Hwang Tong-gyu (* 9. April 1938 im Bezirk Sukch'ŏn, P’yŏngan-namdo) ist ein südkoreanischer Lyriker.
Leben Hwang Tong-gyu wurde als ältester Sohn von vier Kindern des Schriftstellers Hwang Sun-won geboren. Er wuchs in der Nähe von Pjöngjang auf, bis die Familie 1946 nach Seoul zog.Naver 지식백과 : 두산백과: 황동규, abgerufen am 9. August 2013 (koreanisch). Er gehört zu jener Generation von Koreanern, die sowohl die japanische Kolonialherrschaft als auch den Koreakrieg miterlebten.
1956 veröffentlichte er in einer Schülerzeitung den Gedichtzyklus Fröhliche Briefe, der in Korea noch bekannt ist. 1957 begann er ein Studium an der Seoul National University. Ein Jahr später, im Alter von 20 Jahren, debütierte er in der bekannten Literaturzeitschrift "Zeitgenössische Literatur" (Hyŏndae munhak). 1966 erhielt er die Möglichkeit, an der Universität Edinburgh zu studieren, und wurde anschließend Hochschullehrer an der Seoul National University.
Zu Hwang Tong-gyus bekanntesten Gedichtzyklen zählt Windbestattung.LTI Korea: , abgerufen am 6. August 2013 (koreanisch).LTI Korea: , abgerufen am 6. August 2013 (englisch).
In seiner frühen Lyrik stellt er durch die Verwendung von melancholischen Landschaften ein gewisses Gefühl von Sehnsucht und Erwartung dar, wie z. B. in Oktober (Si-wol) und Fröhliche Briefe (Chŭlgŏun p'yŏnji). Er bemühte sich seine aufgewühlten Gefühle zu überwinden, indem er sein Schicksal akzeptierte. Sein Werk Elegie (Piga) ist aus der Perspektive eines Wanderers oder eines Ausgestoßenen geschrieben, um den Konflikt zwischen dem 'Ego' und der 'Realität' darzustellen. Dieses Werk bezeichnet den ersten Streifzug des Autors weg von der Abstraktion hin zur literarischen Erkundung der konkreten Realität. Indem er seine frühere Distanzierung zur Realität aufgab, nahm er als Subjekt das Leiden von Menschen, die ein tragisches Leben führen, auf. Seine Werke Friedenslied (Taepyŏngga), Schnee in Samnam (Samnam-e naeri-nŭn nun) und Yŏrha ilgi veranschaulichen die Verwendung von Ironie in der Erzählerstimme des Poeten.
Arbeiten Koreanisch Ein klarer Tag. Seoul: Chungang munhwasa 1961 Elegie. Seoul: Ch'angusa 1965 Friedenslied (Wohltemperiert 1: Gedichtband von drei Dichtern: Hwang Tong-gyu, Ma Jong-gi und Kim Yong-tae). Seoul: Verlag Hyŏndae munhak 1968 China-Tagebuch (Wohltemperiert 2). Seoul: Verlag Hyŏndae munhak 1972 Schnee in Samnam. Seoul: Minŭmsa 1975 Im Anblick eines Rades möchte ich es rollen. Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa 1978 China-Tagebuch. Seoul: Chisik sanŏpsa 1982 Windbestattung. Seoul: Nanam 1984 Soll ich vor den Krokodilen aufpassen? Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa 1986 Die unerträglich leichten Wesen. Seoul: Munhak-kwa pip'yŏngsa 1988 Reise nach Molundae. Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa 1991 Windbestattung. Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa 1995 Außerirdische. Seoul: Munhak-kwa chisŏngsa 1996
Übersetzungen Deutsch Windbestattung. Thunum/Ostfriesland: Edition Peperkorn 1996 ISBN 978-3-929181-09-8 Der Glockenschlag von Bad Honnef / Berlin-Wannsee / Der Rhein/Ankerplatz / Friedenslied / Schnee unter dem Kriegsrecht, in: die horen, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, 41. Jg., 4/96
Englisch Strong Winds at Mishi Pass. Buffalo, N. Y. : White Pine Press 2001 Wind Burial. Laurinburg, N. C.: St. Andrews Press 1990
Französisch Les racines d’amour. Belfort: Circé 2000
Spanisch Posada de Nubes y otros poemas. Lima: Pontificia Universidad Católica del Perú 1998
Auszeichnungen 2016 – Ho-Am-Preis für Kunst 2011 – Ku Sang Literaturpreis 2006 – Manhae Preis 2003 – Hongjo kŭnjŏng Orden 2002 – Midang Literaturpreis 1995 – Taesan Literaturpreis 1991 – Isan Literaturpreis des Munhak-kwa chisŏngsa Verlags 1991 – Kim Chong-sam Literpreis 1988 – Yŏnam Literaturpreis 1980 – Koreanischer Literaturpreis 1968 – Preis für zeitgenössische Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Koreanisch) Kategorie:Erzählung Kategorie:Südkoreaner Kategorie:Geboren 1938 Kategorie:Mann Kategorie:Ho-Am-Preisträger