Kurt Felgner (* 26. März 1912 in Osnabrück;Hiltraud Reckmann: Professor Kurt Felgner zum 75. Geburtstag. Musikpädagogische Plauderei über Leben und Wirken eines vorbildlichen Lehrers, Künstlers und Menschen. (Mit vorangestelltem tabellarischen Lebenslauf Kurt Felgners.). In: MPZ Notiz, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 0 und S. 1. † 2. Mai 2002Eckart Rohlfs zum Tod von Kurt Felgner in der nmz) war ein deutscher Musikpädagoge und Chorleiter. Er baute nach dem Krieg Lehreinrichtungen und Chöre auf, die hohes Ansehen genossen und bis in die 1970er Jahre wegweisend waren. Ab 1964 war er ordentlicher Professor für Musikerziehung.

Leben Kurt Felgner, Sohn von Olga Felgner, geborener Siems, und des Kaufmanns Paul Felgner, wurde am 26. März 1912 in Osnabrück geboren. Mit acht Jahren erhielt er privaten Klavierunterricht, auf dem er ab 1926 seinen Klavier- und Theorieunterricht am städtischen Konservatorium aufbaute. Nachdem er seine Abiturprüfung abgelegt hatte, setzte er seine Ausbildung bei Gustav König in Essen und Otto Volkmann in Duisburg fort, wobei er zusätzlich das Dirigieren erlernte. Die Entscheidung für die musikalische Laufbahn wurde 1923 geprägt, als der Elfjährige an einer Oratoriums-Aufführung in der Marienkirche zu Osnabrück als Chorknabe mitwirkte und von der Atmosphäre tief beeindruckt war.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 1. 1935 bis 1938 intensivierte er sein Studium der Musik sowohl an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln unter Professoren wie Eugen Papst und Philipp Jarnach als auch an der Universität Köln, wo er die Fächer Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Sprecherziehung hinzunahm. Schließlich erweiterte er das Spektrum noch um den pädagogischen Aspekt, indem er im Schloss Charlottenburg einen Lehrgang der Berliner Hochschule für Musikerziehung belegte.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 2. Hier waren Gotthold Frotscher, Hans Chemin-Petit und Heinrich Spitta seine Professoren. Seine künstlerische Prüfung legte er in Köln ab, die pädagogische in Berlin.

