350px|Das Geburtshaus von Elvis Presley in Tupelo, Mississippi Elvis Aaron Presley, der spätere „King of Rock’n’Roll“, wird in Tupelo, Mississippi, geboren. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1935.
Ereignisse Von der Klassik bis zur Operette 4. Januar: Uraufführung der Operette Heirat nicht ausgeschlossen von Walter Kollo in der Komischen Oper, Berlin. 16. Januar: Die Oper Nerone von Pietro Mascagni auf ein Libretto von Giovanni Targioni-Tozzetti wird im Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt. 26. Februar: Georges Bizets Symphonie en ut majeur (1855) wird erstmals unter Felix Weingartner in Basel aufgeführt. 30. März: Uraufführung der Operette Herz über Bord von Eduard Künneke in Zürich und Düsseldorf. 8. April: Uraufführung der Oper Maria Malibran von Robert Russell Bennett an der Juilliard School in New York. 8. April: Béla Bartóks Streichquartett Nr. 5 hat in Washington, D.C. Premiere. 10. April: Uraufführung der 4. Sinfonie von Ralph Vaughan Williams in der Londoner Queen’s Hall. 22. Mai: Uraufführung der Oper Die Zaubergeige von Werner Egk in Frankfurt am Main. 24. Juni: Uraufführung der Oper Die schweigsame Frau von Richard Strauss in der Staatsoper Dresden. 29. Juni: Die Operette Die weiße Göttin von Kurt Juhn und Felix Kilian mit der Musik von Walter Kaufmann wird im Stadttheater Karlsbad uraufgeführt. 22. August: Uraufführung der Operette Ein Kaiser ist verliebt von Walter Kollo im Deutschen Nationaltheater, Osnabrück. 5. Oktober: Am Stadttheater Zürich wird die Operette Drei Walzer von Oscar Straus uraufgeführt. Für den ersten Teil hat der Komponist Musik von Johann Strauss (Vater) und für den zweiten Teil Melodien von Johann Strauss (Sohn) verwendet. Das Libretto stammt von Paul Knepler und Armin Robinson. 9. Oktober: Felix Woyrsch dirigiert anlässlich seines 75. Geburtstag die 5. Symphonie, D-Dur (Ursendung), Das Deutsche Sanctus (nach Luther) und seine drei Böcklin-Fantasien im Radio. Ausführende: Das große Orchester des Reichssenders Hamburg und der Städtische Chor Altona. mini|Im Teatro Monumental in Madrid wird das 2. Violinkonzert von Sergei Prokofiew uraufgeführt. 10. Oktober: Nach der Vorpremiere am Colonial Theatre in Boston am 30. September 1935 hat die Oper Porgy and Bess von George Gershwin mit Todd Duncan und Anne Wiggins Brown in den Titelrollen am New Yorker Alvin Theatre ihre Broadway-Premiere. Die in ihr enthaltenen Lieder Summertime und später auch I Got Plenty o’ Nuttin’ werden auch im Pop- und Jazzkontext interpretiert. 10. Oktober: Uraufführung der Operette Berlin, wie es weint, Berlin, wie es lacht von Walter Kollo in Berlin. 17. Oktober: Uraufführung der Operette Pour plaire aux femmes (nach Frauen haben das gern) von Walter Kollo in Paris. 2. November: Die Uraufführung der komischen Oper Ero der Schelm (Ero s onoga svijeta) von Jakov Gotovac findet mit dem Komponisten am Dirigentenpult am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb statt. Das Libretto stammt von Milan Begović basierend auf einem Stück von Hans Sachs. Das Singspiel wird zum größten Erfolg des Komponisten. 6. November: Erste vollständige Aufführung der 1. Sinfonie von William Walton in London. 14. November: Uraufführung des Konzerts für Bratsche und kleines Orchester Der Schwanendreher von Paul Hindemith in Amsterdam. 19. November: Uraufführung des Musikalischen Lustspiels Das kleine Hofkonzert von Edmund Nick in München. 30. November: Uraufführung der Operette Hopsa von Paul Burkhard am Stadttheater Zürich. 1. Dezember: Sergei Prokofiews 2. Violinkonzert hat in Madrid Premiere. 21. Dezember: Uraufführung der Operette Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus von Paul Abraham in Wien. 31. Dezember: Uraufführung der heiteren Oper Die große Sünderin von Eduard Künneke an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Evald Aav: Sa minu püha kodumaa [Du mein heilges Heimatland] für gemischten Chor, Text: Anna Haava André Jolivet – Mana für Klavier Francis Poulenc – Suite française d’après Claude Gervaise
