, leichtathletik.de am 11. August 2021, abgerufen am 21. April 2024
Gute Leistungen gab es durch den russischen Weitspringer Alexander Menkow mit 8,26 m. Diese Weite gelang auch dem zweitplatzierten Franzosen Kafétien Gomis. Die Russin Jekaterina Konewa erzielte im Dreisprung ausgezeichnete 14,98 m, bei denen der Rückenwind allerdings zu stark für eine Aufnahme der Leistung in die Bestenlisten blies. Bei einem Gegenwind von 2,6 m/s kam ihr Landsmann Sergei Schubenkow über 110 Meter Hürden ins Ziel. Daniil Zyplakow, ein weiterer Russe, überquerte im Hochsprung gute 2,33 m. Im Stabhochsprung erzielte die Deutsche Silke Spiegelburg 4,75 m, die Russin Anschelika Sidorowa belegte mit 4,70 m Platz zwei. Bemerkenswert waren auch die 21,12 m des Deutschen David Storl im Kugelstoßen. Weitere starke Ergebnisse erzielten die Britin Eilidh Child mit 54,46 s über 400 Meter Hürden, ihr Landsmann Jarryd Dunn (45,09 s über 400 Meter), der Russe Denis Kudrjawzew (400 Meter Hürden in 48,66 s), die Russin Darja Klischina (6,96 m im Weitsprung), die Russin Marija Kutschina (1,99 m im Hochsprung). Noch höher einzustufen sind die 81,64 m des Polen Paweł Fajdek und die 78,28 m der Polin Anita Włodarczyk (beide Weiten erzielt im Hammerwurf).2015 European Team Championships (englisch), sport-olympic.gr, abgerufen am 21. April 2024
Zum vierten Mal in Folge wurde das mit Abschluss der Veranstaltung ermittelte Endergebnis durch nachträglich erfolgte Disqualifikationen von Dopingbetrügern beeinträchtigt – siehe Abschnitt „Doping“ unten. Es gab Verschiebungen in der Reihenfolge, alle Punktwerte änderten sich ganz erheblich. So schob sich Titelverteidiger Deutschland am Ende wieder ganz vorn und gewann die Team-EM zum fünften Mal. Lediglich 2010 hatte das deutsche Team den Wettbewerb nicht siegreich beendet – damals gewann Russland vor Großbritannien und Deutschland. Das hier im eigenen Land zunächst siegreiche Russland fiel auf Rang vier zurück, Deutschland, Frankreich und Polen rückten um jeweils einen Platz nach vorn. Auf den Abstiegsplätzen gab es keine Verschiebungen in der Reihenfolge, sodass es nicht wie 2011 in Stockholm zu Benachteiligungen kam. Den Abstieg antreten mussten schließlich die beiden letztjährigen Aufsteiger Finnland und Norwegen sowie die Mannschaft aus Schweden.
Die unteren Ligen waren diesmal weniger betroffen von nachträglichen Verschiebungen durch Dopingsünder. Nur in Liga 3 gewann am Ende die Slowakei vor dem zunächst siegreichen Team aus Österreich. Bei den Auf- und Abstiegsrängen allerdings gab es nirgendwo Mannschaften, die ungerechterweise hätten absteigen müssen oder durch einen verpassten Aufstieg benachteiligt gewesen wären.
Deutsche Mannschaft Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte 49 Athleten (24 Frauen und 25 Männer) nominiert. Das deutsche Team startete in der Superliga und verteidigte seinen 2015 in Braunschweig errungenen Titel nach Bereinigung des Ergebnisses durch die zahlreichen Dopingfälle (siehe unten Abschnitt „Doping“) erfolgreich.
