Die Telekom Baskets Bonn sind ein deutscher Basketballverein. Mit dem Gewinn der Basketball Champions League und dem 2. Platz beim FIBA Intercontinental Cup gelangen den Baskets 2023 die größten internationalen Erfolge einer deutschen Vereinsmannschaft.

Zudem wurden die Bonner sechsmal Deutscher Vizemeister (1997, 1999, 2001, 2008, 2009, 2023) und standen dreimal im Finale des BBL-Pokals und zählen somit zu den erfolgreichsten Basketballvereinen in Deutschland.

Geschichte Die Anfänge Die Wurzeln der Bonner Mannschaft liegen bei zwei Vereinen: Der 1970 gegründeten Basketballabteilung des Godesberger TV und der 1973 gegründeten SC Fortuna Bonn. Der Godesberger TV stieg 1988 in die 2. Basketball-Bundesliga auf, 1990 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Der Abstieg im folgenden Jahr und die damit verbundenen wirtschaftlichen Probleme führten 1992 schließlich zur Fusion der Basketball-Abteilungen der beiden Vereine zur BG Bonn 92. Im folgenden Jahr wechselte der Spielbetrieb zum Post-SV Bonn, im Rahmen des Postsports übernahm die Deutsche Telekom das Sponsoring.

Aufstieg in die 1. Bundesliga und Vizemeister 1997, 1999 und 2001: Die Ära Socé (1995 bis 2001) Am 20. März 1995 wurden die Telekom Baskets Bonn gegründet, als Ziel wurde der Bundesliga-Aufstieg 1997 definiert. Doch bereits in der Saison 1995/96 gelang als ungeschlagener Erster der 2. Bundesliga Gruppe Nord der Aufstieg in die 1. Basketball-Bundesliga.

Zur Saison 1996/97 zogen die Baskets als Gast in die neu erbaute Hardtberghalle des Schulzentrums Hardtberg um. Die erste Saison in der ersten Bundesliga beendete die Mannschaft von Trainer Bruno Socé auf dem siebten Hauptrundenrang. In den Playoffs konnten die Baskets sich zunächst gegen den Lokalrivalen aus Rhöndorf und anschließend gegen TTL uniVersa Bamberg durchsetzen. Damit stand man als erster Aufsteiger in der Geschichte der Basketball-Bundesliga in der Debüt-Saison im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Allerdings mussten die Baskets sich in der Finalserie mit 1:3 gegen Alba Berlin geschlagen geben.

In der Folgesaison (1997/98) spielten die Baskets erstmals in einem internationalen Wettbewerb, dem Korać-Cup. Nach dem Erreichen des zweiten Hauptrundenrangs in der Basketball-Bundesliga schieden die Baskets bereits im Viertelfinale der Playoffs aus. In der Saison 1998/99 hieß die Finalbegegnung erneut Bonn gegen Berlin. Auch dieses Mal musste Bonn sich geschlagen geben (2:3), dennoch feierte man in der dritten Saison der Erstligazugehörigkeit bereits die zweite Vizemeisterschaft.

Ein Höhepunkt der Saison 1999/2000 war das vor 18.506 Zuschauern in der Kölnarena ausgetragene Heimspiel gegen Alba Berlin, zur damaligen Zeit ein neuer Zuschauerrekord für Basketball in Europa. Die Finalpaarung der Saison 2000/01 hieß erneut Bonn gegen Berlin und zum dritten Mal musste Bonn sich im Finale geschlagen geben (0:3). Am Ende der Saison verließ Trainer Bruno Socé den Verein.

Endstation Halbfinale: Die Ära Krunić (2001 bis 2005) mini|Oluoma Nnamaka: BBL-Defensive Player of the Year 2004 Zur Saison 2001/02 übernahm Predrag Krunić den Cheftrainerposten, nachdem er bereits seit 1998 Assistant Coach unter Bruno Socé war. Die Mannschaft konnte das Halbfinale der Playoffs erreichen, wie in den beiden darauf folgenden Spielzeiten (2002/03 und 2003/04).

Nach fünf Niederlagen in den letzten sieben Spielen der Saison 2004/05 verpassten die Telekom Baskets trotz einer positiven Bilanz (16 Siege, 14 Niederlagen) mit dem neunten Platz zum ersten Mal seit dem Aufstieg den Sprung in die Meisterrunde, woraufhin Krunić von seinen Aufgaben entbunden wurde. Einziger Lichtblick der Saison war das erstmalige Erreichen des Finales im Liga-Pokal. Prägende Spieler der Ära Krunić waren unter anderem Aleksandar Nađfeji, Terrence Rencher, Aleksandar Ćapin, Rimantas Kaukėnas (All-Star Game MVP 2003/04) und Oluoma Nnamaka.

