Bodys Isek Kingelez (* 1948 in Kimbembele Ihunga, Belgisch-Kongo; † 14. März 2015 in KinshasaL’artiste congolais Bodys Isek Kingelez est mort) war ein Bildhauer aus der Demokratischen Republik Kongo, der bekannt war für Pappmodelle fantastischer Städte.CaacARt , abgerufen am 15. September 2013 (englisch).

Leben und Werk Kingelez wurde 1948 in Kimbelele Ihunga in Belgisch Kongo (jetzt Demokratische Republik Kongo) geboren und Jean-Baptiste genannt. Kingelez lebte mit seinen zwei Frauen, Madam Bodys und Madam Kingelez, wie er sie nannte, und seinen Kindern in einem Viertel in den Hügeln der Hauptstadt Kinshasa.

1970 zog er nach Kinshasa und studierte in Teilzeit, während er Schulunterricht gab und im Nationalmuseum von Kinshasa traditionelle, afrikanische Masken restaurierte. In dieser Zeit begann er damit, erste eigene künstlerische Arbeiten zu kreieren.

Er war Autodidakt und arbeitete seit 1985 ausschließlich als Künstler. 1989 wurde Kingelez von André Magnin magnin-a: abgerufen am 15. September 2013 (französisch) , Kurator der Contemporary African Art Collection (CAAC) von Jean Pigozzi eingeladen, um an der Ausstellung Les Magiciens de la Terre – Zauberer der Erde in Paris teilzunehmen. Dank der kommerziellen Förderung durch den Pariser Galeristen Jean Marc Patras konnte er fortan seinem künstlerischen Schaffen nachgehen. Seitdem wurden seine Arbeiten international in zahlreichen Ausstellungen gezeigt und sind in mehreren Sammlungen wie z. B. Jean Pigozzi und dem Museum von Sète in Frankreich vertreten.

Kingelez ist vor allem bekannt für seine Modelle von fantastischen, utopischen Städten, gefertigt aus Pappe, Papier und Plastik. Manchmal verwendete Kingelez auch Fundstücke wie Kronkorken, Wellpappe und Stanniol in seinen Werken. Es sind Architekturmodellen ähnliche, unglaublich detaillierte und farbenreiche Werke. Sie reflektieren das brausende Leben in der Metropole Kinshasa und anderen afrikanischen Megastädten und fassen sie in einer futuristischen Vision zusammen.

Kingelez hat insgesamt mehrere hundert solcher Modelle geschaffen, die anfänglich noch einzelne architektonische Einheiten darstellten und stets komplexer wurden. Seit 1992 sind es nicht mehr nur einzelne Gebäude, sondern Straßen, Parks, Stadien und Monumente, die in einer Vielzahl von Gebäuden eingebettet sind. Kingelez arbeitete immer maßstabgetreu und achtete auf die Ausgewogenheit der Größenverhältnisse seiner mehrteiligen Baukörper. Aufgrund seiner Vorstellung, dass die Menschen in Gemeinschaft leben und sich gegenseitig helfen sollten, erschuf er seine Modellbauten meist als gemeinschaftlich genutzte Gebäude, die auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sind. MAGNIN-A: abgerufen am 11. Februar 2016 Sein erstes Modell nannte er Kimbembele Ihunga nach seiner Geburtsstadt. Herausragende Arbeiten sind Ville Fantôme (1995), Kin 3ème millénaire (1997) und La Ville du Futur (2000)Dynamic Africa, abgerufen am 15. September 2013.

In seinem Manifest Die Kunst des Modells – eine gelehrte Kunst brachte Kingelez die Quintessenz seines Schaffens auf den Punkt:

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2002 Bodys Isek Kingelez Villa Stuck, München 2000 Bodys Isek Kingelez Kunstverein in Hamburg, Hamburg 1996 D´autres ajouts d´été Musée d’art moderne et contemporain, Genf, Schweiz 1995 Bodys Isek Kingelez Fondation Cartier pour l’Art Contemporain, Paris, Frankreich 1992 Bodys Isek Kingelez Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Gruppenausstellungen 2014 (un)möglich!Künstler als Architekten MARTa Herford, Herfordart-magazin.de: 2014 Making Africa im Vitra Design Museum, Weil am Rhein 2010 Dreamlands Centre Pompidou, Paris 2006 Africa Remix Mori Art Museum, Tokio, Japan 2005 The Theatre of Art Museum Ludwig, Köln 2005 Africa Remix Centre Pompidou, Paris, Frankreich 2005 Africa Remix Hayward Gallery, London, Großbritannien 2004 Afrika Remix Museum Kunstpalast, Düsseldorf 2004 Unbuilt Cities Bonner Kunstverein, Bonn 2002 Documenta11, Kassel 2002 Biennale de Sao Paulo Biennale von São Paulo, São Paulo, Brasilien 2001 The Short Century Haus der Kulturen der Welt, Berlin 2000 Vision du Futur Grand Palais, Paris, Frankreich 1999 The 1999 Carnegie International Carnegie Museum of Art Pittsburgh, USA 1999 Un monde réel Fondation Cartier pour l’Art Contemporain, Paris, Frankreich 1999 Arts-Worlds in Dialogue Museum Ludwig, Köln 1999 Zeitwenden KunstHausWien, Österreich 1998 Africa Africa Tobu Museum of Art, Tokio, Japan 1998 Unfinished Story Walker Art Center, Minneapolis, USA 1997 Project 59 : Architecture as Metaphor Museum of Modern Art New York, USA 1997 Africus Biennale von Johannesburg, Johannesburg, Südafrika 1996 Neue Kunst Aus Africa Haus der Kulturen der Welt, Berlin 1996 Wall and Space Reality and Utopia Bodys – Isek Kingelez’s Architectural Visions Oksnehallen, Kopenhagen, Dänemark 1995 Big City Serpentine Gallery, London, Großbritannien 1993 Home and the World Architectural Sculpture by two African Artists, Museum for African Art, New York, USA 1992 Out of Africa Saatchi Gallery, London, Großbritannien 1992 Groninger Museum, Niederlande 1991 Africa Hoy Centro Atlántico de Arte Moderno, Las Palmas de gran Canaria, Spanien 1989 Magiciens de la terre Centre Georges Pompidou - 1989 La Grande Halle de la Villette, Paris, Frankreich

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer der Moderne Kategorie:Kongolese (Demokratische Republik Kongo) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann