Walter Jerven (* 30. November 1889 in Hannover; † 3. Februar 1945 in Berlin; eigentlich Johann Wilhelm WucherpfennigNS-Akte eines Komikers. In: Der Spiegel. 23/2007 vom 4. Juni 2007.) war ein deutscher Filmhistoriker, Regisseur und Autor.

Leben und Werk Bereits 1915 veröffentlichte er in der Reihe Fünfzig-Pfennig-Bücher beim Reuß & Itta-Verlag eine Sammlung von Prosatexten unter dem Titel 1870/71-Lieder und Gedichte. Vom 3. Januar 1916 bis April 1917 war er Redakteur beim Bodenseebuch. Thomas Dietzel, Hans-Otto Hügel, Deutsche literarische Zeitschriften 1880-1945: Ein Repertorium, Walter de Gruyter 1988, Seite 171 In dieser Eigenschaft schrieb er u. a. Eine Literarische Bodenseewanderung.Renate Heuer, Andrea Boelke-Fabian: Encyclopaedia of German-Jewish Authors, Walter de Gruyter.2009, Seite 366

Mit Karl Valentin produzierte er neben Franz Osten 1929 den Spielfilm Der Sonderling, bei dem er das Drehbuch schrieb und Regie führte. Später geriet er mit Valentin in Streit. Im Film-Kurier vom 21. September 1928 veröffentlichte er eine Glosse über die Arbeit mit Karl Valentin.Als Karl Valentin filmte In: Film-Kurier Nr. 227, vom 21. September 1928. Von 1933 an verdiente Jerven sein Geld durch die Vorführung kleiner Kompilationsfilme, zu deren Vorführung er launige Geschichten erzählte. In einer Zeitungsrezension von 1931 wird Jervens Vorführung in einem Kino gelobt für Wortspiele, Kabaretteinlagen und witzige Erklärungen von Regiefehlern. Erkundungen im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek"

In seiner Regiearbeit Von Zeppelin 1 bis LZ 130 zeigt sich Jervens Begeisterung für die Fliegerei. Diese machte sich die nationalsozialistische Propaganda in dem Vorbehaltsfilm Himmelstürmer zunutze. Für diesen Film durchforschte Walter Jerven diverse Sammlungen und Archive, insbesondere konnte er auf die Bestände des 1935 gegründeten Reichsfilmarchivs zurückgreifen.

Jerven starb 1945 kurz vor Kriegsende bei einem Luftangriff in Berlin.

Nachlass Ein Nachlass von Walter Jerven ist nirgends nachgewiesen. Im Nachlass des KPÖ-Politikers Max Haller, der im Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz verwahrt wird, befinden sich Werkmanuskripte und Briefe an Jerven aus den Jahren 1913–1923 (u. a. von Hermann Hesse, René Schickele, Ferdinand Hardekopf). in der Vorarlberger Landesbibliothek

Publikationen Bücher 1915: 1870/71 1915: Heldinnen 1916: Alte Kalendergeschichten 1916: Konstanza 1917: Das heitere Buch 1918: Das Weihnachtsbuch 1922: Seltsame Erlebnisse 1923: Das badische Buch 1928: Laotse, Tao-te-KingOtto Wilhelm Barth Verlag, München

Filmografie 1926: Fräulein Mama (Drehbuch) 1927: Das Spielzeug einer schönen Frau (Drehbuch) 1927: Die Königin des Varietés (Drehbuch) 1929: Der Sonderling (Regie, Drehbuch, Produzent) 1932: Asta Nielsen. Eine Grosse Künstlerin (Drehbuch, Regie) Kurzfilm 1933: Die Welt von Einst. Eine Filmfolge (Drehbuch, Regie) Kurzfilm 1934: La Paloma. Ein Lied der Kameradschaft (Drehbuch, Regieassistenz) 1934: Toi que j'adore (Drehbuch) 1934: Ich kenn' dich nicht und liebe dich (Drehbuch) 1935: Punks kommt aus Amerika (Drehbuch mit Curt J. Braun) 1937: Von Zeppelin 1 bis LZ 130 (Regie) 1941: Himmelstürmer. Geburt und Geschichte des Fliegens (Regie, Produzent).

Weblinks

in der Vorarlberger Landesbibliothek

Einzelnachweise

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