Michael Kurt Paulwitz (* 1965 in Eichstätt) ist ein deutscher Historiker, Journalist und PR-Berater. Er ist regelmäßiger und langjähriger Autor und Kommentar-Schreiber der Jungen Freiheit und war von 2012 bis 2014 Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter. Paulwitz, der als Vertreter der Neuen Rechten gilt, war politisch bei den Republikanern aktiv, für die er bis 2016 auf Kommunal- und Landesebene regelmäßig kandidierte.

Leben Herkunft und Geschichtsstudium Michael Paulwitz hat nach eigenen Angaben ostpreußische Vorfahren und entstammt einer Försterfamilie. Er wurde 1965 im oberbayerischen Eichstätt geboren und wuchs in einer katholischen Umgebung auf. Paulwitz besuchte das Willibald-Gymnasium seiner Heimatstadt, wo er sein Abitur ablegte. Danach leistete er Grundwehrdienst bei der Bundeswehr.Gerhard-Löwenthal-Preis 2011, Junge Freiheit Verlag, abgerufen am 14. Oktober 2013. 1984 wurde er als Stipendiat in die Münchner Stiftung Maximilianeum aufgenommen und studierte Geschichte, Altertumswissenschaft, Latein und Slawistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Brasenose College (1992)BNC’s Lost Alumni. In: Brazen Notes, Ausgabe 7, Sommer 2008, o. S. (bnc.ox.ac.uk PDF). der University of Oxford in England.

Als auf osteuropäische Geschichte spezialisierter Historiker (M. A.) nahm er Mitte der 1990er Jahre an wissenschaftlichen Tagungen des Ungarischen Instituts München teil und veröffentlichte in den Ungarn-Jahrbüchern.Norbert Spannenberger: Tagungen des Ungarischen Instituts München 1992–1995. In: Gabriel Adriányi, Horst Glassl, Ekkehard Völkl (Hrsg.): Ungarn-Jahrbuch, Band 22, J. 1995/96, Verlag Ungarisches Institut, München 1996, S. 400–404 (epa.oszk.hu PDF). Paulwitz begann eine Promotion bei Horst Glassl am Osteuropa-Institut München zum Thema Der Krieg in Kroatien und in Bosnien-Hercegovina.Gesine Frunder-Overkamp, Hermann Beyer-Thoma: In Vorbereitung befindliche Universitätsschriften aus der Geschichte Osteuropas und Südosteuropas (= Mitteilungen des Osteuropa-Instituts München. Band 49). München 2003, ISBN 3-921396-83-2, S. 11 (dokumente.ios-regensburg.de PDF).

Korporation und Mitgliedschaften Paulwitz bewegt sich seit seinem Studium in rechten Kreisen. Entfremdet vom „linksliberalen Zeitgeist“ (Paulwitz),Rainer Benthin: Angriff aus der Nische. Die Bedeutung von «1968» für den Kulturkampf der Neuen Rechten in Deutschland. In: Damir Skenderovic, Christina Späti (Hrsg.): 1968 – Revolution und Gegenrevolution. Neue Linke und neue Rechte in Frankreich, der BRD und der Schweiz (= Itinera. Fasc. 27). Schwabe, Basel 2008, ISBN 978-3-7965-2518-6, S. 81–92, hier: S. 87. wurde er Mitglied der Burschenschaft Danubia München, der er mittlerweile nicht mehr angehört.Elliot Neaman: A New Conservative. Revolution? Neo-Nationalism, Collective Memory, and the New Right in Germany since Unification. In: Hermann Kurthen, Werner Bergmann, Rainer Erb (Hrsg.): Antisemitism and Xenophobia in Germany After Unification. Oxford University Press, New York [u. a.] 1997, ISBN 978-0-19-511010-4, S. 190–208, hier: 201.Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (= Antifa-Edition). Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 323. Paulwitz war von 1991 bis 1995 stellvertretender Bundesvorsitzender des Vertriebenenverbandes Junge Landsmannschaft Ostpreußen (JLO)Drucksache des Deutschen Bundestages 13/1045 vom 4. April 1995.Gert Alt: Vorgeburtlich vertrieben. In: Lotta, Nr. 33, Winter 2008/09, S. 25–26 (). und Mitglied des völkischen Vereins Witikobund,Yves Müller: Gegen Feminismus und „Dekadenz“ – die Neue Rechte in der Krise? In: Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller (Hrsg.): „Was ein rechter Mann ist …“ Männlichkeiten im Rechtsextremismus (= Texte der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Band 68). Dietz, Berlin 2010, ISBN 978-3-320-02241-9, S. 67–87, hier: 71 (rosalux.de PDF).Nadine Fonta: Les mouvements d'extrême droite en Allemagne et leurs enjeux géopolitiques, 1989–1999 (= Dissertation, Th. géopolitique Paris VIII, 2000). ANRT Atelier national de reproduction des thèses, Lille 2003, ISBN 2-284-03682-1, S. 353. dessen Landesvorstandsmitglied er in Bayern war.

