Thomas Eckart Robert Paulwitz (* 13. Juli 1973 in Eichstätt) ist ein deutscher Historiker, Journalist und Publizist. Im Jahr 2000 war er Mitbegründer der Print- und Onlinezeitung Deutsche Sprachwelt, als deren Chefredakteur er bis heute tätig ist. Paulwitz galt als einer der Wortführer für die Rücknahme der Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996. Seit 2011 ist er Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Straße der deutschen Sprache, seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache.

Leben Herkunft, Geschichtsstudium und Korporation Paulwitz hat nach eigenen Angaben ostpreußische Vorfahren.Über mich, Netz-Tagebuch, abgerufen am 23. Oktober 2013. Er entstammt einer Försterfamilie und wuchs im Forsthaus Gungolding bei Eichstätt auf. Bis zum Abitur 1992 besuchte er das Willibald-Gymnasium in Eichstätt.Leben, Webseite von Thomas Paulwitz, abgerufen am 14. September 2013.

Danach studierte er von 1992 bis 1995 Biologie bis zur Diplom-Vorprüfung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2001 erlangte er mit einer Arbeit über Richard Scheringer und den NationalbolschewismusThomas Paulwitz: Richard Scheringer. Ideensuche und Konsequenz. Ein Beitrag zur Geschichte des Nationalbolschewismus. Magisterarbeit, Nürnberg 2001. den Magisterabschluss (M.A.) in Geschichte und Politikwissenschaft. Während des Studiums trat er dem Verein Deutscher Studenten zu Erlangen (VDSt) bei, einer Mitgliedsverbindung im Kyffhäuserverband.Netzwerk Antifaschistischer Bildung (Hrsg.): Spezialitäten aus Mittelfranken. Ein Überblick über rechte und rechtsextreme Strukturen. Antifaschistischen Dokumentations- und Informationsprojekt, Berlin 2003, S. 19. Ab 2002 war er kurzzeitig Promotionsstudent., Pegnesischer Blumenorden.

Publizistisches Wirken und Mitgliedschaft in Sprachgesellschaften Seit 1995 ist Paulwitz als freier Journalist tätig. Er veröffentlichte u. a. bei Frankfurter Allgemeine Zeitung, Ostpreußenblatt, Deutschland-Journal, Die Freie Welt, Die Freie Welt, abgerufen am 8. November 2013. und Junge Freiheit. Außerdem schrieb er nach der Rechtschreibreform mehrere Leserbriefe für die Tageszeitungen Nürnberger Nachrichten und Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), in denen er die beschlossenen Änderungen kritisierte.

Paulwitz war oder ist in verschiedenen Sprachgesellschaften aktiv. 2007 gründete er zur Pflege der deutschen Sprache die Neue Fruchtbringende Gesellschaft (NFG) in Köthen, deren Beisitzer er wurde.Matthias Bartl: Ein neuer Bund für die deutsche Sprache. In: Mitteldeutsche Zeitung, 11. Januar 2007. Zur Bundestagswahl 2009 kritisierte er in seiner Funktion als Vorstandsmitglied aus sprachlicher Sicht die Wahlprogramme der meisten Bundestagsparteien; Zustimmung fand einzig dasjenige der CSU.Thomas Rinke, Claus Blumstengel: Forderung aus Köthen an die EU. In: Mitteldeutsche Zeitung, 2. Juni 2006, abgerufen am 28. Mai 2021. Von Februar 2009 bis April 2015 war er Ordensrat für Sprachpflege im Pegnesischen Blumenorden,E-Mail vom Präses des Pegnesischen Blumenordens, Prof. Uli Rothfuss PhD., M.Sc. (09.06.2025) & https://web.archive.org/web/20260518105216/https://www.xing.com/profile/Thomas_Paulwitz. der Mitglied der NFG ist.Karoline Wirth: Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins (= Bamberger Beiträge zur Linguistik. Band 1). University of Bamberg Press, Bamberg 2010, ISBN 978-3-923507-65-8, S. 153. Außerdem ist er Mitglied der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK). Seit 2011 ist er Sprecher für die Arbeitsgemeinschaft Straße der deutschen Sprache,Thomas Paulwitz, XING, abgerufen am 14. September 2013. die Ferienorte in Mitteldeutschland symbolisch miteinander verbindet.Uwe Menschner: Straße der deutschen Sprache nimmt Gestalt an. In: Lausitzer Rundschau, 16. Februar 2013. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache.

