Maha Kali ist ein Lied der schwedischen Band Dissection. Es erschien 2004 als Single und 2006 in einer neu aufgenommenen Version auf ihrem dritten Album Reinkaos.
Entstehung Jon Nödtveidt schrieb die Musik und zusammen mit Frater Nemidial vom Misanthropic Luciferian Order den Text. Gesang und Gitarre nahm Nödtveidt 2003 im Hall-Gefängnis auf, die übrigen Aufnahmen entstanden 2004 im Monolith-Studio. Neben den festen Mitgliedern der neuen Besetzung Tomas Asklund, Brice Leclercq und Set Teitan wirkte Nyx 218 als Gastsängerin mit. Asklund und Lech Chudon waren als Toningenieure beteiligt. Am 19. Juli kündigte Dissection eine Single und ein Musikvideo an, die im September 2004 erscheinen sollten. Am 4. September wurde der Titel der Single, Maha Kali, angekündigt; die Single sollte anfangs nur über die Band selbst erhältlich sein. Im Herbst folgte ein Sample des neuen Lieds. Wegen Verzögerungen beim Druck erschien die Single nicht pünktlich zum ersten Konzert der Band nach Nödtveidts Freilassung. Aufgrund der Verzögerungen gab Nödtveidt als voraussichtlichen Erscheinungstermin den 9. November an. Letztlich erschien Maha Kali am Tag ihres Auftritts in Osnabrück, dem 10. November 2004. Die Single enthielt außerdem eine Neuaufnahme von Unhallowed vom zweiten Album Storm of the Light’s Bane, um das alte Material mit der neuen Besetzung neu zu verbinden.
2006 erschien eine neue Version auf Reinkaos, die „deutlich besser produziert und dynamischer ausgestaltet“ ist.
Musikstil Maha Kali ist dem Melodic Death Metal beziehungsweise Heavy Metal zuzuordnen. Der weibliche Gesang wurde als fernöstlich klingend bezeichnet.
Liedtext Der Text ist eine Reverenz an die Hindu-Göttin Kali als Gottheit der Zerstörung der Welten (Mahapralaya). Im Text wiederholen sich die Worte Jai Kalika! Jai Kali! in Sanskrit, außerdem enthält er ein Mantra in dieser Sprache:
Dieses Mantra überschneidet sich mit einer gesprochenen Passage, die Ramprasad Sen zitiert:
Auf die Frage, warum die Band sich für Kali entschied, „wo es doch noch so viele andere Chaosgötter gibt“, sowie dem Konzept, entgegnete Jon Nödtveidt:
Rezeption Das Lied wurde dafür kritisiert, nicht wie die alten Werke der Band zu klingen. Laut der Rezension des Rock Hard enttäuscht das Lied „auf ganzer Linie. Vom filigranen und fein ausgearbeiteten, Dissection-typischen Songwriting keine Spur und eine Produktion für die Mülltonne. Alleine der eingängige, von einem Frauenchor eingesungene Refrain gibt dem Song noch halbwegs eine eigene Note. Bleibt zu hoffen, dass ‚Maha Kali‘ auf dem kommenden Album der einzige Ausfall sein wird und sich Herr Nödtveidt wieder seiner Stärken besinnt.“ In der Rezension zum Album wurden „der instrumentale Titeltrack und das neu und wesentlich besser produzierte ‚Maha Kali‘“ als Höhepunkte genannt, allerdings sei dieses Lied „weit davon entfernt, auch nur im Entferntesten selbst an die schwächsten Songs der alten Tage heranzureichen“. Während Wiebke Rost von Powermetal.de der Ansicht war, das vorab veröffentlichte Sample klinge „nicht mehr so dunkel wie die alten Dissection-Sachen“, entgegnete Dissection-Gitarrist Set Teitan: „Für mich klingt es sogar noch dunkler als das alte Material.“ Chris D. vom Decibel war von Maha Kali anfangs enttäuscht; auf dem Album sei es im Grunde immer noch das gleiche Lied, allerdings seien die „Warzen“ beseitigt worden, womit D. sich auf die Produktion und Abmischung bezieht. Die Interaktion zwischen Nödtveidt und Nyx 218 wirke anfangs etwas seltsam, ergebe aber Sinn, wenn man den Text beachte.
Einzelnachweise
Kategorie:Lied 2004 Kategorie:Extreme-Metal-Song