Von 1998 bis 2002 hatten die Baskets mit der SG Sechtem einen Kooperationsvertrag geschlossen. Diese Kooperation wurde 2002 aufgrund einer neuen sportlichen Ausrichtung beider Vereine eingestellt.

Umzug in den Telekom Dome und Vizemeister 2008 und 2009: Die Ära Koch (2005 bis 2013) links|mini|Jared Jordan war sowohl national, wie international der beste Passgeber der Baskets. Im Dezember 2005 wurde der ehemalige Nationalspieler Michael „Mike“ Koch neuer Trainer der Baskets. Zuvor war für wenige Monate der Kroate Danijel Jusup Trainer in Bonn.

2008 wechselten die Baskets von ihrer bisherigen Spielstätte, der Hardtberghalle, in den neugebauten Telekom Dome. Damit bezogen die Telekom Baskets als erster Basketballverein Deutschlands eine vollständig vereinseigene Spielstätte mit angeschlossenem Trainingszentrum. Ebenso bauten die Bonner die Ausbildung der eigenen Jugendspieler aus und gingen mit dem Beginn der Saison 2006/07 eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Rivalen Dragons Rhöndorf ein. Unter dem Namen SG Bonn / Rhöndorf schickten beide Vereine fortan gemeinsam Mannschaften in verschiedenen Jugendligen an den Start. So sollten in Zukunft vermehrt Spieler aus dem eigenen Nachwuchs den Sprung ins Bundesliga-Aufgebot schaffen. Erste Erfolge stellen da die Spieler Fabian Thülig und Jonas Wohlfarth-Bottermann dar.

Unter Trainer Mike Koch schafften die Baskets sowohl 2007/2008, wie 2008/2009 den Einzug ins Finale der Basketball-Bundesliga. Dort mussten sich die Baskets aber jeweils Alba Berlin, bzw. den EWE Baskets Oldenburg geschlagen geben. Am 1. März 2009 verloren die Baskets das Finale des nationalen Pokals gegen Alba Berlin mit 44:69 Punkten. Die Saison 2010/2011 wurde hingegen zur schwächsten Saison seit dem Aufstieg der Telekom Baskets. Mit lediglich 14 Siegen und 20 Niederlagen beendeten die Bonner die Saison auf dem 13. Platz und verpassten zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die Playoffs.

Zur Saison 2011/12 blieb Mike Koch Trainer der Bonner und baute den Kader neu auf. Mit Jared Jordan kehrte ein ehemaliger Spieler zurück und führte die Mannschaft um die weiteren Neuzugänge Benas Veikalas, Tony Gaffney, Talor Battle, Daniel Hain und Andrej Mangold nach einer wechselhaften Saison mit 18 Siegen und 16 Niederlagen auf den achten Hauptrunderang. Im Viertelfinale der Playoffs unterlagen die Bonner in vier Spielen mit 1:3 dem Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg. Im Pokal erreichte man das Endspiel in eigener Halle und musste sich dort ebenfalls Bamberg geschlagen geben.

2012/13 zogen die Bonner erneut in die Playoffs ein. Insgesamt beendete die Mannschaft die Saison auf dem siebten Rang der Hauptrunde. Im Laufe der Saison wurde die Mannschaft durch Forward Jamel McLean ergänzt, der Patrick Ewing Jr. ersetzte. Im Viertelfinale trafen die Baskets auf die EWE Baskets Oldenburg. Gegen Oldenburg schieden die Baskets mit 2:3 Siegen nach fünf Spielen aus. Nach der Saison wurde der Vertrag von Trainer Michael Koch nicht verlängert, damit endete die Ära Koch nach acht Jahren als Trainer bei den Telekom Baskets Bonn. Koch war zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Verein der dienstälteste Trainer der Basketball-Bundesliga.

Neue sportliche Doppelspitze und sportliche Krise (2013 bis 2016) mini|Eugene Lawrence ersetzte 2013/2014 Jared Jordan als Point Guard der Telekom Baskets Als Nachfolger von Michael Koch präsentierten die Telekom Baskets Bonn im Mai 2013 Mathias Fischer, der zuvor unter anderem für die LTi Gießen 46ers und Jugend-Auswahlprogramme des DBB tätig war. Unter seiner Führung sollte die Jugendförderung in Kooperation mit den Dragons Rhöndorf neue Impulse erhalten und weiter ausgebaut werden. Neben Fischer präsentierten die Baskets zudem einen neuen hauptamtlichen Sport-Manager. Mit Michael Wichterich übernahm diesen Posten ebenfalls ein ehemaliger Spieler des Godesberger TV und der Dragons Rhöndorf. Wichterich war zuvor bereits in ähnlicher Position bei den Dragons in Rhöndorf tätig und ist seit dem Abgang von Arvid Kramer im Jahr 2004 erst der zweite hauptamtliche Manager des Clubs. Der bisherige Manager Andreas Boettcher wurde in neuer Funktion weiterhin in das Management eingebunden.

