mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2010 Littau ist ein Stadtkreis der politischen Gemeinde Luzern. Bis zum 31. Dezember 2009 war Littau eine eigenständige politische Gemeinde im Amt Luzern des Kantons Luzern in der Schweiz.

Gemäss Entscheid des Souveräns in der Volksabstimmung vom 17. Juni 2007 hat die Gemeinde Littau per 1. Januar 2010 mit der Stadt Luzern fusioniert. Die neuen Luzerner Stadtteile Littau und Reussbühl behalten dabei ihre Postleitzahlen.

Geographie mini| Luftbild von Walter Mittelholzer (vor 1937) Die ehemalige Gemeinde liegt im Westen und Nordwesten der Stadt Luzern. Ihre Ostgrenze bildet die Reuss. Ausserdem verläuft ein Teil der Grenze zu Emmen entlang der Kleinen Emme. Die Kleine Emme mündet beim Ortsteil Reussbühl von links in die Reuss. Bei Haldenweid verlässt die Grenze die Kleine Emme und führt mehrere Kilometer in nordwestlicher Richtung bis zur Quelle des Buzibachs. Von dort dreht sie nach Südwesten bis zum Weiler Sagenhübeli sowie Rüteli kurz vor Hellbühl. Südostwärts gehend kommt sie schliesslich zum Thorenbergkanal und zur Kleinen Emme. Das ganze Gebiet trägt den Namen Littauerberg, weil es auf einer welligen Hochebene liegt. Die Westgrenze verläuft entlang dem Lauf des Renggbachs. Von Renggloch an folgt sie in östlicher Richtung dem Nordhang des Sonnenbergs bis zum Gütschwald. Vom Gütschwald geht sie zurück zur Reuss.

Im Gebiet zwischen Kleiner Emme, Reuss und Sonnenberg liegen die Hauptsiedlungen. Auf dem Littauerboden bestehen die Siedlungen aus Einzelgehöften und Häusergruppen.

Offiziell bestanden drei Ortschaften:Ortschaftenverzeichnis der Schweiz Littau Reussbühl Reussthal

An der Reuss liegt das Quartier Reussthal, welches westlich von der bewaldeten Zimmeregg begrenzt wird. Westlich davon, an der Strasse von Luzern nach Malters, liegt Rönnimoos. Dieses ist zusammengewachsen mit dem nachfolgenden Littau Dorf. Beide liegen leicht erhöht.

Nördlich vom Dorf liegt im Tal unten der Littauer Boden. Dieses Gebiet zwischen Kleiner Emme, Reuss und Zimmeregg teilt sich in verschiedene Quartiere auf. Das grösste davon ist Reussbühl. Nördlich davon, gegenüber von Emmenbaum (Gemeinde Emmen), liegt Rothen. An einer Schleife der Kleinen Emme liegt der Roter Wald. Direkt unterhalb von Littau Dorf entstanden in den letzten Jahrzehnten einige Neubauquartiere. Zuerst beim Bahnhof, heute vermehrt im Littauer Boden westlich von Reussbühl. An der Kleinen Emme liegt eine grosse Industriezone.

Neben einigen kleinen Waldstücken im Littauerberg sind auch die Zimmeregg (mit dem Zimmereggwald), der Nordhang des Sonnenbergs, der Schachewald und der Roter Wald von Wald bedeckt.

Vom ehemaligen Gemeindeareal von 1328 ha ist ein Viertel (24,8 %) Siedlungsfläche. 21,1 % sind von Wald und Gehölze bedeck und 52,3 % der Gemeindefläche wird landwirtschaftlich genutzt.

Littau grenzt an Emmen, Kriens, die Stadt Luzern, Malters und Neuenkirch.

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung 1798–2004JahrEinwohner1798 6681837 1'1041850 1'3141860 1'6441870 2'0501880 2'6611888 3'2931900 3'6991910 4'2721920 4'3651930 5'0361941 5'1311950 5'6441960 8'7151970 13'4951980 14'9961990 15'4321995 15'6002000 15'9292004 16'020

Bevölkerungsentwicklung Zwischen 1798 und 1850 verdoppelte sich die Einwohnerzahl (1798–1850: +96,7 %). Bis zur Fusion mit der Stadt Luzern gab es ein beständiges Bevölkerungswachstum. Zwischen 1850 und 1900 betrug es 181,5 %, als Littau Zielpunkt der abwandernden Landbevölkerung wurde. Damals entstanden im Littauer Boden, in Rothen und in der benachbarten Emmenweid (Gemeinde Emmen) grosse Industrieunternehmen, die viele Arbeitskräfte benötigten. Die Bevölkerungszunahme hielt auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in abgeschwächter Form an (1900–1950: +52,6 %). Innert der nächsten zwanzig Jahre wurde Littau vom Dorf zur Stadt (1950–1970: +139,1 %). Seit 1980 hat das Bevölkerungswachstum gemässigtere Formen angenommen (1980–2000: +6,2 %) und stagniert seit dem Jahr 2000 erstmals in 200 Jahren.

