Diese Liste enthält die Geotope des Oberbayerischen Landkreises Rosenheim in Bayern.Datenquelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt, www.lfu.bayern.de, Geotoprecherche (abgerufen am 16. September 2017) Die Liste enthält die amtlichen Bezeichnungen für Namen und Nummern des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) sowie deren geographische Lage. Diese Liste ist möglicherweise unvollständig. Im Geotopkataster Bayern sind etwa 3.400 Geotope (Stand März 2020) erfasst. Das LfU sieht einige Geotope nicht für die Veröffentlichung im Internet geeignet. Einige Objekte sind zum Beispiel nicht gefahrlos zugänglich oder dürfen aus anderen Gründen nur eingeschränkt betreten werden.
Name Bild Geotop ID Gemeinde / Lage Geologische Raumeinheit Beschreibung Fläche m² / Ausdehnung m Geologie Aufschlussart Wert Schutzstatus Bemerkung |- | Quartärprofil in der ehemaligen Kiesgrube SW von Hörmating | | 187A001 | style="text-align:center"|Tuntenhausen | Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion | Die Kiesgrube Hörmating liegt in einem Drumlin. 1960 wurde daraus erstmals von Ebers ein danach kontrovers diskutiertes und dadurch berühmt gewordenes Quartärprofil beschrieben. Unter würmzeitlicher Grundmoräne liegen mehrere Schotterhorizonte, die teilweise durch Bodenbildungen getrennt sind, die unterschiedlich als holozän entstanden, als frühes Würm-Interstadial oder als ältere Interglaziale gedeutet wurden. Der Aufschluss hatte sich schon seinerzeit durch den Abbau verändert und damit die Interpretationen beeinflusst. Heute ist der Abbau stillgelegt, die Flächen werden als Lagerplatz genutzt. Die Profilböschung ist stachlig überwachsen und schwer zugänglich. Der Aufschluss ist als Naturdenkmal ND- 01270 Drumlin – Anschnitt bei Hörmating geschützt. Die Naturdenkmalsfläche ist in Abb. 4 dargestellt. | 270090 × 30 | Typ: Standard-/Referenzprofil, Fossiler Boden, SchichtfolgeArt: Moräne, Schotter | Kiesgrube/Sandgrube | wertvoll | Naturdenkmal
| Steinbruch der Zementwerke Rohrdorf bei Sinning | | 187A002 | style="text-align:center"|Rohrdorf | Chiemgauer Alpen | Im Steinbruch der Zementwerke Rohrdorf sind mit steilem Südfallen in Mergel (Stockletten) der Stad-Formation Corallinaceenschuttkalke (Lithothamnienkalk) eingeschaltet. Eingeschuppt kommt Bürgen-Formation (Adelholzener Schichten) vor. Eine geologische Karte und ein Schichtprofil des Steinbruchs ist in Lammerer et al. (2011) enthalten. Die Lithothamnienkalke bei Sinning wurden 1808 beim Bau der Soleleitung entdeckt und über Jahrzehnte als Rosenheimer Granitmarmor als beliebter Werkstein abgebaut. Seit 1930 wird im Werk Zement hergestellt. Kein Betreten des aktiven Steinbruchs ohne Zustimmung der Eigentümer! | 446500950 × 470 | Typ: Schichtfolge, Tierische FossilienArt: Mergelstein, Kalkstein | Steinbruch | besonders wertvoll | kein Schutzgebiet
| Straßenaufschlüsse im Eozän bei der Gfallermühle | | 187A003 | style="text-align:center"|Kiefersfelden | Mangfallgebirge | Aufgeschlossen sind alttertiäre Konglomerate mit Geröllen mesozoischer Gesteine. Es ist einer der wenigen Aufschlüsse von inneralpinem Eozän. | 600120 × 5 | Typ: Schichtfolge, Gesteinsart, Tierische FossilienArt: Konglomerat, Sandstein, Mergelstein | Böschung | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Straßenaufschlüsse im Eozän SW von Mühlbach | | 187A004 | style="text-align:center"|Kiefersfelden | Mangfallgebirge | Aufgeschlossen sind alttertiäre Mergel mit Landschnecken. Es ist einer der wenigen Aufschlüsse von inneralpinem Eozän. | 900300 × 3 | Typ: Schichtfolge, Tierische FossilienArt: Konglomerat, Sandstein, Mergel | Böschung | wertvoll | Landschaftsschutzgebiet
| Straßenaufschluss zwischen Langweid und Rohrdorf | | 187A005 | style="text-align:center"|Neubeuern | Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion | Das Profil liegt in Pinswanger und Adelholzener Schichten sowie Stockletten. Überdeckt wurde es von spätwürmglazialen Seeablagerungen des ehemaligen Rosenheimer Sees. | 5250350 × 15 | Typ: Standard-/ReferenzprofilArt: Mergelstein, Tonstein | Böschung | bedeutend | kein Schutzgebiet