Vortragstätigkeit bei Organisationen und in den Medien Paulwitz hielt zahlreiche Vorträge u. a. beim Köthener Sprachtag, der Redaktionskonferenz der Bild-Zeitung, zu einem Sprachsymposium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, beim Netzwerk Deutsche Sprache, bei der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU und bei Studentenverbindungen.Veröffentlichung, Webseite von Thomas Paulwitz, abgerufen am 14. September 2013. 2008 war er Mitglied im Expertenkreis eines Online-Diskussionsforums „Hat Deutsch eine Zukunft?“ der FAZ, dem u. a. auch Wolf Schneider, Edda Moser, Jürgen Trabant, Paul Kirchhof, Klaus Reichert und Cem Özdemir angehörten. 2012 war er zusammen mit dem CSU-Politiker Manfred Weber und dem Radiomoderator Michael Skasa Gast im PresseClub München zum Thema „Schafft Deutschland seine Sprache ab?“, PresseClub München, 20. Februar 2012. und 2013 zusammen mit dem Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, der 2011 eine Gegenpetition zu „Deutsch ins Grundgesetz“ initiierte,E-Petition gegen „Deutsch ins Grundgesetz“. In: Junge Freiheit, 29. Januar 2011. in der ZDFinfo-Sendung Lass’ma talken Digga: Muss die deutsche Sprache geschützt werden?Lass'ma talken Digga – Muss die deutsche Sprache geschützt, ZDF 2013. Darüber hinaus führten Deutschlandfunk, n-tv und Bayern 2 Gespräche mit ihm über das Projekt Straße der deutschen Sprache.Michael Köhler: , Sozusagen! (Bayern 2), 15. Februar 2013.Michael Köhler: Teutsche Sprachkultur (Deutschlandfunk), 31. Januar 2013.Route verbindet 25 Städte, n-tv, 30. März 2011. Zusätzlich stellte er das Projekt auf der Leipziger Buchmesse vor,Gehen Sie auf die Straße der deutschen Sprache, Leipziger Buchmesse, 15. März 2013. bereits 2012 war er Referent zum Thema „Deutschland schafft seine Schreibschrift ab!“ auf der Frankfurter Buchmesse., Frankfurter Buchmesse, 12. Oktober 2012.

Gemeinsam mit Stefan Barth war Paulwitz 2013 mit dem Namen „Gerch“ (Georg) Gewinner der durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen angeregten Namensfindung für den Turmwächter auf der Nürnberger Kaiserburg., Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung, 11. Juli 2013.

Ehrenamtliches Engagement und Familie Paulwitz ist darüber hinaus Mitbegründer der Initiative „Rettet die Sektenkinder von Lonnerstadt“, die 2012 eine Mahnwache in Lonnerstadt im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt abhielt, und veröffentlichte 2013 in der Regionalzeitung Fränkischer Tag den Leserbrief Glaube gibt Halt.Thomas Paulwitz: Glaube gibt Halt. In: Fränkischer Tag, 2. März 2013. Außerdem trat er kurz im Beitrag „Sektenkinder – Streit ums Kindeswohl“ der WDR-Sendung Menschen hautnah auf, Menschen hautnah (WDR), 4. April 2013. und nahm in der Sendung kontrovers des Bayerischen Rundfunks Stellung zum Fall., kontrovers (Bayerischer Rundfunk), 10. Juli 2013.

