Groß Pankow (Prignitz) ist eine Gemeinde im nordwestlichen Teil von Brandenburg. Sie liegt im Landkreis Prignitz.

Geografie Durch den Ort fließt die Panke, ein Nebenfluss der Stepenitz. mini|Fachwerkbau in Kreuzburg, 1900 mini|Kirche in Kreuzburg, 1900 mini|hochkant|Kirche in Langnow mini|hochkant|Kirche in Boddin

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 18 Ortsteile mit 24 bewohnten Gemeindeteilen und insgesamt 39 Dörfern. Ortsteil Dörfer Einwohner Baek Baek 245 Strigleben 64 Boddin-Langnow Boddin 145 Heidelberg 37 Langnow 53 Groß Pankow Groß Pankow 519 Luggendorf 36 Groß Woltersdorf Brünkendorf 12 Groß Woltersdorf 86 Klein Woltersdorf 49 Gulow-Steinberg Gulow 89 Steinberg 41 Helle Groß Langerwisch 233 Helle 37 Neudorf 38 Kehrberg 248 Klein Gottschow Guhlsdorf 43 Klein Gottschow 98 Simonshagen 30 Kuhbier 193 Kuhsdorf Bullendorf 54 Kuhsdorf 128 Lindenberg 238 Retzin Klein Linde 49 Kreuzburg 30 Retzin 130 Rohlsdorf 76 Seddin 115 Tacken 77 Tangendorf-Hohenvier Hohenvier 32 Tangendorf 83 Tüchen Klenzenhof 28 Reckenthin 98 Tüchen 94 Vettin 104 Wolfshagen Dannhof 47 Hellburg 48 Horst 37 Wolfshagen 218 Insgesamt 3982

Einwohner: Stand 1. Januar 2016Groß Pankow.de.: Einwohnerzahlen der Gemeinde.

Hinzu kommen die Wohnplätze Ausbau, Heidelberger Mühle, Klein Langerwisch, Langnower Ausbau, Neu Hohenvier und Neu Rohlsdorf.

Geschichte Die Gemeinde entstand zum 31. Dezember 2002 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Baek, Groß Pankow, Groß Woltersdorf, Helle, Kehrberg, Klein Gottschow, Kuhbier, Kuhsdorf, Lindenberg, Retzin, Tüchen, Vettin und Wolfshagen des Amtes Groß Pankow/Prignitz sowie der Gemeinde Boddin-Langnow des Amtes Pritzwalk-Land. Das Amt Groß Pankow/Prignitz wurde zum gleichen Zeitpunkt aufgelöst.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Baek 31. Dezember 2002 Boddin 1. April 1974 Zusammenschluss mit Langnow zu Boddin-Langnow Boddin-Langnow 31. Dezember 2002 Groß Langerwisch 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Helle Groß Pankow 31. Dezember 2002 Groß Woltersdorf 31. Dezember 2002 Guhlsdorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Klein Gottschow Gulow 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Baek Helle 31. Dezember 2002 Hohenvier 1. Mai 1973 Eingemeindung nach Baek Kehrberg 31. Dezember 2002 Klein Gottschow 31. Dezember 2002 Kreuzburg 1. Januar 1963 Eingemeindung nach Retzin Kuhbier 31. Dezember 2002 Kuhsdorf 31. Dezember 2002 Langnow 1. April 1974 Zusammenschluss mit Boddin zu Boddin-Langnow Lindenberg 31. Dezember 2002 Reckenthin 8. November 1962 Eingemeindung nach Tüchen Retzin 31. Dezember 2002 Rohlsdorf 1. Januar 1963 Eingemeindung nach Retzin Seddin 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Wolfshagen Steinberg 7. Mai 1971 Eingemeindung nach Baek Tacken 1. Februar 1974 Eingemeindung nach Wolfshagen Tangendorf 1. Mai 1973 Eingemeindung nach Baek Tüchen 31. Dezember 2002 Vettin 31. Dezember 2002 Wolfshagen 31. Dezember 2002

Groß Pankow mini|Gutshaus Groß Pankow.Gerhard Vinken, u. v. a: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2000, S. 409. Das Rittergut in Groß-Pankow gehörte der Familie Gans zu Putlitz, unter anderem dem Kammerherrn Konrad Gans zu Putlitz. Waldemar zu Putlitz kam am 2. Mai 1945 beim Einmarsch der Roten Armee ums Leben. Das Gut wurde im Herbst 1945 entschädigungslos enteignet. Ein Sohn von Waldemar zu Putlitz, Gisbert zu Putlitz, wurde in der Bundesrepublik ein bekannter Professor der Experimentalphysik. Bernhard von Barsewisch aus der Familie konnte nach der Wende das Gut mit Gutspark wieder erwerben, setzte es instand und betreibt dort seit 1993 eine Augen-Tagesklinik.

