Das 41. Indianapolis 500 1957 (offiziell 41th International 500-Mile Sweepstakes) fand am 30. Mai 1957 auf dem Indianapolis Motor Speedway in Indianapolis statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1957 sowie das erste Rennen der USAC-Saison 1957.

Bericht Hintergrund Das Indianapolis 500 zählte 1957 zur Formel-1-Weltmeisterschaft, wurde jedoch von den europäischen Teams als Streichresultat angesehen. Da bereits eine Woche nach dem Rennen der Große Preis von Frankreich 1957 ausgetragen wurde, nahm keines der europäischen Teams am Indianapolis 500 teil.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Boxengasse an der Strecke verändert. Währenddessen im Vorjahr die Boxengasse noch direkt an der Strecke lag, wurde diese nun durch eine Betonmauer von der Zielgeraden getrennt und mit Asphalt ausgestattet. Des Weiteren wurde die Startprozedur verändert. Statt einer Einführungsrunde gab es für 1957 und 1958 zwei Runden, eine zur richtigen Positionierung der Fahrer gemäß Startaufstellung und eine Runde um die Geschwindigkeit der Wagen für den fliegenden Start vorzubereiten. Diese Prozedur sorgte für Verwirrung und kam nur ein weiteres Mal, beim Indianapolis 500 1958 zum Einsatz.

Der Rennwagen Kurtis Kraft wurde wie in den Jahren zuvor von den meisten Teams verwendet, aber auch Kuzma war zahlenmäßig stark vertreten. Fast alle Teams nutzten die Aggregate von Offenhauser, einige wenige von Novi. Mit Troy Ruttman und Johnnie Parsons nahmen zwei ehemalige Sieger am Rennen teil. Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Giuseppe Farina war als einziger europäischer Fahrer gemeldet.

In den Vorjahren war es üblich, dass jedes Team lediglich mit einem Wagen am Rennen teilnahm, selten war ein Team mit zwei Wagen vertreten. Beim Indianapolis 500 1957 gab es bereits fünf Teams die mindestens zwei Wagen an den Start brachten, für Chapman S. Root qualifizierten sich sogar drei Fahrer.

Training Vier Zeitfahrwettbewerbe an vier Tagen, beginnend am 18. Mai ermittelten die Startaufstellung für das Indianapolis 500. Zuvor fanden Trainingsfahrten statt, bei denen Farina große Probleme hatte, seinen Wagen auf eine ausreichende Geschwindigkeit zu bringen. Er gab den Wagen an seinen Teamkollegen Andrews weiter, der in Kurve vier ins Schleudern geriet. Ein anschließender Versuch, den Wagen unter Kontrolle zu bringen, misslang und Andrews fuhr in die Begrenzungsmauer der Boxengasse, die an dieser Stelle durch den harten Aufprall zerbrach. Andrews Wagen schlitterte weiter auf der Startgeraden und drehte sich dabei mehrmals. Bei einem weiteren Crash mit der Mauer, die auch an dieser zweiten Stelle brach, schlug er mit dem Heck des Wagens ein und wurde gegen das Lenkrad des Wagens gedrückt. Er brach sich als Folge das Genick und war augenblicklich tot. Andrews, der an zwei Indianapolis 500 in den Vorjahren teilnahm, war das erste Todesopfer der Formel-1-Saison 1957. Der Unfall fiel in eine Zeit, in der es vor allem bei den Indianapolis regelmäßig tödliche Unfälle gab. Aus diesem Grund wurden die Sicherheitsbestimmungen erhöht, die Abgrenzungsmauer der Boxengasse und feuerfeste Kleidung waren erste Anzeichen einer Verbesserung der Sicherheit in der USAC. Farina zog durch den tödlichen Unfalls seines Teamkollegen und der völligen Zerstörung des Wagens seine Teilnahme zurück.

Am ersten Zeitfahrtag traten nur neun Fahrer an, da man vier Stunden wegen anhaltenden Regenschauern nicht fahren konnte. Die Zeiten an diesem Tag hatten jedoch eine höhere Priorität als die an den Folgetagen, wodurch diese Fahrer die Pole-Position unter sich ausmachten. Pat O’Connor sicherte sich in einer Zeit von 1:02,52 Minuten den ersten Platz in einem Kurtis-Kraft Wagen. Dies war seine einzige Pole-Position bei einem Formel-1-Rennen. Hinter O’Connor qualifizierten sich Eddie Sachs, Troy Ruttman und Fred Agabashian. Vorjahressieger Pat Flaherty nahm aufgrund einer zweijährigen Verletzungspause nicht teil.