| Steinbruch am Kirchberg ENE von Neubeuern | 150px | 187A007 | style="text-align:center"|Neubeuern | Chiemgauer Alpen | Einziger Aufschluss von Bayrischem Helvetikum in Rifffazies, das Riff liegt auf der Intrahelvetischen Schwelle. Die grauen Korallenkalke liegen auf Stockletten, die Rotalgenknollen (Rhodolithe) enthalten. | 6000150 × 40 | Typ: Standard-/Referenzprofil, Tierische Fossilien, GesteinsartArt: Kalkstein, Mergelstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Ehemalige Steinbrüche am Bürgl bei Altenbeuern | 150px | 187A008 | style="text-align:center"|Neubeuern | Chiemgauer Alpen | In dem Härtlingszug liegt ein bedeutendes Helvetikums-Profil mit ehemals reichem Fossilgehalt. Der ehemalige Mühlstein-Bruch wird heute als Freilichtbühne genutzt. Alles Lockermaterial wurde entfernt, weshalb kaum noch Fundmöglichkeiten bestehen. | 5200130 × 40 | Typ: Schichtfolge, Tierische Fossilien, HärtlingArt: Mergelstein, Sandstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Nagelfluh der Biber S von Brannenburg / Degerndorf | 150px | 187A009 | style="text-align:center"|Brannenburg | Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion | Die Biber ist ein Inselberg aus riss-glazialen Deltaschottern, die steil (Schichtneigung!) in einen See geschüttet wurden. Es handelt sich um eine 50 – 60 m mächtige Gesteinsabfolge mit einem hohen Anteil von Kristallingeröllen (Durchmesser 1 – 5 cm, vereinzelt über 10 cm) in kalkiger Matrix. Die dickbankige Wechselfolge von Konglomeraten und Sandsteinen zeigt auch auskeilende Lagen und Kreuzschichtung. Die Biber-Nagelfluh wird heute noch in drei Steinbrüchen als Werkstein abgebaut. Die aktiven Steinbrüche ohne Erlaubnis nicht betreten! Früher wurden vor allem Mühlsteine hergestellt. Der älteste schriftliche Beleg eines Mühlsteinbruchs in Bayern bezieht sich auf Degerndorf und stammt aus dem 10. Jahrhundert. Die steilen West- und Südwände der Biber sind Relikte dieses alten Abbaus. Am Festplatz bei der Kirche St. Magdalena zeigen Felswände die Gesteinsstruktur der Nagelfluh. Unterhalb sind an einem großen Nagelfluhblock Spuren der Mühlsteingewinnung erhalten. | 365400870 × 420 | Typ: Gesteinsart, Sedimentstrukturen, Bearbeiteter FelsArt: Konglomerat | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Nagelfluhwand bei Weng | 150px | 187A010 | style="text-align:center"|Tuntenhausen | Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion | Der sehr ausgedehnte ehemalige Kies- und Nagelfluhabbau (vermutlich Mindel-Deckenschotter) ist teilweise stark verstürzt. Große Teile der Abbauwände sind aber noch auf fast 300 m Länge erhalten. | 19200320 × 60 | Typ: GesteinsartArt: Konglomerat | Kiesgrube/Sandgrube | bedeutend | kein Schutzgebiet
| Ehemaliger Steinbruch am Eckbichl | 150px | 187A011 | style="text-align:center"|Neubeuern | Chiemgauer Alpen | Es steht Süd-Helvetikum mit dem fossilreichen Profil der Kressenbergschichten an. | 140070 × 20 | Typ: Schichtfolge, Tierische FossilienArt: Kalksandstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Aufschlüsse im Fluderbachtal E von Gernmühl | | 187A012 | style="text-align:center"|Samerberg | Inn-Chiemsee-Jungmoränenregion | Der Aufschluss ist Teil eines Standardprofils des Würmglazials und besitzt europaweite Bedeutung. Er zeigt fossilführende (Laub- und Nadelbäume) riß-würm-interglaziale Seetone des Törwanger Beckens, die von Würmmoräne überlagert werden. | 5000200 × 25 | Typ: Standard-/Referenzprofil, Pflanzliche Fossilien, MineralienArt: Moräne, Ton, Seekreide | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | besonders wertvoll | kein Schutzgebiet