Sprachen Die Bevölkerung benutzt im Alltag eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 75,64 % Deutsch, 6,23 % Italienisch und 5,96 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen, Konfessionen Früher war die gesamte Bevölkerung Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Im Jahr 2000 sah die religiöse Situation so aus: Es gab 63,75 % römisch-katholische, 10,31 % evangelisch-reformierte und 5,85 % orthodoxe Christen. Daneben fand man 7,97 % Muslime, 5,43 % Konfessionslose und 1,42 % Anhänger anderer nichtchristlicher Bekenntnisse.

Bevölkerung nach Nationalität (Volkszählung 2000)NationalitätAnzahlohne DoppelbürgerAnzahlmit DoppelbürgerSchweiz 9'543 10'454Serbien und Montenegro 1'484 1'562Italien 1'143 1'503Portugal 505 515Bosnien-Herzegowina 860 900Kroatien 401 431Spanien 385 417Sri Lanka 291 313Mazedonien 252 294Deutschland 134 189Türkei 122 163Österreich 46 65 Die Muslime sind zwar in der Mehrheit Albaner aus dem Kosovo und Mazedonien sowie Bosniaken; dazu kommen aber auch viele Türken, Kurden, Araber und Somalis. Die Orthodoxen sind mehrheitlich Serben und Montenegriner. Einige Mazedonier und Griechen stossen dazu. Die Anhänger anderer nichtchristlicher Bekenntnisse sind grossmehrheitlich Hindus tamilischer Herkunft. Ausserdem gibt es unter ihnen noch einige Buddhisten vietnamesischer und chinesischer Herkunft.

Herkunft und Nationalität Von den Ende 2004 16'020 Einwohnern waren 10'291 Schweizer und 5'729 (= 35,8 %) Ausländer. Die Gemeinde hatte zum Zeitpunkt der Fusion mit der Stadt Luzern den höchsten Ausländeranteil aller Luzerner Gemeinden. In den Ortsteilen Reussthal und Fluhmühle ist eine Mehrheit der Bewohner ausländischer Herkunft. In Reussbühl, Littau Dorf und in den Quartieren im Littauer Boden ist der Ausländeranteil dagegen weit unter dem Durchschnitt der Gemeinde. Bei der letzten Volkszählung im Jahr waren 59,91 % (einschliesslich Doppelbürger 65,63 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Verteilung auf die wichtigsten Nationalitäten kann man nebenstehender Tabelle entnehmen.

Kultur Littau bietet ein breites Kulturangebot, neben Fussball- und Sportvereinen hat Littau auch zwei Jodelchöre und eine Musikgesellschaft.

FC Littau Der Fussballclub Littau besteht seit 1957 und hat neben drei Erwachsenen-Mannschaften, einem Frauen-Team, ein Juniorinnen Team, auch noch 17 Junioren Teams. Dazu kommen ein paar Senioren Teams.

FC Südstern Der zweite Fussballclub in Littau besteht seit 1930, jedoch noch nicht mit dem heutigen Namen, der Club nannte sich damals FC Red Star Littau. Als dann aber bekannt wurde, dass in Zürich bereits ein FC Red Star existierte, beschloss der Verein 1932 eine Namensänderung, die bis heute hin Bestand hat – FC Südstern.

Turnerinnen Verein STV Littau Ob polysportiv, Leistungs- oder Breitensport. Von jung und ehrgeizig bis erfahren und rüstig halten sich alle Turnenden fit und erfreuen sich an unserem breiten und abwechslungsreichen Angebot aus den 10 verschiedenen Riegen.

Männerturnverein Littau Der Männerturnverein Littau wurde 1949 gegründet. Seit seiner Gründung stehen das Turnen sowie der soziale Kontakt unter Gleichgesinnten im Vordergrund.

So heisst das Motto heute noch: Mach di schlau ond chomm doch au!