Seit 1999Michael Paulwitz: Meinungs- und Pressefreiheit heute. In: Burschenschaftliche Blätter 4 (2008), S. 150–152 ( PDF). ist er Alter Herr der Burschenschaft Normannia zu Heidelberg.

Freiberufliche Arbeit und Familie Nach dem Studienabschluss wurde er freiberuflich tätig. Er betreibt seit 2001 eine inhabergeführte Agentur für Textdienstleistungen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Stuttgart. Für seine Auftraggeber aus der Industrie verfasst er Artikel in Produktions- und Elektronik-Fachzeitschriften wie SPS-Magazin, Werkzeug & Formenbau, VDI-Z Integrierte Produktion, MM MaschinenMarkt, MAV Maschinen, Anlagen, Verfahren, building & automation und etz Elektrotechnik + Automation.

Michael Paulwitz ist verheiratet und ist Vater von zwei Kindern. Er lebt in Stuttgart.Ernst Nolte und Michael Paulwitz erhalten Gerhard-Löwenthal-Preis. jungefreiheit.de, 19. November 2011. Nach eigenen Aussagen spricht er u. a. Englisch, Französisch und Russisch.Michael Paulwitz auf XING Sein Bruder Thomas Paulwitz (* 1973), ebenfalls Historiker, ist Mitgründer und Chefredakteur der Deutschen Sprachwelt, einer Zeitschrift für Sprachpflege.

Publizistisches Wirken und Referententätigkeit Seit 2001 ist Paulwitz ständiger Autor und einer der maßgeblichen LeitartiklerHelmut Kellershohn: Volk, Staat und Nation. Konturen des völkischen Nationalismus in der „Jungen Freiheit“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3, S. 117–145, hier: S. 141. der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit. In den 1980er Jahren gehörte er nach antifaschistischen Informationen zum Kreis derjenigen Mitglieder der Danubia (Frank Butschbacher, Thomas Clement und Hans-Ulrich Kopp), die die Zeitung mitaufbauten.Jörg Kronauer: Die neuere Entwicklung der “Deutschen Burschenschaft”. In: Lotta, Nr. 16, Frühjahr 2004, S. 16–18 (). Bereits 1986 begründete er die der Burschenschaft nahe stehende Studentenzeitschrift Münchner Freiheit mit,Antrag und Stellungnahme: Unterhält das Land Geschäftsbeziehungen zu einem rechtsextremistischen Unternehmer? Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 14/236 (PDF) für die er bis zu deren Einstellung in den 1990er Jahren u. a. als Redaktionsleiter tätig war.Helmut Kellershohn: Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Helmut Kellershohn (Hrsg.): Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit. DISS, Duisburg 1994, ISBN 3-927388-44-0, S. 51–116, hier: 102. Von 1990 bis 1993 arbeitete er bei der Jungen Freiheit als Redakteur. Zur deutschen Asylpolitik schrieb Paulwitz in der Jungen Freiheit, während der „Rest Europas eher auf die Einwanderungsbremse“ trete, sei Helfen hierzulande eben ein „Höhere-Töchter-Vergnügen“, das zur Verhöhnung anderer betrieben werde.Volker Weiß: Achtung »Umvolkung« Jungle World, 17. September 2015

Paulwitz verfasste zudem ab 2009 Beiträge für das neurechte Theorieorgan Sezession und war von 2012 bis 2014 Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter. Weiterhin schrieb bzw. schreibt er als ständiger AutorFriedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 30. für die mittlerweile eingestellte Zeitschrift Criticón, als Balkan-KorrespondentMichael Paulwitz, Lucija Banić: „Rückkehr zur Not mit Gewalt“. Kroatische Vertriebene stellen Ultimatum – UNO unter Druck (Interview). In: Ostpreußenblatt, 26. September 1992, S. 2 (PDF). für die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ, vormals OstpreußenblattJens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (= Antifa-Edition). Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 423.) und unregelmäßig für die christlich-konservative Wochenzeitung Rheinischer Merkur.Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 304. Die Gruppe der PDS/Linke Liste im Deutschen Bundestag bezeichnete in einer Kleinen Anfrage (1994) seine Beiträge im Ostpreußenblatt als „rechtsextrem“.Kleine Anfrage: Das „Ostpreußenblatt“ und der Rechtsextremismus (II), Deutscher Bundestag, Drucksache 12/8042 (PDF). Bis Mitte der 1990er Jahre verfasste er zudem Leserbriefe zum Themenfeld Balkanpolitik, die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erschienen sind.