Doping Folgende sechs nachträgliche Disqualifikationen durch ausschließlich russische Athleten waren aufgrund von Dopingbetrug in sechs Disziplinen zu verzeichnen: Sergei Litwinow – Hammerwurf, zunächst Rang vier. Eine am 14. Juli 2012 von ihm genommene Dopingprobe war positiv, was ihm eine zweijährige Wettkampfsperre einbrachte. Seine seit der positiven Probe bis 25. Februar 2016 erzielten Resultate wurden annulliert.Russian hammer thrower set to be stripped of medals after confessing to doping, insidethegames.biz (englisch), abgerufen am 21. April 2024 Anastasiya Bazdyreva – 800-Meter-Lauf, zunächst Rang fünf. Die Athletin wurde wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen vom Internationalen Sportgerichtshof CAS für zwei Jahre, beginnend am 24. August 2015, gesperrt. Ihre vom 23. April 2014 bis 24. August 2015 erzielten Ergebnisse wurden annulliert. Gleichzeitig wurde auch ihr Trainer Vladimir Mokhnev belangt und mit einer Sperre von zehn Jahren belegt.CAS issues decisions concerning Russian athlete Anastasiya Bazdyreva and Russian athletics coach Vladimir Mokhnev, sportsintegrityinitiative.com am 23. Dezember 2016 (englisch), abgerufen am 21. April 2024 Jelena Korobkina – 3000-Meter-Lauf, zunächst Dritte. In einem russischen Labor wurde festgestellt, dass die Athletin gegen die Antidopingbestimmungen verstoßen hatte. Sie wurde für vier Jahre gesperrt. Außerdem wurden alle ihre vom 2. Juli 2013 bis zum 24. Juli 2016 erzielten Resultate gestrichen.Elena Korobkina’s Fall from Grace: Disqualification of Titles and Medals, trackalerts.com am 5. Oktober 2023, abgerufen am 21. April 2024 Irina Tarassowa – Kugelstoßen, zunächst Zweite. In einer 2022 durchgeführten nachträglichen Kontrolle einer Dopingprobe der Athletin aus dem Jahr 2012 wurde eine verbotene Substanz gefunden. Dies wurde mit einer zweijährigen Wettkampfsperre vom 9. Juli 2022 an sanktioniert. Außerdem wurden alle vom 4. Juli 2012 bis 12. Juli 2016 erzielten Resultate der Sportlerin annulliert.Russian shot putter Tarasova banned for two years after evidence used from Moscow lab, insidethegames.biz am 18. August 2022, abgerufen am 21. April 2024 Jekaterina Strokowa – Diskuswurf, zunächst Platz sieben. Aus den Unterlagen und Belegen des McLaren-Reports ging hervor, dass die Athletin unerlaubte Mittel eingesetzt hatte. Beginnend am 11. Januar 2022 wurde sie für vier Jahre gesperrt. Ihre vom 20. Juni 2012 bis 11. Januar 2023 erzielten Ergebnisse wurden annulliert.Yekaterina Strokova (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 21. April 2024 Oxana Kondratjewa – Hammerwurf, zunächst Platz sechs. In einer 2021 durchgeführten nachträglichen Kontrolle einer Dopingprobe der Athletin aus dem Jahr 2013 wurde eine verbotene Substanz gefunden. Dies wurde mit einer dreijährigen Sperre, beginnend 7. April 2021, geahndet. Darüber hinaus wurden alle ihre seit dem 2. Juli 2013 bis zum Ablauf der Sperre erzielten Resultate gestrichen.Oksana Kondratyeva (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 21. April 2024
Ergebnisse 1. bis 3. Liga Länderwertungen(Endstand nach jeweils 40 Entscheidungen) Liga 1 in Iraklio (GRC) Liga 2 in Stara Sagora (BGR) Liga 3 in Baku (AZE) Platz Land Punkte Platz Land Punkte Platz Land Punkte 1 351,0 1 224,0 1 460,5 2 327,0 2 218,0 2 449,0 3 299,5 3 202,5 3 441,0 4 276,5 4 179,5 4 404,0 5 270,5 5 167,0 5 353,0 6 261,5 6 155,5 6 339,0 7 259,5 7 154,0 7 319,0 8 239,0 8 126,5 8 286,0 9 226,0 9 247,5 10 215,5 10 244,0 11 214,5 11 164,0 12 169,5 12 145,0 13 115,0 14 20px|# AASSE 101,0 qualifiziert für die nächsthöhere Liga der kommenden Team-EM abgestiegen in die nächstuntere Liga der kommenden Team-EM
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: DSQ disqualifiziert DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert keine Höhe (No Mark) keine Weite (No Mark) ogV ohne gültigen Versuch
Superliga: Resultate der Einzeldisziplinen Männer 100 m Lauf 1