Danach lagen Felgner mehrere Angebote vor. Das reiche kulturelle Leben gab den Ausschlag für das steirische Leoben, wo er am 1. April 1939 eine Stelle als Musikschulleiter innerhalb des Steirischen Musikschulwerkes antrat. Neben dieser Position im Rahmen des von den Nationalsozialisten nach der Machtergreifung in Österreich neu organisierten Musikschulwerks, war Felgner auch Musikreferent in der nationalsozialistischen Organisation Kraft durch Freude sowie Leiter des HJ-Bannorchesters 549 Leoben.Fred K. Prieberg, Handbuch Deutsche Musiker 1933-1945, 2. Ed., (CD-Rom), S. 1636. Am 6. Mai 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und kehrte erst am 15. September 1945 als entlassener Kriegsgefangener zurück. Er wirkte aber nur noch kurz in Leoben, denn er erhielt die Chance, seiner Geburtsstadt Osnabrück beim musikkulturellen Neustart mitzuhelfen. Unter schwierigen Bedingungen bezüglich Räumlichkeiten, Instrumentarium und Verwaltung ließ er dort das städtische Musikschulwerk mit Singschule, Jugendmusikschule, Konservatorium und Musiklehrerseminar entstehen.Hiltraud Reckmann: Professor Kurt Felgner zum 75. Geburtstag. Musikpädagogische Plauderei über Leben und Wirken eines vorbildlichen Lehrers, Künstlers und Menschen. (Mit vorangestelltem tabellarischen Lebenslauf Kurt Felgners.). In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 0 und S. 2. Er musste dies zunächst ganz allein bewerkstelligen, auch ohne Büro. Ihm gelang es, die Wiedererrichtung der Poggenburg, eines alten Adelshofes, durchzusetzen, wo das Musikschulwerk endlich Räume beziehen konnte.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 3. Parallel zu diesen Pioniertaten unterrichtete er am Ratsgymnasium. Des Weiteren gründete und leitete und dirigierte er das Nordwestdeutsche Kammerorchester, die Spatzenkantorei und den Osnabrücker Kammerchor. 1947, bei den Ansbacher Bachwochen, gab der Chor gleich zwei aufsehenerregende Konzerte, nämlich auf dem großen Hof der Residenz und in der Johanniskirche. Im August 1949 wurde er erneut nach Ansbach eingeladen, diesmal um am 1. Internationalen Musikfest der Studenten teilzunehmen. Der Bayerische Rundfunk erbat Aufnahmen machen zu dürfen.Hiltraud Reckmann: Professor Kurt Felgner zum 75. Geburtstag. Musikpädagogische Plauderei über Leben und Wirken eines vorbildlichen Lehrers, Künstlers und Menschen. (Mit vorangestelltem tabellarischen Lebenslauf Kurt Felgners.). In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 2. 1950 wurde Felgner zum Staatlichen Fachberater für Musik im Regierungsbezirk Osnabrück ernannt. Kurz darauf unterzeichnete er in Bayreuth das Gründungsprotokoll der deutschen Sektion der Jeunesses Musicales. Im folgenden Jahr reiste er zusammen mit dem Kammerchor zum 7. Weltkongress der Jeunesses Musicales International nach Genf an, wo die Gesangsdarbietung für internationales Lob sorgte.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 5. Weitere Konzertreisen im In- und Ausland schlossen sich an, darunter 1952 Tourneen durch die Schweiz und durch Spanien mit ausnahmslos positivem Presseecho.Hiltraud Reckmann: Professor Kurt Felgner zum 75. Geburtstag. Musikpädagogische Plauderei über Leben und Wirken eines vorbildlichen Lehrers, Künstlers und Menschen. (Mit vorangestelltem tabellarischen Lebenslauf Kurt Felgners.). In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 3. Ende März 1954 verließ Felgner Osnabrück in Richtung Hannover.Hiltraud Reckmann: Professor Kurt Felgner zum 75. Geburtstag. Musikpädagogische Plauderei über Leben und Wirken eines vorbildlichen Lehrers, Künstlers und Menschen. (Mit vorangestelltem tabellarischen Lebenslauf Kurt Felgners.). In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 0 und S. 4.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 7.Wido Spratte: Osnabrück 1945 – 1955. Stadtgeschichte in Bildern. H. Th. Wenner, Osnabrück 2005, ISBN 3-87898-396-4, S. 249. Ihn hatten Rückschläge beim Versuch das Musikschulwerk in den Rang einer Musikakademie zu erheben oder zumindest die Einschränkungen bei der Lehrerausbildung zu verhindern neben all seinem unermüdlichen Engagement entkräftet.Hiltraud Reckmann: Professor Kurt Felgner zum 75. Geburtstag. Musikpädagogische Plauderei über Leben und Wirken eines vorbildlichen Lehrers, Künstlers und Menschen. (Mit vorangestelltem tabellarischen Lebenslauf Kurt Felgners.). In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 4.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 7 f. Er übergab seine Aufgabenbereiche an Karl Schäfer, doch im Falle des Kammerchores setzte ein unaufhaltsamer Auflösungsprozess ein.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 8.

Die eigene neue Hauptaufgabe war eine pädagogische: Musiklehrer am Bismarck- und später auch am Schillergymnasium.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 9. Wieder wurde er als Gründer aktiv, indem er den Niedersächsischen Singkreis ins Leben rief, dem nach seinem Weggang 1955 unter dem Nachfolger Willi Träder im Gegensatz zum Osnabrücker Chor eine erfolgreiche Zukunft beschieden war. Den Ausschlag für den Wechsel nach Weilburg/Lahn an das Pädagogische Institut als Dozent für Musik und ihre Didaktik gab erneut eine von Felgner nicht gutgeheißene Entscheidung übergeordneter Dienststellen, und zwar sollten in Hannover die städtischen Lehrkräfte in staatliche Obhut übergehen.

Im Spätsommer war die Betreuung von Praktikanten im Nordosten Hessens angesagt, ehe im Wintersemester 1955/56 die theoretische Ausbildung der Lehramtskandidaten in der Lahn-Stadt begann. „Weilburger Hochschulchor“ nannte sich die Gründung, die Felgner auch dieser Wirkungsstätte angedeihen ließ.Wilhelm Michel: Interview mit Kurt Felgner Januar 1987. In: MPZ Notiz. Monatliche Marginalien zur musikpädagogischen Dokumentation, 11. Jg. 1987, Heft 3, MPZ Zentralstelle für musikpädagogische Dokumentation im Didaktischen Zentrum der J.W.Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Binnenpaginierung S. 10. Der Chor stach aus allen Veranstaltungen, die Felgner organisierte und dirigierte, den Kammermusik-Abenden, Solistenvorträgen, Orchesterkonzerten, Schulopern und eben jenen Chorkonzerten, hervor. Im vierten Jahr des Bestehens trat er nicht nur regelmäßig in der eigenen Stadt auf, sondern auch bei Chortreffen, Musikdozententagungen und im Rundfunk. Das Repertoire für die Radiostationen umfasste Choräle, Chormusiken und Volkslieder.Hörfunk- und Fernsehzeitschriften (Hörzu, Gong) 1959 (undatierte Zeitungsausschnitte).