| Deckengrenze im Steinbruch S von Nußdorf | 150px | 187A013 | style="text-align:center"|Nußdorf am Inn | Chiemgauer Alpen | Der weithin sichtbare Steinbruch Nußdorf baut in Alpinem Muschelkalk der Lechtal-Decke ab. Die Schichtfolge steht senkrecht oder fällt steil nach Süden hin ein. Ganz im Süden waren auf 680 m Höhe die hangenden schwarzen Partnachmergel vor einer Wand aus Wettersteinkalk aufgeschlossen (Ganss 1980). Der Alpine Muschelkalk bildet die Basis der Lechtal-Decke. Deren steilstehende Überschiebungsbahn auf die Allgäu-Decke ist zwischen den untersten Sohlen des alten Abbaubereichs aufgeschlossen. Die Überschiebungsbahn wird von schwarzen Mergeln mit zerflaserten Kalksteinen gebildet. Sie entstammen der angrenzenden Ammergau-Formation in der Allgäu-Decke. Die Brücke im Steinbruch überspannt die Deckengrenze, die sich unter der verbliebenen Sichtschutzwand aus Muschelkalk nach NE fortsetzt. Den aktiven Steinbruch nicht ohne Zustimmung der Eigentümer betreten! | 87500350 × 250 | Typ: Störung, Gesteinsart, DiskordanzArt: Kalkstein, Mergelstein | Steinbruch | wertvoll | kein Schutzgebiet
| Typlokalität der Sachrang-Formation W von Sachrang | | 187A014 | style="text-align:center"|Aschau im Chiemgau | Chiemgauer Alpen | Die Typlokalität der Sachrang-Formation liegt abgelegen nahe der Grenze zu Tirol oberhalb von Sachrang. Von Mitterleiten W von Sachrang (keine Parkmöglichkeit, von Sachrang aus aufsteigen) nimmt man den Wanderweg Richtung Spitzstein/Altkaseralm und biegt auf 870 m in Weidegelände auf einen unmarkierten breiten Weg links ab. Am Waldrand dann weglos und steil – Vorsicht! - hinunter zur Prien absteigen. Am Rande des von Westen kommenden Seitenarms stehen die blättrigen bis dünnplattigen und bituminösen Tonmergelsteine der Sachrang-Formation des Unterjura an. Diese Schwarzschiefer sind eine Sonderfazies (anoxisches Milieu) innerhalb der Allgäu-Formation und haben ihre außeralpine Entsprechung in den Posidonienschiefern der Alb. Nach Ebli (1991) handelt es sich hier um das wohl eindrucksvollste Vorkommen alpiner Lias-Schwarzschiefer. Unterhalb stehen dm-bankige Kalksteine der Allgäu-Formation an. | 160080 × 20 | Typ: TyplokalitätArt: Tonmergelstein | Prallhang/Flussbett/Bachprofil | besonders wertvoll | kein Schutzgebiet
| Deckenüberschiebung an der Prien bei Bach | | 187A015 | style="text-align:center"|Aschau im Chiemgau | Chiemgauer Alpen | An der Straße, die links der Prien von Bach nach Süden führt, ist die Überschiebung der Lechtal-Decke auf die Allgäu-Decke aufgeschlossen. Hier – im Fenster von Aschau – wurden im Talgrund der Prien die Gesteine der Lechtal-Decke so tief abgetragen, dass die darunterliegende Allgäu-Decke gleichsam in einem Fenster zutage tritt. Das hell anwitternde, im Anschlag aber dunkelgraue und bituminös riechende, dickbankige Gestein ist der Alpine Muschelkalk der Lechtal-Decke. Stark zerschert liegen darunter und daneben rötliche Mergel- und Kieselkalke des Oberjura der Allgäu-Decke. | 20040 × 5 | Typ: Lagerungsverhältnisse, SchichtfolgeArt: Kalkstein, Kieselkalkstein | Hanganriss/Felswand | wertvoll | FFH-Gebiet
| Fossilien im Mitteljura des Laubenstein-Gipfelrückens | | 187A016 | style="text-align:center"|Aschau im Chiemgau | Chiemgauer Alpen | Der Gipfelrücken des Laubensteins ist aus Crinoidenkalk des Mittleren Juras aufgebaut. Das hellrötliche Gestein ist recht hart und besteht zu einem großen Teil aus Stielgliedern von Seelilien und Haarsternen (Crinoiden). Die Zwischenräume sind von sparitischem (grobkristallinem) Calcit erfüllt. Unter Einfluss der Verwitterung zerfällt das Gestein daher zu einem groben Grus. Die Crinoiden sind in ihrem Lebensbereich – auf Meeresschwellen – eingebettet und zerfallen, teilweise aufgearbeitet durch Wellenbewegung oder von Strömungen umgelagert. Stellenweise sind massenhaft Brachiopoden im Gestein, die Innenräume oft hohl und mit Calcitkriställchen ausgekleidet. Sie finden sich auch herausgewittert. | 80000400 × 200 | Typ: Tierische FossilienArt: Kalkstein | Felshang/Felskuppe | wertvoll | FFH-Gebiet
| Rauhwacken an der Steinlingalm SE von Aschau | | 187A017 | style="text-align:center"|Aschau im Chiemgau | Chiemgauer Alpen