mini|Stammwappen Familie von Schneeweiß 1600
Die Schneeweiß waren ein altes bayrisch-österreichisches Adelsgeschlecht, das vornehmlich im (Herzogtum) Kärnten, Steiermark und im Erzstift Salzburg ansässig war, ab 1628 und 1630/1631 in Zweigen in Deutschland.
Geschichte 1300–1499 Über die Herkunft und Abstammung der Familie Schneeweiß von Arnoldstein gibt es verschiedene Theorien, die auf Grund der schlechten Dokumentationslage in der Frühzeit um 1300 (insbesondere durch die Reformationskriege und „Türkeneinfälle“ in Kärnten und Steiermark) nicht mehr belegt werden können. „Sie erscheinen zuerst im 14. Jahrhundert unter dem Adel Kärntens“.Hermann, Gesch. von Kärnten, I. Urkundlich erscheint die Familie von Schneeweiß erstmals 1326 durch Niklas Schneeweiß zu Ossiach in Kärnten.Aus dem Archiv des Kärntner GV. 1358 erscheint Chunigund Schneeweißin von Ossiach.16. KLA; GV f. Kä.; Sammelarchiv; Fasz.127. Urkundlich tritt Nikolaus von Schneeweiß von Arlstein (Arnoldstein), der 1413 Elisabeth (Elspet) von Aspach heiratete, als erster Schneeweiß von Arlstein / Arnoldstein auf. Um 1411 erscheint er im Gurker Verzeichnis der Dioecesis Salisburgensis. Auch ein Martinus von Schneeweiß Chorherr zu Gurk (offensichtlich ein Bruder oder enger Verwandter des Nikolaus) wird mehrfach ebenda erwähnt.Dioecesis Salisburgensis Es ist davon auszugehen, dass seine Herrschaft über Arnoldstein bereits auf länger ansässige Vorfahren zurückging. Nikolaus und Elisabeth hatten einen gemeinsamen Sohn: Caspar von Schneeweiß, der 1454 Gertrud von Moosburg heiratete. Aus ihrer Ehe gingen mehrere Kinder hervor, so z. B. Hans von Schneeweiß, Jakob von Schneeweiß und Stephan von Schneeweiß, die unter anderem auch Hofrichter des Klosters Arnoldstein waren.17. KLA; Arnoldstein; Urk. Nr. 78 (1573.VIII.11) bzw. Fasz.XLVII (1533.X.9). Sie werden die sog. „Stammväter“ der nächsten Schneeweißgenerationen.
Rückschauend berichtet 1784 die Vogteiherrschaft von Arnoldstein über die Frühgeschichte derer von Schneeweiß folgendes: „Kapelle Drei Angel“, vulgo Schlosskapelle zu Arnoldstein affiliert zur Pfarrkirche Sankt Lambert zu Arnoldstein: „diese Kapelle war von alters her eine Hauskapelle der Grafen von Schneeweiß und ist bey Verkaufung einiger Schneeweißischer Güter samt selben dem Stifte Arnoldstein übergeben worden“.Nachr. Marktge. Arnoldstein, Kärntens Adel bis 1300, Die Benediktinischen Mönchs- und Nonnen-Klöster in Österreich und Südtirol, Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer; Wechsl. Ausst. der Österr. Gal. / Ausg. 62–66.