Außerdem ist er als Lektor und Referent tätig u. a. bei Vortragsreihen von deutschen (u. a. „Bogenhausener Gespräche“ (2014) der Burschenschaft Danubia MünchenSebastian Krass: Referenten vom rechten Rand. Danubia bietet Pro Deutschland und Republikanern ein Forum. In: Süddeutsche Zeitung. 5. April 2014.) und österreichischen Burschenschaften, der rechtsextremenBundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2012. Berlin 2012, S. 130–131 (). Gesellschaft für freie Publizistik (GfP),"115 Jahre Normannia sind genug" – Kundgebung gegen das Stiftungsfest der rechtsextremen Burschenschaft. In: UNiMUT - Zeitschrift [an] der Uni Heidelberg, 23. Juni 2005. dem rechtsextremen Deutschen SeminarMartin Dietzsch, Siegfried Jäger, Helmut Kellershohn, Alfred Schobert: Nation statt Demokratie. Sein und Design der "Jungen Freiheit". 2. unveränderte Auflage, Unrast, Münster 2004, ISBN 3-89771-733-6, S. 210 f. und bei Lesungen der rechtsextremenBundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2012. Berlin 2012, S. 109 ff. (). Bürgerbewegung pro NRW. Mit Götz Kubitschek, dem Leiter des rechtsextremen Instituts für Staatspolitik (IfS), legte Paulwitz 2011 den Band „Deutsche Opfer, fremde Täter. Ausländergewalt in Deutschland“ vor.Andreas Speit: Die Ideenfabrik der AfD taz.de, 27. Juni 2018 Einen anschließend auch im Internet veröffentlichten Vortrag hielt er 2011 bei der „Ideenwerkstatt“ der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld,Manuel Neumann: Umstrittene Ideenwerkstatt. In: Westfalen-Blatt, 7. November 2011. ebenso war er 2016 Vortragsredner bei der Karlsruher Burschenschaft Tuiskonia.Lucius Teidelbaum: Die „Neue Rechte“ in Baden-Württemberg www.boell-bw.de, 17. Januar 2023

Paulwitz sollte am 3. Oktober 2014 als Gastredner für den Bund der Vertriebenen (BdV) bei einem Empfang im Würzburger Rathaus auftreten. Nachdem die Stadt Würzburg dem BdV erfolglos nahegelegt hatte, Paulwitz als Redner wieder auszuladen, wurde der Empfang von Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) nach kurzer, aber heftiger öffentlicher Diskussion komplett abgesagt.Michael Czygan: Rechter Redner unerwünscht. In: Main-Post, 1. Oktober 2014.Michael Czygan: Vertriebenen-Treff: Nuß sagt ab, Halbleib fordert Ausladung von Paulwitz. In: Main-Post, 2. Oktober 2014.Michael Czygan: Stadt sagt Empfang für Vertriebene ab. In: Main-Post, 2. Oktober 2014. Der stellvertretende Reporterchef der Main-Post, Michael Czygan, bezeichnete Paulwitz in diesem Zusammenhang als „rechten Redner“ und warf ihm bezüglich Flüchtlingen „Bedrohungsszenarien“ vor.Michael Czygan: Standpunkt: Deutliches Zeichen. In: Main-Post, 2. Oktober 2014.

Schriftleitung der Burschenschaftlichen Blätter Paulwitz übernahm auf dem außerordentlichen Burschentag in Stuttgart 2012, nach vorzeitiger Abwahl seines Vorgängers Norbert Weidner, der Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ bezeichnet hatte, die Schriftleitung der Burschenschaftlichen Blätter.Tilman Steffen: Burschenschafter ersetzen Not durch Elend. Zeit Online, 24. November 2012. Paulwitz sprach diesbezüglich von einer „Pseudo-Affäre“ und einer „Diffamierungstrommel linker und linksliberaler Medien“.Nadine Michel, Andreas Speit: Rechts schlägt konservativ. In: taz, 25. November 2012.