Paulwitz ist verheiratet und hat zwei Kinder; er lebt in Nürnberg. Sein Bruder Michael ist ebenfalls Journalist und Historiker.

Publikation des Volkswörterbuchs „Engleutsch“ Paulwitz publizierte gemeinsam mit Stefan Micko das Volkswörterbuch Engleutsch.Karoline Wirth: Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins (= Bamberger Beiträge zur Linguistik. Band 1). University of Bamberg Press, Bamberg 2010, ISBN 978-3-923507-65-8, S. 127.Kristin Otto: Eurodeutsch – Untersuchungen zu Europäismen und Internationalismen im deutschen Wortschatz. Eine Arbeit aus der Perspektive der Eurolinguistik am Beispiel von Zeitungen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Logos-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-8325-2323-7, S. 14. Der Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege (VRS) aus Schwaig bei Nürnberg war daran sowohl als Herausgeber als auch Finanzier beteiligt. Darin kritisierten die Autoren den Gebrauch von Anglizismen in der deutschen Sprache.Holger Dreiseitl: Damit die Party zum Fest wird. In: Nürnberger Nachrichten, 8. Oktober 2001. Für diesen Gebrauch von Denglisch macht Paulwitz „mangelnde Sprachloyalität“ verantwortlich. Man müsse, um dem entgegenzutreten, ein „Bewusstsein für den Wert der Muttersprache stärken“.

Paulwitz selbst führte zuvor zum Konkurrenzbegriff Denglisch aus:Jürgen Spitzmüller: Metasprachdiskurse. Einstellungen zu Anglizismen und ihre wissenschaftliche Rezeption. de Gruyter, Berlin 2005, ISBN 3-11-018458-3, S. 189.

Die Reaktion auf das Buch ging so weit, dass der damalige österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) den Herausgebern des Buches neue Stichwörter vorschlug. Nach Angaben von Paulwitz wurde es 35.000-mal verkauft.Engleutsch?, Deutsche Sprachwelt, abgerufen am 16. September 2013. Die Wissenschaftspublizisten Hans Friedrich Ebel, Claus Bliefert und Walter Greulich zählen Micko und Paulwitz zu denjenigen Autoren, die sich „mit bissigem Humor und der erforderlichen Sachkenntnis“ einer Entwicklung entgegenstellen.Hans Friedrich Ebel, Claus Bliefert und Walter Greulich: Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften. Wiley, Weinheim 2006, ISBN 3-527-30802-4, S. 558. Kritik wurde am VRS, dessen Mitglied Paulwitz ist, dahingehend geäußert, dass eine „gewisse […] Affinität zu politisch rechtsgerichteten Gruppen“ (Falco Pfalzgraf 2003) feststellbar sei.Karoline Wirth: Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins (= Bamberger Beiträge zur Linguistik. Band 1). University of Bamberg Press, Bamberg 2010, ISBN 978-3-923507-65-8, S. 128. Auch wurden umstrittene Aktivitäten von Mitgliedern des Vereins in der Onlineenzyklopädie Wikipedia thematisiert.

Mitbegründung der Deutschen Sprachwelt mini|Deutsche Sprachwelt

Wegen der großen Rezeption seines Werkes begründete Paulwitz 2000 mit dem österreichischen Schriftsteller Stefan Micko die Print- und Onlinezeitung Deutsche Sprachwelt, deren Schriftleiter er bis heute ist. Bis 2003 war er Mitherausgeber des Blattes. Als Trägerverein fungiert der Verein für Sprachpflege (VfS), der seinen Sitz nach Erlangen verlegte.Karoline Wirth: Der Verein Deutsche Sprache: Hintergrund, Entstehung, Arbeit und Organisation eines deutschen Sprachvereins (= Bamberger Beiträge zur Linguistik. Band 1). University of Bamberg Press, Bamberg 2010, ISBN 978-3-923507-65-8, S. 122.

Kritisches Verhältnis zu Fremdwörtern