Eine weitere Quelle zur Frühgeschichte der Familie Schneeweiß führt A. Weiß in seinem Buch: „Kärntens Adel bis 1300“ an. Er führt aus, dass im Jahre 1446 Christoph von Schneeweiß begütert bei Spital lebte, und seine Witwe Petronell im Jahre 1472 noch lebte. Früh hegten die von Schneeweiß eine enge Verbindung zum Kloster Nonnberg in Salzburg. Im Jahre 1493–1504 ist Magdalena von Schneeweiß als Mitglied der Nonnberger Bruderschaft eingetragen. Stephan von Schneeweiß ist Nonnberg'ischer Amtmann von 1493 bis 1504 und in den Jahren 1493, 1494, 1498 Pfleger zu Mauterndorf. Maria Magdalena I. Schneeweiß und Magdalena Schneeweiß II waren Äbtissinnen des Stiftes Nonnberg.Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang LVI, 1916 und Bd. 47. In vielen Urkunden sind die „frühen“ von Schneeweiß in Arnoldstein und Umgebung gut belegt. z. B.: 21. KLA; Arnoldstein; B-Urk.; Nr. 31; Khev.; Landskron.
1500–1599 Ab 1500 sind die von Schneeweiß vornehmlich durch zahlreiche Neuerwerbung in Kärnten, der Untersteiermark bis ins Zillertal / Tirol urkundlich belegt. Dies zeigt den wachsenden Einfluss der Familie über die Grenzen von Kärnten hinaus. Dies gilt besonders für die Untersteiermark, wo sie Gebietsherren waren. In Kärnten, Untersteiermark und Tirol waren sie die Herren von..., als Lehnsherren und Leheninhaber, Hofrichter, Landpfleger und Burgen- und Schlossbesitzer.Khev.; Landskron; Quelle: KLA: Fpk.II, P.2, Nr. 283; KLA: Fpk.II; Schachtel 7; 1432; KLA: Arnoldstein; Fasz.XLVII etc. Insbesondere das Lehnswesen verschaffte der Familie von Schneeweiß ein ansehnliches Vermögen, das sie vor allem für ihre Ausweitung des Besitztums- und Herrschaftsbereiches nutzten. Zu ihren neuen Besitztümern gehört (ab 1564) WasserleonburgKLA: Wasser - Leonburg; Urk.Nr. 104; KLA: Hschft. Wasserleonburg; Schachtel 1; 4b.; 1573/1587 Trackenburg (heute Kozje) und Frauheim und weitere Gemeinden und Gebiete in der Untersteiermark Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, 1822, Band 3; Carl Lebmacher: Gurker Lehensleute in Kärnten. In: Adler; MBl.XII; S. 180; Verfestigung und Änderung der ethnischen Strukturen im pannonischen Raum im Spätmittelalter: Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 1994 in Mogersdorf.; 1580: „Die Veste Hardegg mit sambt dem Thurm darob gelegen“ Senftenegger MBl. I ; 1581 Bubenburg / Schloss Fügen, Bezirk Schwaz in Tirol.DEHIO; Fügen und Fügenberg: eine Häuser und Hofgeschichte.; und weitere Höfe, Gemeinden und Gebiete.
Im Jahre 1519 und 1556 erfolgte durch Karl V., die Wappenbestätigung für die Familie von Schneeweiß.ÖStA; AVA; (R); 0 WppAbb. Im Jahre 1567 der Wappenbrief von Eh. Ferdinand für Jakob von Schneeweiß.GOLDEGG, H.; Die Tiroler Wappen-Bücher im Adelsarchiv des k.k. Minist. des Inneren zu Wien; 1875; Nr. 182; S. 21. Im Jahre 1564 wurde der Hofrichter Christoph Schneeweiß von Arnoldstein ermordet. Er war mit Apollonia von Leobenegg verheiratet (Heirat um 1560).KLA; Arnoldstein; Fasz.XLVII/XXIV/A3, HrBf. 1533.X.9.
Am 2. März 1595 wurde Christoph Zacharias von Schneeweiß Mitglied der steierischen Landmannschaft. Er war Besitzer von Trackenburg, Frauheim etc.Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark, 1822, Band 3; Landes Tafel Verzeichnis Kärnten. Am 24. und 25. April 1591 verkaufte Kaspar von Schneeweiß zu Arnoldstein dem Abt Johann das Schneeweißsche Besitztum Arnoldstein. Damit endete die 200-jährige Herrschaft und direkte Beziehung zu Arnoldstein.KLA; Arnoldstein; Fasz.XLVII/XXIV/A3.
