Vezio ist eine Ortschaft in der Tessiner Gemeinde Alto Malcantone. Bis 2005 war Vezio eine eigenständige politische Gemeinde.

Geographie mini|Vezio mini|Gemeindestand vor der Fusion am 13. März 2005 Das Dorf liegt auf 768 m ü. M. 13 Kilometer nordwestlich von Lugano im oberen Malcantone. Es ist eine malerisch gelegene und von Kastanienselven umrahmte Ortschaft und Ausgangspunkt für die Besteigung des Monte Lema, des Gradicciòli und des Monte Tamaro.

Geschichte Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1355 als Vecio. Im Spätmittelalter besassen der Bischof in Como und das Kloster Sant'Abbondio von Como Güter und Rechte in Vezio. Bis 1626 war Vezio nach Breno, dann nach Mugena pfarrgenössig und bildete ab 1684 eine Vizepfarrei. Auf dem Fundament eines wahrscheinlich romanischen, 1444 erwähnten Vorgängerbaus entstand 1745 die Pfarrkirche San Bartolomeo, deren Inneres mit wertvollen Stuckaturen von Künstlern aus dem Malcantone geschmückt ist.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts zog ein Teil der Einwohner von Vezio periodisch an die Ostflanken des Monte Santa Maria und des Monte Cervello, die auf die Bucht von Agno und das Valle del Vedeggio gerichtet sind. Bis zum Zweiten Weltkrieg wanderten viele Bauarbeiter aus. Auf der Höhe von Ponte Busgnone war zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Magliasina ein kleines Wasserkraftwerk in Betrieb.

Vezio fusionierte am 13. März 2005 mit den damaligen Gemeinden Arosio, Breno, Fescoggia und Mugena zur neuen Gemeinde Alto Malcantone. Vezio bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Vezio auf patriziatidelmalcantone.ch

Bevölkerung

Verkehr Das Dorf liegt an der Strasse Agno–Mugena. Im öffentlichen Verkehr wird Vezio von der Postauto­linie 62.423 Magliaso–Novaggio–Breno–Arosio–Lamone bedient.Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2025. In: öv-info.ch

Sehenswürdigkeiten mini|x170px|Oratorium Santa Maria delle Grazie del Sassello

mini|Vezio, Luftbild von Werner Friedli, 1948

Kirche San BartolomeoSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 387. Oratorium Santa Maria delle Grazie del Sassello

Persönlichkeiten Pietro Sartori (* um 1650 in Vezio; † nach 1694 ebenda), Stuckateur. Um 1685 schuf er einen Stuckrahmen mit Figuren von Atlantes in der Pfarrkirche von Breno und den barocken Altar delle Anime Purganti in der Kirche San Giorgio Martire in San Giorgio Piacentino (1694).Pietro Sartori: Altar in der Pfarrkirche San Giorgio Martire in San Giorgio Piacentino (mit Foto) auf catalogo.beniculturali.it (italienisch)Simona Martinoli u. a.: Breno. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 387–388. Maria Boschetti-Alberti (1879–1951), Lehrerin und Autorin Marc De Bernardis (* 1966), Kunstmaler, Stecher, Siebdrucker

Literatur Virgilio Chiesa: Vezio. In: Lineamenti storici del Malcantone. Gaggini-Bizzozero, Lugano 1961.

Simona Martinoli u. a.: Vezio. In: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 387. Giorgio Mollisi: La vecchia Officina elettrica di Vezio. In: Arte&Storia. Il Ticino dell’acqua. Dalla formazione geologica del Cantone alle attività economiche. Edizioni Ticino Management, 12. Jahrgang, Nummer 54, April–Juli 2012, Lugano 2012, S. 92–95.(Digitalisat).

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Alto Malcantone Amt für Statistik des Kantons Tessin: Alto Malcantone (italienisch) Alto Malcantone-Vezio: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Ticinoinfoto: Oratorium Santa Maria delle Grazie di Sassello auf www.flickr.com

Einzelnachweise

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