Jodelclub Littau Ziel und Zweck des Klubs sind die Erhaltung alter schweizerischer Eigenart und das Brauchtum, wie Jodeln in Gruppen, Einzel und Duett. Pflege einer guten Kameradschaft und mit unseren Liedern der Bevölkerung Freude bereiten. Für einander da sein in guten wie in schlechten Zeiten.

Jodlerfründe Ruopige Reussbühl Der Jodlerklub Jodlerfründe Ruopige setzt sich zum Ziel, den Jodelgesang und das Brauchtum zu pflegen. Unser Jodlerklub zeichnet sich aus durch Freude am Singen und durch die Offenheit gegenüber Volksliedern im Allgemeinen. Kameradschaft, Loyalität und die gemeinsame Freizeitbeschäftigung sind unsere Stärken. Unser Ziel ist es, den Jodelgesang der breiten Bevölkerung näher zu bringen.

Musikgesellschaft Littau Die Musikgesellschaft Littau wurde 1912 in Littau gegründet. Sie hat zum kulturellen Leben der Gemeinde Littau viel beigetragen und hat in der Gemeinde einen sehr hohen Stellenwert. Die MGL spielt seit mehreren Jahren in der 1. Stärkeklasse Harmonie. Die MGL zählt zurzeit 45 Aktivmitglieder mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren und pflegt eine sehr gute Kameradschaft. Zum Repertoire der MGL gehören Original Kompositionen wie auch anspruchsvolle Unterhaltungsmusik und natürlich auch Märsche.

Im Jahresprogramm stehen folgende Auftritte und Aktivitäten:

Jahreskonzert mit zwei Konzertabenden (jeweils Ende November) Kinderkonzert mit Geschichtenerzählerin (Ende November) Kirchenkonzert in der Pfarrkirche Littau (Mitte März) Teilnahme an Eidgenössischen und Kantonalen Musikfesten Musikständchen an kirchlichen Anlässen: Weisser Sonntag, Firmung, Fronleichnam, Konfirmation Teilnahme Littauer Fasnacht (Festzelt auf Dorfplatz)

Die Musikgesellschaft Littau steht seit Januar 2018 unter der musikalischen Leitung von Silvia Riebli. Der Verein wird präsidiert von Stefan Häfliger. Ihm steht ein fünfköpfiger Vorstand und eine Musikkommission zur Seite.

Weitere Vereine Es gibt noch unzählige weitere Vereine und Clubs in Littau. Hier eine kurze unvollständige Aufzählung:

Feuerwehr, Pfadi, Jungwacht, Blauring, Tennisclub, Boccia Club, Handball-, Volleyballverein, Basketball-, Unihockey-, Baseballclub, Handorgelverein, Bergchörli, Hundeverein, Schiessverein, Frauengemeinschaft, Abendzirkel, Klausgesellschaft, Trychler, Guggenmusiken [Gögguschränzer, Löchlitramper, Rootseemöven], 11er Club, LUFF Lucerne Functional Fitness...

Verkehr mini|Der Bahnhof Littau Littau liegt an der Bahnstrecke Luzern–Bern und hat einen Bahnhof. Der öffentliche Verkehr erschliesst die Gemeinde aber hauptsächlich durch den Trolleybus Luzern und diverse Autobuslinien. Reussthal und Reussbühl liegen an den Trolleybuslinien 2 (Luzern Bahnhof–Emmenbrücke Sprengi) und 5 (Kriens Busschleife–Emmenbrücke Bahnhof Süd). Rönnimoos und Littau Dorf werden von der Autobuslinie 12 (Luzern Bahnhof-Gasshof) sowie Linie 30 (Littau Bahnhof-Kantonsspital-Ebikon) der Verkehrsbetriebe Luzern erschlossen. Der Littauer Boden ist durch die Autobuslinie 40 der Auto AG Rothenburg (Waldibrücke Emmen–Flugzeugwerke Emmen–Emmen Center–Littau Dorf–Littau Bahnhof), die Autobuslinie 41 des Ortsbus Emmen/Emmenbrücke (Emmenbrücke Schönbühl–Emmen Center–Littau Bahnhof) sowie die S-Bahn Linie 6 (Luzern–Langenthal) ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen.

Ein Teil der ehemaligen Gemeinde (Littau Dorf u. a.) liegt an der Strasse Luzern–Malters–Wolhusen. Die Ortsteile im Reusstal liegen an der Strasse Luzern–Emmenbrücke. Die nächsten Autobahnanschlüsse Emmen-Süd und Luzern-Zentrum sind nur wenige Kilometer entfernt.

Geschichte mini|hochkant|Haus im Zentrum Littaus