Wahlheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alzey-Land an.

Geographie Durch Wahlheim fließt der Aufspringbach. Wahlheim ist das Zentrum des „Kühlen Grunds“.

Zu Wahlheim gehört auch der Wohnplatz Sandmühle.

Nachbargemeinden von Wahlheim sind die Stadt Alzey im Norden sowie die Ortsgemeinden Kettenheim im Nordosten, Esselborn im Osten und Freimersheim (Rheinhessen) im Südwesten.

Geschichte Mittelalter und Frühe Neuzeit Das Dorf Wahlheim im Kettenheimer Grund, einst Walaheim, gehörte zur Burg Alzey. 1400 kaufte Pfalzgraf Ruprecht III. von dem Burgmann Heinrich Bock von Lonsheim zwei Teile an Dorf und Gemarkung. Seit 1633 bis zum Ende des Alten Reichs gehörte der Ort zur KurpfalzAndrea Kraft: Ortsverzeichnis zur Historischen Karte der Pfalz und Rheinhessens 1789. Landesarchiv Speyer 2009, S. 18., wo er dem Oberamt Alzey zugeordnet war. In der Gemarkung befand sich auch ein Gut des Klosters Waida bei Dautenheim.

Neuzeit 1793 gehörte Wahlheim kurzzeitig zur Mainzer Republik. Nach der Einnahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde die Region im selben Jahr von Frankreich annektiert. Verzögert durch die Koalitionskriege wurde die Annexion erst nach 1797 konsolidiert und Wahlheim gehörte von 1798 bis 1814 zum Kanton Alzey im Département du Mont-Tonnerre. Gerichtlich war im Bereich des Kantons für die Zivilgerichtsbarkeit das Friedensgericht Alzey zuständig, für die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit im übrigen Notariate.Friedrich Lehne: Historisch-statistisches Jahrbuch des Departements vom Donnersberge für das Jahr 9 der fränkischen Republik. Pfeiffer, Mainz 1801, S. 174 ("pages":%5B254%5D,"panX":0.465,"panY":0.889,"view":"info","zoom":0.309} Digitalisat).

Aufgrund 1815 auf dem Wiener Kongress getroffener Vereinbarungen und eines 1816 zwischen dem Großherzogtum Hessen, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrags kam Rheinhessen, und damit auch die Gemeinde Wahlheim, zum Großherzogtum Hessen, das das neu erworbene Gebiet als Provinz Rheinhessen organisierte. Nach der Auflösung der Kantone in der Provinz kam der Ort 1835 zum neu errichteten Kreis Alzey, zu dem er bis 1969 gehörte.

Das Friedensgericht Alzey wurde 1879 aufgelöst und durch das Amtsgericht Alzey ersetzt.Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zur französischen Besatzungszone und wurde 1946 Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Wahlheim, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 276 1835 498 1871 400 1905 361 1939 346 Jahr Einwohner 1950 491 1961 425 1970 402 1978 443 1987 434 Jahr Einwohner 1997 556 2005 590 2011 596 2017 583

Politik Gemeinderat mini|Rathaus Der Gemeinderat in Wahlheim besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Bürgermeister seit 1989 1989 bis 1994: Heiner Bus (SPD) 1994 bis 1999: Arno Schröder 1999 bis 2000: Harald Hammer 2000 bis 2014: Heiner Bus (SPD) 2014 bis 2024: Ralph FuchsDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: seit Dezember 2024: Jan Bennewitz (CDU)

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Der zwanzigröhrige Brunnen („Blickenbrunnen“ genannt), der einst zwischen beiden Ortsteilen stand, wurde 1994 wiederhergestellt.

In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 2024) sind die Evangelische Kirche in der Obergasse, mehrere Grabmäler auf dem Friedhof an der Alzeyer Straße und drei ehemalige Mühlen (Ohlig-, Schleif- und Kellermühle) als Kulturdenkmäler ausgewiesen.

Wirtschaft und Infrastruktur Weinlagen Schelmen in der Großlage Sybillenstein mit 131 ha.

Verkehr Der Ort liegt an der Landesstraße 445 (innerorts Bahnhofstraße und Alzeyer Straße). Weitere Verkehrsverbindungen bieten die Kreisstraßen K 24 und K 26. Westlich verläuft die Bundesautobahn 63 (nächstgelegene Anschlussstelle Freimersheim) und östlich die Bundesautobahn 61 (nächstgelegene Anschlussstelle Alzey) an Wahlheim vorbei. Nördlich von Alzey kreuzen die beiden sich als Autobahnkreuz Alzey.

Wahlheim hat einen gleichnamigen Haltepunkt an der Donnersbergbahn von Kirchheimbolanden nach Alzey. Dieser wird stündlich durch den RE13/RB31 (Kirchheimbolanden – Mainz) bedient.

Sonstiges Der Ort Wahlheim bei Alzey ist nicht das gleichnamige, durch Die Leiden des jungen Werthers in die Weltliteratur eingegangene Dorf. Dessen Vorbild ist vielmehr Garbenheim bei Wetzlar.

Weblinks

Ortsgemeinde Wahlheim Informationen der VG Alzey-Land über die Ortsgemeinde Wahlheim

Literatur Michael Huyer, Dieter Krienke: Kreis Alzey-Worms: Verbandsgemeinde Alzey-Land (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 20,1). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2013, ISBN 978-3-88462-327-5, S. 325–330.

Einzelnachweise

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