mini|Ashtamangala, die acht Glückssymbole des Buddhismus:(Erste Zeile, l→r): Ehrenschirm, Goldfischpaar, Schneckenhorn(Zweite Zeile), Schatzvase, Lotos (Letzte Zeile) Ewiger Knoten, Siegesbanner und Rad. Leh, India. Ashtamangala ( Aṣṭamaṅgala, Lhasa-Dialekt-IPA: [];Sarat Chandra Das: Tibetan-English Dictionary with Sanskrit Synonyms. Bengal Secretariat Book Depot, Calcutta 1902, S. 69.Quelle: bkra-shis-rtags brgyad ) sind eine heilige Reihe von acht Glückssymbolen, die für eine Anzahl indischer Religionen endemisch sind, u. a. Hinduismus, Jainismus und Buddhismus. Die Symbole oder „symbolischen Attribute“ () sind yidam und Lehrmittel. Diese Attribute (energetische Signaturen) verweisen nicht nur auf Qualitäten des erleuchteten Bewusstseinsstroms, sondern sind die Investitur, die diese erleuchteten „Qualitäten“ (Sanskrit: guṇa; ) ausschmücken. Viele kulturelle Aufzählungen und Variationen der Ashtamangala sind noch vorhanden.

Buddhismus Tibetische Buddhisten verwenden einen speziellen Satz von acht Glückssymbolen, ashtamangala, in Haushalt und öffentlicher Kunst. Einige übliche Interpretationen werden hier zu jedem Symbol angeführt, auch wenn unterschiedliche Lehrer möglicherweise andere Auslegungen geben.

mini|hochkant|Verzierte Schneckenhörner, um 11. Jahrhundert Schneckenhorn Das rechtsdrehende weiße Schneckenhorn (Sanskrit ; ), das den schönen, tiefen, melodiösen, durchdringenden und allgegenwärtigen Laut des Buddhadharma repräsentiert, der die Jünger aus ihrem tiefen Schlummer der Unwissenheit weckt und sie drängt ihr eigenes Wohl und das der anderen zu erreichen.

Im Hinduismus ist das Schneckenhorn (shankha) ein Attribut Vishnus wie auch das Rad bzw. die Wurfscheibe (chakra). Der Vaishnavismus vertritt die Auffassung, dass Shakyamuni Buddha ein Avatara Vishnus ist.

Endloser Knoten mini|hochkant|links|Endloser (Ewiger) Knoten Das Stadium Endloser Knoten oder Ewiger Knoten (Devanagari: श्रीवत्स; Sanskrit: śrīvatsa; )Quelle: Dpal be'u steht laut Chandra et al.Chandra et al., 1902, S. 69. () für „the auspicious mark represented by a curled noose emblematical of love“ (Deutsch: „das Glückszeichen verdeutlicht durch eine lockige Schlaufe als Emblem für Liebe“). Darüber hinaus repräsentiert er die Verwobenheit von Weisheit und Leidenschaft, die wechselseitige Abhängigkeit religiöser Doktrin und säkularen Angelegenheiten, die Einheit von Weisheit und Methode, die Untrennbarkeit von Leere und Pratītya-samutpāda und die Einheit von Weisheit und Leidenschaft bei der Erleuchtung. Es ist auch symbolisch im Knotensymbolismus, indem Vorfahren und Allgegenwart verknüpft werden und das magische Ritual und der Meta-Prozess des Bindens (siehe Etymologie von Tantra, Yoga und Religion). Diese Knoten-/Netz-/Maschen-Metapher befördert die buddhistische Lehre der Doktrin der Durchdringung.

(Gold)Fischpaar mini|100px|Goldfischpaar Die zwei Goldfische (Sanskrit: Gaur-matsya; gser nya), die den Status des furchtlosen Schwebens/Aufgehobenseins in einem harmlosen Ozean von Samsara repräsentieren, spielen metaphorisch oft auf die Augen Buddhas oder das Rigpa-Gesicht an; sie symbolisieren das Glück aller Lebewesen in einem Stadium von Furchtlosigkeit, ohne Gefahr zu laufen im Samsara (Ozean des Leidens) zu ertrinken und wandern frei und spontan von Ort zu Ort und von Unterweisung zu Unterweisung genau so wie Fische frei und ohne Furcht durchs Wasser schwimmen.

Im folgenden Zitat sind die beiden Goldfische mit dem Ganges und dem Yamuna verknüpft und Nadi, Prana und Karpfen:

Lotos(blüte) mini|150px|links|Die Lotosblume symbolisiert die „ursprüngliche Reinheit“ des Körpers, des Sprechens und des Geistes. Die Heilige Lotosblume (Sanskrit: Padma; ), die die „ursprüngliche Reinheit“ () der Körper, Sprechen und Geist symbolisiert, schwimmt über den schlammigen Wassern des Festhaltens am Vergänglichen und der Begierde; sie steht für das volle Blühen von gesunden Taten in glückseliger Befreiung.

Ehren-/Sonnenschirm mini|hochkant|Sonnenschirm Der juwelenbesetzte Sonnenschirm (; Devanagari: छत्ररत्न; ) oder Ehrenschirm/Heiliger Schirm, der in seiner rituellen Funktion der des Baldachin ähnelt oder des Conopeum. Müller-Ebeling, Rätsch & Shahi (2002) kartierten wissenschaftlich die Ursprünge des heiligen Schirms als einer symbolischen Darstellung eines heiligen medizinischen und halluzinogenen Pilzes der Himalaya-Pharmakopöe; er repräsentiert den Schutz von Lebewesen vor schädlichen Einflüssen, Krankheit; er repräsentiert das Conopeum oder Himmelszelt und daher die Ausdehnbarkeit und Entwicklung des Weltalls und den Aither; er repräsentiert Ausdehnbarkeit, Entwicklung und Schutzqualität des Sahasrara; unter der Schirmherrschaft des preziösen Schirmes nehmen alle Zuflucht (Buddhismus) im Dharma.

Schatzvase/Weihwassergefäß mini|hochkant|Schatzvase (kalasha) Die ‚Schatzvase‘ oder ‚Urne der Weisheit‘ () repräsentiert Gesundheit, Langlebigkeit, Wohlstand, Fülle, Weisheit und das Phänomen des Raums (Sanskrit: ākāśa), wobei 'Raum' eine besondere Bedeutung des Elements des Vier Elemente (Sanskrit: Mahabhuta) und der Fünf reinen Lichter ist. 'Raum' (Akasha) ist jene elementare Matrix, die alle Phänomene umfasst, enthält und lenkt. 'Raum' ist das Repositorium und Verbindungselement (Englisch: Conduit (spiritualism)) von allem, was manifest, verkörpert oder inkarniert ist; es symbolisiert Śūnyatā (Sanskrit); die ikonographische Repräsentation der 'Weisheitsurne' ähnelt oft sehr dem 'Wassertopf' (Sanskrit: Kumbha), einem der wenigen erlaubten Besitztümer eines Theravada-Bhikkhu oder -Bhikkhuni; die Weisheitsurne/Schatzvase wird in vielen Vajrayana-Amtseinsetzungen und -Initiationen verwendet. Als Architekturelement (kalasha) spielt sie ebenfalls eine große Rolle.

Rad mini|hochkant|Rad des Gesetzes Das Rad des Gesetzes (; ) repräsentiert manchmal den Sakyamuni-Buddha und die Lehre des Dharma sowie das Mandala und das Chakra. Dieses Symbol wird üblicherweise von tibetischen Buddhisten verwendet, wobei manchmal auch das innere Rad des Gankyil (Tibetisch) einbezogen wird. Nepalesische Buddhisten verwenden das Rad des Gesetzes nicht als eines der acht Glückssymbole.

Statt des Dharma-Rades kann ein Chamaru (Fliegenwedel) als eines der Ashtamangala verwendet werden, um tantrische Manifestationen zu symbolisieren. Es ist aus einem Yak-Schwanz angefertigt, der an einem silbernen Schaft angebracht wird, und wird bei rituellen Rezitationen und beim Befächern von Gottheiten in einer religiösen Glückszeremonie (Puja) eingesetzt. Das Rad des Mani ist eine weitere Dharmachakra-Erscheinung, der die Funktion des Yakschwanzes mit dem doktrinären Aspekt des Gesetzesrades in sich vereint. Das Sudarshana Chakra ist ein hinduistisches Radsymbol.