Jazz/Swing In den Vereinigten Staaten wird der Swing populär.Paul Du Noyer: The Illustrated Encyclopedia of Music. Flame Tree Publishing, Fulham, London 2003, ISBN 1-904041-96-5, S. 128. mini|200px|Oscar Hammerstein (rechts) mit Richard Rodgers (links) und Irving Berlin (1948) 5. Januar: Mit der Rodgers-und-Hart-Komposition Blue Moon gelingt dem Casa Loma Orchestra ein Nummer-1-Hit; ursprünglich für Jean Harlow in dem Filmmusical Hollywood Revue geschrieben. 19. Januar: Tommy Dorsey gelangt mit Fats Wallers Honeysuckle Rose in die Top 20. 26. Januar: Auch Benny Goodman gelangt mit Blue Moon in die Hitparaden; seine Version mit der Sängerin Helen Ward kommt auf #2 der US-Charts. In derselben Woche ist auch Red Norvo in den Charts vertreten (#20) sowie eine Studioband um Claude Thornhill unter dem Pseudonym Harry Rosenthal mit „All Through the Night“ (#18). 9. Februar: Das Casa Loma Orchestra hat einen weiteren Nummer-1-Hit mit When I Grow Too Old to Dream von Sigmund Romberg und Oscar Hammerstein. Fats Waller gelangt mit seiner eigenen Version von „Honeysuckle Rose“ auf #17. 22. Februar: Im New Yorker Greenwich Village eröffnet das Village Vanguard, ab den 1950er-Jahren einer der bedeutendsten Jazz-Clubs. 2. März: Die Dorsey Brothers kommen mit Night Wind in die Top Ten. 16. März: Benny Goodman ist erfolgreich in den US-Charts mit Clouds von Gus Kahn und Walter Donaldson; arrangiert hat die Nummer Fletcher Henderson. 30. März: Mit dem Ellington-Klassiker Solitude gelangt die Mills Blue Rhythm Band in die Charts (#8). 6. April: Mit Lullaby of Broadway gelingt den Dorsey Brothers ein weiterer Nummer-1-Hit; zwei Wochen hält sich der Song von Harry Warren und Al Dubin auf dem Film Golddiggers of 1935 an der Spitze. Am 4. Mai gelangt auch Chick Bullock mit seiner Version knapp unter die Top 20. 11. Mai: Mit Rhythm Is Our Business schafft es Jimmy Lunceford und sein Orchester ein einziges Mal an die Spitze der US-Hitparaden, in der er insgesamt 16 Wochen bleibt. 25. Mai: Erneut in die Charts kommt Lunceford mit Duke Ellingtons Black and Tan Fantasy; arrangiert hat die Nummer Sy Oliver. 1. Juni: in den US-Charts erfolgreich vertreten sind in dieser Woche die Mills Blue Rhythm Band („Dancing Dags“, #8) und Louis Prima (I’m Living in a Great Big Way, #13). 8. Juni: Das Duke Ellington Orchestra kommt auf #6 mit Merry-Go-Round; bei dem Titel verwendete Ellington zwei Bassisten, Hayes Alvis und Billy Taylor. 15. Juni: Mit dem späteren Jazzstandard Body and Soul kommt Red Allen auf #17 der Charts. 22. Juni: Bob Crosby, Fats Waller und das Casa Loma Orchestra sind in der Hizparade erfolgreich, die Nummer 1 der Charts erreicht „Chasing Shadows“ in der Version der Dorsey Brothers. 29. Juni: Bob Crosby erreicht die Spitzenposition der US-Charts mit In a Little Gypsy Tearoom. In derselben Woche ist Jimmy Lunceford mit seiner Version des Klassikers „Stardust“ in den Top Ten vertreten; Fats Waller kommt mit I’m Gonna Sit Right Down and Write Myself a Letter auf #5. 6. Juli: Das Duke Ellington Orchestra komm mit In a Sentimental Mood auf #14; Glenn Millers Solo Hop schafft dagegen #7. mini|200px|Adrian Rollini am Vibraphon mit Gitarrist Allen Haulon, vermutlich in den 1940er JahrenFoto: William P. Gottlieb 20. Juli: Seinen zweiten (und letzten) Charterfolg hat Adrian Rollini mit „Weather Man“, mit dem, er #11 erreicht. Wingy Manone und Carmen Mastren sind seine Vokalisten. 27. Juli: Red Norvo gelangt mit seiner Version von „Honeysuckle Rose“ in die Top Ten; Bunny Berigan und Chu Berry sind unter den Solisten. 24. August: Chick Webb kommt in die Top 20 mit Edgar Sampsons „Don’t Be That Way“, ein beliebtes Stück bei den Swing-Bands, das 1938 Benny Goodman populär machen sollte. 