Der zweite Zeitfahrtag des ersten Wochenendes fiel durch zu starken Regen aus. Eine Woche später qualifizierten sich die anderen Fahrer bei deutlich besseren Bedingungen. Die Zeiten waren schneller als die aufgestellte Pole-Zeit, die Qualifikation war jedoch nur ab Position neun möglich. Am 26. Mai, dem letzten Zeitfahren, waren noch neun Startplätze zu vergeben. Insgesamt qualifizierten sich 33 Fahrer von 43, die es versuchten.

Rennen O’Connor nutzte beim fliegenden Start die Pole-Position und behielt die Führung vor Agabashian, während sich Ruttman bereits in der ersten Runde auf Position drei verbesserte. Eddie Russo und Elmer George kollidierten und waren vor Vollendung der ersten Runde die ersten Ausfälle des Rennens. O’Connor behielt zunächst folgenden Runden die Führung, Ruttman überholte unterdessen Agabashian und in Runde fünf auch O’Connor. Paul Russo gewann zwei Plätze und lag zu diesem Zeitpunkt hinter Agabashian auf Platz vier, dahinter Sam Hanks auf Position fünf. In den folgenden Rennrunden duellierten sich diese Fahrer um die Spitzenpositionen und die Führung wechselte oft. Ruttman hielt sich zwei Runden auf Platz eins, dann überholte ihn O’Connor wieder. Drei Runden später war Ruttman jedoch erneut vorne, bevor er in Runde zwölf mit einem Motorschaden aufgeben musste. Die Führung wurde in dieser Runde von Russo übernommen, der unmittelbar nach Ruttmans Ausfall O’Connor überholte. Auch Hanks ging an O’Connor vorbei und duellierte sich anschließend für mehrere Runden mit Russo. In Runde 35 gelang es ihm dann, die Führung zu übernehmen und auszubauen, nachdem Russo einen Boxenstopp einlegte.

Als Rodger Ward aufgrund von technischen Problemen ausgeschieden war, lag der von Position 32 gestartete Jim Rathmann auf Position zwei. Nachdem er jedoch ebenfalls einen Boxenstopp einlegte, um neue Reifen montieren zu lassen, lag Russo wieder mit acht Sekunden Vorsprung vor ihm. Hanks nutze ebenfalls einen Boxenstopp um Reifen zu wechseln und nachzutanken, behielt jedoch seine Führung vor Russo und Rathman, der einige Runden später Russo überholte. Johnny Thomson überholte alle drei führenden Fahrer und hielt die Führung für fünf Runden, bevor er nach einem Boxenstopp wieder zurückfiel. Anschließend sah das Rennen zwei Gelbphasen, Jimmy Daywalt hatte in Runde 53 einen Crash, Al Keller drehte sich in Runde 75 von der Strecke. Beide Fahrer blieben unverletzt.

In der zweiten Rennhälfte führte Hanks zunächst souverän vor Rathman. Dieser konnte Hanks nach einem früheren und kürzeren Boxenstopp zunächst überholen und führte mit zehn Sekunden Vorsprung. Hanks verringerte seinen Rückstand jedoch kontinuierlich, in Runde 135 lief er auf Rathmann auf. Hanks entschied dieses Duell für sich und gab Position eins bis zum Rennende nicht mehr ab. Mit 21 Sekunden Vorsprung gewann somit Hanks das Rennen vor Rathmann, im Anschluss an das Rennen beendete er seine Karriere. Jimmy Bryan komplettierte das Podium mit einer Runde Rückstand auf Position drei. Dies war zugleich der einzige Formel-1-Sieg für Hanks und der erste von zwei Siegen für einen Epperly-Wagen.

In der Fahrerwertung der Formel 1 übernahm Hanks Position zwei und Rathmann Position drei. Beide nahmen jedoch an keinem weiteren Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1957 teil. Bryan gewann in der USAC-Saison 1957 den Titel, Indianapolis-500-Sieger Hanks wurde nach seinem Rücktritt noch Neunter, Rathmann sicherte sich Platz zwei.