1600–1699 In diesem Jahrhundert erlebte die Familie von Schneeweiß, bedingt durch Kriege und vor allem durch die Reformation in Kärnten und der Steiermark (1520 / 1560) und der Gegenreformation (1620) bewegende Zeiten, Umwälzungen und Zerwürfnisse. Die Spaltung Österreichs in ein katholisches und evangelisches Lager betraf auch die Familie von Schneeweiß, die sich ebenso in zwei konfessionelle Lager spaltete. Ein Teil stand aktiv an der Seite der Gegenreformation durch Ferdinand II und ein Teil schloss sich den Khevenhüller an und stand in enger Beziehung zu diesen. So war 1608–1629 Christoph Schneeweiß von Arnoldstein auf Schneeg und Trackenburg etc., Pfleger von Landskron, der damaligen Stammburg der Khevenhüller und von 1617 bis 1619 Pfleger von Paternion.KLA; Kat. Millstatt I; S. 93; Neumann, W.; Zuwanderer aus d. Lausitz u. Schlesien in Villach; in: Neues aus Alt-Villach; Nr. 29 (1992); KLA; Hschft. Paternion-Kellerberg; Sch.41; 417; KLA; Kat. Millstatt I; S. 93; Das Landskroner Archiv; S-330; KLA; GV f. Kä.; Sammelarchiv; 118. Im Zuge der Gegenreformation wanderten 1630/1631 „Hannß Christoph und Christophe die Schneeweißen Gevettern“ – Christoph und noch fünf Schneeweiß von Arnoldstein nach Deutschland aus.Kärntens Adel bis zum Jahre 1300 / A. Weiß; Nürnberger Verzeichnis österreichischer Exulanten / Clauß; Beiträge zur bayrischen Kirchengeschichte / Exulanten Bände 18–19. Zu den Schneeweißischen Exulanten gehörten auch Hans Georg, Hans Gottfried, Hans Christoph II von Schneeweiß.Bernhard Czerwenka: Die Khevenhüller. Geschichte des Geschlechtes mit besonderer Berücksichtigung des 17. Jahrhunderts; Kä. Exul. d. 17.Jhdt.; in: CAR 1655. Christoph Schneeweiß von Arnoldstein (Exulant) verstarb in Würzburg 1634.Exulanten Car. I 147. Mit dieser Gruppe von Exulanten verbreitete sich das Familiengeschlecht der von Schneeweiß zu Arlstein und Trackenburg etc. auch in Deutschland. Vor der großen Auswanderungswelle erhielt bereits im Jahre 1628 Georg von Schneeweiß in Regensburg den Beisitz.Kä. Exul. d. 17.Jhd.; in: CAR 1955.