30. August: Fats Waller gelingt mit „Truckin’“ von Rube Bloom und Ted Koehler ein Nummer-1-Hit. Die Nummer aus der Cotton Club Parade of 1935 hält sich 13 Wochen in den Hitparaden. Auch mit der Wiederauflage des Tin-Pan-Alley-Klassikers „12th Street Rag“ ist der Pianist unter den Top 20. 7. September: Eine der wegweisenden Aufnahmen der Swingära in kleiner Besetzung war die Trioeinspielung des späteren Klassikers Body and Soul durch Benny Goodman mit Teddy Wilson (Piano) und Gene Krupa (Schlagzeug). Goodman kommt auf #5 der Charts, wo er sich acht Wochen hält. 21. September: Duke Ellington kommt auf #6 der Charts mit Accent On South aus dem gleichnamigen Spielfilm mit Sylvia Sidney. Es ist auch das erste Mal, dass Ben Webster bei einer Aufnahme des Orchesters in Erscheinung tritt; Solist ist allerdings Johnny Hodges. 11. Oktober: Das Ausstrahlen von Jazz-Musik wird allen deutschen Rundfunksendern von Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky verboten. 12. Oktober: Die Dorsey Brothers sind gleich zwei Mal in den Hitparaden vertreten; mit Arthur Freeds Nummern You’re My Lucky Star und I’ve Got a Feelin’ You’re Foolin’, die aus dem Filmmusical Broadway Melody of 1935 stammen. Daraus entnommen ist auch der Song Cotton, mit dem die Ellington-Band auf #4 der Charts kommt. 19. Oktober: Einen weiteren Hiterfolg mit seinem Trio hat Benny Goodman mit After You’ve Gone. 26. Oktober: Louis Armstrong erobert die US-Charts mit I’m in the Mood for Love und kommt auf #3. Den Nummer-1-Hit landet in dieser Woche Tommy Dorsey mit „On Treasure Island“. Das Weihnachtslied Jingle Bells kommt mit Benny Goodmans Version im Arrangement von Fletcher Henderson zum ersten Mal in die Hitparaden (#18). 23. November: Teddy Wilson und Billie Holiday gelingt ein Charterfolg (#6) mit Twenty-Four Hours a Day, eine Melodie aus dem Film Sweet Surrender (1935). 7. Dezember: „Lady Day“ ist abermals erfolgreich in den Hitparaden mit If You Were Mine von Johnny Mercer, bekannt aus dem Filmmusical To Beat the Band (1935). 14. Dezember: Ein weiterer Nummer-1-Hit gelingt Fats Waller mit A Little Bit Independent. Joe Venuti schafft es mit Stop, Look and Listen in die Top Ten. 21. Dezember: Mit dem Dance-Song The Music Goes Round and Round gelingt es Tommy Dorsey, fünf Wochen die Spitzenposition in den Hitparaden zu halten. 28. Dezember: Teddy Wilson schafft es mit der Solo-Piano-Version von On Treasure Island in die Charts auf #16.Alle Chartinformationen stammen aus Gerhard_Klußmeier: Jazz in the Charts. Another view on jazz history. Liner Notes und Begleitbuch der 100-CD-Edition. Membran International GmbH, ISBN 978-3-86735-062-4.
Film 22. März: Das US-amerikanische Filmmusical Mississippi von A. Edward Sutherland mit Bing Crosby, W. C. Fields und Joan Bennett in den Hauptrollen hat Premiere. 17. April: Der Operettenfilm Der Zigeunerbaron von Karl Hartl nach der Musik von Johann Strauss wird in Berlin uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Adolf Wohlbrück, Hansi Knoteck, Fritz Kampers und Gina Falckenberg. Alois Melichar hat die Musik für den Film bearbeitet. Der Jazzkadett – US-amerikanisches Filmmusical von Frank Borzage mit Dick Powell und Ruby Keeler in den Hauptrollen Jeden Abend um acht – US-amerikanische Musicalkomödie von Raoul Walsh mit George Raft und Alice Faye in den Hauptrollen Metropolitan – US-amerikanisches Musicaldrama von Richard Boleslawski mit Lawrence Tibbett und Virginia Bruce in den Hauptrollen
Weiteres 22. Februar: Die Comedian Harmonists werden von der NS-Regierung verboten. 23. April: Your Hit Parade wird erstmals im amerikanischen Rundfunk ausgestrahlt. 16. August: Auf der Berliner Funkausstellung wird das Magnetophon, ein Magnetton-Aufzeichnungs- und Wiedergabegerät, vorgestellt. 29. November: Die Deutschlandhalle in Berlin wird in Anwesenheit von Adolf Hitler eingeweiht.
Gründungen Bob Crosby and His Orchestra – US-amerikanische Bigband Franz Heissler GmbH – deutsches Orgelbauunternehmen aus Markelsheim
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen