mini|Provinz Zagora innerhalb der ehemaligen marokkanischen Region Souss-Massa-Draâ mini|Zerfallende Tighremts im Drâa-Tal mini|Flussoase im Drâa-Tal mini|Dünen bei Zagora
Die etwa 22.000 km² große und um die 285.000 Einwohner zählende Provinz Zagora (; )Provinz Zagora – Karte + Fakten ist Bestandteil der marokkanischen Region Drâa-Tafilalet; bis zum Jahr 2015 gehörte sie zur Region Souss-Massa-Draâ. Hauptort der Provinz ist die Stadt Zagora.
Geographie Lage Die Provinz Zagora grenzt im Westen an die Provinz Tata, im Nordwesten an die Provinz Ouarzazate, im Nordosten an die Provinz Tinghir, im Südosten an die Provinz Errachidia und im Süden an Algerien.
Landschaft Die Landschaft gliedert sich in drei Bereiche: Das etwa 800 bis hochgelegene Drâa-Tal mit seinen Flussoasen bildet die Lebensader und den Hauptverkehrsweg der Provinz. Westlich und östlich davon erheben sich die östlichen Ausläufer des Anti-Atlas-Gebirges bis in Höhen von . Im Süden befindet sich das wüstenartige Saharavorland, welches – abgesehen von der knapp hohen Bergkette des Jbel Bani – in einer Höhe von etwa liegt.
Klima Das Klima ist üblicherweise heiß und trocken. Tagestemperaturen von 45 °C sind im Sommer keine Seltenheit – im Winter sind es meist zwischen 25 und 30 °C; nachts kühlt es jedoch in der Regel je nach Bewölkung auf etwa 5–15 °C im Sommer bzw. 0 bis 10° im Winter ab.
Bevölkerung Von den etwa 285.000 Einwohnern der Provinz leben etwa ein Viertel in den drei Städten Agdz, Zagora und Mhamid. Drei Viertel verteilen sich im Wesentlichen auf die Landgemeinden (communes rurales) der Flussoasen am Oued Drâa. Die Bergregionen sind kaum bevölkert. Die meisten hier lebenden Menschen sind Berber; gesprochen wird neben Zentralatlas-Tamazight auch Arabisch. Größte Orte Von den insgesamt 25 Gemeinden der Provinz sind nur die beiden ersten der im Folgenden genannten Orte als Städte oder Gemeinden mit städtischem Charakter (communes urbaines) eingestuft; die übrigen gelten als Landgemeinden (communes rurales) und bestehen zuweilen aus mehreren Dörfern. Gemeinde Einwohner 1994 2004 2014 2024Zagora26.17434.85140.06742.294Agdz5.8707.95110.68111.189M’hamid El Ghizlane8.5087.7647.5906.664N'Kob5.3446.7827.2097.742Tamegroute18.06519.56021.60319.207Tinzouline12.26413.46215.50514.652
Wirtschaft Die traditionelle Oasenwirtschaft, deren Leitpflanze die Dattelpalme ist, versorgte über Jahrhunderte (wahrscheinlich sogar Jahrtausende) die Menschen mit den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln. Tiere (Schafe, Ziegen, Hühner) konnten in den Oasen nicht mehr frei laufen, sondern mussten in Ställen gehalten und von den Menschen gefüttert werden. Aufgrund der großen Entfernungen war die gesamte Wirtschaftsstruktur auf Selbstversorgung ausgerichtet. Märkte bzw. Städte entstanden im Drâa-Tal erst während der französischen Kolonialzeit. Seit den 1970er Jahren nimmt der Tourismus im Drâa-Tal jährlich mehr und mehr zu.
Geschichte Auch wenn sich kaum archäologisch verwertbare Überreste erhalten haben – ganz zu schweigen von schriftlichen Zeugnissen – muss man doch davon ausgehen, dass das Drâa-Tal eine der ersten Gegenden in Marokko war, in welcher die Menschen früherer Zeiten sesshaft wurden. Die Flussoasen versorgten die Menschen und anfangs auch noch die Tiere mit allem Lebensnotwendigen, so dass die Zeiten des Umherziehens als Jäger und Sammler oder aber als Viehnomaden hier um 3000 v. Chr., vielleicht auch erst um 2000 v. Chr. ein frühes Ende fand. Seit alters her wurden wohl Gerste, Hirse, Ackerbohnen, evtl. auch Kichererbsen angebaut. Im Laufe der Zeit wurden weitere Pflanzen aus anderen Gegenden hierher gebracht – auf diese Weise kamen sehr wahrscheinlich Feigen-, Granatapfel-, Oliven- und Mandelbäume sowie Feigenkakteen und Weinreben, später dann auch Kartoffeln, Tomaten und andere Gemüsesorten hierher.
In den dünn besiedelten Bergregionen blieb die traditionelle halbnomadische Lebensweise (Transhumanz) bis in die heutige Zeit erhalten.
Sehenswürdigkeiten Die wenigen archäologischen Zeugnisse im Drâa-Tal bestehen aus einigen vielleicht 4000 bis 6000 Jahre alten Felszeichnungen (Petroglyphen) mit Darstellungen von Wildtieren, die einst hier gelebt haben müssen – noch in karthagischer Zeit lebten im Norden Afrikas Elefanten. Deutlich jünger (um 500 v. Chr. bis um 500 n. Chr.) sind die Gravuren auf einigen Stelen und Felsplatten, die mit nicht lesbaren geometrischen Zeichen in der sogenannten „libysch-berberischen Schrift“ bedeckt sind.
Literatur Werner Pichler: Origin and development of the Libyco-Berber Script. R. Köppe Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-89645-394-5 Arnold Betten: Marokko. Antike, Berbertraditionen und Islam – Geschichte, Kunst und Kultur im Maghreb. DuMont, Ostfildern 2012, S. 290ff, ISBN 978-3-7701-3935-4
Einzelnachweise
Weblinks
Drâa-Tal – Fotos
Zagora Kategorie:Drâa-Tafilalet