Im Oktober 2013 fanden bei Groß Pankow nahe der Bundesstraße 189 im Vorfeld von Straßenbauarbeiten Grabungen in einer jungbronzezeitlichen Siedlung aus dem 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung statt. Hier verlief zwischen Perleberg und Pritzwalk eine Heeresstraße. Unerwartet wurde ein deutlich jüngeres, vollständiges Skelett in ungewöhnlicher Haltung gefunden. Mit Hilfe einer eisernen Gürtelschnalle konnte der Fund auf die Zeit zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert datiert werden. Die Überreste des 35–39 Jahre alten Mannes wiesen zahlreiche unverheilte Knochenbrüche auf. Alle Knochen der Arme und Beine waren zerbrochen und der Gesichtsschädel war vom Hirnschädel in Teilen abgetrennt. Man schloss auf eine Hinrichtung durch Rädern, was den ersten derartigen Skelettfund im deutschsprachigen Raum darstellen würde.Anthropologie-Jungklaus.de/Projekt: Projekt Skelettfund bei Groß Pankow. Stand 4. Juni 2017.

Tangendorf Das Dorf wurde 1492 erstmals als Tankendorf urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von dem Personennamen Tank ab. Die Kirche des Ortes wurde 1954 errichtet und ist die einzige Kirche im Landkreis Prignitz, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Zusammen mit Hohenvier findet jährlich das Ernte- und das Backofenfest statt.Märkische Oderzeitung, 8. Sept. 2006, S. 9.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 579 1890 596 1910 620 1925 662 1933 602 1939 630 Jahr Einwohner 1946 1 001 1950 996 1964 829 1971 800 1981 705 1985 700 Jahr Einwohner 1990 691 1995 651 2000 642 2005 4 560 2010 4 132 2015 3 955 Jahr Einwohner 2020 3 808 2021 3 746 2022 3 836 2023 3 875 2024 3 801 2025 3 777

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7.Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022.

Die Zunahme der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von 14 Gemeinden zur neuen Gemeinde Groß Pankow im Jahr 2002 zurückzuführen.

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Groß Pankow besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,6 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024.

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bauern und ländliche Region – – 16,9 % 3 Wählergruppe Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) 13,9 % 2 12,6 % 2 Die Linke 9,3 % 2 8,8 % 1 Wählergruppe Feuerwehr 9,1 % 1 8,4 % 1 Wählergruppe Groß Pankow / Luggendorf 7,3 % 1 7,9 % 1 Wählergruppe Baek / Strigleben 3,7 % 1 6,6 % 1 CDU – – 6,4 % 1 Wählergruppe Für Vettin 4,7 % 1 6,2 % 1 Wählergruppe Lindenberger Bürger 7,5 % 1 5,8 % 1 Wählergruppe Wolfshagen und Ortsteile 4,6 % 1 4,9 % 1 Wählergruppe Kehrberg 3,8 % 1 4,4 % 1 Einzelbewerber Felix Mohneke – – 3,7 % 1 Wählergruppe Retzin – – 3,3 % 1 Wählergruppe Tangendorf-Hohenvier 4,4 % 1 2,6 % – Wählergruppe Woltersdorfer Gemeinschaft – – 2,1 % – Kreisbauernverband 9,0 % 1 – – AfD 8,2 % 1 – – Wählergruppe Pro Landleben gegen die Deponie Luggendorf 5,2 % 1 – Bündnis 90/Die Grünen 5,1 % 1 – – Wählergruppe Gulow / Steinberg 2,4 % – – – Wählergruppe „Wahrberge“ Woltersdorf 1,8 % – – – Insgesamt 100 % 16 100 % 16

Bürgermeister 1998–2003: Hans-Achim Baich 2003–2016: Thomas Brandt (parteilos)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31 seit 2016: Marco Radloff

Radloff wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 17. April 2016 mit 54,7 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 17. April 2016 In der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wurde er ohne Gegenkandidat mit 80,6 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74.