Meldeliste In der Meldeliste sind nur die Fahrzeuge aufgeführt, die die Qualifikation geschafft haben. Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Kuzma Offenhauser 4.5 L4 3 Kurtis Kraft 500D Offenhauser 4.5 L4 5 Kurtis Kraft 500C Offenhauser 4.5 L4 6 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 14 16 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 19 8 Lesovsky Offenhauser 3.0 L4C 9 Epperly Offenhauser 4.5 L4 10 Kuzma Offenhauser 4.5 L4 12 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 18 48 Kurtis Kraft 500D 22 Lesovsky Offenhauser 4.5 L4 23 Kurtis Kraft 500B Offenhauser 4.5 L4 26 Epperly Offenhauser 4.5 L4 27 Kurtis Kraft 500F Novi 3.0 L8C 54 28 Kuzma Offenhauser 4.5 L4 31 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 43 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 52 Watson Offenhauser 4.5 L4 55 Kurtis Kraft 500C Offenhauser 4.5 L4 57 Kurtis Kraft 500C Offenhauser 4.5 L4 73 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 83 Kurtis Kraft 500C 77 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 82 Kuzma Offenhauser 4.5 L4 88 Kuzma Offenhauser 4.5 L4 89 Dunn Offenhauser 4.5 L4 92 Kurtis Kraft 500G Offenhauser 4.5 L4 95 Kurtis Kraft 500C Offenhauser 4.5 L4

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:02,520 231,77 km/h 1 2 1:02,560 231,62 km/h 2 3 1:03,040 229,85 km/h 3 4 1:03,130 229,53 km/h 4 5 1:03,340 228,77 km/h 5 6 1:03,380 228,62 km/h 6 7 1:03,480 228,26 km/h 7 8 1:03,650 227,65 km/h 8 9 1:03,950 226,58 km/h 9 10 1:02,150 233,15 km/h 10 11 1:02,710 231,06 km/h 11 12 1:02.830 230,62 km/h 12 13 1:03,020 229,93 km/h 13 14 1:03,710 227,44 km/h 14 15 1:03,750 227,29 km/h 15 16 1:03,820 227,05 km/h 16 17 1:03,930 226,65 km/h 17 18 1:04,100 226,05 km/h 18 19 1:04,120 225,98 km/h 19 20 1:04,210 225,67 km/h 20 21 1:04,450 224,83 km/h 21 22 1:03,190 229,31 km/h 22 23 1:03,580 227,90 km/h 23 24 1:03,690 227,51 km/h 24 25 1:03,780 227,19 km/h 25 26 1:03,890 226,80 km/h 26 27 1:04,080 226,12 km/h 27 28 1:04,140 225,91 km/h 28 29 1:04,190 225,74 km/h 29 30 1:04,280 225,42 km/h 30 31 1:04,360 225,14 km/h 31 32 1:04,380 225,07 km/h 32 33 1:04,390 225,03 km/h 33

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 200 3:41:14,25 13 2 200 + 21,46 32 1:02,80 3 200 + 2:13,97 15 4 200 + 2:56,86 10 5 200 + 3:14,27 12 6 200 + 4:35,27 5 7 200 + 4:45,58 28 8 200 + 5:33,15 1 9 200 + 6:17,11 16 10 200 + 7:10,12 14 11 200 + 7:56,07 19 12 199 + 1 Runde 11 13 197 + 3 Runden 33 14 196 + 4 Runden 25 15 195 + 5 Runden 22 16 195 + 5 Runden 17 17 192 + 8 Runden 21 – 182 DNF 6 – 170 DNF 27 – 138 DNF 31 – 111 DNF 30 – 107 DNF 4 – 105 DNF 2 – 101 DNF 18 – 93 DNF 20 – 81 DNF 23 – 75 DNF 8 – 53 DNF 29 – 51 DNF 7 – 27 DNF 24 – 13 DNF 3 – 0 DNF 9 – 0 DNF 26

WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf des Rennens bekamen 8, 6, 4, 3, 2 Punkte. Der Fahrer mit der schnellsten Rennrunde erhielt zusätzlich 1 Punkt. Es zählten nur die fünf besten Ergebnisse aus acht Rennen.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Maserati 17 2 Epperly-Offenhauser 83 Epperly-Offenhauser 7 4 Maserati 6 5 Vanwall 6 6 Maserati 4 7 Maserati 4 8 Kuzma-Offenhauser 39 Maserati 310 Connaught 311 Kurtis Kraft 312 Ferrari 213 Kurtis Kraft 214 Ferrari 115 Ferrari 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte16 Maserati 117 Cooper 018 Ferrari 019 Ferrari 020 Ferrari 021 Maserati 022 Ferrari 023 Maserati 0– Ferrari 0– Ferrari 0– Ferrari 0– Maserati 0– B.R.M. 0– Connaught 0– Maserati 0 Weblinks

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