Die Berliner Erklärung „Gemeinsam gegen Homophobie. Für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport“ wurde im Juli 2013 auf Initiative der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld veröffentlicht. Ziel der Erklärung ist es, eine breite Akzeptanz homosexueller Menschen im gesellschaftlichen Bereich des Sports in Deutschland zu erreichen und dort homophobe Anfeindungen, Verunglimpfungen und Herabsetzungen zurückzudrängen. Insbesondere soll so auch ein Klima der Akzeptanz gegenüber aktiven Sportlerinnen und Sportlern mit gleichgeschlechtlicher Orientierung geschaffen werden. Auf dieses Ziel hin gerichtete Maßnahmen wie Bildungsangebote insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene sollen durch wissenschaftliche Forschung unterstützt werden.
Durch ihre Erstunterschrift unterstützen unter anderem die Mitglieder der damaligen Bundesregierung Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, Innenminister Friedrich und Familienministerin Schröder die Erklärung wie auch Sportspitzenfunktionäre vom Deutschen Fußball-Bund, des Deutschen Olympischen Sportbunds und einiger Fußballvereine, darunter Bayern München und Werder Bremen.
Durch die mit der Erklärung angelaufene Bildungsinitiative „Fußball für Vielfalt“ soll speziell die populäre Sportart Fußball in Deutschland erreicht werden.
Veröffentlichung und Initiativen Veröffentlicht wurde die Erklärung am 17. Juli 2013 in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom in Berlin. Durch die Veranstaltung, zu der auch viele Kamerateams erschienen, führte als Gastmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein (ZDF, aktuelles sportstudio).antidiskriminierungsstelle.de: Abgerufen am 27. Juli 2013.Christian Spiller: Gegen Homophobie? Später vielleicht! In: Zeit Online, 18. Juli 2013. Abgerufen am 27. Juli 2013. Ein prominentes Coming-out im Sport, auf das Medienberichten zufolge im Vorfeld der Veranstaltung spekuliert worden war, fand jedoch nicht statt.Christian Bartlau: Der schwierige Kampf gegen Homophobie: Schwule Fußballer? Nicht unser Problem! In: n-tv.de, 18. Juli 2013. Abgerufen am 27. Juli 2013.Viel Wirbel um kein Coming-out. In: l-mag.de, 18. Juli 2013. Abgerufen am 27. Juli 2013. rechts|Logo von „Fußball für Vielfalt“
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld war bestrebt, in den Monaten nach Veröffentlichung der Erklärung Kooperationspartner in den Vereinen und Verbänden zu gewinnen, um ihr mit der Universität Vechta entwickeltes Bildungsprojekt „Fußball für Vielfalt“ besonders auch in die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzubinden.Bundesstiftung Magnus Hirschfeld startet Bildungsinitiative „Fußball für Vielfalt“ In: mh-stiftung.de. Abgerufen am 27. Juli 2013.
Die Initiative „Fußball für Vielfalt“ ging zudem eine offizielle Medienpartnerschaft mit der Zeitschrift Sport Bild ein, die dem Thema Homosexualität im Fußball und der Berliner Erklärung in ihrer Ausgabe vom 17. Juli 11 Seiten einräumte.
Unabhängig von der Berliner Erklärung brachte der Deutsche Fußball-Bund parallel eine 28-seitige Informationsbroschüre „Fußball und Homosexualität“ heraus, die an die gut 25.000 Mitgliedsvereine verschickt werden sollte. Sie sollte Hilfestellung für ein angemessenes Vorgehen gegen Homophobie und den Umgang mit möglichen Coming-outs homosexueller Fußballerinnen und Fußballer geben.
Die Erklärung im Wortlaut
Erstunterzeichner Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesministerin der Justiz; Vorsitzende des Kuratoriums der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Innern Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ilse Ridder-Melchers, Vizepräsidentin Deutscher Olympischer Sportbund Wolfgang Niersbach, Präsident Deutscher Fußball-Bund Ulrich Hoeneß, Präsident FC Bayern München Klaus-Dieter Fischer, Präsident SV Werder Bremen Martin Kind, Präsident Hannover 96 Thorsten Manske, Vizepräsident Hertha BSC Ralf Auer, Präsident VfR Mannheim 1896 Dirk Zingler, Präsident 1. FC Union Berlin Stefan Orth, Präsident FC St. Pauli Christine Lüders; Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Aletta Gräfin von Hardenberg, ehemalige Geschäftsführerin Charta der Vielfalt Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
Siehe auch Homophobie im Fußball Gleichstellung (Homosexuelle)
Weblinks Berliner Erklärung (PDF; 1,6 MB) Homepage von Fußball für Vielfalt Fußball für Vielfalt bei der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld
Informationsbroschüre „Fußball und Homosexualität“ des Deutschen Fußball-Bunds (PDF; 4,0 MB) Bericht in der ZDF-Sportreportage
Einzelnachweise
Kategorie:Homosexualität im Sport (Deutschland) Kategorie:Fußball (Deutschland) Kategorie:Politik 2013