Wappen

Flagge „Die Flagge ist Rot – Weiß – Rot (1:4:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift .

mini|Schloss Wolfshagen mini|Königsgrab von Seddin

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Groß Pankow (Prignitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler. Insbesondere sind das:

Dorfkirche Groß Pankow Schloss Wolfshagen Königsgrab von Seddin Dorfkirche Tacken

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 189 zwischen Perleberg und Pritzwalk. Die nächstgelegenen Autobahnanschlussstellen sind Meyenburg und Pritzwalk an der A 24.

Der Bahnhof Groß Pankow an der Strecke Wittenberge–Wittstock wird stündlich von der Regional-Express-Linie RE 6 – dem Prignitz-Express – betrieben von DB Regio Nordost bedient und stellt so eine Direktverbindung zwischen Wittenberge und Berlin-Charlottenburg über Pritzwalk, Wittstock (Dosse), Neuruppin und Kremmen her. Seit August 2017, als die beiden 76 Zentimeter hohen Außenbahnsteige fertiggestellt worden sind, ist die Station barrierefrei. Das Empfangsgebäude befindet sich in Privatbesitz.

Die Ortsteile Kuhbier und Groß Langerwisch verfügten jeweils über einen Haltepunkt an der Strecke Pritzwalk–Putlitz. Der Personenverkehr wurde im Juli 2016 eingestellt.

Im südlichen Gemeindegebiet fährt seit 2002 die als Museumsbahn betriebene Schmalspurbahn Pollo zwischen Mesendorf und dem Ortsteil Lindenberg mit Halt in den Ortsteilen Brünkendorf und Vettin.

Bildung In Groß Pankow befinden sich folgende Schulen:Liste aller Schulen im Schulporträt Brandenburg Grundschule Juri Gagarin in Groß Pankow Landweg-Freie Schule Baek Grundschule in Baek

Gesundheitswesen In der Gemeinde befindet sich die Tages-Augenklinik Groß Pankow.Tages-Augenklinik Groß Pankow.

Persönlichkeiten Ludwig Gans zu Putlitz (1750–1828), preußischer Generalleutnant, Ritter des Ordens Pour le Mérite, geboren in Wolfshagen Carl Theodor Gans Edler Herr zu Putlitz (1788–1848), Schriftsteller, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Carl von Karstedt (1811–1888), konservativer Reichstagsabgeordneter, geboren in Klein Linde Gustav Gans zu Putlitz (1821–1890), Politiker, Schriftsteller und Theaterintendant Hermann Klostermann (1839–1907), Wilderer, geboren in Retzin Hermann Friedrich Müller (1843–1919), Philologe und Philosoph, geboren in Lindenberg Paul Baethcke (1850–1936), Pfarrer und Heimatforscher in Thüringen, geboren in Rackenthin Joachim Gans zu Putlitz (1860–1922), Theater-Generalintendant und Präsident des Deutschen Bühnenvereins, geboren in Retzin Erhard Hübener (1881–1958), DDP- und LDPD-Politiker, geboren in Tacken Wilhelm Rieck (1893–1991), Veterinär- und Humanmediziner in Berlin und Neuhaus b. Paderborn, geboren in Groß Pankow Richard Kackstein (1903–1966), nationalsozialistischer Politiker, geboren in Triglitz Joachim Wüstenberg (1908–1993), Hygieniker in Gelsenkirchen, geboren in Klenzenhof Bernhard von Barsewisch (* 1935), Mediziner, lebt in Groß Pankow Gerhard Paul (1938–2024), Synchronsprecher, Dialogregisseur u. Schauspieler, geboren in Tüchen

Literatur

Weblinks

Gemeinde Groß Pankow Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg Groß Pankow in der Reihe Landschleicher des RBB vom 26. Dezember 2010 Tüchen in der RBB-Sendung Landschleicher vom 22. Oktober 2006

Einzelnachweise Bildung einer neuen amtsfreien Gemeinde Groß Pankow (Prignitz). Mitteilung des Ministeriums des Innern vom 29. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 25, 19. Juni 2002, S. 607 PDF.

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