9. Tour de France 1911 – Endstand Streckenlänge 15 Etappen, 5344 km Toursieger Gustave Garrigou 43 P. 195:37:00 h (27,319 km/h) Zweiter Paul Duboc 61 P. Dritter Émile Georget 84 P. Vierter Charles Crupelandt 119 P. Fünfter Louis Heusghem 135 P. Sechster Marcel Godivier 141 P. Siebenter Charles Cruchon 145 P. Achter Ernest Paul 153 P. Neunter André Dupont 157 P. Zehnter Henri Devroye 171 P. mini|Streckenkarte der Tour de France 1911 mini|Start der Tour 1911 Die Tour de France 1911 fand vom 2. bis 30. Juli statt und war fast 600 Kilometer länger als im Vorjahr. Das Preisgeld betrug 5.000 Francs für den Sieger. Insgesamt wurden 30.000 Francs an Preisgeldern ausbezahlt.
Rennverlauf Die ein Jahr zuvor erstmals ausgetragenen Bergetappen in den Pyrenäen hatten sich für die von Tour-Direktor Henri Desgrange herausgegebene Zeitung L’Auto (heute L’Équipe) als großer publizistischer Erfolg erwiesen. Desgrange wollte die Schwierigkeit und Attraktivität nochmals steigern und kam auf die Idee, das Rennen durch die Hochalpen in den Départements Savoie und Isère zu führen. Erstmals mussten die Fahrer den 2645 Meter hohen Col du Galibier überwinden.
Gustave Garrigou gewann die erste Etappe und konnte sich nach der vierten ein zweites Mal an die Spitze des Gesamtklassements setzen. Nachdem Paul Duboc die achte und neunte Etappe gewonnen hatte, schien es nur eine Frage der Zeit, bis er Garrigou von der Spitze verdrängen würde. Doch dann wurde Duboc von einem Schlachtenbummler eine Trinkflasche gereicht, die offensichtlich eine giftige Substanz enthielt. Er brach zusammen und musste Garrigou wieder davonziehen lassen. Es wurde nie herausgefunden, wer das Getränk auf diese Weise „präpariert“ hatte. Immerhin konnte er sich den zweiten Gesamtrang sichern. Dubocs Anhänger machten Garrigou für diese Vergiftung verantwortlich und feindeten ihn an, so dass dieser auf Anweisung der Tour-Leitung im weiteren Verlauf „getarnt“ mit Sonnenbrille, falschem Trikot und ungespritztem Rad weiterfuhr.Beate und Hagen Boßdorf: 100 Highlights. Tour de France 1903–2003. Berlin 2003, ISBN 3-517-06681-8, S. 21
56 von 84 Fahrern kamen nicht in Paris an, darunter Octave Lapize, François Faber, Louis Trousselier und Lucien Petit-Breton, die im Vorfeld als Favoriten für den Gesamtsieg galten.
Die Etappen Etappen Tag Start – Ziel km Etappensieger Gesamterster 1. Etappe 2. Juli Paris – Dunkerque 351 Gustave Garrigou Gustave Garrigou 2. Etappe 4. Juli Dunkerque – Longwy 388 Jules Masselis Jules Masselis 3. Etappe 6. Juli Longwy – Belfort 331 François Faber François Faber 4. Etappe 8. Juli Belfort – Chamonix 344 Charles Crupelandt Gustave Garrigou 5. Etappe 10. Juli Chamonix – Grenoble 366 Émile Georget Gustave Garrigou 6. Etappe 12. Juli Grenoble – Nizza 348 François Faber Gustave Garrigou 7. Etappe 14. Juli Nizza – Marseille 334 Charles Crupelandt Gustave Garrigou 8. Etappe 16. Juli Marseille – Perpignan 335 Paul Duboc Gustave Garrigou 9. Etappe 18. Juli Perpignan – Luchon 289 Paul Duboc Gustave Garrigou 10. Etappe 20. Juli Luchon – Bayonne 326 Maurice Brocco Gustave Garrigou 11. Etappe 22. Juli Bayonne – La Rochelle 379 Paul Duboc Gustave Garrigou 12. Etappe 23. Juli La Rochelle – Brest 470 Marcel Godivier Gustave Garrigou 13. Etappe 26. Juli Brest – Cherbourg 405 Gustave Garrigou Gustave Garrigou 14. Etappe 28. Juli Cherbourg – Le Havre 361 Paul Duboc Gustave Garrigou 15. Etappe 30. Juli Le Havre – Paris 317 Marcel Godivier Gustave Garrigou
Weblinks
radsport-seite.de zur Tour 1911
Einzelnachweise
Kategorie:Radrennen 1911 #1911