In Unicode ist das Radsymbol ☸ im Block Verschiedene Symbole als U+2638 enthalten.

mini|hochkant|Siegesstandarte

Siegesbanner/Siegesstandarte Dhvaja (Skt. auch Dhwaja; ), Banner oder Flagge. Das Dhvaja-Banner war eine militärische Standarte alt-indischer Kriegsführung. Makara-Dhvaja wurde später ein Emblem des vedischen Gottes der Liebe und der Lust – Karkadhvaja. Innerhalb der tibetischen Tradition existiert eine Liste von elf verschiedenen Formen des Siegesbanners, die für elf spezifische Methoden stehen, um Verunreinigungen zu überwinden. Viele Variationen im Design der Dhvajas kann man auf den Dächern tibetanischer Klöster sehen, die den Sieg Buddhas über die vier Maras symbolisieren.

Reihenfolge der Symbole Unterschiedliche Traditionen ordnen die acht Symbole unterschiedlich.

+Reihenfolge der Glückssymbole im Buddhismus von … Symbol NepalChinaDie Reihenfolge im Chinesischen Buddhismus wurde von Zhou Lili während der Qing-Dynastie festgelegt. A Summary of Porcelains’ Religious and Auspicious Designs. In: The Bulletin of the Shanghai Museum. Band 7, 1996, S. 133. Endlosknoten 1 8Lotosblumen 2 5 Siegesbanner 3 3 Rad des Gesetzes/ Chamaru 4 1 Schatzvase 5 6 Goldenes Fischpaar 6 7 Ehrenschirm 7 4 Schneckenhorn 8 2

Hinduistische Symbole In indischer und hinduistischer TraditionAnna Dallapiccola: Dictionary of Hindu Lore and Legend. ISBN 0-500-51088-1 (Deutsch: Wörterbuch hinduistischer Bräuche und Legenden) können Ashtamangala während gewisser Gelegenheiten verwendet werden einschließlich: Pujas, Hochzeiten (von Hindus) und Krönungen. Die Ashtamangala finden ausführliche Erwähnung in Texten, die mit Hinduismus, Buddhismus und Jainismus verbunden sind. Sie wurden in dekorativen Motiven und kulturellen Artefakten dargestellt.

Die nordindische Tradition listet diese wie folgt: Löwe Bulle Elefant (Weih)Wasserkrug/Gefäß angefüllt mit Edelsteinen Fliegenwedel Flagge Trompete Öllampe Die südindische Tradition listet diese wie folgt: Fliegenwedel Angefüllte Vase Spiegel Elefantenstab Trommel Öllampe Flagge Fischpaar

Die Liste weicht ab je nach Ort, Region und den sozialen Gruppen.

Jainistische Symbole mini|Adinath-Bild mit Ashtamangala Auch im Jainismus sind die Ashtamangala ein Satz von acht Glücksymbolen. Es gibt hinsichtlich der acht Symbole eine gewisse Variation zwischen verschiedenen Traditionen.

In der Digambara-Tradition sind diese acht Symbole: Sonnenschirm (Chhatraratna) Banner (Dhvaja) Gefäß (Kalasha) Wedel (Chauri) Spiegel (Darpana) Sitz (Sukhasana) Fächer Gefäß

In der Svetambara-Tradition sind diese acht Symbole: Swastika Sri Vatsa Nandavarta Vardhmanaka (Nahrungsgefäß) Bhadrasana (Sitz) Kalasha (Topf) Darpan (Spiegel) Meen Yugala (Fischpaar)

Siehe auch Acht Schätze (Chinesisches Äquivalent) Ikonographie Manistein Sandbild

Literatur Robert Beer: The Encyclopedia of Tibetan Symbols and Motifs. Shambhala Publications, 1999, ISBN 1-57062-416-X. Robert Beer: The Handbook of Tibetan Buddhist Symbols. Shambhala Publications, 2003, ISBN 1-59030-100-5. Claudia Müller-Ebeling, Christian Rätsch, Surendra Bahadur Shahi: Shamanism and Tantra in the Himalayas. 2002.

Weblinks buddhistinformation.com The Eight Auspicious Symbols of Buddhism – A Study in Spiritual Evolution. exoticindiaart.com Tibetanisch buddhistische Symbole. viewonbuddhism.org

Einzelnachweise

Kategorie:Symbol (Buddhismus) Kategorie:Jainismus Kategorie:Vajrayana Kategorie:Tantra Kategorie:Symbol (Hinduismus) Kategorie:Ikonografie Kategorie:Buddhistische Kunst