Sportlich konnte die Saison erfolgreich gestaltet werden. Die Bonner qualifizierten sich bereits vorzeitig für die Playoffs und schlossen die Hauptrunde auf den fünften Tabellenplatz ab. In den anschließenden Playoffs trafen die Baskets wie im Vorjahr auf die EWE Baskets Oldenburg. Nach fünf Spielen schieden die Telekom Baskets mit 2:3-Siegen aus. International konnten die Bonner mit fünf Siegen und fünf Niederlagen nicht in die zweite Runde des ULEB Eurocup einziehen.

Zur Saison 2014/15 stellten sich die Baskets auf der Centerposition durch die Verpflichtung von Tadas Klimavičius und Dirk Mädrich neu auf. Zusätzlich stieß mit Angelo Caloiaro ein neuer Power Forward vom Mitteldeutschen BC zum Aufgebot. International konnten die Baskets mit drei Siegen und neun Niederlagen die Gruppenphase des ULEB Eurocup erneut nicht überstehen. In der Bundesliga konnte mit 23 Siegen und elf Niederlagen der vierte Platz der Hauptrunde errungen werden, und damit verbunden das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale. Dort trafen die Baskets auf Ratiopharm Ulm und mussten sich der Mannschaft von Headcoach Thorsten Leibenath nach fünf Spielen mit 2:3-Siegen geschlagen geben. Damit schieden die Telekom Baskets zum vierten Mal in Folge im Viertelfinale der Playoffs aus. Im Anschluss an die Saison verlängerte Trainer Mathias Fischer seinen Vertrag bis Sommer 2017. links|mini|Guard Josh Mayo war von 2016 bis 2019 eine prägende Figur des Bonner Basketballs

Als namhafte Neuverpflichtungen stießen US-Forward Aaron White und Shooting Guard Rotnei Clarke zum Kader der Bonner in der Spielzeit 2015/16. Zunächst starteten die Baskets mit sieben Siegen aus den ersten neun Spielen gut in die Saison. Im November 2015 begann jedoch eine sportliche Krise. Nach einer Serie von wettbewerbsübergreifend 14 Niederlagen in Folge wurde Headcoach Mathias Fischer von seiner Aufgaben entbunden und der sportliche Leiter Carsten Pohl übernahm zunächst den Posten des Cheftrainers. Am 3. März 2016 präsentierten die Baskets mit Silvano Poropat frühzeitig einen neuen Cheftrainer, der mit sofortiger Wirkung den Posten des Cheftrainers von Pohl übernahm, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern und die Weichen für die kommende Spielzeit zu stellen. Poropat erhielt einen Vertrag bis Saisonende 2016/17. Die Hauptrunde der Saison 2015/16 beendeten die Bonner auf dem elften Rang, damit verpasste man zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte die Playoffs.

Neuaufbau mit einem alten Bekannten (2016 bis 2020) Mit einem komplett neu zusammengestellten Kader bereiteten sich die Telekom Baskets Bonn auf die Spielzeit 2016/17 vor, mussten dann aber 3 Tage vor Saisonbeginn den gesundheitlich bedingten Rücktritt ihres Headcoaches Silvano Poropat verkraften. Als Nachfolger wurde der ehemalige Bonner Headcoach Predrag Krunić präsentiert, der bereits von 2001 bis 2005 als Cheftrainer in Bonn tätig war. Krunic erhielt einen Vertrag bis 2017. Unter Krunic spielten die Telekom Baskets eine solide Saison und konnten nach der enttäuschenden Spielzeit 2015/2016 wieder an alte Erfolge anknüpfen und sich für das Viertelfinale der Playoffs qualifizieren. Dort schied man jedoch mit 1:3 gegen Titelverteidiger Brose Bamberg aus. Im FIBA Europe Cup erreichten die Baskets das Halbfinale, was bis dahin den größten internationalen Erfolg des Vereins darstellte.

Auch 2017/2018 erreichten die Telekom Baskets unter der sportlichen Leitung von Predrag Krunic mit einer Bilanz von 21 Siegen und 13 Niederlagen die Playoffs, wo es im Viertelfinale erneut zum Duell mit Titelverteidiger Bamberg kam. Auch diesmal schafften es die Baskets nicht ins Halbfinale einzuziehen und schieden glatt mit 0:3 gegen Bamberg aus.

mini|Teambus der Telekom Baskets Bonn 2018