alternativtext=|mini|HP 350.01, Ausführung mit Flachplane Der HP 350.01 war ein in der DDR gebauter Pkw-Starrdeichselanhänger aus dem VEB Stanz- und Emaillierwerk Großenhain. 1976/77 wurde die Ausführung mit Flachplane, von der bis dahin etwa 30 000 Stück gebaut wurden, um weitere Varianten mit Hochplane, mit Deckel, mit abnehmbarer Rückwand und um eine Ausführung für den Transport von Booten ergänzt.Weiterentwicklung der PKW-Anhängerbaureihe HP 350.01. In: Kraftfahrzeugtechnik 9/1976, S. 278–279.
Technische Daten HP 350.01 Parameter mit Flachplane mit Hochplane mit Deckel zum BootstransportZulässige Gesamtmasse (kg) 350 Eigenmasse (kg) 80 90 100 110Nutzmasse (kg) 270 260 250 155 + BootLänge (mm) 2030 5500Breite (mm) 1415 1450Höhe (mm) 860 1240 920 1560 Angaben nach Stand von 1976
Varianten Die Produktion von Lastanhängern für Pkw erfolgte in der DDR relativ dezentral, jedoch nach einer zentral festgelegten Typbezeichnung. Es gab verschiedene Varianten, die sich in der zulässigen Gesamtmasse und dem herstellenden Betrieb unterschieden. Die Zahl nach dem Typenkürzel HP (für „Hochlader-Pritschenanhänger“) gibt die zulässige Gesamtmasse in Kilogramm an. Als Einachs-Lastenanhänger verbreitet waren dabei die folgenden Größen: HP 280 HP 300 HP 350 HP 400 HP 500 HP 550 HP 650 HP 700 HP 750 Die Zahl nach dem Punkt (zum Beispiel „HP 350.01“ = Kastenaufbau, "HP 500.83" = Wohnanhänger) weist auf die Art des Aufbaus hin.
Die weiteren Angaben kennzeichnen oftmals, aber nicht in jedem Fall, den herstellenden Betrieb wie zum Beispiel: HP 280.01/11: VEB Stanz- und Emaillierwerk Großenhain (Stema) HP 300.01: Landmaschinenbau Torgau, VEB Lufttechnische Anlagen (LTA) Dresden, VEB LTA Gotha, VEB Kraftfahrzeugwerk „Ernst Grube“ Werdau, VEB Warnowwerft Warnemünde HP 300.01/1: VEB Warnowwerft Warnemünde HP 301.01/51: VEB Lufttechnische Anlagen Dresden HP 350.01: VEB Stanz- und Emaillierwerk Großenhain HP 350.01/2: VEB Landmaschinenbau Torgau, Ludwigsfelde (vermutlich Industrieverband Fahrzeugbau), Trebbin (vermutlich VEB Landtechnischer Anlagenbau Potsdam, Lüdersdorf), Traktorenwerk Schönebeck HP 400.01: VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe HP 400.01/2: VEB Landmaschinenbau Torgau, VEB Traktorenwerk Schönebeck HP 400.01.84/50: Dietlas HP 401.01/06: Ludwigsfelde, Trebbin HP 500.01/8: Fa. John, Dresden HP 750.01/3: Fa. Liebsch, Wildenbruch
Der Übergang von größeren zu kleineren Betrieben bis hin zu privaten Initiativen war dabei recht fließend. Die obenstehende Nomenklatur galt für alle produzierten Anhänger gleichermaßen. In Ermangelung ausreichend verfügbarer Fertigprodukte wurden auch zahlreiche Anhänger von den Bürgern selbst gebaut. Auch dafür waren diverse Bau- und Betriebsvorschriften einzuhalten.Bau- und Betriebsvorschriften für PKW-Einachsanhänger. In: Kraftfahrzeugtechnik 2/1981, S. 62–65. Mit Ergänzung in 3/1981, S. 84 Für bis zu fünf in Eigenregie hergestellte Anhänger konnte bei einer Bezirksstelle des KTA eine Einzelbetriebserlaubnis erteilt werden. Für mehr als fünf gebaute Anhänger, die ein und demselben Typ entsprechen, war eine Allgemeine Betriebserlaubnis erforderlich, die bei der Zentralstelle des KTA in Dresden eingeholt werden konnte.
Eine gewisse Zentralisierung mit angestrebt größeren Stückzahlen und entsprechend rationeller Fertigung gab es stellenweise dennoch. So wurde beispielsweise der für den Trabant besonders relevante Typ HP 300.01 ab 1973 nur noch in Werdau gebaut, wo man sich um steigende Stückzahlen und Weiterentwicklungen bemühte.PKW-Anhänger HP 300.01 — gebrauchswertgesteigert. In: Kraftfahrzeugtechnik 3/1981, S. 71, 84 und Umschlagseiten.
Triviales Scherzhaft wurde der Anhänger auch „Mausefix“ oder „Klaufix“ genannt.
Einzelnachweise
Kategorie:Wirtschaft (DDR) Kategorie:Anhängermodell