Nach der Gegenreformation durch Ferdinand II, konnte der katholische Teil der Familie Schneeweiß, welcher in Österreich verblieb, seine Besitzungen ausweiten und seine Machtposition festigen. Ein gutes Beispiel dafür ist Claudius Schneeweiß von Arnoldstein, einst fürstlich Gurker Rat und Hauptmann von Straßburg.Kä. Landmannschaft; 9/1970; S. 5; KLA; Kat. St.GEORGEN/L.; 27/I; S. 34. Am Ende der Gegenreformation konnte er als treuer Diener Ferdinand II erhebliche Schenkungen und günstige Kaufangebote von diesem und der katholischen Kirche empfangen (1629–1631).KLA: Fpk.II; Schachtel 19; 4816, 4821; KLA: Eberstein + Hornburg; Urk.90. In einem rasanten Tempo folgte Neuerwerbung auf Neuerwerbung. 1641 wird Burg / Schloss Waisenberg, Burg Mittertrixen und Burg Obertrixen Eigentum von Claudius Schneeweiß von Arnoldstein.KLA: Eberstein + Hornburg, Urk. 89; Mittertrixen, Fortl. Nr. 270; Henckel-Donnersmarck, H. S. 178; Car. 1814/27; Mittertrixen, Fortl. Nr. 270. Offensichtlich erkannte der katholische Teil der Familie Schneeweiß die Gunst der Stunde, um das entstandene Machtvakuum durch den Wegfall des protestantischen Adels für sich zu nutzen. In diesen Zusammenhang gehören auch die Adels- und Standesbestätigungen, die Claudius, Ehrenreich und Jakob Friedrich und Johann Jakob von Schneeweiß durch Ferdinand II erhielten.KLA: Ständisches Archiv; C Akten; Abteilung I; Fasz. 2; „Verzeichnis deren adlichen Familien vom Fürsten, Grafen, Freÿherrn und Ritter, wie solche in Karnten Vermög ständischer Landes=Matrikul, oder Landtafel vom Jahr zu Jahr die Landmannschaft überkommen haben, Als“; fol. 189; Land Tafel Verzeichnis Kärnten. Im Jahr 1670 erscheinen urkundlich und nennen sich selbst: Johann Jakob Schneeweiß von Arnoldstein und Ehrenhausen und Hans Georg Schneeweiß von Arnoldstein, Freiherr von Hämerles.Martin, F.; 100 Slzbrg. Fam. Johann Jakob Schneeweiß von Arnoldstein, zu Waisenberg und Fügen, wurde zudem ab 11. April 1680 landschaftlich Verordneter des großen Ausschusses und der Hof- und Landrechten Beisitzer.KLA: Archiv Orsini-Rosenberg Schachtel 56; Nr. 137 - KLA: Familienarchiv Orsini-Rosenberg Schachtel 58; 47-224.
Ehrenreich von Schneeweiß trat bereits 1611 als Hauptmann des salzburgischen Fürsten zu Tittmoning in Erscheinung. Er kämpfte gegen den Herzog von Bayern Maximilian, der am 22. Oktober 1611 Stadt und Schloss Tittmoning belagerte.Johann Stainhauser: Das Leben, Regierung und Wandel des Hochwürdigsten in Gott Fürsten und Herrn Wolff Dietrichen, gewesten Erzbischoven zu Salzburg etc. etc. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Jahrgang 13, 1873, Hauptmann Schneeweiß S. 111 und 121 ().
Maximilians Zug gegen Salzburg 22. Oktober vor Tittmoning, Maximilian rückte auf die Stadt zu und die Stadt ergab sich bereits bei dem zweiten Kanonenschuss. Länger verteidigte sich aber das Schloss unter dem Kommando des Pflegers Ehrenreich von Schneeweiß. Es musste, ehe sich Schneeweiß ergab, bis Abends beschossen werden. Deshalb erhielt auch die Besatzung freien Abzug mit Gepäck und selbst mit ihren Waffen. „Es ging sehr ernsthaft zu,“ schrieb Maximilian seinem Vater. Ja, es war der Herzog dabei selbst in größter Lebensgefahr, denn ein Pinzgauer hatte schon auf ihn gezielt, und hätte jenen Schneeweiß nicht abgehalten, so wäre Maximilian höchstwahrscheinlich auf dem Platze geblieben, denn ein Hauptmann, der dem Herzog zur Seite stand, und auf den der Pfleger den Pinzgauer statt auf den Herzog schießen hieß, war wirklich getroffen und zusammengeschossen.Salzburgs Landesgeschichte / Ausgaben 1-2 / von Georg Abdon Pichler 1861, S. 410. Am 24. Juni 1629 starb Ehrenreich Schneeweiß von Arnoldstein (kgl. französischer Kriegskommissär über das hochdeutsche Kriegsvolk und Salzburger Hauptmann).52. Öster. Kunst-Topog., Hallein. (Grabstein in Hallein – siehe Galerie)